Diese Forschungsarbeit beabsichtigt die Auswirkungen von sozialen Medien auf den Schulalltag in Deutschland zu erörtern.
Der Ausdruck Soziale Medien wird hierbei als Oberbegriff für digitale Plattformen, Netzwerke, Applikationen, sowie Film- und Tonmedien verstanden, schließt aber auch die zur Benutzung notwendigen Geräte wie Handys, Tablets oder Computer mit ein.
Im Folgenden werden theoretische Grundlagen und ausgewählte Forschungen zu dem Thema vorgestellt. Anschließend wird die angewandte Methodik erläutert. Hierbei wird auf das Untersuchungsdesign, die Auswahl der Stichprobe, die Leitfadenkonstruktion, die Art der Durchführung sowie die Auswertungsmethode eingegangen. Im weiteren Verlauf werden die Ergebnisse dargestellt und abschließend diskutiert.
„Eigentlich darf es keinen Lehrer geben, der noch nie von Instagram, Twitter oder Snapchat gehört hat und nicht grob weiß, wie diese Netzwerke funktionieren“ forderte der Medienpädagoge Florian Schultz-Pernice von der Münchner LMU im Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2017. Für die heutigen Schüler und Schülerinnen, die als sogenannte digital natives aufwachsen, mag ein Leben ohne solche sozialen Medien kaum vorstellbar sein, verläuft doch ein Großteil ihrer täglichen Interaktionen im digitalen Raum. Dass die sozialen Medien somit auch Einzug in die Klassenzimmer gefunden haben, ist daher nur folgerichtig. Inwieweit die mediale Offensive jedoch auch von den Lehrkräften begrüßt wird, ist von der persönlichen Überzeugung und gesammelten Erfahrungen geleitet. Das Ausmaß, in dem Potenziale und Gefahren sozialer Medien identifiziert wird, bestimmt deren aktiven Einsatz in der Institution Schule.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
3 Methodik
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Stichprobe
3.3 Leitfadenkonstruktion
3.4 Durchführung
3.5 Auswertungsverfahren
4 Ergebnisse
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen sozialer Medien auf den Schulalltag in Deutschland. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Lehrkräfte den Einsatz digitaler Plattformen, Netzwerke und Endgeräte wahrnehmen, welche Potenziale oder Gefahren sie identifizieren und wie sich dies auf die Lernleistung der Schülerinnen und Schüler auswirkt.
- Rolle sozialer Medien im Berufsalltag von Lehrkräften
- Chancen und Risiken für die Unterrichtsgestaltung
- Einfluss digitaler Kommunikation auf das soziale Gefüge in der Schule
- Herausforderungen durch Cybermobbing und soziale Ungleichheit
- Auswirkungen der Mediennutzung auf die Lernleistung
Auszug aus dem Buch
3.1 Untersuchungsdesign
Die qualitative Forschung ist gekennzeichnet durch die zentralen Prinzipien Offenheit, Kommunikation, Prozesscharakter, Reflexivität, Explikation und Flexibilität. Offenheit bezieht sich hierbei auf die Haltung des Forschers gegenüber der Untersuchungsperson, dem Untersuchungsgegenstand, der Untersuchungssituation und den anzuwendenden Methoden. Der Forscher definiert im Vorfeld keine Hypothesen und Zusammenhänge, sondern generiert diese während des Untersuchungszeitraums, da er offen gegenüber neuen Entwicklungen und Dimensionen sein soll.
Das Prinzip der Kommunikation umfasst die Kommunikation zwischen dem Forscher und dem Beforschten und versteht deren Interaktion als konstitutiven Bestandteil des Forschungsprozesses. Dabei erfährt der Forscher die Perspektive des Beforschten, weshalb der qualitative Forschungsprozess auch als Aushandeln von Wirklichkeitskonstruktionen verstanden werden kann.
Das Prinzip des Prozesscharakters beschreibt das Verständnis der Verhaltensweisen und Aussagen der Beforschten als prozesshafte Ausschnitte der Reproduktion und Konstruktion sozialer Realität. Der Prozesscharakter ist hierbei in dem Forschungsprozess, der als Interaktionsprozess zwischen Forscher und Beforschten verstanden wird, sowie dem Forschungsgegenstand selbst vorzufinden. Die qualitative Sozialforschung legt das Hauptaugenmerk auf den Prozess der Reproduktion, Modifikation und Deutung von Handlungsmustern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz sozialer Medien für die heutige Generation digital natives ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die Auswirkungen dieser Medien auf den Schulalltag zu untersuchen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den wissenschaftlichen Stand zum Einsatz sozialer Medien im Unterricht, wobei sowohl didaktische Potenziale als auch Risiken wie soziale Disparitäten und Cybermobbing thematisiert werden.
3 Methodik: Hier werden das qualitative Untersuchungsdesign, die Auswahl der Stichprobe von zwei Lehrkräften, die Leitfadenerstellung sowie das Vorgehen bei den Experteninterviews und deren Auswertung nach Mayring dargelegt.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren vier zentrale Kategorien, die den Einfluss auf den Berufsalltag, die Vor- und Nachteile im Schulalltag sowie die Auswirkungen auf die Lernleistung der Schüler zusammenfassen.
5 Diskussion: Im letzten Kapitel werden die Erkenntnisse im Kontext der Forschungsfrage zusammengeführt und Handlungsempfehlungen sowie Ausblicke für zukünftige Studien formuliert.
Schlüsselwörter
Soziale Medien, Schulalltag, qualitative Forschung, Experteninterviews, Unterrichtsgestaltung, Cybermobbing, digitale Kommunikation, Lernleistung, Lehrkräfte, Medienkompetenz, soziale Ungleichheit, Inhaltsanalyse nach Mayring, Onlineunterricht, Bildung, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Medien den Alltag an Schulen in Deutschland beeinflussen, wobei der Fokus auf den Erfahrungen und Einschätzungen von Lehrkräften liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die didaktische Einbindung digitaler Werkzeuge, die Verlagerung von Kommunikation in den digitalen Raum, Herausforderungen durch Cybermobbing sowie Fragen der sozialen Ungleichheit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen und Wirkmechanismen sozialer Medien auf den Schulalltag sowie die Lernleistung der Schülerinnen und Schüler auf Basis qualitativer Interviews zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring auf Basis von zwei leitfadengestützten Experteninterviews mit Lehrkräften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung und eine strukturierte Ergebnisdarstellung anhand deduktiver und induktiver Kategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Medien, Schulalltag, qualitative Forschung, Medienkompetenz und digitale Transformation im Bildungswesen.
Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Forschungsdesign ausgewirkt?
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen fanden die Interviews über Microsoft Skype statt, was die Forscher dazu veranlasste, spontane Folge- und Nachhakfragen zu integrieren, um Pandemie-unabhängige Perspektiven zu erfassen.
Welche Rolle spielt die soziale Ungleichheit bei der Mediennutzung?
Die Arbeit stellt heraus, dass die ungleiche technische Ausstattung der Schülerschaft zuhause zu Bildungsbenachteiligungen führen kann, da nicht alle Familien den gleichen Zugang zu digitalen Endgeräten ermöglichen können.
- Arbeit zitieren
- Felix Lesch (Autor:in), 2020, Die Auswirkungen von sozialen Medien auf den Schulalltag in Deutschland. Digitale Plattformen, Netzwerke, Applikationen sowie Film- und Tonmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011809