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Bismarcks kolonialpolitische Wende 1884/85. Weg in die Kolonialpolitik

Título: Bismarcks kolonialpolitische Wende 1884/85. Weg in die Kolonialpolitik

Trabajo Escrito , 2017 , 27 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Vincent Franck (Autor)

Historia de Europa - Colonialismo
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Gründen für Bismarcks kolonialpolitische Wende 1884/85. Nach einer thematischen Einführung folgt die Darstellung der Ausgangslage und Rahmenbedingungen. Anschließend widmet sich die Untersuchung dem Weg in die Kolonialpolitik. Im vierten Kapitel wird die Theorie des Sozialimperialismus behandelt. Schließlich wird auf Bismarcks Frankreichpolitik sowie das Gladstone-Kabinett eingegangen.

Schon sehr früh wird deutlich, wie schwer die Personalie Otto von Bismarck zu fassen ist – Christoph Nonn beschreibt ihn gar als die umstrittenste und in der Forschung am meisten diskutierte deutsche Persönlichkeit. Dementsprechend sind die Beweggründe für sein Intermezzo in der überseeischen Kolonialpolitik nicht minder komplex, ergaben sie sich aus dem Zusammenspiel einer Vielzahl von wirtschaftlichen, sozialen, sowie innen- und außenpolitischen Faktoren.

Otto von Bismarcks Rede im Reichstag am 26. Juni 1884 gehört definitiv in die Kategorie historisch gewordener Reden, weil sie weitreichende Folgen nach sich ziehen – wenn auch nicht nur im positiven Sinne. Diese Rede markierte nämlich ein Umschwenken seiner bis dato antikolonialen Politik und den offiziell verkündeten Beginn bismarckscher Kolonialbestrebungen. Ein Umschwenken, über dessen Beweggründe sich Historiker auch über 130 Jahre später noch immer nicht ganz einig sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Ausgangslage und Rahmenbedingungen

2.1. Bismarcks Grundvorstellungen

2.2. Innenpolitische Strukturen

3. Der Weg in die Kolonialpolitik

4. Die Theorie des Sozialimperialismus

4.1. Wirtschaftliche Motive

4.2. „Kulturkampf“ und SPD als innenpolitische Motive

5. Bismarcks Frankreichpolitik

6. Das „Gladstone-Kabinett“

7. Fazit

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Beweggründe für Otto von Bismarcks kolonialpolitische Wende in den Jahren 1884/85. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden geschichtswissenschaftlichen Theorien und der Analyse, inwieweit außenpolitische Taktik und innenpolitische Machtinteressen sein Handeln beeinflussten.

  • Bismarcks politische Grundvorstellungen und das innenpolitische Parteiensystem.
  • Die deutsche Kolonialbewegung und der Weg in die Kolonialpolitik.
  • Überprüfung der Sozialimperialismus-Theorie von Hans-Ulrich Wehler.
  • Die Rolle der Frankreichpolitik und das „Kabinett Gladstone“.
  • Vergleichende Analyse der Motive: Außenpolitische Strategie vs. innenpolitisches Kalkül.

Auszug aus dem Buch

3. Der Weg in die Kolonialpolitik

Obwohl noch kaum eine der genannten Partei aktive Kolonialpolitik betrieb und auch auf staatlicher Seite überwiegend Desinteresse vorherrschte, wuchsen im Land allmählich das imperiale Interesse und der Wunsch, es endlich den Briten gleichzutun und Kolonien zu errichten. Im Zuge der anhaltenden Modernisierung und der Übervölkerung in den Städten wurde der Ruf nach neuen finanziellen Einnahmemöglichkeiten laut, die Tiefkonjunktur seit 1873 verstärkte die Verunsicherung in der Gesellschaft. Die Kombination aus diesen Faktoren schuf einen perfekten Nährboden für imperialistische Fantasien, welche sich private Kaufleute und reiche Unternehmer zu Nutzen machten, um das Volk zu euphorisieren.

So entstand Ende der Siebziger bis weit in die achtziger Jahre hinein eine deutsche Kolonialbewegung, angeführt vom ehemaligen evangelischen Theologen und Missionar Friedrich Fabri. Fabri, der nach seiner Tätigkeit als leitender Inspektor der Rheinischen Mission im Jahre 1965 das Komitee für die protestantischen Deutschen in Brasilien gründete, das sich intensiv mit dem Thema Kolonialerwerb in Brasilien befasste, verfasste 1879 die Schrift Bedarf Deutschland der Colonien?, mit dem er das Thema endgültig in die Mitte der Gesellschaft brachte. Verschiedene Privatleute, zu nennen sind hier Carl Peters (sein Gebiete in Deutsch-Ostafrika wurden als eine der ersten unter deutschen Reichsschutz gestellt, Peters wurde Reichskommissar für ebenjene) und der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz (die Lüderitzbucht, damals Angra Pequena, wurde nach dem am 16. Juli 1834 in Bremen geborenen Kaufmann benannt), reisten selbst nach Ostafrika, um Territorien zu erwerben und Niederlassungen zu gründen. Doch ihre Versuche, die deutschen Staatsoberhäupter mit Anträgen für ihre Vorhaben zu gewinnen, scheiterten – seiner Aussage, unter ihm als Reichskanzler werde keine Kolonialpolitik betrieben, blieb Bismarck treu – vorerst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung von Bismarcks Reden und führt in die Fragestellung nach den Beweggründen für seinen plötzlichen Kurswechsel in der Kolonialpolitik ein.

2. Ausgangslage und Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel skizziert Bismarcks konservative Weltanschauung sowie die innenpolitischen Strukturen des Deutschen Kaiserreichs nach 1871.

3. Der Weg in die Kolonialpolitik: Hier wird die Entstehung der deutschen Kolonialbewegung und der zunehmende gesellschaftliche Druck auf Bismarck beschrieben, während der Kanzler anfangs seine ablehnende Haltung beibehielt.

4. Die Theorie des Sozialimperialismus: Das Kapitel analysiert Hans-Ulrich Wehlers Theorie, wonach Kolonialpolitik als Ablenkung von inneren Problemen diente, und bewertet deren Plausibilität anhand historischer Fakten.

5. Bismarcks Frankreichpolitik: Es wird untersucht, wie Bismarck die Beziehungen zu Frankreich taktisch nutzte, um das Deutsche Reich in Europa zu stabilisieren und England außenpolitisch zu isolieren.

6. Das „Gladstone-Kabinett“: Diese Sektion erläutert die Theorie von Erich Eyck, wonach Bismarcks Kolonialpolitik primär dazu diente, eine liberale, englandfreundliche Politik nach einem drohenden Thronwechsel von Kaiser Wilhelm I. zu verhindern.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Bismarck primär als Europapolitiker handelte und die Kolonialpolitik situativ für machtpolitische Ziele instrumentalisierte.

8. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Otto von Bismarck, Kolonialpolitik, Imperialismus, Deutsches Kaiserreich, Sozialimperialismus, Hans-Ulrich Wehler, Kabinett Gladstone, Außenpolitik, Innenpolitik, Reichstag, Nationalismus, England, Frankreich, Konservatismus, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Motive, die Bismarck dazu bewegten, seine ursprünglich ablehnende Haltung gegenüber dem Erwerb von Kolonien im Jahr 1884/85 aufzugeben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der bismarckschen Innen- und Außenpolitik, der deutschen Kolonialbewegung sowie der Analyse verschiedener historischer Theorien zur Entstehung des deutschen Imperialismus.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder Zielsetzung?

Das Ziel ist es, die plausibelste Erklärung für Bismarcks unerwartetes Engagement in der Kolonialpolitik zu identifizieren und dabei zwischen wirtschaftlichen, sozialen und politisch-taktischen Motiven abzuwägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (Reden) sowie auf dem Vergleich und der kritischen Diskussion existierender Forschungsliteratur basiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bismarcks politischen Grundvorstellungen, die Theorie des Sozialimperialismus, seine Frankreichpolitik sowie die spezielle Theorie des „Kabinett Gladstone“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Bismarck, Kolonialpolitik, Sozialimperialismus, Europapolitik und Machtkalkül.

Welchen Stellenwert nimmt die Theorie von Hans-Ulrich Wehler ein?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit Wehlers Sozialimperialismus-Theorie auseinander und kommt zu dem Ergebnis, dass diese zur Erklärung von Bismarcks Handeln nur bedingt taugt, da Bismarck nicht primär aus wirtschaftlichem Druck handelte.

Was besagt die Theorie des „Kabinett Gladstone“ im Kontext der Arbeit?

Die Theorie besagt, dass Bismarck eine antienglische Politik forcierte, um eine mögliche liberale Regierungsübernahme unter Kaiser Friedrich Wilhelm zu verhindern, da dies seine eigene machtpolitische Stellung gefährdet hätte.

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Detalles

Título
Bismarcks kolonialpolitische Wende 1884/85. Weg in die Kolonialpolitik
Universidad
University of Education Freiburg im Breisgau
Calificación
1,0
Autor
Vincent Franck (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
27
No. de catálogo
V1010948
ISBN (Ebook)
9783346401274
ISBN (Libro)
9783346401281
Idioma
Alemán
Etiqueta
Geschichte Bismarck Kolonialpolitik Kolonialismus Deutsches Reich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vincent Franck (Autor), 2017, Bismarcks kolonialpolitische Wende 1884/85. Weg in die Kolonialpolitik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010948
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