Von "Psycho" zu "Pose": Trans*Bilder im Wandel. Dialektische Verhältnisse von Medien und soziokulturellen Vorgängen und deren Diskussion anhand der Inszenierung von Trans*Personen im Film


Bachelorarbeit, 2021

50 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Relevanz der Darstellung von Trans* in Massenmedien
1.2 Forschungsfrage
1.3 Untersuchungszeitraum
1.4 Forschungsgegenstand
1.5 Methodik und Vorgehensweise

2. Grundlagen
2.1 Forschungsentwicklung der Geschlechtsinkongruenz zwischen Kriminalisierung, Pathologisierung, Diagnose und Akzeptanz
2.2 Zeitaktuelle Begriffsdefinition und -abgrenzung: Trans*Gender als Begriff aus der Community auf dem Weg zur Kategorie in Soziologie, Psychologie und Medizin
2.3 Entwicklungen der rechtlichen Personenstandsänderung und Schutz durch Antidiskriminierungsgesetze zwi schen 1950 und 2020 in Deutschland und Schlaglichter auf die aktuelle Situation in Frankreich, England, Irland und USA
2.4 Genese von Alltagswissen durch implizites Wissen als immanente Grundlage des Handelns und Einfluss gesellschaftlicher Normen
2.5 Luhmanns Betrachtungen der Massenmedien als „Reproduktion der Realität in Form einer transzendentalen Illusion“ (Fußnote folgt)
2.6 Reproduktion des gesellschaftlichen Konsenses und Kultivierungseffekte durch die Inszenierung von Stereotypen in Medien
2.7 Ausbruch aus den Machtstrukturen der Norm: Judith Butlers Modell „Matrix der Intelligibilität“

3. Aufbau des Rasters zur Analyse der Darstellung von Trans*Personen in Filmen und Serien
3.1 Entwicklung des Analyserasters zur Untersuchung der Darstellung von Trans*Personen in Filmen und Seri- en
3.2 Analysekriterien
3.2.1 Differenzierte Darstellung von Trans*, Drag und Homosexualität
3.2.2 Zurschaustellung von Trans*Personen zwecks Belustigung
3.2.3 Bedienen von Negativ-Stereotypen
Pathologisierendes und/oder kriminalisierendes Narrativ
Bestrafendes Narrativ
Trans* Sexarbeiter*innen
Negativereaktionen auf Outing
Crossdressing Killer
3.2.4 Umgestaltung des Bechdel-Wallace-Test zur Überprüfung der Repräsentation von Vielfalt: Vito Russo Test
3.2.5 Trans*positives Narrativ
3.2.6 Inszenierung der Trans*Figur als begehrenswert
3.1.7 Geschichte aus Sicht einer Trans*Person

4. Zusammenfassung der Analyseergebnisse
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1950 - 1969
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1970 - 1979
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1980 - 1989
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1990 - 1999
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 2000 - 2009
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 2010 - 2019
Inkludierte Analyseergebnisse über den gesamten Betrachtungszeitraum 1950 - 2020

5. Diskussion der Analyseergebnisse
5.1 Diskussion der Analyseergebnisse im Spiegel der Begriffsentstehung bis hin zum Paradigmenwechsel zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Soziologie, Psychologie und Medizin
5.2 Diskussion der Analyseergebnisse im Spiegel der rechtlichen Situation von Trans*Personen im Betrachtungszeitraum in Deutschland
5.3 Aus den Analyseergebnissen abzuleitende Thesen über die reproduzierte Realität der Wahrnehmung von Trans*Personen und veränderten Normbewusstsein im Betrachtungszeitraum

6. Fazit

7. Ausblick

Quellen

Literatur

Internet

Filme

Tabellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung l:„Psycho“

Abbildung 2:„Pose“

Abbildung 3: Kartierung der Rechtslage von Trans*Personen: 2010 und 2020

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Inzidenzraten der Transsexualität in der Literatur

Tabelle 2: Prävalenzraten der Transsexualität in der Literatur

1. Einleitung

1.1 Relevanz der Darstellung von Trans* in Massenmedien

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Medien“1 schrieb Luhmann 2017 über den Einfluss von Massenmedien auf die Weltanschauung von Rezipient*innen. Zugleich sind Massenmedien auf die Akzeptanz der Rezipient*innen angewiesen, zeigen sie Inakzeptables, werden sie nicht rezipiert.2 Massenmedien, also alle Einrichtungen, welche sich technischer Hilfsmittel zur Übermittlung von Inhalten an eine große Anzahl unbestimmter Adressaten bedienen3 beeinflussen und bestätigen also das Alltagswissen. Akzeptabel für die Menge der Rezipient*innen von Massenmedien ist das, was gesellschaftlicher Norm entspricht. Nach Butlers Thesen zeichnen sich gesellschaftliche Normen durch ihren Doppelcharakter aus: Sie schaffen Einheit und erzwingen zugleich den Ausschluss, „Gewalt und gesellschaftliche Ächtung“4 derer, welche sich außerhalb der Norm bewegen.5

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts führte die Emanzipation der Frau durch Hinterfragen von gesellschaftlichen Normierungen zunehmend zur Betrachtung von Gender als sozialem Konstrukt. Konträr zu der zuvor herrschenden Annahme, Unterschiede seien alleinig der Biologie geschuldet, ergab sich aus dieser Entwicklung ein Infragestellen der Geschlechter Mann und Frau als einzig mögliche Varianten.6 Diese vorherrschende Norm der Geschlechterordnung bestätigt sich durch die eigenständige Einordnung der einzelnen Individuen fortwährend selbst.7 Sich diesem Dualismus zu entziehen, wie es eben Trans*Personen durch das Nicht-einordnen in ihre angeborene Rolle tun, ist somit eine Verletzung der etablierten Norm. Ihre Geschlechtsidentität wird als nicht eindeutig gelesen.8

Trans*Personen sind zunehmend Opfer von Gewalt9 und werden auch im öffentlichen Raum attackiert.10 Das Bundesinnenministerium erfasst seit 2001 statistisch politisch motivierte Kriminalität. Dabei wird unterschieden zwischen fremdenfeindlichen, antisemitischen, rassistischen, christenfeindlichen, islamfeindlichen und antiziganistischen Straftaten sowie solche gegen sonstige Religionen, gegen den gesellschaftlichen Status und gegen die sexuelle Orientierung. Dabei fallen trans*feindliche Straftaten unter die Kategorie „gegen die sexuelle Orientierung“. Laut Bundesinnenministerium ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer kontinuierlich steigend: 2017 waren es 313 Straftaten, davon 74 Gewalttaten, 2018 insgesamt 351 gegen die sexuelle Orientierung gerichtete Straftaten, davon 97 Gewalttaten, 2019 mindestens 576 politisch motivierte Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer.11 Erfasst sind in dieser Statistik des Bundesinnenministeriums die Fälle, in denen es zu einer Anzeige und Verurteilung kam. Es ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Bastian Finke, Leiter des Anti-Gewalt-Projekt Maneo, welcher mit Opfern homo- und trans*phober Gewalt arbeitet, erfasste in der projekteigenen Statistik für das Jahr 2019 559 Fälle trans*phober Gewalt. Finke geht davon, dass 80% bis 90% der Fälle trans*phober Gewalt nicht zur Anzeige gebracht werden.12

Parallel dazu steigt die von Ärzt*innen und Psycholog*innen registrierte Zahl von Kindern und Jugendlichen, welche sich als trans* identifizieren an. Während in der Londener Tavistock Klinik im Jahr 2009 noch 100 transidente Kinder und Jugendliche behandelt wurden, sind es 2018 2.50013. Dies ist wohl der zunehmenden Aufklärung und der Toleranz in den Familien zuzuschreiben, obgleich trans* immer noch als jenseits der Norm betrachtet wird.14 Beispielsweise schult das von Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt Trans*Kids Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens im Umgang mit Trans*Kindern.15 Es wird trotz unklarer Ursachen, davon ausgegangen, dass Trans*Personen mit eben jener Eigenschaft zur Welt kommen.16 Der tatsächliche prozentuale Anteil von Trans*Personen in der Bevölkerung ist schwierig zu beziffern: Die deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V geht von 60.000 bis 100.000 in Deutschland lebenden Trans*Personen aus. Wie in Kapitel 2.2 dargelegt, ergeben sich in unterschiedlichen Untersuchungen unterschiedliche Inzidenzen und Geschlechterverhältnisse. Sicher feststellen lässt sich die kontinuierlich steigende Anzahl der Verfahren nach dem Transsexuellengesetz (Änderung des Vornamen und Geschlechtseintrag): Während es sich hier 1999 um 541 Personen handelte, stieg die Zahl in zehn Jahren auf 992 (2009) und innerhalb weiterer zehn Jahre auf 2.582 (2019).17 Laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Trans*Personen aus Angst vor Diskriminierung im Verborgenen lebt.18

Das Phänomen betrifft eine kleine Gruppe von Personen, welche aufgrund steigender Akzeptanz zunehmend sichtbarer wird und, da sie nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, zunehmender Gewalt ausgesetzt sind. Laut einer Studie von glaad kennen lediglich 34% der amerikanischen Bevölkerung mindestens eine Person, welche nicht dem Geschlechterdualismus entspricht.19

Butlers Ziel des kritischen Hinterfragens der Matrix der Intelligibilität (vgl. Kapitel 2.7) ist das Schaffen von integrativen Bedingungen für alle Lebensentwürfe und -modelle und deren Schutz und Erhalt.20 Im Fall von Trans*Personen handelt es sich um eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung kleine Personengruppe, was zu geringer Repräsentation im Alltag führt. Wie bereits eingangs festgestellt, sind nach Luhmann Massenmedien Repräsentanten der Realität, was diese in die Position versetzt, die wahrgenommene Alltagsrealität der Rezipient*innen zu beeinflussen. Eine Studie der ARD, durchgeführt von Ursula Dehm und Dieter Storll, ergab, dass ungeachtet der Heterogenität des untersuchten Publikums und des Genres emotionales Erleben und Orientierungsleistung die wichtigsten Funktionen des Fernsehens sind.21 Wird der Mann-FrauDualismus an dieser Stelle nicht kontinuierlich wiederholt, ist das Fernsehen durch positiv kon- notierte Repräsentanz geeignet, ein verändertes Bild von Trans*Personen in die Normvorstellungen von Rezipient*innen zu integrieren und die „Matrix der Intelligibilität“22 abzuschwächen. Es ist festzustellen, dass die redaktionelle Entwicklung von Formaten welche Vielfalt zei- gen, für ein Mainstream Publikum möglich ist: Die Sendung „RuPauls Drag Race“, produziert von World of Wonder, gewann mehrere Grammys23 und die deutsche Variante „Queen of Drags“, produziert von RedSeven Entertainment, lief zur Prime Time und wurde für den deutschen Fernsehpreis nominiert.24 Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Veränderungen in der Art der Darstellung von Trans*Personen im Spiegel gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen ab dem Zeitpunkt des Einzugs des Phänomens Trans* in die Wissenschaft bis heute und betrachtet das filmische Narrativ im Wandel mit dem Ziel daraus Aussagen über Filme und Serien als Spiegel von gesellschaftlichen Normierungsprozessen zu treffen.

1.2 Forschungsfrage

Welche Art der Veränderungen lassen sich im Spiegel von soziokulturellen, wissenschaftlichen und rechtlichen Entwicklungen in den narrativen und inszenatorischen Mitteln der Darstellung von Trans*Personen in fiktionalen Formaten wie Filmen und Serien zwischen 1950 und 2020 feststellen?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung l:„Psycho“

Quelle: Hitchcock, Alfred: Psycho [Film] Deutschland: Shamley Productions, I960, 00:47:41.

Abbildung 2:„Pose“

Quelle: Murphy, Ryan: Pilot [Folge] Pose [TV Serie] Vereinigte Staaten: Color Force / Brad Falchuk Teley-Vision / Ryan Murphy Television / Fox 21 Television Studios / FX Productions / FX Network, 2019, 1:10:27.

1.3 Untersuchungszeitraum

Der Begriff „transsexuell“ geht auf den Arzt und Sexualforscher David O. Cauldwell zurück, welcher den Artikel „Psychopathia Transsexualis“ 1949 veröffentlichte. Damit begann die Etablierung der Unterscheidung zwischen Transsexualität und Transvestität sowie der der Diagnose „transsexuell“ in der Medizin und Psychologie. In den frühen 1950er Jahren etablierte sich der Begriff zunehmens.25 Im Jahr 1952 wurde erstmals eine Hormonbehandlung und geschlechtsangleichende Operation an der Transfrau Christine Jorgensen (vormals George Jorgensen) durchgeführt, auch wenn deren behandelnde Ärzte den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Begriff Eonismus nutzten,26 welcher auf die am Hof von Versailles lebende Madame la Chevaliére zurückgeht, die zuvor als Offizier Charles Eon de Beaumont bekannt war.27 Der Beobachtungszeitraum der Analyse beginnt mit der sich entwickelnden, differenzierten Betrachtung von Geschlechtsinkongruenz in den 1950er Jahren.

1.4 Forschungsgegenstand

Der Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit sind fokussiert recherchierte, stichprobenhaft ausgewählte fiktionale Mainstream Filme und Serien, welche zwischen 1950 und 2020 produziert wurden und Trans*Personen darstellen. Die 59 Filme und Serien wurden im breiten Feld der themenrelevanten Fachmedien Dokumentationen28, Fachbücher29, Dissertationen30 und Artikel31 entnommen.32 Da die Begriffsdifferenzierung zwischen Transexuelle/r und Tranvestit sich erst in Laufe der 1950er etablierte, wurden Filme, welche den bereits zuvor existenten Stereotyp (vgl. Kap. 2.1) des Cross Dressing Killers bedienen, ebenfalls betrachtet.

1.5 Methodik und Vorgehensweise

Im zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit werden die Grundlagen behandelt, in deren Spiegel die zu analysierenden Filme betrachtet werden. Auf Basis vorbereitender Literaturarbeit beginnt der Betrachtungszeitraum mit frühesten Beschreibungen von Geschlechtsinkongruenz in der Wissenschaft. Dieser erstreckt sich bis heute, da die Betrachtungsweise sich fortwährend weiterentwickelt (vgl. Kapitel 2.1 und 2.2). Zunächst wird die Begriffsentwicklung in Medizin und Psychologie vom erstmaligen Beschreiben der Geschlechtsinkongruenz unter dem Begriff „Transsexualität“ und dann deren Wandlung von einer pathologisierenden und kriminalisierenden Diagnose bis hin zu einem anerkannten Phänomen dargelegt. Der Begriff Trans*Gender wird zeitaktuell definiert und gegenüber verwandten Begriffen abgegrenzt. Auf Basis dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse und der daraus resultierenden Etablierung der Begrifflichkei- ten und dem Anerkennen der Existenz von Geschlechtsinkongruenz entwickelten und entwickeln sich entsprechende Gesetze. Diese sollen den betroffenen Personen ermöglichen, ihre Geschlechtsidentität zu leben und sie vor Diskriminierung schützen. Da die hier zu betrachtenden Filme nicht ausschließlich deutsche Produktionen sind, wird ebenfalls eine Übersicht über die französische, irische, britische und US-amerikanische Rechtslage gegeben. Zur Erläuterung der Macht von gesellschaftlichen Normvorstellungen, der Entstehung von Alltagswissen und Normierungsprozesse werden Polanyis Beschreibung des impliziten Wissens, Foucaults Machtbegriff, Luhmanns Thesen zum Einfluss der Massenmedien, Stereotypen in Alltag und Medien nach Sommer und Judith Butlers Modell „Matrix der Intelligibilität“ vorgestellt. Vor dem Hintergrund der Rezeption und Auswertung im Rahmen der vorliegenden Studie wird die Schlussfolgerung gezogen, dass Akzeptanz von Vielfalt jenseits des Mann-Frau-Dualismus nur möglich ist, wenn der Wandel im Geist der einzelnen Subjekte beginnt. Dabei ist die Genese von Alltagswissen und die Reproduktion von Stereotypen durch Massenmedien von Relevanz.

In Kapitel drei wird der Aufbau des Rasters zur Analyse und die Analysekriterien vorgestellt, erläutert und begründet. Im folgenden Kapitel werden die Analyseergebnisse dargelegt. In Kapitel 5 werden die Analyseergebnisse im Spiegel der Begriffsentstehung in Soziologie, Psychologie und Medizin, sowie im Spiegel der rechtlichen Situation von Trans*Personen diskutiert.

Abschließend werden die abgeleiteten Aussagen über das Narrativ in Filmen und Serien und vor dem Hintergrund der in Kapitel zwei gewonnenen Erkenntnisse über die Genese von Alltagswissen, den Einfluss von Massenmedien und die Darstellung von Stereotypen kritisch hinterfragt und Thesen über das generierte Alltagswissen abgeleitet.

2. Grundlagen

2.1 Forschungsentwicklung der Geschlechtsinkongruenz zwischen Kriminalisierung, Pathologisierung, Diagnose und Akzeptanz

Erstmals wurde der Begriff „transsexuell“ von dem Philosophen Otto Weininger genutzt, jedoch nicht im heutigen Sinne, sondern als Gegenbegriff zu „sexuell“. In dieser Bedeutungsform fand der Begriff keine Anwendung mehr.33

Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld hingegen beschrieb 1923 im „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen“ den „seelischen Transsexualismus“ als Vorstufe zum „Hermaphroditismus“ Dabei ging er von mindestens acht Stufen zwischen den Polen Mann und Frau aus. Der homosexuelle und jüdische Wissenschaftler wurde 1933 aus Deutschland vertrieben und die Ergebnisse seiner Forschung fanden keine Beachtung mehr in der Wissenschaft.34

Die Bezeichnung „Transsexualität“, welche nicht deckungsgleich mit „Transvestitismus“ ist, zur Beschreibung der Geschlechtsinkongruenz etablierte sich erst ab 1949 durch Sexualforscher David O. Cauldwell in der Wissenschaft. Magnus Hirschfelds führte Beobachtungen von Geschlechter Variation durch und ging davon aus, dass diese natürlich sind. Er verfolgte emanzi- patorischen Praktiken, beispielsweise stellte er Transvestitenscheine für Betroffene aus, damit sie sich frei bewegen konnten ohne strafrechtliche Verfolgung fürchten zu müssen (vgl. Kapitel 2.3). Cauldwells Beschreibungen sind pathologisierend und kriminalisierend35:

„The psychopathic characteristic is manifested not, as may be thought, in actual homosexuality or transvestism, nor yet in the adoption of a male role and career, but in such practices as seduction, parasitism, violation of the social codes in numerous ways, frequently kleptomania and actual thievery, pathological lying, and other criminal and unsocial tendencies.“36

Im Jahr 1966 veröffentlichte Harry Benjamin das Buch „The Transsexual Phenomen“, in einer Zeit, in der Sexualwissenschaften, im Gegensatz zu Hirschfelds und Cauldwells Zeit, in der sie noch Nischenthema waren, zunehmend populärer wurden. Es entstanden „Gender Clinics“ und die Forschung befasste sich vermehrt mit dem Thema.37

Die Diagnose „Transsexualismus“ wurde erstmals 1975 im ICD-9, also dem internationalen Verzeichnis zur Klassifikation von Diagnosen, aufgeführt. Im ICD-10 von 1993 wurde er unter dem Kapitel F6 „Persönlichkeitsstörungen“, im Abschnitt „Störungen der Geschlechtsidentität“ geführt. Diskutabel an der Definition nach ICD ist, dass der Wunsch nach geschlechtsangleichenden Operationen Vorraussetzung der Diagnose ist. Ist dieser Wunsch bei betroffenen Personen nicht vorhanden, greift die Diagnose F64.1 „Transvestismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen“38. Das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen (DSM-IV), eine Ergänzung des ICD der American Psychiatric Association (APA)39 sieht folgende diagnostische Merkmale der „Gender Identity Disorder“ (GID) vor: ein „Starkes andauerndes Zugehörigkeitsgefühl zum anderen Geschlecht“, sowie „Anhaltendes Unbehagen im Geburtsgeschlecht“, keine zugleich bestehende Intersexualität und eine Beeinträchtigung durch Leid in „sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen“40.

Im Jahr 1979 veröffentlichte Volkmar Sigusch den sexualmedizinischen Fachbeitrag „Transsexualität’“.41 Dieser wurde unter anderem von Hirschauer als abwertend kritisiert. Sigusch beschreibt den Zustand der Geschlechtsinkongruenz als psychopathologische Erkrankung. Diese sei laut seines Beitrags unmittelbar an das Gefühl des „Gefangenseins im falschen Körper“ und den Wunsch nach geschlechtsangleichenden Operationen geknüpft.42 Auf der in diesem Fachbeitrag beschriebenen Symptomatik baute die Konzeptionierung des juristisch-medizinischen Versorgungssystems für Trans*Personen in den 1980er Jahren auf.43

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Häufigkeit der Geschlechtsinkongruenz schwer zu beziffern. Anhand der Tabellen 1 und 2 wird ersichtlich, dass die in der Literatur zu findenden Zahlen aus unterschiedlichen Untersuchungen variieren. Ebenso ist das Verhältnis von Trans*Frau- en zu Trans*Männern unterschiedlich.

Nach einer nicht klinischen Stichprobe in den Niederlanden sind 4,6% der Männer und 3,2% der Frauen zumindest ambivalent gegenüber ihrer Geschlechtsidentät eingestellt.44

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle l: Inzidenzraten der Transsexualität in der Literatur

Quelle: Meyer zu Hoberge, 2009, ll

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Prävalenzraten der Transsexualität in der Literatur

Quelle: Meyer zu Hoberge, 2009, 12

Im Juni 2018 wurde der ICD-11 verabschiedet, welcher im Januar 2022 in Kraft tritt. Hier ist die Geschlechtsinkongruenz in dem neu geschaffenen Kapitel „Probleme/Zustände im Bereich der sexuellen Gesundheit“ zu finden statt unter „Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen“. Dies ist ein Schritt der Entpathologisierung und zudem lässt der Begriff Geschlechtsinkongru- enz Identitäten jenseits des Mann-Frau-Dualismus zu. Bei Kindern und Jugendlichen wird ebenfalls zukünftig von Geschlechtsinkongruenz gesprochen. Die Änderung stößt bei Trans*- Organisationen auf positive Resonanz.45

2.2 Zeitaktuelle Begriffsdefinition und -abgrenzung: Trans*Gender als Begriff aus der Community auf dem Weg zur Kategorie in Soziologie, Psychologie und Medizin

Bei der Geburt wird Kindern anhand von anatomischen Merkmalen ein Geschlecht, männlich, weiblich oder, falls die anatomischen Merkmale nicht eindeutig sind, divers, zugeordnet. Zeigt sich im Verlauf der späteren Jahre ein Nicht-Übereinstimmen zwischen anatomischen Geschlechtsmerkmalen und dem damit einhergehenden zugewiesenen Geschlecht spricht man von Geschlechtsinkongruenz. Entsteht aus dieser Geschlechtsinkongruenz ein Leidensdruck, wird von Geschlechtsdysphorie gesprochen.46

Transsexualität ist eine Diagnose nach ICD-9, deren Begriffsentstehung in Kapitel 2.1 näher erläutert wurde. Diese Diagnose beinhaltet Geschlechtsdysphorie mit dem Wunsch nach geschlechtsangleichenden Operationen. Dies ist kritisch zu betrachten, da es Personen gibt, die keine Operationen und/oder Hormontherapien wünschen, sondern ihre Geschlechtsidentität ohne medizinische Behandlungen leben möchten. Viele Betroffene empfinden den Begriff „transsexuell“ als diskriminierend, da die Geschlechtsinkongruenz in erster Linie Identität und Rollenempfinden beeinflusst, weniger die Sexualität.47 Die Sexualität ist unabhängig von der Transidentität, Trans*Gender Personen können jegliche sexuelle Orientierung aufweisen.48

Der Begriff Trans*Gender wird zunehmend gebräuchlicher. Dabei soll das * die unter dem Begriff zu findende Vielfalt signalisieren: Er bezeichnet alle Menschen, bei denen eine Geschlechtsinkongruenz vorliegt, unabhängig von Leidensdruck, Wunsch nach medizinischen Behandlungen oder eindeutiger Identifikation innerhalb des Mann-Frau-Dualismus.49 Der Begriff „transgender“ wurde 1965 erstmals von dem Psychiater John F. Oliven gebraucht, der ihn dem Terminus Transsexualismus vorzog, da bei geschlechtsinkongruenten Personen die Sexualität bei der Erstellung der Diagnose zweitrangig ist.50 Der Psychiater nutzte den Begriff konsequent in seinen Werken, adaptiert wurde er nicht in der Wissenschaft. Erstmalig von anderen Personen gebraucht wurde die Bezeichnung „transgender“ 1974 zur Beschreibung einer Figur in ei- ner Femsehzeitung.51 1975 und 1976 tauchte der Begriff mehrmals in Print Produkten der LGBTIQ52 Community auf. In den 1990er Jahren etablierte sich im Sprachgebrauch der Terminus trans*gender als Überbegriff für Transsexuelle und Crossdresser. Seit den 2000er Jahren löste er vermehrt den Begriff transsexuell im Alltagssprachgebrauch ab.53 Die Bezeichnung etablierte sich ebenso in der Literatur, vor allem der sozialwissenschaftlichen Fachliteratur. In der juristischen und medizinischen Fachliteratur hat sich der Begriff bisher nicht durchgesetzt, findet aber auch hier teilweise Verwendung.54 Der Begriff wurde erstmals im medizinischen Kontext genutzt, setzte sich jedoch gegen den zuvor etablierten Begriff transsexuell zu jener Zeit nicht durch. Stattdessen wurde er erst später von der LGBTIQ Community übernommen, dann in die Alltagssprache integriert und findet wieder seinen Weg in die Wissenschaft.

Von zunehmender Popularität sind die Begriffe nicht-binär, bzw. non-binary. Personen, welche sich als solche identifizieren, definieren die eigene Geschlechtsidentität außerhalb des Mann- Frau-Dualismus.55 Die Farbsymbolik der Non-Binary-Pride-Flag wird folgendermaßen beschrieben:

„Gelb steht für Menschen mit Geschlechtern außerhalb von und ohne Beziehung zu binären Geschlechterkonzepten; Weiß steht für Menschen mit vielen oder allen Geschlechtern; Lila steht für Menschen zwischen weiblich und männlich, mit Anteilen von beiden oder sich verändernden, wechselnden oder einzigartigen Geschlechtern und Schwarz steht für Menschen ganz ohne Geschlecht.“56

Im 21. Jahrhundert lässt sich in Psychotherapie und Gesellschaft ein Paradigmenwechsel in Hinblick auf Transsexualität feststellen, welcher sich in der zunehmenden Verwendung des Begriffs Trans*Gender manifestiert. Geschlechtsinkongruenz an sich wird nicht mehr als psychische Störung betrachtet. Behandelt wird nicht mehr die Geschlechtsinkongruenz als solche, mit dem Ziel diese zu „beseitigen“ sondern die daraus entstehende Geschlechtsdysphorie. Gegebenenfalls geschieht dies auch mit medizinischen, geschlechtsangleichenden Maßnahmen, jedoch nicht notwendigerweise. Die Begriffe Trans*Frau/Mädchen bzw. Trans*Mann/Junge bezeichnen die Geschlechtsidentität. Im 20. Jahrhundert orientierten sich die Begriffe transsexuelle Frau/Mädchen bzw. Mann/Junge an dem bei der Geburt festgestellten anatomischen Ge- schlecht. Die sexuelle Orientierung stellt heute kein differenzialdiagnostisches Kriterium dar, während im 20. Jahrhundert Homosexualität Voraussetzung zur Diagnose „transsexuell“ waren.57

Der Gegenbegriff zu Trans*Gender ist Cisgender als Bezeichnung für Personen mit übereinstimmenden Geburtsgeschlecht und Geschlechtsidentität. Der Begriff wurde erstmals 1991 von Volkmar Sigusch eingeführt.58 Begrifflich abzugrenzen von Trans*Gender sind Transvestitismus und Intersexualität. ICD-10 unterscheidet zwischen fetischistischen Transvestitismus, dem Tragen von gegengeschlechtlicher Kleidung mit dem Ziel der sexuellen Erregung59, und Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen. Hierunter ist das Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung ohne sexuelle Erregung und ohne Wunsch nach einem dauerhaften Wechsel des Geschlechts zu verstehen.60 Orthografisch ähnlich ist Travestie, eine Kunstform, die das Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung beinhaltet, auch bekannt unter dem Begriff Drag.61 Der Terminus Intersex-Syndrom ist ein Sammelbegriff für verschiedene Syndrome, die zu einem nicht eindeutig feststellbaren Geschlecht bei der Geburt führen. Dies kann einen uneindeutigen Chromosomensatz wie XXY oder uneindeutige körperliche Merkmale, wie das Vorhandensein einer Gebärmutter sowie eines Penis und Hoden, beinhalten. Die Geschlechtsidentität ist hier nicht zwangsläufig zum Zeitpunkt der Geburt erkennbar und ebenso ist die Einordnung in einen Mann-Frau-Dualismus nicht absehbar.62

[...]


1 Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien, 5., Wiesbaden, Deutschland: Springer Fachmedien, 2017, S. 9.

2 Vgl. Luhmann, 2017, S. 11.

3 Vgl. Luhmann, 2017, S. 10.

4 Vgl. Butler Judith: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt am Main, Deutschland: Suhrkamp Verlag, 2009, S. 17.

5 Vgl. Butler, Judith: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt am Main, Deutschland: Suhrkamp Verlag, 2009, S. 17.

6 Vgl. Kortendiek, Beate / Birgit Riegraf / Katja Sabisch: Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung: Geschlecht und Gesellschaft, 1. Aufl., Wiesbaden, Deutschland: Springer Fachmedien, 2019, S. 4.

7 Vgl. Butler 1991, S. 36.

8 Vgl. Butler Judith: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt am Main, Deutschland: Suhrkamp Verlag, 2009, S. 17.

9 Vgl. Gewalt in Berlin : So viele Übergriffe auf Homo- und Transsexuelle wie noch nie: in: Tagesspiegel, 15.05.2020, [online] https://www.tagesspiegel.de/berlin/gewalt-in-berlin-so-viele-uebergriffe-auf-homo-und-transsexuelle-wie-noch-nie/ 25834512.html [20.11.2020].

10 Vgl. Simon, Stefan: Frankfurt: „KweenDrama“ wird von LGBTI-Feinden attackiert, Polizei verschweigt zunächst das Motiv, in: https://www.frde, 17.1 1.2020, [online] https://www.frde/frankfurt/frankfurt-kweendrama-lgbti-massenschlaegerei-feinde-atta- cke-polizei-verschweigt-motiv-queer-zeil-90102468.html [20.11.2020].

11 Vgl. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: PMK 2019 - Entwicklung der Hasskriminalität 2001-2019, in: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 24.06.2020, [online] https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/ veroeffentlichungen/2020/pmk-20l9-hasskriminalitaet-200l-20l9.html [20.11.2020].

12 Vgl. Gewalt in Berlin : So viele Übergriffe auf Homo- und Transsexuelle wie noch nie: in: Tagesspiegel, 15.05.2020, [online] https://www.tagesspiegel.de/berlin/gewalt-in-berlin-so-viele-uebergriffe-auf-homo-und-transsexuelle-wie-noch-nie/ 258345l2.html [20.11.2020].

13 Vgl. Deutsches Arzteblatt: Zahl transsexueller Kinder gestiegen, in: Deutsches Arzteblatt, 21.11.2018, [online] https://www.a- erzteblatt.de/nachrichten/993ll/Zahl-transsexueller-Kinder-gestiegen [01.12.2020].

14 Vgl. Schinzler Nik: Zur Situation von trans* Kindern und Jugendlichen - insbesondere in Familie und Schule, in: Bundeszentrale für politische Bildung, l7.l2.20l8, [online] https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/geschlechtliche-vielfalt-trans/2693l6/ zur-situation-von-trans-kindern-und-jugendlichen [0l.l2.2020].

15 Vgl. Das Projekt: in: TRANS*KIDS Studie, l5.09.2020, [online] https://transkids-studie.de/das-projekt/ [03.02.202l].

16 Vgl. Brill, Stephanie / Rachel Pepper / Norman Spack / W Friedrich Kron: Wenn Kinder anders fühlen: Identität im anderen Geschlecht: Ein Ratgeber für Eltern, 2. Aufl., München, Deutschland: Reinhardt Ernst, 2016, S. 34.

17 Vgl. Bundesamt für Justiz: Zusammenstellung der Geschäftsübersichten der Amtsgerichte für die Jahre 1995 bis 2019, in: Bundesamt für Justiz, 16.10.2020, [online] https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/Justizstatistik/Gescha- eftsbelastungen/Uebersicht_node.html [01.12.2020].

18 Vgl. Antidiskriminierungsstelle: Trans*, in: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, [online] https://www.antidiskriminierungsstel- le.de/DE/ThemenUndForschung/Geschlecht/Themenjahr_20l5/Trans/trans_node.html [01.12.2020].

19 Vgl. glaad / P&G: LGBTIQ Inclusion in Advertising & Media, in: glaad, 03.12.2019, [online] https://www.glaad.org/sites/default/ files/P%26G_AdvertisingResearch.pdf [20.11.2020].

20 Vgl. Butler 2009, S. 13.

21 Vgl. Dehm, Ursula / Dieter Storll: TV-Erlebnisfaktoren, in: Media Perspektiven, Jg. 2003, Nr 09, 2003, [online] https://www.ard- werbung.de/media-perspektiven/fachzeitschrift/2003/artikel/tv-erlebnisfaktoren/, S. 432.

22 Vgl. Butler Judith: Das Unbehagen der Geschlechter:, Neuauflage., Frankfurt am Main, Deutschland: Suhrkamp Verlag, 1991, S. 39.

23 Vgl. Pulz, Magdalena: Die beste Castingshow der Welt, in: jetzt.de, 01.02.2019, [online] https://www.jetzt.de/glotzen/rupaul-s- drag-race [07.12.2020].

24 Vgl. Strain, Daphne: Deutscher Fernsehpreis 2020: Nominierung für „Queen of Drags“, in: www.prosieben.de, 15.06.2020, [online] https://www.prosieben.de/tv/queen-of-drags/news/deutscher-fernsehpreis-2020-nominierung-fuer-queen-of- drags-109325 [07.12.2020].

25 Vgl. Hausman, Bernice: Changing Sex: Transsexualism, Technology and the Idea of Gender; Durham, North Carolina, Vereinigte Staaten: Duke University Press, 1995, S. 119.

26 Vgl. Hausman, 1995, S. 120.

27 Vgl. Stöckmann, Jochen: Der erste Transvestit, in: Deutschlandfunk Kultur 21.05.2010, [online] https://www.deutschlandfunk- kulturde/der-erste-transvestit.932.de.html?dram:article_id=l308l3 [03.12.2020].

28 Vgl. Feder Sam/Scholder Amy: Disclosure [Film| Vereinigte Staaten: Field of Vision / Bow and Arrow / Entertainment Level Forward, 2020

29 Benshoff Harry/Sean Griffin: America on Film: Representing Race, Class, Gender, and Sexuality at the Movies, 2. Aufl., Hoboken, New Jersey Vereinigte Staaten: Wiley-Blackwell, 2009.

30 Vgl. Raczuhn, Annette: Trans*Gender im Film, Dissertation, Queer Studies, Bochum, Deutschland: Ruhr Universität Bochum, 2018.

31 Vgl. Nicolaou, Elena: Die Darstellung von transgender Charakteren in Filmen & Serien, in: Refinery29, 28.06.2019, [online] https://www.refinery29.com/de-de/transgender-personen-in-filmen-und-serien [17.12.2020].

32 Die in diesem Abschnitt genannten Quellen stehen beispielhaft für alle Quellen welchen Filme und Serien entnommen wurden, alle genutzten Quellen sind im Quellenverzeichnis zu finden. In diesem Kontext wurden die Quellen ausschließlich genutzt um die Titel von Filmen und Serien zu entnehmen.

33 Vgl. Baumgartinger Persson Perry: Die staatliche Regulierung von Trans: Der Transsexuellen-Erlass in Österreich (1980-2010). Eine Dispositivgeschichte, Bielefeld, Deutschland: Transcript Verlag, 2019, S. 60.

34 Vgl. Baumgartinger; 2019, S. 60.

35 Vgl. Baumgartinger, 2019, S. 61.

36 Vgl. Cauldwell, David O.: Oddities of Sexual Behavior Girard, Kansas, Vereinigte Staaten: Haldeman-Julius Company, 19492020, S. 274-275.

37 Vgl. Baumgartinger, 2019, S. 61.

38 Vgl. Bosinski / Beier / Hartmann: Sexuelle Funktionsstörungen:: Geschlechtsidentitätsstörungen, in: Sexuologie, Jg. 2000, Nr 7, 2000, [online] http://www.urbanfischerde/journals/sexuologie, S. 81.

39 Vgl. Glossar: in: Neurologen und Psychiater im Netz, [online] https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/glossar/? tx_mksglossary_pi1%5BshowUid%5D=17&cHash=50631d2cca97e7efd0a1f490e0c747b4#:%7E:text=Das%20Diagnosti- sche%20und%20Statistische%20Handbuch,jeweiligen%20Passagen%20im%20ICD%2D10. [03.12.2020].

40 Vgl. DSM-IV-TR Diagnostic Criteria For Gender Identity Disorder: in: Psychiatry Online, [online] https://psychnews.psychia- tryonline.org/doi/full/10.1176/pn.38.14.0032 [03.12.2020].

41 Vgl. Sigusch, Volkmar/Martin Dannecker/Universität Frankfurt am Main. Zentrum der Psychosozialen Grundlagen der Medizin. Abteilung für Sexualwissenschaft: Sexualität und Medizin: Arbeiten aus der Abteilung für Sexualwissenschaft des Klinikums der Universität Frankfurt am Main, Köln, Deutschland: Kiepenheuer & Witsch, 1979, S. 247-311.

42 Vgl. Sigusch et al., 1979, S. 304.

43 Vgl. Güldenring, Annette: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten: Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität, in: Zur Rolle der Medizin und aktuellen Trans*- Transgesundheitsversorgung in Deutschland, Nr. 1, 2015, [online] https://www.bmfsfj.de/blob/93956/ ba3f7d5070103da9f2b62d08b23b2bac/imag-band-1-gutachten-begrifflichkeiten-data.pdf S. 37.

44 Vgl. Kuyper Lisette: Transgenders in Nederland: prevalentie en attitudes, in: Tijdschrift voor Seksuologie, Jg. 36, Nr 2, 2012, [online] https://www.rutgers.nl/sites/rutgersnl/files/PDF/Transgenders%20in%20Nederland%20-%20prevalentie%20en%20atti- tudes_Kuyperpdf S. 131.

45 Vgl. Rauchfleisch, Udo: Medizinische Einordnung von Trans*identität, in: bpb.de, 08.08.2018, [online] https://www.bpb.de/ gesellschaft/gender/geschlechtliche-vielfalt-trans/245353/medizinische-einordnung-von-transidentitaet [09.12.2020].

46 Vgl. Nieder; Timo / Peer Briken / Hertha Richter-Appelt: Transgender; Transsexualität und Geschlechtsdysphorie: Aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie, in: PSYCH up2date, Jg. 7, Nr 06, 2013, doi: I0.I055/s-0033-I349534, S. 373.

47 Vgl. Nieder et al., 2013, S. 375.

48 Vgl. Nieder et al., 2013, S. 374.

49 Vgl. Nieder et al., 2013, S. 373.

50 Vgl. Oliven, John F: Sexual Hygiene and Pathology 2. Aufl., New York City Vereinigte Staaten: Lippincott, 1965, S. 514.

51 Vgl. 1970: Transgendered, in: Cristan's Research, 25.03.2012, [online] http://research.cristanwilliams.com/20l2/03/25/l970- transgendered/ [11.12.2020].

52 Die Abkürzung dient als Oberbegriff für Lesbian, Gay Bisexual, Trans*, Queer/Questioning, Inter

53 Vgl. Rawson, K.J./Cristan Williams: Transgender*: The Rhetorical Landscape of a Term - Present Tense, in: Present Tense Journal, [online] https://www.presenttensejournal.org/volume-3/transgender-the-rhetorical-landscape-of-a-term/ [11.12.2020].

54 Vgl. Adamietz, Laura/Juana Remus: Disziplinäre Expertisen: Begrifflichkeiten und Bedeutungswandel von Trans- und Intergeschlechtlichkeit in der Rechtswissenschaft, in: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten, 2015, [online] https://www.bmfsfj.de/blob/93956/ba3f7d5070l03da9f2b62d08b23b2bac/imag-band- l-gutachten-begrifflichkeiten-data.pdf S. 16.

55 Vgl. Gagarim, Yori: Hä? Was heißt denn nicht-binär?, in: Missy Magazine, 27.06.2018, [online] https://missy-magazine.de/blog/ 2017/10/04/hae-was-heisst-denn-nicht-binaer/ [04.12.2020].

56 Gagarim, 2018.

57 Vgl. Nieder et al., 2013, S. 385.

58 Vgl. Baumgartinger 2019, S. 62.

59 Vgl. ICD: ICD-10-GM-2020 F65.1 Fetischistischer Transvestitismus - ICD 10, in: ICD-Code.de, [online] https://www.icd- code.de/icd/code/F65.1.html [04.12.2020].

60 Vgl. ICD: ICD-10-GM-2020 F64.1 Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen, in: ICD-Code.de, [online] https://www.icd-code.de/suche/icd/code/F64.-.html?sp=Sf64.1 [04.12.2020a].

61 Vgl. Scherer Sebastian: Was bedeutet Drag? Alles zu Queens, Kings - und Geschlecht, in: Berliner Morgenpost, 26.08.2020, [online] https://www.morgenpost.de/vermischtes/artide227641009/Was-bedeutet-Drag-Alles-zu-Queens-Kings-und-Ge- schlechthtml [04.12.2020].

62 Vgl. Bosinski, Hartmut: Determinanten der Geschlechtsidentität. : Neue Befunde zu einem alten Streit, in: Sexuologie, Jg. 2/3, Nr: 7, 2000, [online] http://www.urbanfischerde/journals/sexuologie, S. 104-108.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Von "Psycho" zu "Pose": Trans*Bilder im Wandel. Dialektische Verhältnisse von Medien und soziokulturellen Vorgängen und deren Diskussion anhand der Inszenierung von Trans*Personen im Film
Hochschule
Hochschule RheinMain
Autor
Jahr
2021
Seiten
50
Katalognummer
V1011130
ISBN (eBook)
9783346395900
ISBN (Buch)
9783346395917
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psycho, pose, trans*bilder, wandel, dialektische, verhältnisse, medien, vorgängen, diskussion, inszenierung, trans*personen, film
Arbeit zitieren
Anna Maria Rabe (Autor), 2021, Von "Psycho" zu "Pose": Trans*Bilder im Wandel. Dialektische Verhältnisse von Medien und soziokulturellen Vorgängen und deren Diskussion anhand der Inszenierung von Trans*Personen im Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011130

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