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Die Tyrannei der Mehrheit. Analyse des demokratischen Prinzips

Title: Die Tyrannei der Mehrheit. Analyse des demokratischen Prinzips

Term Paper , 2003 , 8 Pages , Grade: noch keine

Autor:in: Christof Niemann (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Mehrheit oder Minderheit – wer sollte ein demokratisches System dominieren? Oder sollten beide in ihren Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme gleichberechtigt sein? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Politikwissenschaftler seit geraumer Zeit. Eingegangen wird in dieser Arbeit hauptsächlich auf die Ansätze von Arendt Lijphart, Alexis de Tocqueville und Aurel Croissant.
Bedeutet Demokratie dass zu strittigen Fragen eine Abstimmung stattfindet und die Mehrheit sich schließlich uneingeschränkt durchsetzt? Im einfachsten Falle ja, aber eigentlich versteht man unter Demokratie die Herrschaft des Volkes, nicht die Herrschaft eines Teils des Volkes. Dem Wesen des demokratischen Prinzips entspricht es, eine Identität von Regierenden und Regierten zu schaffen. Demnach ist Demokratie mit der Mehrheitsherrschaft allein wohl nicht ausreichend erfasst. Aber auch die Dominanz von Minderheiten kann das System lähmen. Das Problem wird aus beiden Perspektiven genauer beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Verständnis von Demokratie

2. Die Tyrannei der Mehrheit

3. Die Tyrannei der Minderheit

4. Diskussion

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Mehrheits- und Minderheitenherrschaft in demokratischen Systemen. Ziel ist es, die Risiken der sogenannten „Tyrannei der Mehrheit“ sowie der „Tyrannei der Minderheit“ theoretisch zu beleuchten und unter Berücksichtigung von Demokratiemodellen (wie denen von Lijphart) zu diskutieren, welches System besser geeignet ist, die Interessen aller gesellschaftlichen Gruppen zu wahren.

  • Grundbegriffe und Verständnis von Demokratie
  • Analyse der „Tyrannei der Mehrheit“ nach Tocqueville
  • Untersuchung der „Tyrannei der Minderheit“ (unter anderem im Kontext von Konsensusdemokratien)
  • Vergleich von Mehrheits- und Konsensusdemokratie
  • Diskussion über die Repräsentation und Stabilität demokratischer Systeme

Auszug aus dem Buch

Die Tyrannei der Mehrheit

„Die unumschränkte Herrschaft der Mehrheit liegt im Wesen der Demokratie; denn in der Demokratie kann sich außerhalb der Mehrheit nichts behaupten.“ Mit dieser eindeutigen Aussage beginnt Toqueville das neunte Kapitel seiner Betrachtung über die Demokratie in Amerika. Die Herrschaft der Mehrheit begründet sich für Toqueville moralisch: Mehrheit bedeutet eine Vereinigung vieler Menschen, der man mehr Bildung und Weisheit unterstellt als einer Vereinigung weniger Menschen. Demnach muss erstere die Geschicke des Staates lenken. Nicht das Toqueville all dies befürworten würde. Im Gegenteil: er sieht die Mängel der Demokratie mit der Macht der Mehrheit wachsen. Der Keim zur Tyrannei liege, so Toqueville, im Zugestehen des Rechts alles zu tun an irgendeine Macht. Amerika als Mehrheitsdemokratie schneidet in seiner Betrachtung nicht besonders gut ab: Es gebe keine Sicherheit gegen die Tyrannei und die Mehrheit ziehe einen „drohenden Kreis um das Denken“.

Glaubt man Toqueville, so hat die Mehrheit in Amerika den Würgegriff fast gänzlich um das politische Leben und um die Freiheit gelegt. So sei geistige Freiheit in Amerika unbekannt und man müsse gewissermaßen auf seine Bürgerrechte verzichten, wenn man sich von dem von der Mehrheit vorgezeichneten Weg entfernen wolle. In der Allmacht der Mehrheit liege die größte Gefahr für die amerikanischen Republiken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Verständnis von Demokratie: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Problematik ein, wer in einem demokratischen System dominieren sollte, und grenzt das Verständnis von Demokratie von einer reinen Mehrheitsherrschaft ab.

2. Die Tyrannei der Mehrheit: Hier wird die Gefahr der unumschränkten Macht der Mehrheit anhand von Tocquevilles Beobachtungen sowie Lijpharts Modell der Mehrheitsdemokratie kritisch analysiert.

3. Die Tyrannei der Minderheit: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Minderheiten Macht ausüben können, sei es durch das Modell der Konsensusdemokratie, politisches Zünglein-an-der-Waage-Verhalten oder juristische Einflussnahme.

4. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ausgangsfrage und bewertet die Vor- und Nachteile von Mehrheits- und Konsensusdemokratien unter Berücksichtigung der jeweiligen gesellschaftlichen Ausgangslage.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten politikwissenschaftlichen Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Demokratie, Mehrheitsherrschaft, Minderheitenrechte, Tyrannei der Mehrheit, Tyrannei der Minderheit, Konsensusdemokratie, Politikwissenschaft, Alexis de Tocqueville, Arendt Lijphart, Regierungsform, politische Partizipation, Vetospieler, Repräsentation, Mehrheitswahlrecht, Gesellschaftsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert das demokratische Dilemma, wie Mehrheitsentscheidungen und Minderheiteninteressen in einem politischen System in Einklang gebracht werden können, ohne dass eine Seite unterdrückt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis von Demokratie, der Gefahr der Dominanz durch die Mehrheit, den Möglichkeiten der Einflussnahme durch Minderheiten sowie der vergleichenden Analyse von Demokratietypen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen „Tyrannei der Mehrheit“ und „Tyrannei der Minderheit“ und die Beantwortung der Frage, wie ein gerechter politischer Entscheidungsprozess gestaltet sein sollte.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf politikwissenschaftlicher Literaturanalyse, insbesondere unter Heranziehung der Theorien von Alexis de Tocqueville, Arendt Lijphart und Aurel Croissant.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Mehrheits- und Minderheitstyrannei, die Analyse von Regierungsformen sowie eine Diskussion über die Eignung verschiedener Demokratiemodelle für unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Demokratietheorie, Mehrheits- versus Konsensusdemokratie, politische Repräsentation und die Abwägung von Machtverhältnissen in pluralistischen Gesellschaften.

Warum sieht Tocqueville in der Mehrheitsherrschaft eine Gefahr für die Freiheit?

Tocqueville argumentiert, dass eine unbeschränkte Macht der Mehrheit geistige Freiheit unterdrückt und Bürger zwingt, sich dem Mehrheitsdenken anzupassen, wodurch echte demokratische Debatten erstickt werden.

Inwiefern kann die Konsensusdemokratie als Antwort auf die Tyrannei der Mehrheit dienen?

Durch das Instrumentarium der Konsensusdemokratie, wie etwa das Verhältniswahlrecht oder die Einbeziehung mehrerer Parteien in den Entscheidungsprozess, sollen Minderheiten besser repräsentiert und gewaltsame oder einseitige politische Durchbrüche verhindert werden.

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Details

Title
Die Tyrannei der Mehrheit. Analyse des demokratischen Prinzips
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaften)
Course
Einführung in die Politischen Wissenschaften
Grade
noch keine
Author
Christof Niemann (Author)
Publication Year
2003
Pages
8
Catalog Number
V10214
ISBN (eBook)
9783638167093
ISBN (Book)
9783668148000
Language
German
Tags
Tyrannei Mehrheit Einführung Politischen Wissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christof Niemann (Author), 2003, Die Tyrannei der Mehrheit. Analyse des demokratischen Prinzips, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10214
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