Die Bezeichnung „Prophet“ wird Jeremia wie selbstverständlich von Anfang an zugewiesen. In keinem der Prophetenbücher tauchen die Wörter „Prophet“ und „prophezeien“ so häufig auf. Es könnte sich dabei auch um einen Hinweis auf seine Position halten, da er bedingt durch sein Alter er sich sicherlich häufiger als Prophet rechtfertigen musste.
Außerdem muss Jeremia von den opportunistischen (nach dem Wunsch der Menschen sprechen) Propheten seinerzeit abgehoben werden, und wir deshalb als Prophet betont.
Warum wird Jeremia als Prophet für die Völker bezeichnet, und inwiefern erscheint Jeremia als dieser?
Jeremia hat die Aufgabe mit den Völkern Israels und Judas zu kommunizieren, und ihnen ihr Schicksal zu unterbreiten.
Inhaltsverzeichnis
- Jeremia als Prophet für die Völker
- Die Völkerorakel
- Die Bechervision
- Urteil und Schuld der Völker
- Die Wende
- Sprachliche Mittel
- Zeitliche Einordnung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieses Referat analysiert die Rolle des Propheten Jeremia im Kontext seiner Botschaften an verschiedene Völker. Es untersucht die Gründe für Jeremias Berufung als Prophet für die Völker, seine Aufgaben im Umgang mit Israel und Juda sowie die Darstellung des göttlichen Urteils und der Strafen für die Völker.
- Jeremia als Vermittler der göttlichen Botschaft an die Völker
- Die Rolle der Völker im göttlichen Gericht über Israel und Juda
- Die Darstellung der Schuld der Völker im Kontext der Prophetenbotschaft
- Die Auswirkungen der Prophezeiungen Jeremias auf das Verhältnis zwischen Israel/Juda und den Nachbarvölkern
Zusammenfassung der Kapitel
Jeremia als Prophet für die Völker
Der Abschnitt erläutert Jeremias Rolle als Prophet, seine Aufgabe, mit den Völkern Israels und Judas zu kommunizieren und ihnen ihr Schicksal zu verkünden. Die Aufgaben, zu denen Jeremia eingesetzt wird, sind definiert als „ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen“ (Jer 1,10). Jeremia kündigt den Völkern Judas ein Aufgebot von Feindvölkern aus dem Norden an und zeigt die Schuld Israels im Vergleich zu den Völkern auf. Die Völker werden als Zeugen des Urteils und der gerechten Strafe dargestellt, aber auch als Teil der Begnadigung Judas/Israels.
Die Völkerorakel
Dieser Abschnitt beleuchtet die Beziehung zwischen Israel und Juda und den Nachbarvölkern. Es werden die Streitigkeiten und die von den Nachbarvölkern übernommenen Baalkulte, die den Zorn JHWHs hervorrufen, erläutert. Die Völkerorakel im Jeremiabuch Kap. 25, und 46-51 verdeutlichen den Zorn JHWH gegen die einzelnen Völker wie Edom, Damaskus und andere.
Schlüsselwörter
Jeremia, Prophet, Völker, Israel, Juda, JHWH, göttliches Gericht, Urteil, Schuld, Strafe, Begnadigung, Völkerorakel, Nachbarvölker, Baalkult.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Jeremia ausdrücklich als „Prophet“ bezeichnet?
Die häufige Verwendung des Begriffs dient der Rechtfertigung seiner Position, da er sich aufgrund seines Alters oft behaupten musste und sich von opportunistischen Propheten abgrenzen wollte.
Was ist die zentrale Aufgabe Jeremias gegenüber den Völkern?
Jeremia soll mit den Völkern Israels und Judas kommunizieren und ihnen ihr göttliches Schicksal sowie das bevorstehende Gericht verkünden.
Was bedeutet die Formel „ausreißen und niederreißen, aufbauen und einpflanzen“?
Diese in Jeremia 1,10 definierte Aufgabe beschreibt seine doppelte Rolle: die Ankündigung von Zerstörung und Gericht, aber auch die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Wo finden sich die sogenannten Völkerorakel im Jeremiabuch?
Wichtige Völkerorakel finden sich in den Kapiteln 25 sowie 46 bis 51 des Buches Jeremia.
Welche Rolle spielen die Nachbarvölker in Jeremias Prophezeiungen?
Sie dienen als Zeugen des göttlichen Urteils über Israel, werden aber aufgrund ihrer eigenen Sünden (wie dem Baalkult) ebenfalls vom Zorn JHWHs getroffen.
- Citation du texte
- Johanna Altenburger (Auteur), 2002, Jeremia und die Völker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10241