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Chinas Social Credit System. Eine Betrachtung mit Luhmann, Bentham und Foucault

Titel: Chinas Social Credit System. Eine Betrachtung mit Luhmann, Bentham und Foucault

Hausarbeit , 2019 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Judith Sundermann (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht das chinesische Social Credit System im Hinblick auf die These, dass damit ein neues Medium geschaffen werden soll, das die Gesellschaft, das alltägliche Leben und das persönliche Verhalten der Bürger nachhaltig beeinflussen wird.
Zunächst wird die Motivation der chinesischen Regierung, ein solches Projekt anzugehen, die ihm zugrundeliegenden Planungen und der Aufbau des Systems erläutert. Mittels Niklas Luhmanns Analyse der Stellung des Computers in seiner Gesellschaftstheorie wird dann eine zweigeteilte Perspektive eingenommen, die die besondere Architektur einer Datenbank medientheoretisch betrachtet. Nach einer Skizzierung des derzeitigen Stands der Umsetzung des gesellschaftlichen Bonitätssystems werden potenziell daraus resultierende Veränderungen innerhalb der Gesellschaft und in der Kommunikation aus Auszügen von Luhmanns Systemtheorie abgeleitet. Schließlich werden anhand des architektonischen Konzepts des Panoptikums nach Jeremy Bentham und Michel Foucault Auswirkungen von Überwachung auf das persönliche Verhalten erläutert.

Eine Person möchte eine Flugreise buchen, doch aufgrund von persönlichen Daten zu ihrem Sozialverhalten, ihrer politischen Einstellung oder ihrer Kreditwürdigkeit, die in einer staatlichen Datenbank gespeichert sind, wird der Ticketkauf verwehrt. Das klingt wie eine Passage eines dystopischen Romans, soll aber nach den Plänen der chinesischen Regierung durch ein gesellschaftliches Bonitätssystem bald Wirklichkeit werden.
Dieses System soll über jeden Bürger massenhaft Daten aus digitalen und analogen Quellen sammeln und daraus mittels Algorithmen und künstlicher Intelligenz eine Punktzahl ermitteln, die die Vertrauenswürdigkeit widerspiegeln soll. Dieser Indikator soll sich zum grundlegenden gesellschaftlichen Instrument entwickeln und Einfluss auf viele Aspekte des täglichen Lebens haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chinas Vision von einer überwachenden Datenbank mit verhaltensbeeinflussender Funktion

3. Erläuterung Luhmanns medientheoretischer Perspektive auf den Computer

4. Anwendung Luhmanns medientheoretischer Perspektive auf den Computer auf das Social Credit System

4.1. Oberfläche: Interface, App, Punktzahl

4.2. Tiefe: Daten, Algorithmen

5. Derzeitiger Stand der Umsetzung/Implementierung des gesellschaftlichen Bonitätssystems in China

6. Mögliche gesellschaftliche Auswirkungen, insbesondere mit Blick auf Kommunikation nach Luhmanns Systemtheorie

7. Panoptische Überwachung bei Bentham und Foucault

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das chinesische Social Credit System unter der Fragestellung, inwiefern dieses System als ein neues gesellschaftliches Medium fungiert, das das Verhalten der Bürger durch automatisierte Datenerhebung und algorithmische Bewertung nachhaltig beeinflusst. Dabei steht die medientheoretische Analyse sowie die kritische Einordnung in Überwachungs- und Kontrollkonzepte im Vordergrund.

  • Struktur und Zielsetzung des chinesischen Bonitätssystems
  • Medientheoretische Analyse mittels Niklas Luhmanns Systemtheorie
  • Implementierungsstand und technische Herausforderungen des Systems
  • Auswirkungen auf Kommunikation und soziale Diversität
  • Vergleichende Betrachtung mit dem Konzept des Panoptikums

Auszug aus dem Buch

4.1. Oberfläche: Interface, App, Punktzahl

Das Social Credit System ist ein äußerst komplexes System, doch der chinesische Bürger kann davon nur eine Oberfläche in Form einer App einsehen.

Jedem Bürger wird auf Grundlage der Datenbank eine individuelle Punktzahl zugewiesen. Sie soll damit aussagen, wie vertrauenswürdig die Person ist. Dabei wird der Punktestand jedoch nicht nur der jeweiligen Person angezeigt. Die Regierung plant, diese öffentlich zugänglich zu machen.

Geplant ist, die Partizipation der Bürger am System durch spielerische Elemente zu erhöhen. So soll die Anzeige der Punktzahl in verschiedene Level unterteilt sein, die mit Belohnungen verbunden sind. Dadurch wird die Motivation, sich zu steigern, erhöht. Dieser Aspekt der Gamification wird noch durch das Angebot von Mini-Spielen in der App verstärkt und zielt darauf, die Aufmerksamkeit der Nutzer lange an die App zu binden und dabei positive Emotionen hervorzurufen.

An der Oberfläche des Social Credit Systems steht, wie bereits erwähnt, nicht nur eine bewertende Zahl, als zweite Komponente existiert ein Mechanismus aus Belohnungen und Sanktionen. Dieser Mechanismus ruft, basierend auf der Punktzahl, aber auch auf dem Verhalten des Bürgers, Konsequenzen hervor. Die Regierung plant, bei Bürgern mit niedriger Bewertung Einschränkungen in Bezug auf Arbeitsverhältnisse, Konsum, Reisen und Zugang zu Krediten umzusetzen. Auf der anderen Seite stehen für vorbildliche Bürger mögliche Belohnungen wie zum Beispiel der Zugang zu günstigeren Krediten, verbesserte berufliche Aufstiegschancen und verkürzte Sicherheitskontrollen bei Reisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des chinesischen Social Credit Systems ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Chinas Vision von einer überwachenden Datenbank mit verhaltensbeeinflussender Funktion: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe der chinesischen Regierung, das Bonitätssystem einzuführen, und beschreibt das Konzept der Verhaltenskontrolle durch Belohnungen und Sanktionen.

3. Erläuterung Luhmanns medientheoretischer Perspektive auf den Computer: Es werden die Grundlagen der Systemtheorie Luhmanns vorgestellt, insbesondere seine medientheoretische Unterscheidung zwischen der medialen Oberfläche und der unsichtbaren Tiefe des Computers.

4. Anwendung Luhmanns medientheoretischer Perspektive auf den Computer auf das Social Credit System: Hier wird Luhmanns Theorie auf das Bonitätssystem übertragen, wobei die App als Oberfläche und die Datensammlung sowie Algorithmen als Tiefe des Systems analysiert werden.

5. Derzeitiger Stand der Umsetzung/Implementierung des gesellschaftlichen Bonitätssystems in China: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Umsetzungsstatus, inklusive regionaler Pilotprojekte, und beleuchtet bestehende technische sowie sicherheitsrelevante Probleme.

6. Mögliche gesellschaftliche Auswirkungen, insbesondere mit Blick auf Kommunikation nach Luhmanns Systemtheorie: Es wird untersucht, wie das System die Kommunikation verändert, zur sozialen Entkopplung beiträgt und die gesellschaftliche Diversität durch Quantifizierung reduziert.

7. Panoptische Überwachung bei Bentham und Foucault: Das Kapitel vergleicht das Social Credit System mit dem architektonischen Konzept des Panoptikums, um die Mechanismen der Selbstdisziplinierung durch subtile Überwachung aufzuzeigen.

8. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit Datensicherheit und Algorithmen, auch im europäischen Kontext.

Schlüsselwörter

Social Credit System, China, Niklas Luhmann, Systemtheorie, digitale Überwachung, Panoptikum, Jeremy Bentham, Michel Foucault, Big Data, Algorithmen, Verhaltenskontrolle, Gamification, soziale Kontrolle, Datensicherheit, Bonitätssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau und den gesellschaftlichen Auswirkungen des chinesischen Social Credit Systems aus einer medientheoretischen und sozialwissenschaftlichen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Vision der chinesischen Regierung zur Verhaltenskontrolle, die Architektur des digitalen Systems sowie die philosophische und soziologische Einordnung von Überwachung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie das Social Credit System als neues Leitmedium die Gesellschaft, das tägliche Leben und das Verhalten der Bürger durch Quantifizierung und Überwachung verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die medientheoretische Systemtheorie von Niklas Luhmann sowie die Machtanalysen von Jeremy Bentham und Michel Foucault zur theoretischen Fundierung der Analyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Konzept der App-Oberfläche und der Daten-Tiefe, der aktuelle Umsetzungsstand in China sowie die Auswirkungen auf die Kommunikation und die psychologische Wirkung von Überwachung untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Social Credit System, Systemtheorie, Panoptikum, digitale Überwachung, Big Data, Algorithmen und soziale Disziplinierung.

Inwiefern spielt der Aspekt der Gamification eine Rolle für das System?

Gamification wird eingesetzt, um die Bürger durch spielerische Elemente wie Punktesysteme und Belohnungen zur Partizipation zu motivieren und ihre Aufmerksamkeit dauerhaft an das System zu binden.

Was ist der Kern der "panoptischen" Überwachung im Kontext des Social Credit Systems?

Der Kern liegt in der permanenten, aber unsichtbaren Überwachung, die bei den Bürgern zu einer Verinnerlichung der Kontrolle und damit zu einer Selbstdisziplinierung führt.

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Details

Titel
Chinas Social Credit System. Eine Betrachtung mit Luhmann, Bentham und Foucault
Hochschule
Hochschule Merseburg  (Fachbereich Soziale Arbeit, Medien, Kultur)
Veranstaltung
Kultur- und Medientheorie
Note
1,7
Autor
Judith Sundermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V1020814
ISBN (eBook)
9783346413772
ISBN (Buch)
9783346413789
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social Credit System China Foucault Luhmann Überwachung Systemtheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Sundermann (Autor:in), 2019, Chinas Social Credit System. Eine Betrachtung mit Luhmann, Bentham und Foucault, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020814
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Leseprobe aus  22  Seiten
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