Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Financial Literacy und Finanzverhalten auf nachhaltige Geldanlagen und Altersvorsorge deutscher Studierender.
Durch die Gefährdung der finanziellen Stabilität des deutschen Rentensystems und der daraus erwachsenden Eigenverantwortung zur privaten Altersvorsorge, sind junge Menschen immer früher und häufiger in der Pflicht eigenständig komplexe Finanzentscheidungen treffen zu müssen. Dafür ist eine gute finanzielle Bildung unerlässlich.
Um festzustellen, ob junge Menschen in Deutschland angemessen auf diese Aufgabe vorbereitet sind, hat die vorliegende Arbeit die finanzielle Bildung unter Studierenden deutscher Hochschulen eruiert, da diese Gruppe in bisherigen Untersuchungen kaum Beachtung fand. Ausgehend davon wurden die Auswirkungen ihrer Financial Literacy auf ihr langfristiges Vorsorgeverhalten, sowie ihre Partizipationsraten an den Aktienmärkten untersucht.
Ein wesentlicher Gesichtspunkt dieser Betrachtung waren die Effekte, die das Feld der universitären Bildung auf die oben genannten Faktoren ausübt. Des Weiteren war es das Ziel dieser Masterarbeit, die bislang unerforschte Beziehung der finanziellen Bildung zur nachhaltigen Geldanlage zu beleuchten. Dabei wurden insbesondere die Motive für nachhaltige Investments, bei divergierenden Feldern universitärer Bildung und Levels finanzieller Gelehrtheit, näher betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG UND PROBLEMSTELLUNG
1.2 KRITISCHER LITERATURÜBERBLICK
1.3 ZIELSETZUNG DER ARBEIT
1.4 AUFBAU DER ARBEIT
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN
2.1 FINANCIAL LITERACY - DEFINITION, MESSMETHODEN UND BEWERTBARKEIT
2.1.1 Definition
2.1.2 Messmethoden und Komparabilität
2.1.3 Bewertbarkeit
2.2 ALTERSVORSORGE UND AKTIENMARKTPARTIZIPATION
2.2.1 Altersvorsorge
2.2.2 Aktienmarktpartizipation
2.3 NACHHALTIGE GELDANLAGE
3 FINANCIAL LITERACY UND FINANZVERHALTEN
3.1 AKTUELLER STAND UND BEDEUTUNG VON FINANCIAL LITERACY
3.2 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE FINANCIAL LITERACY, DEN VORSORGEPROZESS UND DIE AKTIENMARKTPARTIZIPATION
3.3 DER EINFLUSS DER FINANCIAL LITERACY AUF DAS FINANZVERHALTEN
3.3.1 Der Einfluss der Financial Literacy auf den Aktienbesitz
3.3.2 Der Einfluss der Financial Literacy auf die Altersvorsorge
4 AUFBAU DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
4.1 HYPOTHESEN
4.2 GRUNDKONZEPTION DER EMPIRISCHEN STUDIE
4.2.1 Methodologie der Datenerhebung
4.2.2 Fragebogengestaltung
4.3 DESKRIPTIVE STATISTIK
5 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
5.1 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
5.2 DISKUSSION UND IMPLIKATIONEN DER ERGEBNISSE
5.3 LIMITATIONEN DER STUDIE UND WEITERER FORSCHUNGSBEDARF
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Niveau der finanziellen Bildung (Financial Literacy) deutscher Studierender und deren Auswirkungen auf das individuelle Vorsorgeverhalten, die Aktienmarktpartizipation sowie die Einstellung zu nachhaltigen Geldanlagen.
- Messung und Bewertung von Financial Literacy bei Studierenden.
- Analyse des Einflusses finanzieller Bildung auf Altersvorsorge und Aktienbesitz.
- Untersuchung der Relevanz nachhaltiger Geldanlagen in der studentischen Finanzplanung.
- Vergleich des Finanzverhaltens zwischen wirtschaftsnahen und wirtschaftsfernen Studiengängen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Einführung und Problemstellung
“College graduates spent 16 years gaining skills that will help them command a higher salary; yet little or no time is spent helping them save, invest and grow their money.”
Dieses Zitat, von Vince Shorb, verdeutlicht „das größte Problem der heutigen Generation“: Den weltweiten Mangel an Financial Literacy (FL). Welch verheerende Folgen diese finanzielle Unkenntnis haben kann, ist spätestens 2007/08 ersichtlich geworden. In dieser Zeit waren immer komplexere Finanzprodukte und eine fehlende finanzielle Versiertheit der Bürger, mitverantwortlich für die hohen Ausfallraten bei „Subprime-Hypotheken“, was letztendlich in der Finanzkrise mündete. Hierdurch wird bereits die Bedeutung, welche dieses Thema, nicht nur für Individuen oder einzelne Haushalte, sondern ganze Ökonomien, aufweist, deutlich. Denn auch in der heutigen Zeit steigt die Komplexität von Finanzprodukten immer weiter an, während der Zugang zu ihnen immer anstandsloser verläuft. Deshalb müssen v.a. junge Menschen immer früher und häufiger komplizierte Finanzentscheidungen treffen, für die eine gute Financial Literacy unabdingbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Problematik mangelnder finanzieller Bildung ein und begründet die Relevanz der Arbeit für die Altersvorsorge und das Anlageverhalten junger Generationen.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN: Hier werden zentrale Begriffe definiert, methodische Probleme bei der Messung von Financial Literacy diskutiert und der Status Quo der Altersvorsorge und nachhaltigen Geldanlage dargestellt.
3 FINANCIAL LITERACY UND FINANZVERHALTEN: Dieses Kapitel erörtert den weltweiten Stand der finanziellen Bildung und analysiert Einflussfaktoren sowie Interdependenzen zwischen Finanzwissen, Vorsorge und Aktienmarktpartizipation.
4 AUFBAU DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Es erfolgt die Herleitung der Hypothesen sowie die methodische Begründung für die Online-Umfrage unter Studierenden und die Gestaltung des Fragebogens.
5 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Die Ergebnisse werden quantitativ dargestellt, im Kontext der Literatur diskutiert und um Implikationen für die Politik und Forschung ergänzt.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Eine zusammenfassende Bewertung der Arbeit, die Limitationen aufzeigt und Empfehlungen für künftige Forschungsarbeiten gibt.
Schlüsselwörter
Financial Literacy, Finanzwissen, Altersvorsorge, Aktienmarktpartizipation, nachhaltige Geldanlage, Studierende, Humankapital, ESG-Kriterien, Finanzverhalten, Vorsorgeplanung, Renditemaximierung, Gendergap, Finanzentscheidungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Financial Literacy (finanzieller Bildung) auf das Anlage- und Vorsorgeverhalten von Studierenden in Deutschland, unter besonderer Berücksichtigung nachhaltiger Geldanlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentral sind die Messung des Finanzwissens, die Analyse des Vorsorgeverhaltens, die Partizipation am Aktienmarkt und die Motivationen hinter nachhaltigen Investitionsentscheidungen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, Daten zur finanziellen Bildung unter deutschen Studierenden zu erheben, um diese im nationalen und internationalen Kontext zu verorten und Zusammenhänge zwischen Finanzwissen und Anlagestrategien zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, basierend auf einer Online-Umfrage, deren Ergebnisse mittels statistischer Verfahren (wie t-Tests, Mann-Whitney-U-Tests und Korrelationsanalysen) ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Darlegung des empirischen Aufbaus und die Auswertung der Umfragedaten inklusive der Überprüfung verschiedener Hypothesen zum Anlageverhalten.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Neben Financial Literacy sind Begriffe wie Altersvorsorge, nachhaltige Geldanlage (ESG), Aktienmarktpartizipation und ökonomische Bildung besonders charakteristisch.
Inwiefern beeinflusst der Studiengang das Finanzwissen?
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede auf: Studierende wirtschaftsnaher Studiengänge weisen tendenziell eine höhere Financial Literacy auf als ihre Kommilitonen aus wirtschaftsfernen Fächern.
Warum wird nachhaltige Geldanlage in der Arbeit besonders hervorgehoben?
Da nachhaltige Geldanlage aufgrund des Klimawandels an Bedeutung gewinnt, untersucht der Autor, ob finanzielle Bildung die Motivation für solche Anlagen beeinflusst oder ob klassische Anlageziele wie Renditemaximierung dominieren.
- Quote paper
- Björn Voll (Author), 2020, Financial Literacy und Finanzverhalten. Auswirkung auf nachhaltige Geldanlage und Altersvorsorge deutscher Studierender, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022857