Was kann ich wissen? Was gibt es? Gibt es sowas wie ein allmächtiges Wesen? Woran kann ich zweifeln? Was sind Bedingungen für Wissen? Was sind die Quellen des Wissens? Als was ist mein geistiger Zustand zu verstehen? Mit diesen Fragen fasst man nicht nur die theoretische Philosophie grob zusammen, sondern auch Decartes "Mediationes de prima philosophia" das Thema dieses Essays.
Descartes greift diese und weitere Fragen auf und versucht auf eine scharfsinnige Art und Weise Argumente zu finden, um ein festes Fundament an Wissen aufzubauen. All das bisher als sicher angesehene Wissen soll angezweifelt werden, damit ein festes, stabiles Wissensgebäude aus Wahrheiten entsteht, mit dem Ziel Grundlage und Fundament für die Wissenschaft zu sein.
Inhaltsverzeichnis
- Die Erste Meditation: Vom Zweifel
- Das Fehlbarkeitsargument
- Das Traumargument
- Das Dämon-Argument
- Die Zweite Meditation: Vom Wesen des Denkens
- Cogito, ergo sum
- Das Ich als denkendes Ding
- Das Wachsbeispiel
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
In seiner Schrift „Meditationes de prima philosophia“ will René Descartes ein sicheres Fundament für das Wissen schaffen. Er hinterfragt alle bis dahin als wahr geltenden Erkenntnisse und versucht, eine unumstößliche Wahrheit zu finden.
- Der methodische Zweifel
- Die Suche nach der ersten sicheren Erkenntnis
- Die Rolle der Sinneswahrnehmung
- Die Unterscheidung zwischen Geist und Körper
- Die Bedeutung des Denkens
Zusammenfassung der Kapitel
Die Erste Meditation: Vom Zweifel
In der ersten Meditation führt Descartes das Prinzip des methodischen Zweifels ein. Er bezweifelt zunächst alle Erkenntnisse, die auf Sinneswahrnehmungen beruhen, da diese uns täuschen können. Das Traumargument erweitert den Zweifel auf alle Bereiche des Lebens, da wir nie sicher sein können, ob wir träumen oder wach sind. Schließlich stellt er die Existenz eines allmächtigen Gottes in Frage, der uns möglicherweise in allem täuscht. Der methodische Zweifel soll alle bisherigen Meinungen in Frage stellen und eine Grundlage für ein sicheres Wissen schaffen.
Die Zweite Meditation: Vom Wesen des Denkens
In der zweiten Meditation kommt Descartes zu der Schlüsselfeststellung „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich). Diese Erkenntnis stellt die erste sichere Wahrheit dar, da der Gedanke an sich selbst nicht bezweifelt werden kann. Das Ich ist demnach ein denkendes Ding, das vom Körper getrennt ist. Um seine These zu verdeutlichen, verwendet Descartes das Wachsbeispiel. Dieses zeigt, dass es nicht die sinnlichen Eigenschaften eines Objekts sind, die es definieren, sondern die Fähigkeit des Geistes, es zu denken.
Schlüsselwörter
Methodischer Zweifel, Cogito ergo sum, Substanzdualismus, Sinneswahrnehmung, Denken, Geist, Körper, Wachsbeispiel, sichere Erkenntnis, Fundament des Wissens.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel von Descartes' methodischem Zweifel?
Descartes möchte alles bisherige Wissen anzweifeln, um ein unumstößliches Fundament für die Wissenschaft und die Philosophie zu schaffen.
Was besagt das Traumargument in der Ersten Meditation?
Es besagt, dass wir uns nie absolut sicher sein können, ob wir gerade wach sind oder träumen, wodurch alle Sinneswahrnehmungen zweifelhaft werden.
Was bedeutet die Formel „Cogito, ergo sum“?
„Ich denke, also bin ich“ ist die erste sichere Erkenntnis. Selbst wenn man an allem zweifelt, kann man nicht bezweifeln, dass man gerade denkt und somit existiert.
Warum nutzt Descartes das Wachsbeispiel?
Das Wachsbeispiel zeigt, dass sich alle sinnlichen Eigenschaften eines Objekts (Form, Geruch, Farbe) ändern können, während der Geist erkennt, dass es dasselbe Ding bleibt. Wissen stammt also aus dem Verstand, nicht nur aus den Sinnen.
Was ist das „Dämon-Argument“?
Es ist ein Gedankenexperiment, bei dem Descartes annimmt, ein böser Geist (Genius Malignus) könnte ihn in all seinen logischen und mathematischen Überzeugungen täuschen.
Wie definiert Descartes das „Ich“?
Nach Descartes ist das Ich ein „denkendes Ding“ (res cogitans), das vom physischen Körper getrennt existiert.
- Citation du texte
- Edin Cehic (Auteur), 2021, René Descartes und der methodische Zweifel. Einführung in die ersten beiden Mediationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010880