Vietnam. Demographie und Verteilung im Raum


Akademische Arbeit, 2017

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demographie
2.1 Bevölkerungsverteilung
2.2 Bevölkerungsstruktur
2.3 Geschlechterungleichgewicht in der Bevölkerungspyramide
2.4 Entwicklung der vietnamesischen Bevölkerung in der Zukunft

3. Ethnien
3.1 Die Ethnie der Viet
3.2 Die Gruppe der Tai-Kaddai
3.3 Sprachgruppe der Hmong- Mien
3.4 Hoa/Chinesen
3.5 Austroasiatische Sprachgruppe
3.6 Ethnien der Malayo- Polynesischen Sprachgruppe

4. Religionen
4.1 Volksglaube: Ahnenverehrung und Animismus
4.2 Buddhismus
4.3 Christentum
4.4 Cao Dai

Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsverteilung Vietnam

Abbildung 2: Bevölkerungspyramide 2016

Abbildung 3: Ethnien in Vietnam

Abbildung 4: Viet/ Kinh in den Provinzen

Abbildung 5: Siedlungsräume verschiedener Tai-Völker unterschieden nach ihrer Sprache...

Abbildung 6: Buddhistische Mehrheit

Abbildung 7: Religionslose Mehrheit

Abbildung 8: Überblick regionale Verteilung ethnolinguistische Gruppen, Religionen

Aus urheberrechtlichen Gründen wurden die Abb. entfernt. (Anm. d. Red.)

1. Einleitung

Vietnam ist das östlichste Land Südostasiens. Als schmales Band zieht es sich von Südchina bis zum Golf von Thailand. Die Küste ist 3.400 km lang. Im Norden befinden sich dünn besiedelte Bergregionen. Zwei Drittel des Landes besteht aus Hochland. Im Süden sorgt der Fluss Mekong mit seinen Ablagerungen für fruchtbares Ackerland. Als verzweigtes Delta fließt er in das Südchinesische Meer. Im Norden bildet das Delta des Roten Flusses ebenfalls eine Gunstlage für Landwirtschaft. Hanoi und Saigon/ Ho-Chi- Minh-City (HCMC) waren die Hauptstädte der beiden vietnamesischen Republiken während der Teilung Vietnams. Sie sind heute die mit Abstand größten Städte des Landes. Dementsprechend liegen die Siedlungsschwerpunkte in der Region Hanoi- Haiphong am Roten Fluss bis zur Küste und der Region HCMC und dem Mekongdelta.

Die Bevölkerung ist jung. Insbesondere die Minderheiten haben teilweise sehr hohe Fertilitätsraten. In Vietnam sind 55 Ethnien offiziell anerkannt. Das Staatsvolk bilden die Kinh oder Viet. Sie stellen unterschiedlichen Schätzungen zufolge 86-88% der Bevölkerung. Die ursprüngliche Bevölkerung Vietnams, darunter viele Völker der Tai-Gruppe, lebt heute überwiegend in den Bergregionen. Andere Minderheiten sind die Hmong im Norden, die Khmer und Cham im Süden. Die Kultur und Politik wurde jahrhundertelang vom großen Nachbar China geprägt. Das Verhältnis der vietnamesischen Gesellschaft und China ist nicht ohne Spannungen. Die Übermacht Chinas hat in der Vergangenheit zu Konflikten geführt, die in Pogrome an der chinesischen Bevölkerung gemündet haben. Heute lebt eine kleine chinesische Minderheit in den Städten. Im Kapitel Ethnien in Vietnam werden die sieben Sprachgruppen erläutert und einige Ethnien pro Sprachgruppe exemplarisch vorgestellt. Die Traditionen der Minderheiten werden einerseits staatlich gefördert, andererseits wird eine zu große Selbstbestimmung einzelner Ethnien als Bedrohung für die Einheit Vietnams angesehen und bekämpft. Eine ähnliche Politik wird gegenüber den Religionen durchgesetzt: Religionsgemeinschaften sind bis auf wenige Sekten zwar offiziell vom Staat anerkannt, stehen aber unter seiner Kontrolle. Insbesondere Gläubige unter den Minderheiten werden unterdrückt.

Unter den Vietnamesen (Kinh und Minderheiten) gibt es bekennende Buddhisten, Christen, Atheisten und Anhänger von Volksreligionen und Ahnenverehrung. Daneben existieren weitere kleine Religionsgemeinschaften, die im Kapitel Religionen in Vietnam näher erläutert werden.

2. Demographie

Die Bevölkerung in Vietnam ist in den letzten 70 Jahren rapide gewachsen. Im Jahr 1950 lebten 25 Millionen Menschen in Vietnam (World Population Prospects 2015 und My Giang, S.; Grimmel, A.; Grimmel, E. 2012). In Deutschland lebten damals 65 Millionen. 1970 waren es schon mehr als 40 Millionen Einwohner und 1990 65 Millionen. Ab den 1990er Jahren verlangsamte sich das Bevölkerungswachstum geringfügig. 2005 hat Vietnam Deutschland bei der Bevölkerungszahl überholt. Heute (nach 2010) beträgt die Wachstumsrate etwa 1% pro Jahr, bei einer Bevölkerung von über 90 Millionen kommen somit jedes Jahr etwa eine Million Menschen hinzu. Auch regional zählt Vietnam zu den schnell wachsenden Nationen: Laos, Kambodscha und Myanmar haben geringe Wachstumsraten. Während sich Chinas Bevölkerung zwischen 1950 bis heute verdoppelte, hat sich die Bevölkerung Vietnams fast vervierfacht. Thailand hatte bis 1980 die gleiche Bevölkerungszahl wie Vietnam (45 Millionen), danach hat sich das Wachstum rapide verlangsamt. Nur auf den Philippinen steigt die Bevölkerung stärker an als in Vietnam (Weltbank 2017).

2.1 Bevölkerungsverteilung

Die Bevölkerungszahl Vietnams betrug im Jahr 2016 92 Millionen Menschen, auf einer Fläche von 331.000km2 (vgl. cia.gov; 2017). Die Bevölkerungsdichte ist mit 282 Einw. pro km2 höher als in Deutschland. Die Einwohner sind aber ungleich verteilt. Das Bergland im Nordwesten und das zentrale Hochland an der Grenze zu Kambodscha sind mit 30-50 Personen pro km2 sehr dünn besiedelt. Bis zu 70% der Vietnamesen leben in den 2010er Jahren im ländlichen Raum und ein Drittel in den Städten (vgl. goruma.de; o.J.). In Hanoi und Saigon leben jeweils mindestens sieben Millionen Menschen, wobei das Wachstum Hanois wesentlich durch die Eingemeindung in der Nähe befindlicher Orte steigt. Es herrscht eine starke Landflucht. Viele Neuankömmlinge in den Großstädten lassen sich nicht registrieren, um Steuern zu sparen. Neben Hanoi und Saigon bzw. Ho Chi Minh City sind Can Tho, Da Nang und Hai Phong erwähnenswert. Des Weiteren bestehen 9.600 Dörfer (vgl. goruma.de; o.J.).

Abb. 1: Bevölkerungsverteilung Vietnam

Aus urheberrechtlichen Gründen wurde die Abb.

Quelle: wikimapia.org; o.J.

Auf der Grafik erkennt man die bipolare Stadtstruktur des Landes: n entfernt. (Anm. d. Red.) Der Großraum Hanoi und Haiphong im Norden und Ho Chi Minh City im Süden. Das Mekong-Delta süd­westlich von HCMC ist ebenfalls dicht besiedelt. (2000 Personen pro km2). Die drittgrößte Stadt Can Tho hat mehr als eine Million Einwohner. Die viertgrößte Stadt, Da Nang befindet sich in der Mitte. Die schmale Küstenlinie wird von Mittelstädten und Großstädten gesäumt.

Darunter befinden sich auch touristisch interessante Orte wie die Kaiserstadt Hue und Hoi Anh. Zentralvietnam sowie der äußerste Süden haben eine Bevölkerungsdichte zwischen 70 und 500 Personen pro km2.

Vietnam besteht aus 58 Provinzen und 5 Städten. Diese administrative Gliederung kann man zu acht geographische Regionen zusammenfassen: Die Bergregionen im Nordosten und Nordwesten mit 11, 5 Mio. Einwohnern, das Delta des Roten Flusses mit 20,5 Mio. Bewohnern, den nördlichen und südlichen Küstenstreifen, in dem 20 Mio. Menschen zuhause sind, das Zentrale Hochland, in dem nur 5,5 Mio. Menschen leben. Der Südosten mit HCMC (15,7 Mio. Einw.) und das dicht besiedelte Mekong-Delta mit 17, 5 Mio. Einwohnern (vietnam.unfpa.org, 2016a).

2.2 Bevölkerungsstruktur

Vietnam ist ein junges Land. Von den mehr als 90 Millionen Vietnamesen sind 24 % jünger als 15 Jahre (vgl. cia.gov; 2016). Weitere 16 % sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren. Nur 6% sind älter als 65 Jahre. Die Sterberate beträgt jährlich 6 von 1000 Einwohnern. Fast die Hälfte (45,22 %) sind Erwachsene zwischen 25 und 54 Jahren. Die restlichen 8 % bestehen aus älteren Erwachsenen zwischen 55 und 64 Jahren (vgl. cia.gov; 2016). Unter den Minderheiten sind mindestens 50% jünger als 25 Jahre (General Statistics Office of Vietnam 2010). Obwohl die Kinderzahl mit 1,8 bis 2,0 Kindern pro Frau unter dem Bestandhaltungsniveau von 2,01 liegt, werden jährlich 15,7 Kinder je 1000 Einwohner geboren (vgl. cia.gov; 2016). In Deutschland sind es mit 8/1000 Einwohnern etwa die Hälfte. Demzufolge ist jedes Jahr ein Geburtenüberschuss zu verzeichnen. Der Grund dafür ist die hohe Anzahl junger Frauen im gebärfähigen Alter. Das Medianalter liegt mit 30 Jahren 15 Jahre unter dem deutschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit 74 Jahren im weltweiten Mittelfeld.

2.3 Geschlechterungleichgewicht in der Bevölkerungspyramide

Die Bevölkerungspyramide weist eine Tropfenform auf: Eine sehr geringe Anzahl von Senioren und eine geringer werdende Kinderzahl. Die Altersgruppen zwischen 20 und 34 Jahren sind hingegen besonders ausgeprägt. Unter diesen jungen Erwachsenen sind etwa die Hälfte männlichen Geschlechts und die Hälfte weiblich. Bei den Kindern und Jugendlichen ist der Anteil der Jungen höher als der der Mädchen. Die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu gebären höher ist als die Geburt eines Mädchens. Noch stärker ins Gewicht fällt jedoch die Anzahl der Abtreibungen weiblicher Föten. Auch in Vietnam sind Söhne höher angesehen als Töchter. Ein Verhältnis von 105 männlichen Neugeborenen auf 100 Mädchen gilt als normal. In Vietnam liegt die Zahl bei 112, 8 Jungen auf 100 Mädchen (gso.gov.vn, 2015). Auch in der Altersgruppe der 0-25-jährigen herrscht ein starkes Ungleichgewicht von 110 Jungen/Männern auf 100 Mädchen/Frauen (cia.gov; 2016). Abtreibungen sind generell verbreitet. Im Jahr 2015 verabschiedete die vietnamesische Regierung ein Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nach der 12. Woche verbietet. (igp-magazin.de, 2015). Das Geschlecht lässt sich erst nach der 12. Schwangerschaftswoche feststellen.

In den Altersgruppen der Senioren (60 bis 100+ Jahre) sind hingegen wesentlich mehr Frauen, da sie eine höhere Lebenserwartung als Männer haben. Das Verhältnis beträgt 63 Männer gegenüber 100 Frauen im Land (cia.gov; 2016). Auch der Vietnamkrieg (1955-1975) spiegelt sich in der Bevölkerungspyramide wider: in den Armeen auf beiden Seiten dienten und starben mehr junge Männer als Frauen. Das Geschlechterverhältnis ist in der Gesamtbevölkerung ausgeglichen.

Aus urheberrechtlichen Gründen wurde die Abb. entfernt (Anm. d. Red.)

Quelle: index mundi.com; 2016

In der heutigen Bevölkerungsstruktur fällt auf, dass die Bevölkerungszahlen der Personen zwischen 15 und 19 um zwei Millionen niedriger sind, als die der älteren Altersgruppen. Die jüngeren Kohorten haben sich auf diesem Niveau eingependelt, sodass der Sockel der Bevölkerungspyramide sich nicht verbreitert. Der Rückgang der Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre begann dementsprechend in den 1990er Jahren mit einem Geburtenrückgang. Faktoren, die einen Rückgang der Geburtenzahl beeinflussen, sind (neben Abtreibungen) unter anderem Bildung, wachsender Wohlstand und politische Programme wie die 2-Kind-Politik (hsph.harvard.edu; 1993). Die Bevölkerungspyramide ist allerdings nur eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2016. Unvorhersehbare Ereignisse können die Geburtenzahl wieder ansteigen oder fallen lassen.

2.4 Entwicklung der vietnamesischen Bevölkerung in der Zukunft

2.4.1 Alterung

Die potenziell arbeitsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15-64 Jahren ist in Vietnam mit annähernd 70% sehr hoch. Wenn die Geburtenzahlen sinken, die Alterung hingegen noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie z.B. in Europa, ist das Verhältnis der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter zu dem abhängigen Bevölkerungsanteil (Kinder und Senioren) am größten. Die betroffenen Volkswirtschaften erfahren einen wirtschaftlichen Boom, sofern es genügend Arbeitsplätze gibt. Dieser als demographisches Fenster bezeichnete Effekt hält einige Jahre an, bis ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung in den Ruhestand aufgerückt ist und von geburtenschwächeren Jahrgängen ersetzt wird. Vietnam befindet sich momentan in der 4. Phase des demographischen Übergangs (die Geburtenrate sowie die Zuwachsrate sinken). Das demographische Fenster ist seit etwa 10 Jahren geöffnet, das heißt, der Anteil der abhängigen Bevölkerung ist niedriger als 50% (Pham, B. N.; Hill, S.; Hall, W.; Rao, C. 2012, S. 20). Dieser Zustand wird noch bis Mitte der 2030er Jahre anhalten, danach steigt der Anteil der Senioren schneller an, als der Anteil der Kinder und Jugendliche fällt.

Mit dem Rückgang der Geburten steigt in den kommenden Dekaden die relative Anzahl der Senioren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge älter werden. Vietnam wird, obwohl die Bevölkerung momentan sehr jung ist, als alternde Bevölkerung bezeichnet (Ageingasia.org o.J.). Auch wenn derzeit nur 6-9% der Bevölkerung über 65 Jahre alt sind, werden es laut Prognose bis zur Mitte des Jahrhunderts 30% sein (Ageingasia.org o.J.).

2.4.2 Rückgang der Geburten

Die Gesamtbevölkerung Vietnams wird laut einer Prognose der Vereinten Nationen im Jahr 2030 etwa 103 Millionen betragen (United Nations-Population Divisions 2015). Anschließend soll die Bevölkerung bis 2050 auf 80 Millionen Einwohner schrumpfen. Dem liegt zugrunde, dass die Geburtenziffer in Zukunft weiter sinken soll (Vietnam.unfpa.org 2016b). Sie betrug in den 1960er und 1970er Jahren noch 6,7 Kinder pro Frau. 20 Jahre später waren es 4 Kinder pro Frau (Pham, B. N.; Hill, S.; Hall, W.; Rao, C. 2012; S. 6). 1988 wurde die 2-Kind-Politik eingeführt (ebd. und hsph.harvard.edu; 1993). Sowohl die Viet als auch die Minderheiten haben fallende Kinderzahlen (vietnam.unfpa.org; 2016b). Etwa 80% der Frauen benutzen Verhütungsmittel (Pham, B. N.; Hill, S.; Hall, W.; Rao, C. 2012, S. 11). Nach der Jahrtausendwende hat sich die Geburtenziffer bei 2- 2,5 Geburten pro Frau eingependelt. Heute liegt sie mit 1,8-1,9 Geburten je Frau unter dem Wert von 2,01, der die Reproduktion sichert. Im zentralen Hochland waren es 2,58 Kinder pro Frau, im Mekongdelta 1,8 Geburten/Frau und in HCMC nur 1,3 (General Statistics of Vietnam; 2016).

Unterstützt wird die Annahme, dass die Geburtenrate weiter fallen wird, auch durch die Tatsache, dass die anderen Staaten Ost- und Südostasiens auch eine Tendenz zu fallenden Fertilitätsraten zeigen. Es ist erwiesen, dass sich Bildung umgekehrt proportional zur Kinderzahl auswirkt: je höher die Bildung einer Frau ist, desto weniger Kinder bekommt sie (vietnam.unfpa.org; 2016b; S.29). Die Landflucht vieler jungen Vietnamesen in die Städte ist auch ein Faktor, der bei der Kinderzahl berücksichtigt werden muss: in den Städten ist Wohnraum teuer, daher können sich viele Paare nur wenige Kinder leisten.

2.4.3 Migration

Vietnam hat verliert jedes Jahr Staatsbürger durch Migration an das Ausland. Der Migrationssaldo beträgt -0,35 Migranten / 1.000 Einwohner (cia.gov; 2016). Auch innerhalb des Landes wandern die Menschen verstärkt aus den ländlichen, armen Provinzen in die Städte. Die Provinz Binh Duong angrenzend an HCMC hat ein positives Saldo von 42 Zuwanderern je 1000 Einwohnern. Die Metropolregion HCMC wird auch zukünftig weiterwachsen, da sie das wirtschaftliche Zentrum ist. Die Bergregionen haben einen negativen Migrationssaldo. Die Provinz Lai Chau (äußerter Nordwesten) bildet mit -15/1000Einw. das Schlusslicht (General Statistics Office of Vietnam; 2016). Der Verlust durch die Migration wird von den höheren Fertilitätsraten in diesen mehrheitlich von Minderheiten bewohnten Regionen aufgefangen.

3. Ethnien

Vietnam zählt je nach Lesart zu den ethnisch diversesten oder zu den homogensten Ländern der Region. Ethnische Diversität ist durch die Anerkennung von 55 verschiedenen Ethnien gegeben. Homogen ist Vietnam, weil die Kultur, die Politik und die Gesellschaft von den Viet dominiert ist. Mit mehr als 80 Millionen Personen stellen sie die Mehrheit (auswaertiges- amt.de, 2017). Des Weiteren leben im Land 10-14 Millionen Angehörige von Minderheiten, deren Ethnien man in sieben Sprachfamilien zusammenfassen kann (gov.uk 2014b). Man unterscheidet zwischen vietischen Völkern, Thai-Kaddai, Hmong-Mien, Chinesen, Austroasiaten, Hmong-Mien, Malayo-Polynesiern und Tibeto-Burmanen (Chinhphu.vn; o.J.). Letztgenannte stellen nur wenige zehntausend Sprecher in Vietnam, die an der Grenze zu China leben. Jene Minderheiten, die in den Bergregionen leben, wurden von den Franzosen als Montagnards (Bergvölker) bezeichnet (gov.uk 2014b). Die nördlichen Provinzen sind die ärmsten und unterentwickeltsten des Landes; dort leben überwiegend Montagnards. In den großen Städten, insbesondere in der Hauptstadt Hanoi leben die Viet/Kinh mit großer Mehrheit (General Statistics Office of Vietnam 2010).

Abb.3: Ethnien in Vietnam

Aus urheberrechtlichen Gründen wurde die Qudh'. britannica.com; 2003

Abb. entfernt. (Anm. d. Red.)

Die Viet, auch bekannt als Kinh haben dem Staat seinen Namen gegeben: Viet Nam (Land der Viet). Sie haben ihre Wurzeln im südöstlichen China. Im dritten bis vierten Jahrhundert wanderten sie nach Tonkin (Nordvietnam). Ab diesem Zeitpunkt entwickelten sich die Viet, die vorher Teil des chinesischen Kulturkreises waren, zur eigenständigen Ethnie. Ab dem elften Jahrhundert zog sich diese als „Marsch nach Süden“ bezeichnete Wanderung weiter fort und erreichte Südvietnam. Die Viet setzten sich erfolgreich gegen ihre Nachbarn durch und gründeten den Vorläuferstaat des heutigen Vietnam. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde zum Teil in die Bergregionen verdrängt. Heute findet man Viet/Kinh in allen Teilen Vietnams.

Abb. 4: Viet/Kinh in den Provinzen

Aus urheberrechtlichen Gründen wurde die Abb. entfernt. (Anm. d. Red.)

Quelle: wikipedia.org

Daten aus: General Statistics of Vietnam; 2009

Bis auf die nördlichsten Provinzen sind sie in allen Provinzen in der Mehrheit (General Statistics Office of Vietnam 2010). Insbesondere das Delta des roten Flusses weist eine fast homogene Viet-Bevölkerung auf.

Die Frauen der Viet bekommen im Vergleich zu den Minderheiten die wenigsten Kinder: die General Fertility Rate (GFR) beträgt 61,2 je 1000 Frauen (vietnam.unfpa.org; 2016b). Die Viet/Kinh praktizieren Ahnenverehrung und Geisterglaube, ihre ursprüngliche Religion. Als organisierte Religionsgemeinschaft sind der Mahayana-Buddhismus und der Katholizismus verbreitet.

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Vietnam. Demographie und Verteilung im Raum
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V1022764
ISBN (eBook)
9783346455680
ISBN (Buch)
9783346455697
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vietnam, demographie, verteilung, raum
Arbeit zitieren
Lena Brauch (Autor:in), 2017, Vietnam. Demographie und Verteilung im Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022764

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