Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller. Anamnese und Diagnose

Title: Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller. Anamnese und Diagnose

Term Paper , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Burkhard Müller schlägt Arbeitsregeln für die Anamnese, Diagnose und Intervention vor. In dieser Arbeit werden exemplarisch einzelne Regeln anhand eines exemplarischen Falls angewandt. Die Fallarbeit hat bereits im Studium angehender Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen eine wichtige Bedeutung, da sie einen praktischen Blickwinkel von den Studierenden fordert und sie in Reflexivität und Methodenkompetenzen schult.

Da Studierende stark auf den Erwerb theoretischen Wissens fokussiert sind, stellt die praktische Komponente der Fallarbeit oftmals eine Herausforderung dar. Graßhoff bezeichnet sie daher gar als Königsweg der Vermittlung von Theorie und Praxis. Die multiperspektivische Fallarbeit ist eine von Burkhard Müller entwickelte Methode, die in seinem Werk "Sozialpädagogisches Können. Ein Lehrbuch zur multiperspektivischen Fallarbeit" beschrieben wird und in dieser Arbeit Anwendung finden soll.

In dieser Arbeit sollen jeweils zwei ausgewählte Anamnese- und Diagnoseregeln auf einen Fall angewendet werden. Zunächst wird der Fall der 13-jährigen S. dargestellt. Anschließend soll der Fall nach der dritten und fünften Anamneseregel und neunten Diagnoseregel bearbeitet werden. Eine genauere Beleuchtung der dazugehörigen Begrifflichkeiten und der Regeln wird im Zuge dessen vorgenommen. Im darauffolgenden Schritt werden mögliche erste Interventionen erarbeitet und abschließend in einem Fazit potenzielle Ambiguitäten bedacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller

2. Falldarstellung: S.

3. Anwendung ausgewählter Arbeitsregeln auf den Fall

3.1. Anamnese

3.1.1. Regel 3

3.1.2. Regel 5

3.2. Diagnose

3.2.1. Regel 7

3.2.2. Regel 9

3.3. Erwägung erster Handlungsschritte

4. Umgang mit möglichen Ambiguitäten

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretisch fundierte und methodisch strukturierte Analyse eines komplexen sozialpädagogischen Fallbeispiels (Fall S.) unter Anwendung ausgewählter Arbeitsregeln nach Burkhard Müller. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie durch den Einsatz von Anamnese- und Diagnoseregeln ein tieferes, reflexives Fallverstehen ermöglicht wird, um von vorschnellen Einordnungen zu einer partizipativen Fallarbeit zu gelangen.

  • Grundlagen der multiperspektivischen Fallarbeit nach Burkhard Müller
  • Anwendung der Anamneseregeln 3 und 5 zur Offenlegung von Hintergrundwissen und zur zirkulären Fragestellung
  • Diagnostische Ressourcenarbeit mittels der Regeln 7 und 9 zur Gewichtung von Problemlagen
  • Reflexion des Umgangs mit Ambiguitäten und professioneller Haltung in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Regel 3

„Soziale Anamnese heißt, sensibel mit Hintergrundwissen umzugehen und mit schnellen Einordnungen in bekannte Raster vorsichtig zu sein.“ (Müller 2017, S.117).

Als hermeneutisch zirkuläre Methode ist die multiperspektivische Fallarbeit auch immer ein interpretatives Vorgehen, das stark an die eigene Beobachtung gebunden ist. Auf den Prozess des Beobachtens wirken stets persönliche Einflüsse ein (vgl. von Foerster 2008, S. 24). Die Anamnese bedeutet eine Öffnung des Blickes und zielt darauf ab, sich dessen bewusst zu werden, dass Lücken des eigenen Wissens durch persönlich geprägte Annahmen gefüllt werden (vgl. Müller 2017, S.115). Ein Gespräch kann sich demnach in eine davon beeinflusste Richtung bewegen und zur vermeintlichen Bestätigung dieser Annahmen führen (ebd.), wodurch die Anamnese unter Umständen bereits zu einer Diagnose werden könnte (ebd., S.117). Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen stehen hierbei vor der Herausforderung, zu erkennen, dass sie „blind für ihre eigene Blindheit“ (von Foerster 2008, S. 39) sind. Blinde Flecke, die durch Alltags-, Theorie- und Erfahrungswissen entstehen, gilt es sich bewusst zu machen sowie zu relativieren (vgl. Müller 2017, S. 118, vgl. auch von Foerster 2008, S. 39f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller: Dieses Kapitel führt in die methodischen Grundlagen nach Burkhard Müller ein und erläutert die Bedeutung der Fallperspektiven sowie die zirkuläre Natur der Fallarbeit.

2. Falldarstellung: S.: Hier werden die Informationen aus verschiedenen Quellen (Polizeinote, Mutter, S. selbst) zusammengetragen, um ein erstes Bild der Lebenssituation der 13-jährigen S. zu zeichnen.

3. Anwendung ausgewählter Arbeitsregeln auf den Fall: In diesem Hauptteil wird der Fall S. mithilfe spezifischer Anamnese- und Diagnoseregeln systematisch analysiert, um den Blick für alternative Sichtweisen zu öffnen.

3.1. Anamnese: Dieses Kapitel fokussiert auf die Anwendung der dritten und fünften Anamneseregel, um vorschnelle Einordnungen zu vermeiden und gezielte Fragen zur Erschließung des Falls zu stellen.

3.1.1. Regel 3: Das Kapitel befasst sich mit der Sensibilität gegenüber eigenem Hintergrundwissen und der kritischen Reflexion von Deutungsmustern im Anamneseprozess.

3.1.2. Regel 5: Hier wird der zirkuläre Prozess des Fragens angewendet, um Fakten von Geschichten zu unterscheiden und Informationen neu zu gewichten.

3.2. Diagnose: Dieser Abschnitt überträgt das Konzept der Aushandlungsdiagnostik auf den Fall S., wobei der Fokus weg von reinen Defiziten hin zur Ressourcenerschließung verschoben wird.

3.2.1. Regel 7: Es wird untersucht, welche Ressourcen der Beteiligten und des Helfersystems zur Bewältigung der aktuellen Problematik genutzt oder reaktiviert werden können.

3.2.2. Regel 9: Dieses Kapitel behandelt die Gewichtung von Anforderungen und die Identifikation vordringlicher Handlungsschritte innerhalb komplexer Problemlagen.

3.3. Erwägung erster Handlungsschritte: Basierend auf der Analyse werden erste Interventionen sowie das notwendige Vertrauensverhältnis für eine gelingende Soziale Arbeit abgeleitet.

4. Umgang mit möglichen Ambiguitäten: Das Fazit reflektiert den konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten und widersprüchlichen Informationen im Fallverstehen als Beitrag zur professionellen Qualitätsentwicklung.

Schlüsselwörter

Multiperspektivische Fallarbeit, Burkhard Müller, Soziale Anamnese, Soziale Diagnose, Fallverstehen, Ressourcenorientierung, Aushandlungsdiagnostik, Fall S., Jugendhilfe, Professionelle Reflexion, Delinquenz, Familienarbeit, Sozialpädagogisches Können, Hermeneutik, Fallanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretisch fundierten Analyse eines sozialpädagogischen Fallbeispiels unter Verwendung der von Burkhard Müller entwickelten Methode der multiperspektivischen Fallarbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die professionelle Fallanamnese, die ressourcenorientierte Diagnose sowie der konstruktive Umgang mit Mehrfachbelastungen und Ambiguitäten im Kontext der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Anwendung spezifischer Arbeitsregeln den Blick für komplexe Fallkonstellationen zu weiten, vorschnelle Vorurteile zu hinterfragen und eine partizipative Arbeitsbeziehung zu Klienten aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Verwendet wird die hermeneutisch zirkuläre Methode der multiperspektivischen Fallarbeit nach Burkhard Müller, ergänzt durch Ansätze zur Ressourcendiagnostik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Falldarstellung sowie die schrittweise Anwendung der Anamneseregeln 3 und 5 sowie der Diagnoseregeln 7 und 9 auf den Fall S.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Multiperspektivität, Fallverstehen, Ressourcenaktivierung, Aushandlungsdiagnostik und professionelle Reflexion charakterisiert.

Wie geht die Autorin mit dem Stiefvater von S. um?

Die Autorin versucht, das Bild des „gewalttätigen Stiefvaters“ durch einen reflexiven Schritt zurück zu relativieren, indem sie mögliche eigene Überforderungen und Wünsche des Stiefvaters nach einer heilen Familie in die Analyse miteinbezieht.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Fakten“ und „Geschichten“ eine so große Rolle?

Die Unterscheidung ist zentral, um zu erkennen, welche Informationen auf objektiven Begebenheiten beruhen und welche auf subjektiven Deutungen, Wünschen oder Ängsten der Beteiligten basieren, was für eine objektivere Fallarbeit unerlässlich ist.

Welche Bedeutung kommt der „Aushandlungsdiagnostik“ in diesem Fall zu?

Die Aushandlungsdiagnostik dient dazu, S. nicht nur als Objekt von Maßnahmen zu betrachten, sondern sie aktiv in den Diagnoseprozess einzubeziehen, um Lösungen zu finden, die ihre tatsächlichen Bedürfnisse und Lebensrealitäten berücksichtigen.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller. Anamnese und Diagnose
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V1021019
ISBN (eBook)
9783346418456
ISBN (Book)
9783346418463
Language
German
Tags
multiperspektivische fallarbeit burkhard müller anamnese diagnose
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller. Anamnese und Diagnose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021019
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint