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Liebe hat eine Geschichte

Inwiefern kann die Historizität der Liebe eine gute Antwort auf das Unersetzbarkeitsproblem geben?

Title: Liebe hat eine Geschichte

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Saphira Lopes (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

In meiner Hausarbeit möchte ich die Frage untersuchen, inwiefern die Historizität der Liebe eine gute Antwort auf das Unersetzbarkeitsproblem geben kann. Meine Ausgangsthese soll daher sein, dass Liebe sich zu einem durchaus relevanten Anteil auf der miteinander erlebten Geschichte zweier Personen gründet und dies wiederum das Phänomen der Unersetzbarkeit erklärt.

Zur Realisierung meines Vorhabens gehe ich wie folgt vor: Ich werde zunächst das Unersetzbarkeitsproblem im Allgemeinen umreißen (2), um davon ausgehend die Beziehungstheorie der Liebe als eine von vielen möglichen Antworten auf besagte Problematik vorzustellen (3). In der Debatte um eine Theorie von Beziehungen bzw. Liebe lassen sich zwei Lager verorten: Auf der einen Seite wird die Position vertreten, dass es für die Liebe Gründe gibt. Anhänger der Gegenposition behaupten jedoch, dass die Liebe zu einer Person auf keine speziellen Gründe zurückgeführt werden kann. Um einen tieferen Einblick in die Thematik zu gewährleisten, widmet sich daher das anschließende Kapitel den beiden Theorien, die auch unter dem Namen No-Reasons View (3.1) und Reasons View (3.2) laufen. Das darauffolgende Kapitel bildet den Schwerpunkt meiner Arbeit. Bevor meine These der Historizität der Liebe als mögliche Begründung der Unersetzbarkeit gestärkt werden soll (4.2), skizziere ich den Zusammenhang von Geschichte und Unersetzbarkeit (4.1). Bei der Verteidigung der historischen Dimension der Liebe muss sich zudem die Frage gestellt werden, welcher Stellenwert der personalen Identität zugesprochen werden kann. Da die Verbindung dieser beiden Aspekte meines Erachtens unumgänglich ist, soll dies in einem letzten Schritt erörtert werden (5). Das letzte Kapitel schließt daraufhin mit einem Fazit des Vorangegangenen (6).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unersetzbarkeit

3. Beziehungstheorien der Liebe als Antwort auf Unersetzbarkeit

3.1 No-Reasons View

3.2 Reasons View

4. Liebe, Geschichte und Unersetzbarkeit

4.1 Macht der Vergangenheit

4.2 Historizität der Liebe

5. Liebe, Geschichte, personale Identität und Unersetzbarkeit

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Historizität der Liebe eine überzeugende Antwort auf das Unersetzbarkeitsproblem von Personen bieten kann. Dabei wird die These vertreten, dass die gemeinsam erlebte Geschichte zwischen zwei Menschen maßgeblich zur Begründung der Unersetzbarkeit beiträgt.

  • Analyse bestehender Beziehungstheorien (No-Reasons View vs. Reasons View)
  • Die Rolle der Historizität und die "Macht der Vergangenheit"
  • Das Gedankenexperiment des Duplikats zur Überprüfung von Unersetzbarkeit
  • Die Relevanz der personalen Identität in diesem Kontext
  • Kritische Auseinandersetzung mit Ansätzen wie denen von Kolodny, Naar, Grau und Parfit

Auszug aus dem Buch

4.2 Historizität der Liebe

„Why doesn´t the love you bear for your partner transfer to a clone, or to another person who "better" instantiates his or her qualities? It is at least in part because that other person lacks the unique historical relationship that you share with your partner“ (ebd.).

Ich möchte mit einem Gedankenexperiment beginnen: Alex hat sich vor einigen Jahren in Kim verliebt. Sie teilen gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen, die sich innerhalb ihrer Beziehungen abgespielt haben. Nun gibt es ein qualitativ exaktes Duplikat von Kim. Das heißt, es besitzt nicht nur Kims äußere Merkmale und Charaktereigenschaften, sondern auch die mit Alex geteilten Erfahrungen und Erinnerungen. Bliebe hier dann überhaupt noch ein Grund, das Duplikat nicht zu lieben? Würde Alex die originale Person, also Kim, gegen das Duplikat ersetzen?

Um diese Fragen zu beantworten, muss auf die Termini der actual-history und quasi-history zurückgegriffen werden (siehe Kapitel 3.2). Die actual-history ist die tatsächlich erlebte Geschichte zweier Personen, während die quasi-history eine Simulation der actual-history ist. Angewendet auf das Gedankenexperiment teilt das Duplikat von Kim eine quasi-history mit Alex, welche auf qualitativ identischen quasi memories beruht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, warum wir geliebte Personen als unersetzbar wahrnehmen, und stellt die These auf, dass die gemeinsame historische Dimension diesen Wert begründet.

2. Unersetzbarkeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unersetzbarkeit und diskutiert, warum Liebe dazu führt, einer Person einen einzigartigen Wert beizumessen, der sich nicht allein durch Eigenschaften erklären lässt.

3. Beziehungstheorien der Liebe als Antwort auf Unersetzbarkeit: Es werden die Ansätze der No-Reasons View und Reasons View gegenübergestellt und auf ihre Eignung geprüft, das Problem der Unersetzbarkeit befriedigend zu lösen.

4. Liebe, Geschichte und Unersetzbarkeit: Der Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung der tatsächlichen Geschichte für die Bindung zwischen Personen und deren Schutz gegen die Ersetzbarkeit durch Duplikate.

5. Liebe, Geschichte, personale Identität und Unersetzbarkeit: Hier wird die philosophische Debatte um die Identität von Personen einbezogen, um zu argumentieren, warum die historische Subjektivität des Erlebens gegen eine rein psychologische Kontinuität spricht.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Einbeziehung der historischen Dimension und der personalen Identität wesentlich ist, um die Unersetzbarkeit einer geliebten Person philosophisch zu fundieren.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten philosophischen Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Unersetzbarkeit, Liebe, Historizität, Beziehungstheorien, No-Reasons View, Reasons View, actual-history, quasi-history, personale Identität, numerische Identität, psychologische Kontinuität, Gedankenexperiment, Subjektivität, Bindung, Individuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht philosophische Begründungen für das Phänomen der Unersetzbarkeit geliebter Personen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Philosophie der Liebe, Theorien über Beziehungsgründe, das Konzept der Historizität sowie die personale Identität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Historizität einer Beziehung eine Antwort auf das Problem liefern kann, warum eine geliebte Person nicht einfach durch ein identisches Duplikat ersetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische philosophische Arbeit, die durch Literaturdiskussionen und Gedankenexperimente (wie das Klon- oder Duplikat-Szenario) ihre Argumente entwickelt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Beziehungstheorien (No-Reasons View, Quality Theory, Relationship Theory, Subject-Relative Reasons) und erweitert diese um eine historische Perspektive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Unersetzbarkeit, Historizität, actual-history, quasi-history und personale Identität.

Warum reicht laut der Autorin die "psychologische Kontinuität" nach Parfit nicht aus, um Liebe zu begründen?

Die Autorin argumentiert, dass eine bloße Verkettung psychischer Zustände dem Individuum die Einzigartigkeit nimmt, die das Wesen der Liebe ausmacht.

Welche Rolle spielt das "problem of the wrong focus" bei der Bewertung von Beziehungstheorien?

Dieses Problem tritt auf, wenn die Theorie den Fokus zu stark auf die Beziehung an sich oder deren instrumentellen Wert legt, anstatt auf die spezifische Identität der geliebten Person.

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Details

Title
Liebe hat eine Geschichte
Subtitle
Inwiefern kann die Historizität der Liebe eine gute Antwort auf das Unersetzbarkeitsproblem geben?
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Saphira Lopes (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V1012527
ISBN (eBook)
9783346405302
ISBN (Book)
9783346405319
Language
German
Tags
liebe geschichte inwiefern historizität antwort unersetzbarkeitsproblem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Saphira Lopes (Author), 2018, Liebe hat eine Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012527
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