Die Leistung in der Schule wird von Faktoren wie der Lern- und Arbeitstechnik, emotionalen Stabilität und der familiären und schulischen Lernumwelt bestimmt. Eine bedeutsame Rolle spielt hier die Lern- und Arbeitsmotivation. Hierzu hat Guiseppe Mazinni ein passendes Zitat geprägt: „Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.“ Auf dieses „Wollen“ soll im Folgenden mit besonderer Betrachtung des Grundschulalters eingegangen werden. Die Lernmotivationsforschung fragt nach Bedingungen, die das Lernen, sowie die Lernleistung durch Lernmotivation fördern können. Wovon wird die Motivation beeinflusst und was kann aus den verschiedenen Motivkräften der Grundschüler geschlossen werden? Wie geht man als Lehrer mit unmotivierten Schülern um und was kann man speziell tun, um sie zu fördern? Es wird auf verschiedene Förderungsmittel eingegangen, die in der Grundschule umgesetzt werden können. Diese Fragen sind aktuell sehr relevant, denn eine Hauptaufgabe von Lehrerinnen und Lehrern ist die Motivierung von Schülerinnen und Schülern.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Klärung des Motivationsbegriffs
2.1 Definition von Motivation
2.2 Extrinsische und intrinsische Motivation
2.3 Weitere Motivkräfte nach Gustav Keller
3.Ursachen von Motivationsstörungen
3.1 Ursachenbereich Familie
3.2 Ursachenbereich Schule
3.3 Ursachenbereich Schüler
3.4 Ursachenbereich Gesellschaft
4.Motivationsförderung
5.Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen der Lernmotivation im Grundschulalter zu untersuchen und effektive Strategien zur Motivationsförderung im schulischen Kontext zu identifizieren, um unmotivierte Schüler erfolgreich zu unterstützen.
- Grundlagen und Definitionen des Motivationsbegriffs
- Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Analyse der Ursachen für Motivationsstörungen (Familie, Schule, Schüler, Gesellschaft)
- Methoden und Ansätze zur Förderung der Lernmotivation
- Reflexion von Lernprozessen und der Rolle der Lehrkraft
Auszug aus dem Buch
3.1 Ursachenbereich Familie
„Den schwerwiegendsten Einfluss auf die Entwicklung psychischer Probleme haben Familienprobleme.“ Dieses Zitat von David Shaffer leitet das das folgende Thema ein: die Familie als Ursache von Motivationsstörungen. 40 % der diagnostizierten Motivationsstörungen sind Folge von einem Übermaß an psychischer und materieller Zuwendung durch die Eltern. Alle Wünsche der Kinder werden ohne Mühe oder Gegenleistung erfüllt. Dies hat zur Folge, dass die verwöhnten Kinder den Aufschub ihrer Bedürfnisse nicht lernen (Keller, S. 30). Sie nehmen den für sie am einfachsten Weg und lassen sich Hindernisse aus dem Weg räumen. Die Pflicht der Hausaufgaben und Klassenarbeitsvorbereitungen ist für sie eine große Last und diese versuchen sie mit verschiedenen Mitteln aufzuschieben oder zu vermeiden. Neben der Verwöhnung ist die überbetriebene beschützende Erziehungshaltung, auch „Overprotection“ genannt, eine Ursache dafür, dass die Kinder fremdmotiviert und unselbstständig bleiben (Ebd., S.31).
Es führt zu einer chronischen Unselbstständigkeit, die schon in der Grundschulzeit, spätestens aber in der Pubertät zu einem großen Problem werden kann. Die Kinder versuchen mit der Zeit selbstständig zu handeln, bekommen aber durch die Überbetreuung Probleme, durch das nie erlernte selbstständige Lernen. Eine gestörte Lernmotivation kann bei Kindern in anregungsarmen Familien entstehen. Den Eltern ist nicht wichtig mit was sich die Kinder auseinandersetzen. Die Hauptsache ist, dass sie beschäftigt sind. Aktuell ist der steigende Medienkonsum ein Problem, welches damit einhergeht. Kinder müssen bei ihrem Lernprozess ermutigt werden und Anerkennung für ihre Leistung bekommen. Die Eltern-Kind-Kommunikation hat großen Einfluss auf das Selbstvertrauen der Kinder. Wenn ein Schüler glaubt den Anforderungen nicht zu genügen, wird er sich trotz der Nützlichkeit des Themas nicht oder nur wenig mit dem Gegenstand beschäftigen. Die subjektiven Annahmen über Erfolgschancen haben einen entscheidenden Einfluss auf schulische Leistungen (Dresel, S.2). Wenn ein Schüler trotz hoher Anstrengungen keine guten Leistungen erbringt, könne die schulischen Bemühungen selbstwertgefährdende Komponenten haben. Das Fundament der Lernmotivation wird in der Familie gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Es wird die Bedeutung von Lern- und Arbeitsmotivation für den schulischen Erfolg im Grundschulalter herausgestellt und die Forschungsfrage nach effektiven Fördermöglichkeiten aufgeworfen.
2.Klärung des Motivationsbegriffs: Dieses Kapitel definiert Motivation als Grundlage menschlichen Handelns und unterscheidet zwischen intrinsischen, extrinsischen sowie weiteren spezifischen Motivkräften nach Gustav Keller.
3.Ursachen von Motivationsstörungen: Es werden die verschiedenen Einflussbereiche – Familie, Schule, das Individuum selbst und die Gesellschaft – beleuchtet, die zu einer Hemmung der Lernmotivation führen können.
4.Motivationsförderung: Hier werden konkrete pädagogische Maßnahmen wie Zielvereinbarungen, Verzichtübungen, die Stärkung der Selbstständigkeit und positive Verstärkung vorgestellt.
5.Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die erarbeiteten Bausteine für den Grundschuleinsatz zusammen und betont die Rolle der Lehrkraft als geduldiger Berater und Begleiter im Lernprozess.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Grundschule, Motivationsstörungen, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Selbstständigkeit, Erziehung, Leistungsmotivation, Pädagogik, Lernreflexion, Schüler, Lehrerrolle, Erziehungskonsens, Lernumfeld, Leistungsdruck.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen der Motivationsforschung im Kontext der Grundschule und untersucht, wie die Lernmotivation von Kindern beeinflusst und gefördert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Motivationsbegriffs, die Analyse von Motivationsstörungen in verschiedenen Lebensbereichen sowie praktische Ansätze zur Motivationsförderung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lehrer durch gezielte pädagogische Impulse und Methoden unmotivierte Grundschüler aktivieren und zur Selbstständigkeit führen können.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Ansätze der Pädagogik und Psychologie, unter anderem durch die Einbeziehung der Konzepte von Gustav Keller, Dresel und der Montessoripädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Identifikation von Ursachen für Motivationshemmungen in Familie und Schule sowie eine detaillierte Aufzählung von Fördermitteln.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lernmotivation, Selbstständigkeitserziehung, intrinsische Motivation, konstruktive Kritik und das Schulklima.
Welche Rolle spielt die Familie laut der Autorin bei Motivationsstörungen?
Die Familie bildet laut der Arbeit das Fundament. Eine überbehütende Erziehung (Overprotection) oder Vernachlässigung kann die Entwicklung von selbstständigem Lernen nachhaltig stören.
Wie kann eine Lehrkraft konkret mit unmotivierten Schülern im Unterricht umgehen?
Empfohlen werden Methoden wie die Einführung von Lerntagebüchern, Freiarbeit, gezieltes Lob und Anerkennung sowie der Einsatz von Lernspielen zur Förderung der Konzentration und Wahrnehmung.
Was ist mit dem „Verzichten lernen“ als pädagogisches Instrument gemeint?
Es ist eine Methode, um der heute verbreiteten Konsumorientierung entgegenzuwirken, indem Kinder in der Klasse gemeinsam für eine Zeit auf bestimmte Annehmlichkeiten verzichten, um die eigene Willensstärke zu erfahren.
Warum wird die „Motivationsentwicklung“ mit einer Schnecke verglichen?
Das Zitat verdeutlicht, dass die Entwicklung von Motivation ein langsamer, stetiger Prozess ist, der von der Lehrkraft viel Geduld erfordert und nicht durch kurzfristige Maßnahmen erzwungen werden kann.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Motivationsforschung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020800