In diesem fiktiven Fall geht es um Familie Köllner, die in Dortmund lebt. Die Familiensituation wird mit der multiperspektiven Fallarbeit nach Müller bearbeitet. Frau K ist 36 Jahre alt, Herr K 39 Jahre alt und sie haben 2 Kinder: Mia, die 16 Jahre alt ist und Luis, der 4 Jahre alt ist. Ein Case Management ist notwendig, da die Familie eine komplexe Problemlage aufweist und die Eltern daran teilnehmen möchten. Luis geht seit einem Jahr in den Kindergarten, doch seit 6 Monaten besucht er ihn nur noch unregelmäßig. Der Mitarbeiterin des Jugendamts, die einen Hausbesuch bei der Familie gemacht hat fiel auf, dass Luis Sprachentwicklung verzögert ist. Frau K leidet seit 5 Jahren an Depressionen, die vor 3 Jahren bereits therapiert wurden, aber durch die Spielsucht ihres Mannes im Endstadium, die 20.000€ Schulden und die damit finanziellen Probleme in den letzten Monaten wieder schlimmer wurden. Die Tochter Mia wird in der Schule gemobbt und bleibt dieser deshalb oft fern. Zudem zeigt sie selbstverletzendes Verhalten und jugendliche Delinquenz auf, erhielt bisher aber keine Anzeige. Die Elternbeziehung ist von Streit geprägt.
Inhaltsverzeichnis
II. Das Familiensystem Köllner
1. Problemlage und Fallanalyse
2. Gesetzlicher Rahmen und geplante Hilfen
III. Linking
1. Vorbereitung
2. Vermittlung
3. Anpassung
4. Fallbezogene Vernetzung
IV. Monitoring
1. Normaler Fallverlauf
2. Drohender Abbruch durch den Adressaten
3. Fehlende Umsetzung der vereinbarten Leistung durch einen Leistungserbringer
V. Abschließende Begründung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert anhand einer fiktiven Fallstudie die Anwendung von Fallmanagement in der Kinder- und Jugendhilfe. Ziel ist es, den gesamten Prozess von der Problemanalyse über die gezielte Vernetzung verschiedener Hilfsangebote bis hin zum Monitoring und Krisenmanagement darzustellen, um eine nachhaltige gesellschaftliche Teilhabe der betroffenen Familie zu fördern.
- Multiperspektivische Fallanalyse bei komplexen familiären Problemlagen
- Strukturierung von Hilfsprozessen gemäß SGB VIII
- Methoden der Beziehungsgestaltung und Kommunikation (Linking)
- Monitoring von Hilfeverläufen und aktives Krisenmanagement
- Stärkung der kindlichen Resilienz durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
1. Problemlage und Fallanalyse
In diesem fiktiven Fall geht es um Familie Köllner, die in Dortmund lebt. Fr. K. ist 36 Jahre alt, Herr K. 39 Jahre alt und sie haben 2 Kinder: Mia, die 16 Jahre alt ist und Luis, der 4 Jahre alt ist. Ein Case Management ist notwendig, da die Fam. eine komplexe Problemlage aufweist und die Eltern daran teilnehmen möchten. Luis geht seit einem Jahr in den Kindergarten, doch seit 6 Monaten besucht er ihn nur noch unregelmäßig. Der Mitarbeiterin des Jugendamts, die einen Hausbesuch bei der Fam. gemacht hat fiel auf, dass Luis Sprachentwicklung verzögert ist. Fr. K. leidet seit 5 Jahren an Depressionen, die vor 3 Jahren bereits therapiert wurden, aber durch die Spielsucht ihres Mannes im Endstadium, die 20.000€ Schulden und die damit finanziellen Probleme in den letzten Monaten wieder schlimmer wurden. Die Tochter Mia wird in der Schule gemobbt und bleibt dieser deshalb oft fern. Zudem zeigt sie selbstverletzendes Verhalten und jugendliche Delinquenz auf, erhielt bisher aber keine Anzeige. Die Elternbeziehung ist von Streit geprägt.
Der Fall kann anhand der multiperspektiven Fallarbeit nach Müller (2006, s.41) betrachtet werden. Bei Fr. K. handelt es sich um einen Fall von Depressionen, durch die es ihr oft schwerfällt, morgens aufzustehen und den Familienalltag zu strukturieren. Eine Depression führt aber nicht automatisch zu einer Erziehungsunfähigkeit. Einer Studie zufolge weisen nur 21,3 % der Mütter mit psychischen Erkrankungen erhebliche Einschränkungen ihrer Erziehungsfähigkeit auf. Dennoch können sich Depressionen negativ auf die Fam. und vor allem die Kinder auswirken (vgl. Campbell et al 2012). Mütter, die an einer Depression erkrankt sind, ziehen sich häufig zurück, weisen eine eingeschränkte Mimik auf, zeigen tendenziell ein reduziertes Affektverhalten und ignorieren teilweise ihre Kinder (vgl. Lovejoy et al 2000, s.562).
Zusammenfassung der Kapitel
II. Das Familiensystem Köllner: Einführung in die komplexe Problemlage der fiktiven Familie Köllner sowie Einordnung in den gesetzlichen Rahmen des SGB VIII.
III. Linking: Erläuterung der Interventionsphase, in der die Fallmanagerin Maßnahmen initiiert, Unterstützungsangebote vermittelt und die fallübergreifende Vernetzung sicherstellt.
IV. Monitoring: Analyse des Verlaufs, inklusive Strategien zur Vermeidung von Abbrüchen und Interventionen bei Krisen oder unzureichender Leistungserbringung.
V. Abschließende Begründung: Kritische Reflexion des Fallverlaufs mit Fokus auf die Bedeutung der Beratungskompetenz, Resilienzförderung und Partizipation.
Schlüsselwörter
Fallmanagement, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII, Psychische Erkrankungen, Spielsucht, Mobbing, Resilienz, Linking, Monitoring, Krisenintervention, Netzwerkarbeit, Beratungskompetenz, Case Management, Familienhilfe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Anwendung von Fallmanagement in einem komplexen familiären Kontext der Kinder- und Jugendhilfe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Fallanalyse, der Vernetzung unterschiedlicher Hilfesysteme, dem Krisenmanagement und der Förderung von Resilienz bei Kindern psychisch belasteter Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Reflexion eines strukturierten Hilfeprozesses, um die Familie Köllner nachhaltig zu stabilisieren und eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Methode der multiperspektivischen Fallarbeit nach Burkhard Müller und integriert Theorien des Case Managements sowie aktuelle Resilienzforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Aufnahme, die zielgerichtete Vermittlung von Hilfen, die Anpassung an sich verändernde Situationen und die Überwachung des Hilfeverlaufs durch Monitoring.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Fallmanagement, SGB VIII, systemische Unterstützung, Interventionskonzepte und Empowerment.
Wie geht die Fallmanagerin mit der Spielsucht des Vaters um?
Die Fallmanagerin initiiert eine stationäre Therapie zur Entwöhnung und zur Schuldenprävention, wobei die lokale Nähe für Familienbesuche und die Einbindung in das Gesamtsystem berücksichtigt wird.
Warum wird trotz Mobbings ein Schulwechsel in Betracht gezogen?
Nachdem schulische Interventionsmaßnahmen nicht ausreichten, wird ein Schulwechsel als notwendiger Schritt für Mias Autonomie und zur Sicherung ihres Ziels, das Abitur zu erreichen, priorisiert.
- Citar trabajo
- Justine Jens (Autor), 2021, Fallmanagement in der Kinder und Jugendhilfe. Beispiel des SGB 8, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020009