Die Olchis sind fantastische Wesen, die auf Müllhalden leben, sich von altem Fisch, leeren Dosen, Fahrradreifen und sonstigen, für uns Menschen ungenießbaren Dingen genießen. Sie fluchen, rülpsen und schmatzen, stinken so sehr, dass die Fliegen bei ihrem Geruch sofort tot umfallen und sind daneben doch unglaublich liebenswert.
Erhardt Dietl ist der Autor der lustigen und wahrlich fantastischen Olchi-Geschichten und er bereitet damit nicht nur jungen, sondern auch älteren Lesern und Vorlesern ein wahres Vergnügen.
Eingereiht werden "die Olchis" in das Genre der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Theoretische Hintergründe dazu werden in dieser Arbeit vermittelt und zudem wird begründet, ob und wenn ja, weshalb die Olchis diesem Genre zuzuordnen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Kurze inhaltliche Wiedergabe der Olchis
3. Beurteilung der Olchis unter Einbezug der formalen Erstlesekriterien
4. Zur Definition und Gattungsspezifik der phantastischen Kinder-und Jugend-literatur
5. Was macht die Olchis zur phantastischen Kinderliteratur?
6. Resumee – Sind die Olchis als Ganzlektüre für Leseanfänger geeignet?
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Kinderbuchreihe „Die Olchis“ von Erhard Dietl hinsichtlich ihrer literarischen Gattungszugehörigkeit zur phantastischen Kinderliteratur und bewertet deren Eignung als Ganzlektüre für Leseanfänger im schulischen Kontext.
- Literarische Gattungsanalyse der Olchi-Bücher
- Kriterien für Erstlesetexte und deren Anwendung auf die Reihe
- Elemente der Phantastik in der Kinderliteratur
- Kompensatorische und motivierende Funktion für den literarischen Sozialisationsprozess
Auszug aus dem Buch
Was macht die Olchis zur phantastischen Kinderliteratur?
Laut Manfred Marquardt setzen phantastische Kinderbücher „beim Leser die Kenntnis der Realgesetze voraus und ziehen ihre Wirkung aus dem erlebten Kontrast“ (Marquardt, 1977, S. 73). Bezieht man nun diese Aussage auf die Olchis, so kann man sich deren Wirkung gut erklären. Die Olchis stellen eine Art Umkehrung zu der uns bekannten und vertrauten Realität dar.
Alle Abenteuer der Olchis spielen sich zwar gänzlich in unserer Welt ab, dennoch stellen die Olchis Figuren dar, die wider unseren Gewohnheiten und Gesetzmäßigkeiten leben. „Olchis mögen keine Schokolade. Und auch kein Eis und keine Bonbons“ (Die Olchis sind da, 1996, S. 5), wie dies vergleichsweise bei Kindern unserer Gesellschaft der Fall ist. Olchis wohnen auch nicht in sauberen Wohnungen oder Häusern wie wir Menschen, aber sie leben in unseren Müllbergen.
Nicht in allen Olchi-Bänden wird sofort deutlich, dass sich die Geschichten ausnahmslos in unserer Welt abspielen. In „Die Olchis sind da“ z.B. tauchen keine Menschen in der Geschichte auf, aber dass die Olchis in einer Welt leben, in der es noch andere, uns vertraute Geschöpfe geben muss wird deutlich, da sie den Müll essen, den wir Menschen wegwerfen. Außerdem treten Gegenstände wie Autos auf, die „die Luft stickig“ (Die Olchis sind da, 1996, S. 8) machen, es gibt Regenwürmer und Gänseblümchen und wenn die Olchis mit ihrem Drachen Feuerstuhl durch die Luft fliegen, zeigen auch die zahlreichen Illustrationen, dass sich die gesamte Geschichte in unserer Welt abweist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert die thematische Ausrichtung der Arbeit sowie die Auswahl der Olchi-Bücher als Untersuchungsobjekt.
2. Kurze inhaltliche Wiedergabe der Olchis: Es erfolgt eine deskriptive Darstellung der Figurenwelt und der zentralen Handlungsstränge der Buchreihe.
3. Beurteilung der Olchis unter Einbezug der formalen Erstlesekriterien: Die Reihe wird anhand sprachlicher, syntaktischer und typographischer Kriterien auf ihre Eignung für Leseanfänger geprüft.
4. Zur Definition und Gattungsspezifik der phantastischen Kinder-und Jugend-literatur: Theoretische Definitionen des Genres werden dargelegt und in den Kontext der Kinderliteratur eingeordnet.
5. Was macht die Olchis zur phantastischen Kinderliteratur?: Die theoretischen Gattungsmerkmale werden auf die konkreten Inhalte der Olchi-Abenteuer angewandt, um die Zuordnung zu begründen.
6. Resumee – Sind die Olchis als Ganzlektüre für Leseanfänger geeignet?: Abschließende Einschätzung des didaktischen Werts und Empfehlungen für den Einsatz im Unterricht.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Die Olchis, Erhard Dietl, phantastische Kinderliteratur, Ganzlektüre, Leseanfänger, Erstlesetexte, Gattungsanalyse, literarische Sozialisation, Müllproblematik, Schullektüre, Kinderbuchpreis, Phantastik, Textanalyse, didaktische Eignung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Kinderbuchreihe „Die Olchis“ von Erhard Dietl auf ihre Zugehörigkeit zur phantastischen Kinderliteratur und bewertet den Nutzen dieser Bücher für den Leseerwerb.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Gattungsdefinition der Phantastik, die Analyse der Olchi-Figuren als Gegenwelt zum menschlichen Alltag sowie die didaktische Eignung der Texte für Leseanfänger.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Olchis trotz sprachlicher Komplexität ein motivierendes, phantastisches Genre-Beispiel darstellen, das für den literarischen Sozialisationsprozess förderlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung von Fachliteratur zur Definition phantastischer Literatur sowie pädagogische Beurteilungskriterien für Erstlesetexte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltswiedergabe, eine formale Analyse nach Erstlesekriterien, eine theoretische Genre-Definition und eine spezifische Einordnung der Olchis in das Genre der Phantastik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Phantastische Kinderliteratur, Erstleselektüre, literarische Sozialisation, Didaktik und die Analyse von Komposita und Neologismen.
Warum gelten die Olchis als „Gegenwelt“ zum Alltag?
Die Olchis leben in Müllbergen, lehnen menschliche Hygienestandards ab und zeigen ein antipädagogisches Verhalten, was eine bewusste ironische Umkehrung der Normen der Erwachsenenwelt darstellt.
Ab welchem Zeitpunkt ist der Einsatz der Olchis im Unterricht empfohlen?
Aufgrund der sprachlichen Komplexität durch zahlreiche Komposita und Neologismen empfiehlt die Autorin den Einsatz frühestens zum Ende der zweiten Klasse, alternativ als begleitende Vorleselektüre.
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- Yvonne Decker (Author), 2002, "Die Olchis"- Analyse einer Ganzlektüre aus dem Bereich der phantastischen Kinderliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10123