Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kunst - Computerkunst, Medienkunst

Literarische Metaphern und Objektkunst als Werkzeug zur Überwindung des Anthropozäns

Eine Annäherung an Donna Haraways Theorien zum Jetzt und ein Vergleich künstlerischer Positionen zum Anthropozän

Titel: Literarische Metaphern und Objektkunst als Werkzeug zur Überwindung des Anthropozäns

Seminararbeit , 2021 , 17 Seiten

Autor:in: Carmen Westermeier (Autor:in)

Kunst - Computerkunst, Medienkunst
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der folgenden Arbeit wird besonders auf das Buch „Unruhig bleiben: Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän“ von Donna Haraway eingegangen und Haraways Gegenbegriffe zum Terminus des Anthropozän ausgeführt. Außerdem wird das „wie wir leben“ aus Haraways Sicht beleuchtet und ihre Begriffe der Critters und Kinships, als andere Narrative eingeführt. Diese geben uns philosophische Metaphern an die Hand, um die Komplexität unserer Leben, unserer Zukünfte zu begreifen. Der Theorie füge ich anschließend zwei künstlerische Bilder hinzu. Pinar Yoldas mit „Ecosystem of Excess“ sowie Zheng Bo „Pteridophilia“, sollen hier ergänzend und vergleichend mehr Greifbarkeit des Jetzt und der Zukunft durch Medienkunst und Metaphern bringen und uns einen Utopie des Weiterlebens ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. „Wie wir leben“ - Das Anthropozän

2. Donna Haraways Theorien zur Überwindung des Anthropozäns

2.1 Das Anthropozän schreddern - Das Kapitalozän und das Chtuluzän

2.2 Critters und Kinships

3. Objektkunst als Metaphern im Kampf ums Überleben

3.1 Pinar Yoldas „Ecosystem in Excess“ - Neue Kritter

3.2 Zheng Bo „Pteridophilia“ - sich verwandt machen

4. „Wie wir weiter leben“ - Utopien als Überlebensstrategie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Anthropozän als kritische Epoche und erforscht, wie durch Donna Haraways posthumanistische Theorien sowie künstlerische Positionen neue Erzählweisen und Überlebensstrategien für eine bewohnbare Zukunft entwickelt werden können.

  • Analyse des Anthropozän-Begriffs und dessen Kritik durch Donna Haraway.
  • Einführung in die Konzepte von Kapitalozän und Chtuluzän.
  • Untersuchung der philosophischen Begriffe „Critters“ und „Kinships“.
  • Künstlerische Fallstudien zur Visualisierung ökologischer Zusammenhänge.
  • Erörterung von Utopien als notwendiges Werkzeug für ein speziesübergreifendes Überleben.

Auszug aus dem Buch

3.2 ZHENG BO „PTERIDOPHILIA“ - SICH VERWANDT MACHEN

Während sich Pinar Yoldas Objekte aus „Ecosystem in Excess“ als Geschichte der Entstehung neuer Kritter erzählen lässt, kann man die Arbeit „Pteridophilia“ von Zheng Bo Donna Haraways Idee des „sich verwandt machen“ zuordnen.

Zheng Bo ist, ähnlich wie Yoldas, an der Schnittstelle von (Medien-)Kunst und Wissenschaft zu verorten. Der Künstler aus Hong Kong hat unter anderem in Berlin am Gropius Bau mit Pflanzenwissenschaftler:innen und Ökolog:innen zur Frage „Betreiben Pflanzen eine Politik?“ gearbeitet. Generell beschäftigen den Medienkünstler die Lebendigkeit der Artenvielfalt, er erforscht die Vergangenheit und stellt sich die Zukunft aus der Perspektive von marginalisierten Gemeinschaften und marginalisierten Pflanzen vor. Er kreiert Unkrautgärten und Öko-Queer-Filme, um Wissen jenseits des Anthropo-Extinction-Events zu kultivieren. (vgl. Bo 2021)

Diese Lebendigkeit der Vielfalt unserer Erde und das „sich verwandt machen“ wird besonders in seiner Arbeit „Pteridophilia“ spürbar. Von 2016-2019 drehte Bo vier filmische Episoden unter diesem Titel, um queere Pflanzen und queere Menschen innerhalb der Utopie eines „guten Anthrpopzäns“ zusammen zu bringen. In den Filmen befinden sich die Akteure im Wald und tauschen Zärtlichkeit und Sexualität mit hauptsächlich Farnen aus. (Abb. 5) Es erscheint uns absurd und vielleicht abstoßend, dennoch bringt es die Essenz erstaunlich gut heraus: Die kapitalistische Produktionsweise beutet die Flora ungehemmt aus, Pflanzen werden gegessen, Wälder werden gerodet, doch begehren und lieben sollen wir Pflanzen nicht. (vgl. Bo 2020)

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Wie wir leben“ - Das Anthropozän: Dieses Kapitel definiert das Anthropozän als erdgeschichtliche Epoche des menschlichen Einflusses und diskutiert die soziopolitischen Folgen für das Überleben auf einem globalen Maßstab.

2. Donna Haraways Theorien zur Überwindung des Anthropozäns: Hier werden Haraways alternative Konzepte wie das Kapitalozän und das Chtuluzän sowie die Bedeutung von Tentakulärem Denken und Symbiose vorgestellt.

2.1 Das Anthropozän schreddern - Das Kapitalozän und das Chtuluzän: Die Autorin legt Haraways Kritik am Anthropozentrismus dar und begründet, warum neue, mythengestützte Erzählweisen notwendig sind.

2.2 Critters und Kinships: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Begriffe der „Critters“ und „Kinships“ als Ansätze für ein hierarchiefreies, symbiotisches Zusammenleben.

3. Objektkunst als Metaphern im Kampf ums Überleben: Dieser Teil widmet sich der Vermittlung ökologischer Theorien durch künstlerische Praxis.

3.1 Pinar Yoldas „Ecosystem in Excess“ - Neue Kritter: Analyse der Arbeit von Pinar Yoldas, die durch fiktive Organe und Biologie-Taxonomie das Plastikvorkommen im Pazifik thematisiert.

3.2 Zheng Bo „Pteridophilia“ - sich verwandt machen: Betrachtung der Videoarbeit von Zheng Bo als Ausdruck von Ökosexualität und intimer Verbundenheit mit der Flora.

4. „Wie wir weiter leben“ - Utopien als Überlebensstrategie: Zusammenführung der künstlerischen und theoretischen Ansätze, um Wege für eine bewohnbare Zukunft und spekulative Utopien aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Anthropozän, Kapitalozän, Chtuluzän, Donna Haraway, Symbiose, Critters, Kinships, Pinar Yoldas, Zheng Bo, Ökosexualität, Medienkunst, Posthumanismus, Ökologie, Speziesübergreifende Verantwortung, Utopie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen ökologischen Krisen des Anthropozäns und der philosophischen sowie künstlerischen Reflexion dieser Zustände.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Posthumanismus, ökologische Kunsttheorie, feministische Wissenschaftskritik und spekulative Zukunftsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, durch die Analyse von Donna Haraways Theorien und zeitgenössischer Objektkunst aufzuzeigen, wie wir neue Narrative entwickeln können, um die zerstörerischen Folgen des Anthropozäns zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methodik findet Anwendung?

Es handelt sich um eine medien- und kulturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Texte mit einer vergleichenden Bild- und Objektanalyse kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Chtuluzäns nach Haraway und die detaillierte Betrachtung künstlerischer Werke von Pinar Yoldas und Zheng Bo.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Anthropozän, Symbiose, Critters, Kinships und medienkünstlerische Intervention.

Was bedeutet „Tentakuläres Denken“ im Kontext der Arbeit?

Es beschreibt nach Haraway ein tastendes, nicht-hierarchisches Verständnis von Weltzusammenhängen, vergleichbar mit den Greiforganen eines Oktopusses.

Warum spielt die Kunst eine entscheidende Rolle für die Autorin?

Die Kunst macht komplexe ökologische Zusammenhänge visuell und emotional greifbar, was der rein wissenschaftlichen Analyse als Ergänzung dient, um Handlungsfähigkeit zu erzeugen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Literarische Metaphern und Objektkunst als Werkzeug zur Überwindung des Anthropozäns
Untertitel
Eine Annäherung an Donna Haraways Theorien zum Jetzt und ein Vergleich künstlerischer Positionen zum Anthropozän
Hochschule
Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Autor
Carmen Westermeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1020872
ISBN (eBook)
9783346413741
Sprache
Deutsch
Schlagworte
literarische metaphern objektkunst werkzeug überwindung anthropozäns eine annäherung donna haraways theorien jetzt vergleich positionen anthropozän
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carmen Westermeier (Autor:in), 2021, Literarische Metaphern und Objektkunst als Werkzeug zur Überwindung des Anthropozäns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020872
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum