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Geschlechterstereotypen in Führungspositionen. Wahrnehmung männlicher und weiblicher Führungskräfte

Titel: Geschlechterstereotypen in Führungspositionen. Wahrnehmung männlicher und weiblicher Führungskräfte

Hausarbeit , 2021 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jana Schleske (Autor:in)

Psychologie - Wirtschaftspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, den Stand der Forschung darzulegen, ob männliche und weibliche Führungskräfte unterschiedlich wahrgenommen werden. Dazu wurden zuerst die Begrifflichkeiten der Selbst- und Fremdwahrnehmung voneinander und in sich abgegrenzt. Dann wurden die Geschlechtsstereotypen in ihrer Entwicklung erläutert und ihre Auswirkung auf das erwartete Führungsverhalten dargestellt.

Im Bereich der Führungsmodelle konzentrierte sich diese Arbeit kurz auf die klassischen Führungsmodelle, um dann zu den modernen Führungsmodellen der "Full Range of Leadership" von Avolio und Bass und hier speziell auf die Kombination des transaktionalen und transformationalen Führungsstils überzugehen. Als theoretische Grundlagen wurden die Modelle "Think-Manager-Think-Male", "Backlash", "Die Gläserne Decke", "Lack-of-Fit-Modell", das "Modell des doppelten Einflusses von Geschlecht" und die "Role-Congruity-Theorie" vorgestellt.

Das Geschlecht ist die verfügbarste Möglichkeit der Kategorisierung. Es ist das erste Unterscheidungsmerkmal, das wir bei der Begegnung mit einem anderen Menschen anwenden. Als soziales Wesen kann sich der Mensch im Beruf nicht völlig frei machen von den seit frühester Kindheit erlernten Stereotypen. Hinzu kommt eine oft überzogene und inszenierte Darstellung vorn Geschlechtsstereotypen in klassischen und sozialen Medien.

Besonders in der Werbung werden speziell Frauen durch übertriebene Sexualisierung instrumentalisiert. Damit werden die Geschlechtsstereotype verstärkt. Das wirft die Frage auf, ob die Wahrnehmung des Geschlechtes eines weiblichen Mitarbeiters ein entsprechendes Geschlechtsstereotyp aktiviert, das nicht mit dem idealen Stereotyp einer Führungskraft korreliert und die Führungsfunktion aus diesem Grund abgelehnt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Wahrnehmung und soziale Kategorisierung

2.2 Stereotype und Geschlecht

2.3 Führung

2.3.1 Traditionelle Führungsstile

2.3.2 Full Range of Leadership

2.4 Stereotyp Führung

3 Methoden

3.1 Historische Entwicklung des weiblichen Geschlechterstereotyps

3.2 Verkindlichung und Sexualisierung

3.3 Geschlechtertypisches Rollenverhalten

3.4 Konkurrenzsituationen

3.5 Think-Manager-Think-Male

3.6 Lack of Fit Modell

3.7 Backlash

3.8 Die gläserne Decke

3.9 Doppelter Einfluss von Geschlecht

3.10 Rollenkongruenztheorie

4 Ergebnis

5 Diskussion

6 Fazit

Zielsetzung & Themen der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stand der Forschung zur differenzierten Wahrnehmung von männlichen und weiblichen Führungskräften. Ziel ist es zu erörtern, ob und wie soziale Stereotype den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen beeinflussen und inwieweit moderne Führungsmodelle zur Auflösung geschlechtsspezifischer Benachteiligungen beitragen können.

  • Psychologische Grundlagen der sozialen Kategorisierung und Stereotypenbildung
  • Analyse klassischer und moderner Führungsmodelle (Full Range of Leadership)
  • Einfluss von Geschlechterstereotypen auf die wahrgenommene Führungskompetenz
  • Theoretische Erklärungsmodelle (Think-Manager-Think-Male, Lack of Fit, Backlash)
  • Handlungsempfehlungen zur Förderung der Chancengleichheit in Unternehmen

Auszug aus dem Buch

3.7 Backlash

Wenn es Frauen trotz aller bisher genannten widrigen Umstände geschafft haben, ins mittlere Management aufzusteigen, z. B. in dem sie sich als männlich wahrgenommene Eigenschaften verstärkt angeeignet haben, droht ein weiterer Rückschlag. Die einschlägige Literatur spricht hier von ‚backlash’. In diesem Kontext bezeichnet er eine negative Auswirkung, die auf die Verletzung stereotyper Wertvorstellungen zurückgeht. So wird eine Frau sowohl von Frauen als auch von Männern weniger gemocht und sogar abgelehnt, wenn sie ein dominantes (männlich konnotiertes) Verhalten im Führungskontext nutzt. Damit gerät sie in einen wirklichen Rollenkonflikt. Entweder sie wird mit weiblichem Verhalten ihrer Rolle als Frau gerecht und wird dann in ihrer Führungskompetenz abgelehnt, oder sie wird mit betont männlichem Verhalten ihrer Rolle als Führungskraft gerecht und wird aufgrund ihrer fehlenden weiblichen Authentizität nicht gemocht. (Rudman & Phelan, 2008)

Sympathie ist nicht nur wichtig, um überhaupt in die Position einer Führungskraft zu kommen, sondern besonders im transformationalen Führungsstil ungemein wichtig für den Führungserfolg, da sie für die Etablierung einer Bindung neben der Kompetenz basal ist. Wenn Frauen versuchen, die fehlende Sympathie durch erhöhte Kompetenz zu kompensieren, haben sie nicht nur höheren Bildungsaufwand sondern tragen sich noch immer mit höheren psychologischen Kosten als Männer. Eine von Feindseligkeit geprägte Arbeitsumgebung und daraus resultierende Ablehnung von unten und oben, wird wieder auf geringere Führungskompetenz zurückgeführt, woraus wiederum ein geringeres Gehalt und eine Verminderung weiterer Aufstiegschancen resultiert. Unter dem backlash-Phänomen können allerdings auch Männer leiden, wenn sie sich weiblicher verhalten, als von ihnen erwartet wird. Bescheidenheit beispielsweise gereicht ihnen nicht zum Vorteil, da diese eher von weiblichen Führungskräften erwartet wird. (Moss-Racusin, Phelan & Rudman, 2010)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen trotz gesetzlicher Gleichstellung und führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Wahrnehmung ein.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte der Selbst- und Fremdwahrnehmung, soziale Kategorisierung, die Entwicklung von Stereotypen und stellt verschiedene Führungsstile sowie moderne Führungsmodelle vor.

3 Methoden: In diesem Kapitel werden diverse theoretische Modelle und Konzepte – wie Think-Manager-Think-Male, das Lack-of-Fit-Modell und die Rollenkongruenztheorie – zur Analyse der Wahrnehmungsunterschiede dargelegt.

4 Ergebnis: Die Ergebnisse zeigen, dass männliche und weibliche Führungskräfte weiterhin unterschiedlich wahrgenommen werden, wobei sich der Führungsstereotyp durch moderne, bindungsorientierte Ansätze langsam öffnet.

5 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Vorgehensweise und die Fülle der Literatur, ordnet die Modelle in einen Gesamtzusammenhang ein und diskutiert psychische Kosten für Frauen in männlich geprägten Strukturen.

6 Fazit: Das Fazit fordert ein aktives Hinterfragen geschlechtlicher Ungleichgewichte in Unternehmen sowie ein gesellschaftliches Umdenken, um die traditionelle Rollenverteilung nachhaltig aufzubrechen.

Schlüsselwörter

Führung, Führungskräfte, Geschlechterstereotype, Wahrnehmung, Rollenkongruenztheorie, Lack of Fit, Backlash, Full Range of Leadership, Gender, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Führungskompetenz, Chancengleichheit, Transformationale Führung, Soziale Kategorisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und warum männliche und weibliche Führungskräfte unterschiedlich wahrgenommen werden und welche Auswirkungen dies auf die berufliche Karriere von Frauen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Psychologie der sozialen Wahrnehmung, die Entstehung von Geschlechtsstereotypen sowie die Analyse von Führungsstilen und deren gesellschaftlicher Konnotation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es darzulegen, ob das Geschlecht als Kriterium die Wahrnehmung einer Führungskraft negativ beeinflusst und inwieweit moderne Führungsansätze zur Chancengleichheit beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin führt eine theoretische Aufarbeitung durch, bei der relevante sozialpsychologische Modelle extrahiert, strukturiert und hinsichtlich ihrer empirischen Befunde analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung von Stereotypen, dem Einfluss von Attraktivität, dem Think-Manager-Think-Male-Phänomen, dem Lack-of-Fit-Modell und dem Backlash-Effekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Geschlechterstereotype, Führungskompetenz, Backlash-Effekt, Rollenkongruenztheorie und transformationale Führung.

Welche Bedeutung hat das "Think-Manager-Think-Male"-Modell für die Arbeit?

Es dient dazu zu verdeutlichen, dass das allgemeine Bild einer erfolgreichen Führungskraft oft noch immer stark mit männlich konnotierten Eigenschaften wie Dominanz und Aufgabenorientierung verknüpft ist.

Was besagt der "Backlash-Effekt" in Bezug auf weibliche Führungskräfte?

Der Effekt beschreibt, dass Frauen, die dominante, "männliche" Führungsstile anwenden, soziale Ablehnung erfahren, da sie gegen die präskriptiven Normen ihrer traditionellen Geschlechterrolle verstoßen.

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Details

Titel
Geschlechterstereotypen in Führungspositionen. Wahrnehmung männlicher und weiblicher Führungskräfte
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,0
Autor
Jana Schleske (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1021102
ISBN (eBook)
9783346418272
ISBN (Buch)
9783346418289
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führungskräfte Gender stereotyp männlich weiblich think manager think male
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Schleske (Autor:in), 2021, Geschlechterstereotypen in Führungspositionen. Wahrnehmung männlicher und weiblicher Führungskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021102
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Leseprobe aus  23  Seiten
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