In der nachfolgenden Arbeit wird die Auswirkung verschiedener Moderatoren im Rahmen der Telearbeit auf die Gesundheit untersucht. Wo liegen die Gefahren hinsichtlich der Gesundheit im Rahmen dieses Arbeitszeitmodells? Um diese Frage beantworten zu können, wird zunächst der Begriff Telearbeit abgegrenzt. Als Rahmen für die Untersuchung dient das Job-Demand-Resources-Model. Dieses ermöglicht eine Einordnung der Effekte einzelner Moderatoren auf das Gesamtergebnis. Anschließend werden drei Moderatoren näher betrachtet und auf Ihre Potenziale oder Gefahren hin untersucht. Die letztendlichen Auswirkungen auf die Gesundheit werden in Verbindung mit Stress generiert, weshalb diese nachfolgend gesondert aufgezählt werden. Ein Fazit wird die Ergebnisse zusammenfassen und den roten Faden deutlich machen.
„Die (...) Veränderungen (...) von Arbeit und Organisationen sind durch Globalisierung, Flexibilisierung, Dezentralisierung und Vernetzung gekennzeichnet“ (Hertel und Konradt, 2007). Dieses mittlerweile schon zwölf Jahre alte Zitat hat an Aktualität nicht abgenommen. Alternative Arbeitsformen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, allen voran die Telearbeit. „Einst lebten wir auf dem Land, dann in Städten und von jetzt an im Netz.“ sagte Mark Zuckerberg, Gründer des sozialen Netzwerkes Facebook, 2010 obenstehende Worte für den Film The Social Network. Das Leben im Netz verändert den Alltag, aber auch die Arbeitswelt unserer Generation zunehmend. Diese Veränderung bringt auch Auswirkungen auf die Gesundheit mit sich.
Zwei Drittel der Deutschen sind im erwerbsfähigen Alter. Rund die Hälfte aller Krankheitskosten entstehen in dieser Gruppe. Ein großer Anteil fallen durch psychische Krankheiten an, aber auch Erkrankungen des Verdauungssystems nehmen einen großen Prozentsatz ein. Diese hohen Zahlen kann man vermeiden, indem Ursachenforschung betrieben wird und die Ergebnisse in der Praxis angewandt werden. (Bamberg, Mohr, Busch, 2012)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
2.1 Telearbeit
2.2 Job‐Demands‐Resources‐Model
3 Entstehung von Anforderungen und Ressourcen im Rahmen der Telearbeit
3.1 Familiäre Situation
3.2 Ausmaß der Telearbeit
3.3 Charakter des Telearbeitnehmers
4 Wirkung der Einflussfaktoren auf die Gesundheit
5 Kritische Reflexion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen spezifischer Einflussfaktoren im Kontext der Telearbeit auf die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche Moderatoren auf das Stresserleben auswirken, wobei das Job-Demands-Resources-Model als theoretischer Rahmen dient, um die Wechselwirkungen zwischen Arbeitsanforderungen und verfügbaren Ressourcen zu beleuchten.
- Definition und Grundformen der Telearbeit
- Anwendung des Job-Demands-Resources-Modells
- Einfluss der familiären Situation und Work-Family-Konflikte
- Auswirkungen von Telearbeit auf soziale Unterstützung und Isolation
- Persönlichkeitsmerkmale und individuelle Bewältigungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1 Familiäre Situation
Wie die Statistik zeigt, werden viele Stressoren im Alltag durch die Anwesenheit von Kindern im Haushalt noch verstärkt. Der Punkt „Bei der Arbeit/im Beruf/im Job“ wies jedoch keine höhere Stressbelastung durch Kinder auf.
Generell wird Telearbeit als gern gesehenes Angebot insbesondere hinsichtlich der Familienfreundlichkeit im Unternehmen genutzt. Wer von zuhause arbeitet, kann sich ganz bequem um die Kinder kümmern – so die landläufige Meinung. Doch welche Anforderungen sich dahinter verstecken ist vielen nicht bewusst. Vor allem bei nicht-alternierender Telearbeit geraten Elternteile schnell an die praktikablen Grenzen der Balance zwischen angemessener Kleinkindbetreuung, der Arbeitsproduktivität und der Sicherheit. (Bröckermann, Pepels, 2013, S. 248) Ein großes Problem ist hier das Verschwimmen von Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem. Durch fehlende räumliche Trennung tritt die Übertragung privater Probleme in die Berufswelt schneller ein, genauso andersherum. Der Mitarbeiterschafft esin der Arbeitszeit also nicht, sich vollends auf seine Arbeit zu konzentrieren, in der Freizeit hingegen sind Konflikte aus seiner Anstellung immer noch präsent. Leistungseinbußen sowie ein Erholungsdefizitsind die Folgen einersolchen Doppelbelastung. (Thiele, 2009, S. 86f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Telearbeit als moderne Arbeitsform ein und umreißt die gesundheitlichen Fragestellungen im Rahmen der Arbeit.
2 Definition: Dieses Kapitel definiert den Begriff Telearbeit und erläutert das Job-Demands-Resources-Model als theoretisches Fundament für die Untersuchung.
3 Entstehung von Anforderungen und Ressourcen im Rahmen der Telearbeit: Hier werden die familiäre Situation, das Ausmaß der Telearbeit und der Charakter des Telearbeitnehmers als zentrale Einflussfaktoren für Anforderungen und Ressourcen analysiert.
4 Wirkung der Einflussfaktoren auf die Gesundheit: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor identifizierten Moderatoren mit dem Stressbegriff und diskutiert die resultierenden physiologischen und psychischen Gesundheitsfolgen.
5 Kritische Reflexion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Komplexität der individuellen Auswirkung von Stressoren im Telearbeitskontext kritisch diskutiert.
Schlüsselwörter
Telearbeit, Teleheimarbeit, Job-Demands-Resources-Model, Gesundheit, Stress, Belastung, Ressourcen, Work-Family-Konflikt, Arbeitspsychologie, Selbstmanagement, Kohärenzgefühl, Coping, Isolation, Prävention, Arbeitszeitmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen verschiedener Moderatoren der Telearbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Stress durch familiäre Bedingungen, das Ausmaß der Telearbeit sowie individuelle Persönlichkeitsmerkmale.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wo die gesundheitlichen Gefahren innerhalb des Telearbeitsmodells liegen und wie diese unter Berücksichtigung von Ressourcen und Anforderungen eingeordnet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Modelle wie das Job-Demands-Resources-Model zur Einordnung von Einflussfaktoren heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Stressoren im häuslichen Umfeld, die Rolle sozialer Isolation sowie individuelle Bewältigungsmechanismen des Arbeitnehmers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Telearbeit, Stress, Ressourcen, Belastung, Work-Family-Konflikt, Kohärenzgefühl und Coping-Strategien.
Welchen Einfluss hat die familiäre Situation auf die Telearbeit?
Die familiäre Situation kann durch das Verschwimmen der Grenzen zwischen Beruf und Privatleben als zusätzlicher Stressor wirken, besonders wenn keine räumliche Trennung möglich ist.
Warum ist soziale Unterstützung für Telearbeiter besonders wichtig?
Soziale Unterstützung dient im Job-Demands-Resources-Model als Puffer gegen Stress; bei Telearbeit fällt dieser Faktor durch räumliche Isolation oft weg, was die Gesundheitsbelastung erhöht.
Was versteht man unter dem Kohärenzgefühl in diesem Kontext?
Es beschreibt das Vertrauen einer Person in die Vorhersehbarkeit und Beeinflussbarkeit der Welt, was dabei hilft, Arbeitsanforderungen effektiver zu bewältigen und Stress zu mindern.
- Arbeit zitieren
- Anna Archinger (Autor:in), 2018, Telearbeit. Wirkung verschiedener Einflussfaktoren auf die Gesundheit anhand des Job-Demands-Resources-Model, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020779