Die Autoren haben sich zum Ziel gesetzt, die Implementierung von Advanced Nursing Practice in der stationären Langzeitversorgung in zwei ausgewählten Pflegeeinrichtungen in Deutschland zu prüfen. Mithilfe des ‚PEPPA- Framework‘11, welcher entwickelt wurde, um eine optimale Entwicklung der Implementierung von APN-Rollen in der Praxis zu fördern, haben die Autoren ein Instrument gefunden, welches sie bei der Einführung von ANP-Konzepten in der stationären Langzeitversorgung unterstützt. In dieser Masterarbeit wird ein ANP-Versorgungskonzept mit dem Fokus auf das Thema Schmerzen erstellt, welches letztendlich auf seine Eignung in der Praxis geprüft wird.
Bei der Erstellung des Konzeptes werden die Rolle der Advanced Practice Nurse und ihre Kernkompetenzen berücksichtigt. Im Anschluss wird in zwei Pflegeeinrichtungen das erstellte Konzept präsentiert und werden die Haltung und Meinungen der Stakeholder (Interessenvertreter) zu dem Konzept durch teilstrukturierte Interviews ermittelt. Die Interessengruppe setzt sich zusammen aus Heimleitungen, Pflegedienstleitungen und Pflegefachkräften von den Einrichtungen A und B. Zusätzlich geht es den Autoren darum, ihr ANP-Versorgungskonzept praxisnah darzustellen und zu zeigen, wie lösungsorientiert Advanced Nursing Practice sein kann. Nicht zuletzt können die Erkenntnisse der Arbeit als Anstoß für neue Konzeptionen in Deutschland genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Pflegewissenschaftliche Relevanz
1.4 Struktur der Arbeit
1.4.1 Phasenmodell von Schulz Wimmer
2 Theoretischer Teil
2.1 Literaturrecherche
2.1.1 Suchstrategie und Literaturauswahl
2.1.2 Forschungsstand
2.2 Schmerzen
2.2.1 Begriffserklärung
2.2.2 Schmerzen und ihre Auswirkungen
2.3 Advanced Nursing Practice
2.3.1 Begriffserklärung
2.3.2 Entwicklung von Advanced Nursing Practice in Deutschland
2.3.3 Kompetenzen einer Advanced Practice Nurse
2.3.4 Effekte einer Advanced Practice Nurse
3 Entwicklung des ANP Versorgungskonzeptes
3.1 Methodik zur Entwicklung des ANP Versorgungskonzeptes
3.2 ‚PEPPA – Framework‘
3.3 Darstellung des Advanced Nursing Practice – Versorgungskonzeptes
3.4 Graphische Darstellung des Versorgungskonzeptes
4 Methodik
4.1 Forschungsfrage
4.2 Qualitativer Forschungsansatz
4.3 Qualitative Sozialforschung nach Mayring
4.3.1 Verfahrensdokumentation
4.3.2 Argumentative Interpretationsabsicherung
4.3.3 Regelgeleitetheit
4.3.4 Nähe zum Gegenstand
4.3.5 Kommunikative Validierung
4.3.6 Triangulation
4.4 Zugang zum Forschungsfeld
4.5 Erhebungsinstrument
4.6 Ausarbeitung der Interviewleitfäden
4.7 Aufbau der Interviews
4.8 Durchführung der Interviews
4.9 Protokollierung und Auswertung der Daten
5 Reflexion der Forschungsarbeit
5.1 Methodische Reflexion
5.2 Ethische Reflexion
6 Vorstellung der untersuchten Einrichtungen
6.1 Einrichtung A
6.2 Vorstellung der Interviewpartner aus Einrichtung A
6.3 Einrichtung B
6.4 Vorstellung der Interviewpartner aus Einrichtung B
7 Darstellung der Ergebnisse
7.1 Kategoriesystem
7.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2.1 Vorkenntnisse Advanced Nursing Practice
7.2.2 Realisierbarkeit des Konzeptes in der Praxis
7.2.3 Vorteile des Konzeptes
7.2.4 Problematik des Konzeptes
7.2.5 Evaluation
8 Diskussion
8.1 Implikationen für die Praxis
8.2 Limitationen
8.3 Schlussfolgerung mit Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung und Eignungsprüfung eines Advanced Nursing Practice (ANP) Versorgungskonzeptes für Patienten mit chronischen Schmerzen im stationären Langzeitpflegebereich. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob das entwickelte Konzept realistisch ist und welche Vor- bzw. Nachteile eine Implementierung mit sich bringen würde.
- Entwicklung eines ANP-Versorgungskonzeptes für Schmerzpatienten
- Eignungsprüfung durch qualitative Interviews in Pflegeeinrichtungen
- Analyse der Akzeptanz und Umsetzbarkeit bei Stakeholdern
- Bedeutung der akademischen Pflege für die Qualitätsentwicklung in der Langzeitversorgung
Auszug aus dem Buch
2.3.4 Effekte einer Advanced Practice Nurse
Die Versorgung der Heimbewohner durch APNs erwies sich in den durchgeführten Studien als effizient: Kleinere medizinische Probleme wurden schneller identifiziert und behoben, und durch Vermeidung unnötiger Arztbesuche und Notfallaufnahmen im Krankenhaus konnten Kosten gesenkt sowie die Mortalität im Vergleich mit einer alleinigen hausärztlichen Behandlung verringert werden. Zudem beraten die APNs Bewohner in der Prävention und Gesundheitsvorsorge, unterstützen sie im Selbstmanagement von chronischen Krankheiten und tragen zu einer erhöhten Zufriedenheit von Bewohnern, Angehörigen und Personal bei. Direkt in Pflegeheimen angestellte APNs arbeiten mit den Bewohnern und Angehörigen zusammen und beraten die Pflegeteams in komplexen Pflegesituationen. Sie leiten Projekte zur Entwicklung und Umsetzung evidenzbasierter Pflegeverfahren, schulen die Mitarbeitenden und fördern so die Qualitätsentwicklung in den Betrieben.
Die Beratungstätigkeit von APNs in Pflegeteams führt insgesamt zu vergleichsweise besseren Resultaten bei Heimbewohnerinnen. In drei Beobachtungsstudien und einer quasi-experimentellen Untersuchung wurde aufgezeigt, dass Schulungen in Kombination mit bewohnerzentrierten Beratungen durch APNs den Einsatz von Bettgittern und anderen freiheitsbeschränkenden Maßnahmen reduzierten, ohne dass dadurch vermehrt Stürze auftraten oder höhere Kosten entstanden. Im Weiteren wurde aufgezeigt, dass Bewohnern eines Pflegeheims, die von Advanced Practice Nurses in wöchentlichen Gesprächen begleitet und deren Pflegeteams in der Anwendung von evidenzbasierten Vorgehensweisen unterstützt wurden, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit üblicher Pflege signifikant bessere Ergebnisse bezüglich Inkontinenz, Vermeidung von Dekubitalulzera und aggressivem Verhalten aufwiesen. Eine weitere quasi-experimentelle Studie konnte eine Verbesserung der klinischen Ergebnisse für Dekubitalulzera, Inkontinenz, aggressives Verhalten und Depression durch die Einführung von Pflegestandards und die Begleitung des Pflegepersonals durch APNs nachweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das Setting der stationären Langzeitpflege und die Notwendigkeit von ANP zur Qualitätssteigerung vor.
2 Theoretischer Teil: Definiert Schmerzen sowie ANP und beleuchtet den aktuellen Forschungsstand zu deren Effekten.
3 Entwicklung des ANP Versorgungskonzeptes: Beschreibt die methodische Erarbeitung des Konzepts unter Nutzung des ‚PEPPA-Frameworks‘.
4 Methodik: Legt das qualitative Forschungsdesign der Studie dar, inklusive des Ablaufs der Experteninterviews.
5 Reflexion der Forschungsarbeit: Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen und ethischen Vorgehensweise der Autorinnen.
6 Vorstellung der untersuchten Einrichtungen: Charakterisiert die zwei Pflegeeinrichtungen A und B sowie deren beteiligte Akteure.
7 Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert und analysiert die aus den Interviews gewonnenen Kategorien und Erkenntnisse.
8 Diskussion: Reflektiert die Studienergebnisse vor dem Hintergrund von Praxisimplikationen und Limitationen.
Schlüsselwörter
Advanced Nursing Practice, APN, Langzeitpflege, chronische Schmerzen, Pflegequalität, Versorgungskonzept, Schmerzmanagement, stationäre Pflege, interdisziplinäre Zusammenarbeit, PEPPA-Framework, qualitative Forschung, Pflegewissenschaft, Schmerzerfassung, Patientenresultate, Implementierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Advanced Nursing Practice (ANP) in der stationären Langzeitpflege zur verbesserten Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schmerzprävalenz bei älteren Menschen, der Rolle einer spezialisierten Pflegeexpertin (APN) und der Entwicklung sowie Prüfung eines praxisnahen Versorgungskonzeptes.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, ein selbst erstelltes ANP-Versorgungskonzept in zwei stationären Pflegeeinrichtungen vorzustellen und durch Experteninterviews zu ermitteln, ob sich dieses für die Praxis eignet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Die Datenerhebung erfolgte über teilstrukturierte Interviews mit Stakeholdern der Einrichtungen, die nach dem Modell von Mayring ausgewertet wurden.
Was umfasst der theoretische Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil definiert das Pflegephänomen Schmerz, erläutert die Rollenkompetenzen einer ANP nach Hamric und präsentiert den aktuellen Forschungsstand zur Effektivität von ANP-Modellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Advanced Nursing Practice (ANP), Langzeitversorgung, chronische Schmerzen, evidenzbasierte Pflegepraxis und Stakeholder-Akzeptanz.
Warum wurde das 'PEPPA-Framework' für das Konzept gewählt?
Das Framework dient als methodische Anleitung, um die Einführung der ANP-Rolle strukturiert und evidenzbasiert zu planen sowie die Zielsetzung transparent zu gestalten.
Welche Hauptbarrieren für die Implementierung wurden identifiziert?
Die Befragten nannten vor allem Finanzierungsfragen, die unklare gesetzliche Lage zur Kompetenzabgrenzung sowie die Befürchtung vor Mehrbelastung oder Hierarchieproblemen als wesentliche Hürden.
- Arbeit zitieren
- Christina Gervink (Autor:in), Sara Forreiter (Autor:in), 2018, Advanced Nursing Practice in der stationären Langzeitversorgung. Erstellung und Prüfung der Eignung eines Versorgungskonzeptes von Patienten mit chronischen Schmerzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021955