Erich Fromm geht in seinem Werk "Die Furcht vor der Freiheit"davon aus, dass der Mensch in der modernen Gesellschaft zunehmend die Freiheit ablehnt, weil sie dafür verantwortlich ist, dass er sich als bedeutungsloses ohnmächtiges Wesen sieht. In diesem Essay sollen die Ausführungen Fromms zu seinen Aussagen näher erörtert und anschließend mit Gedanken Kierkegaards zum Thema Angst verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Der Freiheitsbegriff nach Fromm
2.2 Der Einfluss des Kapitalismus auf die individuelle Freiheit
2.3 Die psychologische Vorbereitung durch den Protestantismus
2.4 Der Mensch als Ware im modernen System
3. Vergleich: Fromm und Kierkegaard zum Begriff der Angst
3.1 Kierkegaards Verständnis der Angst als Ausdruck der Freiheit
3.2 Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Ursachenanalyse
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Essays ist es, Erich Fromms Analyse der „Furcht vor der Freiheit“ in der modernen Gesellschaft kritisch zu erörtern und diese mit Sören Kierkegaards philosophischen Ausführungen zum Begriff der Angst in einen vergleichenden Kontext zu setzen.
- Unterscheidung zwischen qualitativer und quantitativer Freiheit
- Die Rolle des Kapitalismus und Protestantismus für die individuelle psychische Entwicklung
- Der Mensch als Objekt der Marktlogik und die resultierende innere Leere
- Angst als notwendiges Korrelat der menschlichen Freiheit bei Kierkegaard
- Vergleich der Ursachen von Angst: Gesellschaftliche Zwänge versus existenzielle Entscheidungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
Die Ambivalenz der Freiheit und der Ursprung der Angst
Kierkegaard vergleicht den Begriff der Angst mit dem Gefühl des Schwindlig seins. Schaut man einen Abgrund hinunter, dann entspringt die Angst, beziehungsweise das sich Schwindelig fühlen, aus der Freiheit, hinab geschaut zu haben.
„In der Angstempfindung wird dem Menschen der unvordenkliche Grund seiner Existenz als Ermöglichungsgrund der Freiheit spürbar. Die Möglichkeit der Freiheit kündigt sich des näheren in der eigentümlichen Zweideutigkeit der Angst an, wie sie bereits anhand der Ambivalenz des Schwindels erläutert wurde, daß [sic!] er zum Sturz führen kann, aber nicht muß[sic!].“
„Die Angst ist so bei Kierkegaard zugleich Ausdruck, Bedrohung und Geburtshelferin der menschlichen Freiheit“
Kierkegaard tätigt aber auch die Aussage, dass Angst unfrei machen kann. Die Angst kann eine Macht über den Menschen erlangen, die dazu führt, dass er unfähig ist zu handeln.
Angst gibt es also dadurch, dass es Möglichkeiten der Wahl gibt. In so einer Situation ist der Mensch gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Er kann also der Freiheit, nämlich der Wahl einer Möglichkeit, nicht ausweichen. Durch die möglichen Folgen der Schuld und der Sünde, bei der Wahl der falschen Entscheidung, entsteht im Menschen die Angst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel des Essays definiert, Erich Fromms Werk hinsichtlich der Freiheit in der modernen Gesellschaft zu beleuchten und mit Kierkegaards Angst-Begriff zu vergleichen.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel analysiert Fromms Unterscheidung von Freiheitstypen, die Rolle des Kapitalismus als Ursache gesellschaftlicher Entfremdung sowie die psychologische Prägung durch den Protestantismus.
3. Vergleich: Fromm und Kierkegaard zum Begriff der Angst: Dieser Abschnitt kontrastiert die existenzielle Sicht Kierkegaards auf Angst als Bedingung der Freiheit mit Fromms soziopsychologischem Ansatz, der Angst als Folge gesellschaftlicher Erwartungen und Zwänge deutet.
Schlüsselwörter
Erich Fromm, Sören Kierkegaard, Freiheit, Angst, Kapitalismus, Protestantismus, Individualismus, Ohnmacht, Entfremdung, Existenz, Psychologie, Wahlfreiheit, Moderne Gesellschaft, Selbstverwirklichung, Persönlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Der Essay untersucht die Gründe für die „Furcht vor der Freiheit“ in der modernen Gesellschaft, basierend auf Erich Fromms Thesen, und setzt diese in Bezug zu Kierkegaards existenzieller Angst-Theorie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die psychischen Auswirkungen kapitalistischer Strukturen, die Rolle des Protestantismus bei der Formung des modernen Menschen und die philosophische Bedeutung der Angst als Teil der Freiheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der Erkenntnisgewinn darüber, wie gesellschaftlicher Druck und individuelle Freiheit bei Fromm einerseits und die existenzielle Angst bei Kierkegaard andererseits die menschliche Handlungsfähigkeit beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Der Autor nutzt eine komparative Literaturanalyse, um die Theorien von Erich Fromm und Sören Kierkegaard gegenüberzustellen und ihre Gemeinsamkeiten sowie Differenzen herauszuarbeiten.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse, wie der Kapitalismus das Individuum isoliert, seine Persönlichkeit zur Ware degradiert und wie dieser Prozess mit der Angst korrespondiert, die Kierkegaard als Grundbedingung menschlicher Existenz beschreibt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text charakterisieren?
Der Text lässt sich insbesondere durch die Begriffe Freiheit, Angst, Entfremdung, Kapitalismus und Individualismus beschreiben.
Wie definiert Fromm den Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer Freiheit?
Quantitative Freiheit zielt bei Fromm auf das Fehlen äußerer Beschränkungen ab, während qualitative Freiheit die Befreiung von inneren Ängsten und Zwängen beschreibt, die für eine echte Selbstentfaltung notwendig ist.
Wie unterscheidet sich die Ursache der Angst bei Fromm und Kierkegaard?
Während Kierkegaard Angst als notwendiges Ergebnis der Freiheit und der existentiellen Wahlmöglichkeit sieht, verortet Fromm die Ursache primär in gesellschaftlichen Erwartungen, Zwängen und der resultierenden Ohnmacht des Einzelnen.
- Citar trabajo
- Max Feltin (Autor), 2017, Die "Furcht vor der Freiheit". Zu den Ausführungen Kierkegaards zum Begriff der Angst, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012437