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Literatur- und Fachübersetzung. Ein Vergleich

Title: Literatur- und Fachübersetzung. Ein Vergleich

Term Paper , 2021 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alicia Rieschick (Author)

Interpreting / Translating
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Der Vergleich der Fach- und Literaturübersetzung entspricht keiner Dichotomie, d. h. sie verkörpern keine zwei Teile, die einander ohne Schnittmenge gegenüberstehen. Bezüglich ihrer Merkmale und Übersetzungsmethoden weisen sie sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten auf, die sich graduell (je nach Textsorte) mal mehr und mal weniger voneinander entfernen oder annähern.

Was ist Literatur eigentlich? Ich beginne bewusst mit dem allgemeinem Begriff Literatur, denn er steht hierarchisch gesehen (als Dach) über den zu untersuchenden spezifischen Literatur- und Fachtexten, die in dieser HA im übersetzungstheoretischen Licht noch eingehend näher beleuchtet werden. Bereits bei dem Versuch diesen (breitgefächerten) Begriff zu definieren, zeigte sich, dass Literatur ein komplexer und schwer greifbarer Begriff ist. Man benützt ihn im Alltag eher unreflektiert in verschiedenen Situationen: Wenn ich in der Freizeit lese, sage ich nicht, dass ich „Literatur“ lese, sondern Bücher. Sobald ich jedoch – wie jetzt – für die Hausarbeit lese, spreche ich von Literatur. Warum eigentlich? Noch dichter wird der Wald, wenn der ebenfalls schwer einzugrenzende Begriff „Kultur“ hinzukommt. In Bezug auf die Übersetzungstätigkeit denkt man bei Literaturübersetzung an künstlerisch-ästhetische Texte, die sich von den Fachtexten abgrenzen. Wenn ich als Übersetzer Fachtexte übersetze, übersetze ich dann keine Literatur? Der Begriff Literatur ist also dehnbar und schillert in unterschiedlichen Farben, je nachdem in welchem Licht man ihn hält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Literaturbegriff und seine Erscheinungsformen

Literatur und Kultur

Die Literaturübersetzung

Die Fachübersetzung

Übersetzungstheorien und -methoden

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Abgrenzung und Verflechtung von Literatur- und Fachübersetzung, um die methodischen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten im Übersetzungsprozess aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen des Literaturbegriffs und dessen kulturelle Einbettung
  • Methodische Ansätze in der Literaturübersetzung
  • Anforderungen und Spezialisierung in der Fachübersetzung
  • Spannungsfeld zwischen Kreativität, Treue und funktionaler Äquivalenz
  • Die Rolle der Übersetzungstheorien für die Praxis

Auszug aus dem Buch

DIE LITERATURÜBERSETZUNG

Die Literaturübersetzung ist eine Brücke zwischen den Kulturen. Die Worte einer Sprache sind nicht nur Sinn-, sondern vielmehr Kulturträger (vgl. El Gendi, 2010, S. 13). Vor allem aber gibt es Schwierigkeiten zwischen Kulturen, die etymologisch weit auseinander liegen, durch unterschiedliche Denkstrukturen mit unterschiedlichen Wortassoziationen, Gefühlswelten und Ausdrucksebenen (vgl. ebd., S. 15), durch die verschiedenen Sprachsysteme, verschiedene Literaturtraditionen und dem „verschiedenen Verständnis des jeweiligen Werks“ (Frank 1987:XIV zit. in Stolze:2018, S. 16).

Dies führt zur Grundannahme, dass die literarische Übersetzung notwendigerweise von ihrer Vorlage im semantischen und stilistischen Sinne abweicht. Levý zufolge sollten subjektive Eingriffe des Übersetzers möglichst vermieden werden, jedoch sind Textveränderungen unumgänglich, „schließlich muss der Übersetzer sich bewusst sein, dass er einen Gedanken in einem Material zu formen hat, in dem er nicht geschaffen worden war.“ (ebenda, S. 3). Dies verlangt Kompromisse, z. B. kann der Übersetzer ein Ausdruckselement durch ein anderes ersetzen oder eines erfinden, um nicht äquivalente Ausdrücke zu kompensieren (vgl. ebenda, S. 2,3). Das spanische Wort „leche“ z.B. kann die verschiedensten Gefühlszustände wie Begeisterung, Entgeisterung, Glück, Pech und Bewunderung ausdrücken. Noch komplizierter wird es bei Ausdrücken/Metaphern aus entfernteren Kulturen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Komplexität der Literaturbegriffe und Abgrenzung gegenüber dem Kulturbegriff im Kontext der Übersetzung.

Der Literaturbegriff und seine Erscheinungsformen: Historische und inhaltliche Differenzierung zwischen Belletristik und Fachliteratur unter Berücksichtigung verschiedener Gattungen.

Literatur und Kultur: Untersuchung der interkulturellen Dimension von Literatur und deren Bedeutung als Medium der Fremderfahrung.

Die Literaturübersetzung: Analyse der Herausforderungen bei der Übertragung literarischer Texte, insbesondere im Hinblick auf Kreativität und ästhetische Wirkung.

Die Fachübersetzung: Erörterung der Anforderungen an Fachübersetzer, insbesondere hinsichtlich Terminologie, Spezialisierung und der Rolle der Fachsprache.

Übersetzungstheorien und -methoden: Vergleich der Übersetzungsmethoden basierend auf Textfunktionen und dem Organon-Modell nach Karl Bühler.

Schlusswort: Fazit zur Überwindung der Dichotomie zwischen Literatur- und Fachübersetzung zugunsten eines flexiblen, methodisch fundierten Übersetzungsverständnisses.

Schlüsselwörter

Literaturübersetzung, Fachübersetzung, Übersetzungswissenschaft, Terminologie, Kulturtransfer, ästhetische Wirkung, Fachsprache, Textfunktion, Translationstheorie, Literarizität, Mehrwortbenennung, Skopostheorie, Kreativität, Äquivalenz, Fachwissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit vergleicht die Literatur- und Fachübersetzung, um aufzuzeigen, dass diese Bereiche keine strikt getrennten Disziplinen darstellen, sondern in der Praxis fließende Übergänge aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Literatur, die kulturelle Bedingtheit von Texten, methodische Ansätze der Übersetzung sowie die spezifischen Anforderungen an Übersetzer in Fachbereichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die oft behauptete Dichotomie zwischen den beiden Übersetzungsformen kritisch zu hinterfragen und die Bedeutung linguistischer Wissensbasen für beide Bereiche hervorzuheben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt literaturwissenschaftliche Ansätze, translationstheoretische Modelle (wie die von Reiß, Stolze und Bühler) sowie eigene praktische Übersetzungsprotokolle aus dem Studium.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Begriffsbestimmung von Literatur, der Verknüpfung von Kultur und Sprache, den Besonderheiten der Literaturübersetzung sowie der terminologischen Präzision in der Fachübersetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den Hauptkategorien Literatur- und Fachübersetzung vor allem Terminologie, ästhetische Gestaltung, Textfunktion und interkulturelle Kommunikation.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Literatur und Sachtexten für Übersetzer relevant?

Sie bestimmt die Gewichtung von Inhalts- und Ausdrucksebene, was wiederum die Wahl der adäquaten Übersetzungsmethode (z. B. informativ vs. expressiv) beeinflusst.

Welche Rolle spielt die Terminologielehre?

Die Terminologielehre ist für Fachübersetzer fundamental, da sie hilft, Begriffe über Sprachgrenzen hinweg anzugleichen und strukturierte Bestände zu verwalten.

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Details

Title
Literatur- und Fachübersetzung. Ein Vergleich
College
University of Heidelberg  (Institut für Dolmetschen und Übersetzen)
Course
Sprach- und Übersetzungswissenschaft
Grade
1,0
Author
Alicia Rieschick (Author)
Publication Year
2021
Pages
18
Catalog Number
V1023147
ISBN (eBook)
9783346420039
Language
German
Tags
Übersetzung Literaturübersetzung Fachübersetzung Literatur Fachsprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alicia Rieschick (Author), 2021, Literatur- und Fachübersetzung. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023147
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