Konzepterstellung zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei einem mittelständischen Unternehmen


Studienarbeit, 2021

27 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.1 Definition und Grundlagen des BGM
2.2 Notwendigkeit des BGM für KMU
2.3 Nutzen des BGMs für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
2.4 Implementierung eines BGMs im Unternehmen

3. Einführung eines BGMs in der Praxis bei der OSA Sicherheitstechnik GmbH
3.1 Unternehmensvorstellung
3.2 Konzeptentwurf für die Geschäftsführung
3.2.1 Grundsatzentscheidung
3.2.2 Schaffung der internen Strukturen
3.2.3 Erarbeitung der Ziele und Leitlinien
3.2.4 Bedarfsanalyse
3.2.5 Maßnahmenplanung
3.2.6 Maßnahmendurchführung
3.2.7 Evaluation

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 2.1: Nutzen eines BGM: (Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schmidt, et al., 2015, S. 10 f.)

Abbildung 2.2: Prozessschritte zur Einführung eines BGMs (Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt, et al., 2015, S.26 ff.)

Abbildung 3.1: Zusammensetzung der Lenkungsgruppe bei der OSA Sicherheitstechnik GmbH (Eigene Darstellung)

Tabelle 3.1: Ziele der BGM-Maßnahmen bei der OSA Sicherheitstechnik GmbH (Eigene Darstellung)

Tabelle 3.2: Personalstruktur der OSA Sicherheitstechnik GmbH (Eigene Darstellung in Anlehnung an: DESTATIS, 2020)

Tabelle 3.3: Beispiele BGM-Maßnahmen für die OSA Sicherheitstechnik GmbH (Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt et al., 2015, S. 59 ff.)

Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

BGM Betriebliches Gesundheitsmanagement

etc. et cetera

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

i.d.R. in der Regel

Kap. Kapitel

KMU Kleine und mittlere Unternehmen

OSA Objektschutz, Steuerungs- und Antriebstechnik

vgl. vergleiche

z.B. zum Beispiel

1. Einleitung

1.1 Problemdarstellung

Der demographische Wandel, die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung und neue Organisationsstrukturen haben die Belastung in der Arbeitswelt deutlich verändert. Die Arbeitnehmer werden älter, Produktlebenszyklen kürzer und der Kostendruck, insbesondere auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU), steigt. Eine stark gestiegene Arbeitnehmerbelastung resultiert, die sich auf die körperliche und psychische Gesundheit der Arbeitnehmer auswirkt. Als Folge dieses schnell verlaufenden Wandels steigen die Fehltage von Mitarbeitern kontinuierlich. Neben der Gesundheit der Mitarbeiter wirken sich die steigenden Fehltage auch negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens aus. Wie aus einer Studie des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, sind die durchschnittlichen Krankheitstage eines Beschäftigten pro Jahr, seit dem Jahr 2007 (Ø 8,1 Krankheitstage) bis zum Jahr 2019 (Ø 10,9 Krankheitstage) um über 34 Prozent gestiegen. Einen besonderen Stellenwert nehmen die stetig steigenden psychischen Erkrankungen und die daraus resultierende Arbeitsausfälle ein, deren Anzahl nicht nur kontinuierlich steigt, sondern auch mit deutlich längeren Ausfallzeiten verbunden sind.

Insbesondere Großunternehmen befassen sich intensiv mit dem Thema des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), um krankheitsbedingten Ausfällen vorzubeugen. Sie sind sich darüber bewusst, dass auch der bestqualifizierte Mitarbeiter keinen Nutzen und Mehrwert für das Unternehmen stiftet, wenn dieser über längere Zeiträume und in regelmäßigen Intervallen dem Unternehmen krankheitsbedingt nicht zur Verfügung steht. Um die Anzahl der krankheitsbedingten Ausfälle zu minimieren investieren sie viele personelle, zeitliche und materielle Ressourcen mit dem Ziel die Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit zu maximieren. KMU hingegen verfügen zumeist über geringere Ressourcen und weisen in der Unternehmensfunktion des BGM Defizite auf. Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit spielen besonders bei KMU häufig eine untergeordnete Rolle und erhalten nur eine geringe Aufmerksamkeit. Doch insbesondere für KMU ist die Entwicklung eines herausragendes BGM von großer Bedeutung, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Ein Unternehmen, das diesen täglichen Herausforderungen ausgesetzt ist, ist die fiktive Firma OSA Sicherheitslösungen GmbH. Um diesen wirtschaftlichen Schäden entgegenzuwirken und um sich als Unternehmen im Markt besser aufstellen zu können, soll das bereits vorhandene BGM dieser Firma analysiert und optimiert werden. Das Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines Konzeptes zur Optimierung des BGMs. In Form einer Situationsanalyse des Ist-Zustandes sollen Vorschläge und Verbesserungsmaßnahmen herausgearbeitet werden, die sich positiv auf das Arbeitnehmerumfeld als auch auf die Unternehmensentwicklung auswirken. Zusätzlich soll dem Geschäftsführer der OSA Sicherheitslösungen GmbH die Notwendigkeit eines BGMs verdeutlicht werden, sowie die notwendigen Prozessschritte zur Einführung eines BGM im Unternehmen aufgezeigt werden.

1.3 Aufbau der Arbeit

Um dieses Konzept ausarbeiten zu können, ist die Seminararbeit in zwei wesentliche Bestandteile untergliedert. Der erste Abschnitt befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, die dem Geschäftsführer als Wissensgrundlage des Konzeptentwurfs zur Verfügung gestellt werden. Dies bezüglich wird zunächst der Begriff BGM definiert. Aufbauend darauf wird die Bedeutung eines herausragenden BGMs erarbeitet und sich anschließend mit den Vor- und Nachteilen der Stakeholder befasst. Mit der Darstellung, wie Unternehmen ein BGM aufbauen und in die Unternehmensabläufe integrieren können endet der theoretische Teil der Arbeit. In dem zweiten Abschnitt der Seminararbeit wird detaillierter auf die Einführung eines BGMs in dem fiktiven Unternehmen, der OSA Sicherheitstechnik GmbH, eingegangen. Dies betreffend wird als erstes das Musterunternehmen und die fiktive Ist-Situation vorgestellt. Anschließend wird ein Musterkonzept entwickelt, das angepasst an das Unternehmensumfeld, die Einführung des BGMs in diesem Unternehmen, in den einzelnen Schritten aufzeigt. Die Seminararbeit endet mit einem Fazit, in dem ebenfalls auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung des BGMs eingegangen wird.

2. Theoretische Grundlagen des BGMs

Das nachfolgende Kapitel befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, die dem Geschäftsführer als Informationsbasis dienen. Diesbezüglich wird sich zunächst genauer mit dem Begriff BGM auseinandergesetzt. Anschließend wird die Notwendigkeit eines BGM aufgezeigt und Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erläutert. Abschließend befasst sich das Kapitel mit dem theoretischen Einführungsprozess des BGMs im Unternehmen. Es werden die notwendigen Schritte zur Umsetzung des BGM dargestellt.

2.1 Definition und Grundlagen des BGM

Das BGM ist auf Grundlage des Arbeitsschutzes aufgebaut und besteht aus drei Handlungsfeldern:

- Arbeitssicherheit
- Betriebliches Eingliederungsmanagement
- Betriebliche Gesundheitsförderung

Dabei ist zu beachten, dass der Arbeitgeber zur Umsetzung von Arbeitssicherheit und Eingliederungsmanagements rechtlich verpflichtet ist. Die Betriebliche Gesundheitsförderung ist hingegen für ein Unternehmen freiwillig. Das BGM hat sich im Verlaufe der Jahre auf Basis der betrieblichen Gesundheitsförderung gebildet (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 6). Für den Begriff des BGM liegen in der deutschsprachigen Literatur verschiedene Definitionen vor.

Badura und Steinke definieren das BGM im Allgemeinen so, dass sich das BGM auf die Eingliederung von unternehmerischen Prozessen und Strukturen bezieht, die das Ziel verfolgen die Arbeit, die Organisation und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Dabei sollen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer von diesen Maßnahmen profitieren (vgl. Badura & Steinke, 2009). Kaminski sieht im BGM die Schaffung von nachhaltigen und systematischen Strukturen und Prozessen, die zur Befähigung von Mitarbeitern zu einem gesundheitsbewussten und eigenverantwortlichen Verhalten führen (vgl. Kaminski, 2013, S. 26). Pfaff und Zeike fügen den beiden Definitionen das Ziel des BGMs hinzu. Welches lautet, dass alle Aktivitäten des BGMs das Ziel verfolgen die Gesundheit jedes Mitarbeiters dauerhaft zu verbessern oder auf höchstem Niveau zu halten (vgl. Pfaff & Zeike, 2019, S. 4.).

Diese Definitionen zeigen, dass das BGM nicht nur als Einführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen dient, sondern vielmehr als Unternehmensstrategie aufgefasst werden kann (vgl. Esslinger, Emmert, & Schöffski, 2010, S. 69).

2.2 Notwendigkeit des BGM für KMU

BGM gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Es gibt viele verschiedene reale Gründe, die die Notwendigkeit eines guten und funktionalen BGMs verdeutlichen.

Ein wesentlicher Grund ist, dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird. Im Jahr 2018 liegt der Anteil der über 67-Jährigen bei 19,1%. Bis zum Jahr 2030 wird dieser Anteil, nach konservativen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes, auf 22,8 % ansteigen (Statistisches Bundesamt, 2019). Der demographische Wandel betrifft auch das Unternehmensumfeld. Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt auch das Durchschnittsalter der Belegschaft. Der Aspekt, dass ältere Arbeitnehmer i.d.R. höhere krankheitsbedingte Ausfallzeiten aufweisen hat gravierende Auswirkungen auf das Unternehmen (vgl. Bayerischer Industrie- und Handelskammertag e. V, 2018). Durch die Arbeitsausfälle fehlen eingeplante personelle Ressourcen, was sich wiederum negativ auf die Produktivität des Unternehmens auswirkt. Zusätzlich verschlechtert sich die Produktivität durch regelmäßige Belegschaftswechsel. Einhergehend mit dem demographischen Wandel stehen viele Unternehmen vor einem Generationenwechsel in der Belegschafft. Da die Geburtenzahlen seit 1970 rückläufig sind, stellt die Personalgewinnung für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Durch ein sehr gutes BGM verbessern Unternehmen ihre interne und externe Arbeitgebermarke. Eine positive Arbeitgebermarke erleichtert insbesondere die Personalgewinnung und -bindung und sichert somit die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit (vgl. Pfannstiel & Mehlich, 2018, S. V ff.).

Auch die Ergebnisse der Gallup-Studie zeigen die Relevanz eines BGMs auf. Durch die Studie wurde festgestellt, dass schlechte Mitarbeiterleistungen vor allem auf persönlicher Unzufriedenheit und einem schlechten Betriebsklima beruhen. Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, weisen die geringsten Fehltage auf. Durch die Einführung eines BGMs kann die Mitarbeiterzufriedenheit und das Betriebsklima verbessert werden (vgl. Tödtmann, 2019).

Ein weiterer wichtiger Grund, weswegen Unternehmen ein herausragendes BGM aufbauen sollten, beruht auf der Tatsache, dass immer mehr Menschen an psychischen Krankheiten leiden. So hat sich die Zahl der Fehltage, aufgrund von psychischen Erkrankungen, seit 1997 mehr als verdreifacht. Gründe für psychische Erkrankungen stehen häufig in engem Zusammenhang mit der Arbeit des Arbeitnehmers. Die ständige Aufmerksamkeit und Konzentration, Leistungs- und Termindruck als auch Störungen und Unterbrechungen der Arbeit gelten vielfach als Auslöser einer psychischen Krankheit, wie z.B. einer Depression. Auch diese Art der Fehltage kann durch den Arbeitgeber mithilfe eines BGMs reduziert werden. BGM-Maßnahmen fördern die mentale als auch körperliche Belastbarkeit und beugen somit ebenfalls psychische Krankheiten vor (vgl. Leipziger Messe GmbH, 2018).

Es gibt viele weitere Aspekte, die die Notwendigkeit eines BGMs aufzeigen. Durch ein BGM profitiert nicht nur der Arbeitnehmer, auch für Arbeitgeber generiert die Einführung eines BGMs einen bedeutsamen Mehrwert.

2.3 Nutzen des BGMs für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Durch die Einführung eines BGMs profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann unter gesunden Arbeitsbedingungen arbeiten. Zudem wird seine Arbeitsbelastung verringert und sein Wohlbefinden verbessert. Die Verbesserung seines Wohlbefindens kann durch Maßnahmen, wie der Mitgestaltung des Arbeitsplatzes erreicht werden. Zusätzlich kann durch den Wohlfühlfaktor seine Leistungsfähigkeit gesteigert werden, wodurch der Arbeitgeber ebenfalls profitiert. Das Wohlbefinden führt außerdem zu einer Verbesserung des Betriebsklimas und Erhöhung der Arbeitszufriedenheit. Neben der steigenden Leistungsfähigkeit seiner Angestellten kann der Arbeitgeber durch die steigende Arbeitsmotivation, verbesserte Kommunikation innerhalb der Organisation, Kostensenkungen durch Reduzierung von Krankheits- und Produktionsausfällen und einer Imageaufwertung profitieren (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 10 f.). Weitere Vorteile des BGMs sind in Abbildung 2.1 einsehbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Nutzen eines BGM: (Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schmidt, et al., 2015, S. 10 f.)

2.4 Implementierung eines BGMs im Unternehmen

Um ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen zu implementieren ist ein strukturiertes Vorgehen erforderlich. Die Abbildung 2.2 veranschaulicht die einzelnen Schritte, die zur Einführung eines BGMs notwendig sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Prozessschritte zur Einführung eines BGMs (Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt, et al., 2015, S.26 ff.)

Der erste Schritt zur erfolgreichen Implementierung und nachhaltigen Etablierung eines BGMs in einem Unternehmen ist die bindende Entscheidung der Unternehmensleitung alle relevanten Veränderungen und Prozesse zu unterstützen, sowie die Einwilligung, die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen (Grundsatzentscheidung) (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 28).

Nachdem die Geschäftsführung sich für die Einführung eines BGMs entschlossen hat, müssen die internen Strukturen für das Projekt geschaffen werden. Hierzu sollte ein Gremium aus verschiedenen Vertretern der einzelnen Unternehmensbereiche gebildet werden. Dieses Gremium wird als Lenkungsgruppe bzw. Steuergruppe des Projektes agieren. Mitglieder der Lenkungsgruppe sollten Mitarbeiter mit Entscheidungskompetenzen in ihren Arbeitsbereichen sein. Hierzu können Mitarbeiter der Personalabteilung, der Arbeitssicherheit, der Unternehmensleitung oder aus dem Betriebsrat herangezogen werden. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe werden mit verschiedenen Aufgaben betraut. Allgemeine Aufgaben sind zum Beispiel: die Initiierung und Steuerung des BGM-Prozesses, die Entwicklung von Zielen und Strategien oder die Initiierung und Planung der Bedarfsanalyse (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 32 ff.).

Im dritten Schritt erarbeitet die Lenkungsgruppe Ziele und Leitlinien. Die Ziele müssen klar definiert werden und an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientiert sein. Zusätzlich müssen die Ziele kategorisiert werden. Einerseits müssen quantitative Ziele wie zum Beispiel die „Senkung des Krankenstades um einen bestimmten Prozentsatz“ definiert werden. Anderseits sollen qualitative Ziele bestimmt werden, wie zum Beispiel die „Schaffung eines gesundheitsförderlichen Arbeitsumfeldes“. Neben den Zielen sollten Leitlinien erarbeitet werden, die zur Dokumentation der Einführung und nachhaltigen Umsetzung dienen (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 38 ff.).

Nachdem in den ersten drei Schritten die Vorarbeiten zur erfolgreichen Einführung eines BGMs abgeschlossen wurden, wird im nachfolgenden Schritt die Bedarfsanalyse durchgeführt. Um die Bedarfsanalyse durchzuführen muss zunächst der IST-Zustand ermittelt werden, um einen Überblick über die bereits vorhandenen Strukturen innerhalb der Organisation zu erhalten. Anschließend wird auf Basis der Ergebnisse der Bedarf ermittelt. Zur Ermittlung des IST-Zustandes bieten sich mehrere Methoden an (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 42 ff.).

- Die schriftliche Mitarbeiterbefragung
- Arbeitssituationsanalyse
- Gesundheitszirkel
- Interviews (Mündliche Befragung)

Nachdem der IST-Zustand ermittelt und der Bedarf analysiert wurde, beginnt die Phase der Maßnahmenplanung. Bei diesem Schritt ist darauf zu achten, dass die Handlungsfelder im BGM vielfältig sein können und eine strukturierte Arbeitsfolge eingehalten werden muss. Es sollte unbedingt vermieden werden willkürliche Entscheidungen für alle Mitarbeiter zu treffen. Alle Maßnahmen sind mit den Zielen und den Ergebnissen der Bedarfsanalyse abzugleichen. Eine strukturierte Planung und spätere Umsetzung von Maßnahmen kann nur gelingen, wenn innerhalb der Lenkungsgruppe die Verantwortlichkeiten klar definiert werden, wie z. B. personelle Ressourcen und die Budgetplanung. Bei der Maßnahmenplanung wird zwischen verhaltens- und verhältnisbezogenen Maßnahmen unterschieden. Die verhaltensbezogenen Maßnahmen beeinflussen auf direktem Wege das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter. Die verhältnisbezogenen Maßnahmen betreffen das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 56 ff.).

In der sechsten Phase kommt es zur Umsetzung und Steuerung der Maßnahmenplanung. Die Lenkungsgruppe ist mit der Steuerung und Überwachung der Durchführung der BGM-Maßnahmen beauftragt. Sie agiert als Bindeglied zwischen Management und Beschäftigen und sorgen für einen reibungslosen Durchführungsablauf. Nur durch ständige Kommunikation untereinander können Probleme und Erfolge frühzeitig bewertet und Alternativen und Lösungen konzipiert werden (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 62 f.).

Die letzte Phase zur Implementierung eines BGMs ist die Evaluation. Mithilfe der Evaluation ist es möglich Informationen zu sammeln, zu analysieren und zu bewerten. Dabei wird überprüft inwieweit die vorabdefinierten Ziele erreicht wurden und welche Veränderungen in der Zukunft angestrebt werden sollen. Durch die Evaluation werden Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten für zukünftige Projekte geschaffen (vgl. Schmidt, et al., 2015, S. 66).

3. Einführung eines BGMs in der Praxis bei der OSA Sicherheitstechnik GmbH

In dem folgenden Kapitel wird das fiktive Unternehmen OSA Sicherheitstechnik GmbH in den Mittelpunkt gestellt. Dies betreffend wird als erstes das Unternehmen kurz vorgestellt. Anschließend wird ein Optimiertes BGM-Konzept vorgestellt, dass sich an dem Unternehmensumfeld orientiert. Die Konzepterarbeitung orientiert sich an den sieben theoretischen Schritten, die zur Einführung eines BGMs notwendig sind (vgl. Kap. 2.4).

3.1 Unternehmensvorstellung

Die Firma OSA GmbH, die ihren Hauptsitz in Lippstadt hat, wurde 1992 in Salzkotten gegründet. Der Name der Firma setzt sich aus drei Oberbegriffen zusammen: Objektschutz Steuerungen und Antriebstechnik. Insgesamt beschäftigt die Firma OSA Sicherheitslösungen GmbH 200 Mitarbeiter. Der jährliche Umsatz beträgt weltweit ca. 25 Millionen Euro. Nach der Empfehlung der Europäischen Union zählt das Unternehmen zu der Gruppe der KMU.

Das stetige Wachstum der Automatisierungsbranche und eine damit einhergehende Automatisierung, bewirken zunehmende Sicherheitsanforderungen und somit auch einen gesteigerten Bedarf an Sicherheitskomponenten. Die Produktpalette der Firma OSA Sicherheitslösungen GmbH basiert auf der Sicherheitstechnik, dessen Ziel es ist, Personen und Material zu schützen. Sie reicht von einzelnen Sicherheitskomponenten wie zum Beispiel einer Sicherheitskontaktleiste, welche als Schließkantensicherung an beliebigen Scherstellen zum Einsatz kommt bis hin zu eigenen Auswerteelektroniken und Steuerungen.

3.2 Konzeptentwurf für die Geschäftsführung

3.2.1 Grundsatzentscheidung

Der erste Schritt zur praktischen Einführung eines BGMs oder zur Optimierung eines bestehenden BGMs beschäftigt sich mit der Grundsatzentscheidung des Unternehmens und des Geschäftsführers. Da in kleineren und mittelständischen Unternehmen flache Hierarchien herrschen, haben die Geschäftsführer großen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter und die Einführung von gesundheitsfördernden Leistungen. Sie können mit den richtigen Entscheidungen und Maßnahmen die Gesundheit der Mitarbeiter fördern, aber auch mit falschen Handlungen einen negativen Einfluss auf diese nehmen. Somit ist ihr Führungsstil ein ausschlaggebender Erfolgsfaktor zur Erreichung der Ziele des BGMs. Deshalb ist es von hoher Bedeutung, dass der Geschäftsführer oder die Führungskräfte des Unternehmens hinter der Einführung eines BGMs stehen und diese Grundsatzentscheidung auch mit finanziellen und kapazitiven Ressourcen vorantreiben und unterstützen. Diese Entscheidung muss vom Geschäftsführer der Firma OSA Sicherheitslösungen GmbH beschlossen werden und in schriftlicher Form an den BGM Beauftragten Herrn Heiner im Unternehmen übermittelt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Konzepterstellung zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei einem mittelständischen Unternehmen
Hochschule
Hochschule Hamm-Lippstadt
Note
1,1
Autor
Jahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1012073
ISBN (eBook)
9783346403124
ISBN (Buch)
9783346403131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesundheitsmanagement, Seminararbeit, Kleine und mittlere Unternehmen, KMU, Gesundheitsmanagement im Unternehmen, Einführung eines Gesundheitsmanagement im Unternehmen
Arbeit zitieren
B. Eng Lucas Conze (Autor), 2021, Konzepterstellung zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei einem mittelständischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012073

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