Diese Arbeit beschäftigt sich mit der religiösen Semantik in der gegenwärtigen Publizistik zur globalen Erderwärmung. Dabei bilden die Ideen und Reden von Friedrich Schleiermacher eine wichtige Grundlage.
Die Welt und die Nachrichten von ihr halten viele Dinge bereit, die wahrzunehmen mancher gerne vermeiden würde, spätestens wenn sich der Eindruck einstellt, dass die Botschaften auf einer bewussten Panikmache beruhen könnten.
Schon in dieser Beschreibung einer fast zwangsläufig von modernen Massenmedien erzeugen Anschauung der Welt liegt, will man sie so lesen, ein religiöser Fingerzeig. Denn das Wort "Panik" rührt vom Hirtengott "Pan" der griechischen Mythologie her, der einerseits als recht lebensfreudiges, dionysisches Wesen beschrieben wird, andererseits jedoch Schafe, vielleicht auch Menschen, die sich als Teil einer Herde verstehen, in die namensgebende ‚panische Angst‘ versetzen kann, sobald er in schlechte Laune gerät.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Das ‚Panische‘ als Diskursmaschine der ‚Klimaschutzbewegung‘
1.2 Bilder und Figuren des Religiösen – und auch eine Semantik?
1.3 Schleiermacher und Diskurslinguistik in vorliegender Arbeit
2 Das Wesen der Religion – die zweite Rede Friedrich Schleiermachers
2.1 Definition der ‚Religion‘ nach Schleiermacher
2.2 Die Problematik der Begriffsbestimmung nach Schleiermacher
2.3 Welche Rolle spielen das Universum, die Moral und Metaphysik?
2.4 Lösung des Problems der Begriffsbestimmung
3 ‚Klimaschutzbewegung‘ als Gegenstand der Diskurslinguistik
3.1 Diskurslinguistik: Theoretische Grundlage
3.1.1 Textkorpora
3.1.2 Ziel
3.2 Methodische Grundlagen der Diskursanalyse
3.2.1 Schlagwortanalyse
4 Religiöse Semantik in der Politik: ‚Religion‘ und Moral am Beispiel der Klimaschutzdebatte
4.1 Darstellung der Klimaschutz-Bewegung im Diskurs
5 Fazit
6 Literatur- und Quellenverzeichnis
6.1 Literatur
6.2 Korpusquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die öffentliche Klimaschutzdebatte religiös konnotierte Semantik verwendet und ob sich die Klimaschutzbewegung – insbesondere durch die Figur Greta Thunberg – in einer Weise darstellt, die Parallelen zu religiösen Deutungsmustern aufweist. Dabei dient die Theologie Friedrich Schleiermachers als theoretischer Kontrastpunkt zur diskurslinguistischen Analyse aktueller politischer und aktivistischer Texte.
- Diskurslinguistische Analyse von religiös geprägten Sprachmustern im Klimadiskurs
- Vergleich der zeitgenössischen Debatte mit Schleiermachers Religionsbegriff
- Untersuchung der Rolle der Klimaschutzbewegung als "religiös" konnotierte Akteurin
- Einsatz von Methoden wie Schlagwortanalyse und Korpus-Untersuchungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Das ‚Panische‘ als Diskursmaschine der ‚Klimaschutzbewegung‘
Die Welt und die Nachrichten von ihr halten viele Dinge bereit, die wahrzunehmen mancher gerne vermeiden würde, spätestens wenn sich der Eindruck einstellt, dass die Botschaften auf einer bewussten Panikmache beruhen könnten.
Schon in dieser Beschreibung einer fast zwangsläufig von modernen Massenmedien erzeugen Anschauung der Welt liegt, will man sie so lesen, ein religiöser Fingerzeig. Denn das Wort „Panik“ rührt vom Hirtengott „Pan“ der griechischen Mythologie her, der einerseits als recht lebensfreudiges, dionysisches Wesen beschrieben wird, andererseits jedoch Schafe, vielleicht auch Menschen, die sich als Teil einer Herde verstehen, in die namensgebende ‚panische Angst‘ versetzen kann, sobald er in schlechte Laune gerät. Der Philosoph Eugen Fink (1905–1975) unterschied sogar strikt zwischen menschlichen Gemeinschaften, die auf einer ‚panischen‘, weil bloß kreatürlichen Beziehung der Menschen beruhten, und solchen, die aus freier Willensentscheidung entstünden und damit ‚personale‘ Qualität einnähmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der religiösen Semantik in der Klimadebatte unter Bezugnahme auf das "Panische" und die mediale Darstellung.
2 Das Wesen der Religion – die zweite Rede Friedrich Schleiermachers: Analyse von Schleiermachers Definitionsversuch der Religion, ihrer Abgrenzung zu Moral und Metaphysik sowie ihrer zentralen Bedeutung als Gefühl und Anschauung des Universums.
3 ‚Klimaschutzbewegung‘ als Gegenstand der Diskurslinguistik: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Diskurslinguistik sowie der methodischen Herangehensweise mittels Schlagwortanalyse und Textkorpora.
4 Religiöse Semantik in der Politik: ‚Religion‘ und Moral am Beispiel der Klimaschutzdebatte: Praktische Anwendung der diskurslinguistischen Analyse auf aktuelle Texte der Klimaschutzbewegung und politischer Akteure unter Verwendung einer Wortwolke.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse, die auf die Nutzung religiös konnotierter semantischer Mittel in der Klimaschutzbewegung hinweist.
6 Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten akademischen Literatur sowie der untersuchten Internet- und Korpusquellen.
Schlüsselwörter
Diskurslinguistik, Klimaschutzdebatte, Friedrich Schleiermacher, Religiöse Semantik, Klimaschutzbewegung, Fridays for Future, Greta Thunberg, Schlagwortanalyse, Textkorpus, Weltuntergang, Moral, Metaphysik, Religion, Klimawandel, Apokalyptik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie religiös geprägte Sprache und Deutungsmuster in der heutigen Klimaschutzdebatte verwendet werden, um politische Ziele zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit verbindet die historische Theologie von Friedrich Schleiermacher mit moderner Diskurslinguistik, um das Auftreten religiöser Semantik im Kontext der Klimadebatte zu beleuchten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, sprachliche Muster in der Klimaschutzbewegung zu identifizieren, die über rein wissenschaftliche Argumente hinausgehen und moralisierende oder religiöse Strukturen aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine diskurslinguistische Analyse durchgeführt, die auf der Erstellung und Auswertung von Textkorpora sowie einer Schlagwortanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung der Religion durch Schleiermacher, die methodischen Grundlagen der Diskurslinguistik und eine konkrete Analyse ausgewählter Texte zur Klimaschutzdebatte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die diskurslinguistische Analyse, das Konzept des "Religiösen" als Abgrenzung zur Moral sowie die spezifische Semantik der Klimabewegung.
Wie wird das "Panische" in der Argumentation der Klimaschutzbewegung eingeordnet?
Die Arbeit verknüpft das mediale Phänomen der "Panik" mit mythologischen und philosophischen Bezügen, um aufzuzeigen, wie diese zur Mobilisierung in der Debatte genutzt wird.
Welche Rolle spielt Greta Thunberg in der diskursiven Untersuchung?
Die Autorin analysiert Greta Thunberg als zentrale Figur, deren Rolle aufgrund fehlender traditioneller Legitimation (wie wissenschaftliche Expertise oder politisches Amt) oft in die Nähe einer "Heiligen" oder "Prophetin" gerückt wird.
- Arbeit zitieren
- Büsra Tasdemir (Autor:in), 2020, Religiöse Semantik in der aktuellen Klimaschutzdebatte. Der Begriff der Religion nach Friedrich Schleiermacher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011896