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Konstantin, ein Christ?

Eine Untersuchung anhand des Visionsberichtes der Vita Constantini des Eusebius von Caesarea

Titel: Konstantin, ein Christ?

Seminararbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janina Serfas (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Konstantinische Wende gilt als eines der einschneidendsten Ereignisse der antiken Kirchengeschichte, in dessen Zuge sich der römische Staat vom Verfolger zu einem Förderer des Christentums verwandelte. Dabei gibt der Mensch Konstantin vor allem bezüglich seiner persönlichen Einstellung zum Christentum bis heute Rätsel auf. Wie kommt es, dass einem Mann, der auf grausame Weise Frau und Sohn umbringen ließ und der zunächst nachweislich den Sonnengott Sol Invictus verehrte, in der Geschichte der antiken Kirche nach den Aposteln der bedeutendste Platz zuerkannt wurde? Konstantin, ein Christ? So lautet die Fragestellung, der in dieser Arbeit nachgegangen werden soll. Die Frage einer „Bekehrung“ Konstantins ist für die Konstantinische Wende insoweit bedeutsam, als unter den Bedingungen der Spätantike immer von der Untrennbarkeit von Religion und Politik sowie von der Einheit der persönlichen und der in der Öffentlichkeit präsentierten religiösen Überzeugung ausgegangen werden muss. Aber was für ein „Christentum“ repräsentiert Konstantin?

Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet das Bild des Kaisers, wie es Eusebius von Caesarea in seiner unmittelbar nach dem Tod Konstantins verfassten Schrift De Vita Constantini überliefert. Problematisch daran ist, dass es sich hierbei um eine christlich-tendenziöse und panegyrische Darstellung handelt. Aufgrund dieser besonderen Quellenlage gilt es daher zunächst in einem ersten Schritt die Glaubwürdigkeit des Zeugen Eusebius von Caesarea und die seines Zeugnisses in der Vita Constantini für ein authentisches Bild Konstantins als Christen näher zu beleuchten.

Am 28. Oktober 312 kam es schließlich zur Schlacht an der Milvischen Brücke, die Konstantin gegen seinen Kontrahenten Maxentius für sich entscheiden konnte. Christliche Autoren deuteten Konstantins Sieg als Signal für die Durchsetzung des Christentums gegenüber dem Heidentum. Schon früh entwickelte sich in diesem Kontext die Legende, Konstantin habe am Vorabend der Schlacht eine Vision von Christus gehabt, habe sich daraufhin zum Christentum bekehrt, das Christogramm als siegbringendes Zeichen vor sich hertragen lassen („In diesem Zeichen wirst du siegen“) und so den Sieg errungen. Der Visionsbericht des Eusebius in der Vita Constantini soll hinsichtlich seiner Beweiskraft für Konstantins Christsein untersucht werden. Die Betrachtung schließt mit einem Fazit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

2 Eusebius und seine Vita Constantini

2.1 Eusebius von Caesarea – Ein glaubwürdiger Zeuge?

2.2 Die Vita Constantini – Ein glaubwürdiges Zeugnis?

3 Die Vision vor der Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312

3.1 Der Visionsbericht der Vita Constantini

3.2 Ein Beweis für Konstantins Christsein?

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die Vision des Kaisers Konstantin, wie sie von Eusebius von Caesarea in der Vita Constantini überliefert wird, als authentischer Beweis für eine tatsächliche Bekehrung Konstantins zum Christentum gewertet werden kann.

  • Kritische Analyse der Glaubwürdigkeit des Historikers Eusebius von Caesarea
  • Untersuchung der Vita Constantini als historische Quelle und panegyrisches Werk
  • Darstellung und Deutung des Visionsberichts vor der Schlacht an der Milvischen Brücke
  • Vergleich verschiedener antiker Überlieferungen zu den Visionserfahrungen Konstantins
  • Hinterfragung der Motivlage des Kaisers und der Darstellung durch christliche Autoren

Auszug aus dem Buch

Die Vision vor der Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312

Eusebius bemüht sich in seiner Darstellung der Ereignisse vor allem um den Nachweis, dass der Sieg an der Milvischen Brücke nicht allein der Feldherrnkunst Konstantins, der Unfähigkeit des Maxentius, günstigen Umständen oder gar Glück zu verdanken sei, sondern primär Gottes langfristig angelegter und zielgerichteter Führung. Die Ausgangslage für Konstantin schildert Eusebius folgendermaßen: „Er wusste genau, dass er einen stärkeren Beistand als nur seine militärische Stärke brauchte, da bei dem Tyrannen magische Zauberpraktiken der schlimmsten Art geübt wurden. Deshalb suchte er einen Gott als Helfer.“ Er findet ihn im Gott seines Vaters.

„Er rief diesen also immer wieder in Gebeten an, indem er ihn anflehte und darum bat, dass er ihm sage, wer er sei, und dass er ihm seine rechte Hand für die anstehenden Unternehmungen reichen solle. Und während der Kaiser darum bat und inständig flehte, da erschien ihm ein wunderbares von Gott gesandtes Zeichen, an das man wohl kaum geglaubt hätte, hätte es ein anderer erzählt. Da es aber der siegreiche Kaiser uns lange Zeiten später, als wir die Schrift abfassten, verkündete, […] und er seinen Bericht auch noch durch Eide verbürgte, wer könnte da zögern, dem Bericht zu glauben?“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Thematik: Hinführung zur historischen Problematik der konstantinischen Wende und der zentralen Fragestellung bezüglich der religiösen Authentizität Konstantins.

2 Eusebius und seine Vita Constantini: Untersuchung der Person des Eusebius von Caesarea und des Charakters seines Werkes als Mischung aus Biographie und panegyrischer Darstellung.

2.1 Eusebius von Caesarea – Ein glaubwürdiger Zeuge?: Analyse der Nähe von Eusebius zum Kaiser und seiner persönlichen Intention, um seine Objektivität als Historiker zu bewerten.

2.2 Die Vita Constantini – Ein glaubwürdiges Zeugnis?: Diskussion des panegyrischen Charakters der Vita Constantini und des selektiven Vorgehens des Verfassers bei der Darstellung des kaiserlichen Lebens.

3 Die Vision vor der Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312: Darstellung der Ereignisse aus der Sicht des Eusebius, wobei der Sieg als Wirken göttlicher Führung interpretiert wird.

3.1 Der Visionsbericht der Vita Constantini: Eingehende Betrachtung der Schilderung der Vision sowie der späteren christlichen Deutung durch den Kaiser und den Autor.

3.2 Ein Beweis für Konstantins Christsein?: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Visionsberichte historisch tragfähig sind und als Beweis für eine echte Bekehrung dienen können.

4 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des konstantinischen Christseins und der Problematik der quellenkritischen Bewertung antiker Bekehrungsberichte.

Schlüsselwörter

Konstantin der Große, Vita Constantini, Eusebius von Caesarea, Milvische Brücke, Christentum, Bekehrung, Vision, Sol Invictus, Panegyrik, Historiographie, Spätantike, Konstantinische Wende, religiöse Entwicklung, Kaisertum, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Glaubwürdigkeit und historische Aussagekraft der Berichte über die Vision Konstantins des Großen vor der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Person des Historikers Eusebius, der Charakter der Vita Constantini, das Verhältnis zwischen antiker Panegyrik und historischer Wahrheit sowie die christliche Deutung der politischen Ereignisse in der Spätantike.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob der Visionsbericht in der Vita Constantini als authentischer Beweis für eine echte religiöse Bekehrung Konstantins gewertet werden kann oder ob es sich primär um ein politisches Konstrukt handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Untersuchung, bei der das Werk des Eusebius im Kontext seiner Entstehung, Intention und im Vergleich mit anderen antiken Quellen analysiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Glaubwürdigkeit des Zeugen Eusebius, der Struktur seiner Vita Constantini und einer detaillierten Interpretation der Visionsberichte vor der Schlacht an der Milvischen Brücke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Konstantinische Wende, Eusebius, Vita Constantini, Vision, Bekehrung und Historiographie charakterisieren.

Warum wird die Glaubwürdigkeit des Eusebius so stark hinterfragt?

Da Eusebius ein panegyrisches (lobpreisendes) Bild des Kaisers zeichnet, muss kritisch geprüft werden, inwieweit seine Schilderungen den historischen Tatsachen entsprechen oder eher apologetischen Zwecken dienen.

Wie unterscheidet sich der Bericht des Eusebius von anderen Quellen?

Andere Autoren wie Laktanz liefern abweichende Details oder erwähnen die Vision in anderer Form, was bei der quellenkritischen Einordnung der konstantinischen Überlieferung zu Widersprüchen führt.

Welche Rolle spielte das Christogramm bei der Visionserzählung?

Das Christogramm fungiert als zentrales, vom Himmel gesandtes Zeichen, das dem Kaiser den Sieg verheißt und ihn als "von Gott eingesetzten" Herrscher legitimiert.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich Konstantins Bekehrung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Quellenlage eine eindeutige Beurteilung erschwert und Konstantin eher als Wegbereiter des Christentums gesehen werden sollte, dessen persönliche religiöse Entwicklung eine komplexe Mischung aus verschiedenen Einflüssen darstellt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konstantin, ein Christ?
Untertitel
Eine Untersuchung anhand des Visionsberichtes der Vita Constantini des Eusebius von Caesarea
Hochschule
Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main
Veranstaltung
Proseminar Methoden der Kirchengeschichte
Note
1,0
Autor
Janina Serfas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V1021798
ISBN (eBook)
9783346415929
ISBN (Buch)
9783346415936
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konstantin christ eine untersuchung visionsberichtes vita constantini eusebius caesarea
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Serfas (Autor:in), 2014, Konstantin, ein Christ?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021798
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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