documenta - Zeitgenössischer Kanon?


Seminararbeit, 2021

29 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Literaturbericht

III. Retrospektive der documenta - Zeitgenössischer Kanon?
i. documenta(1955)
ii. Il.documenta (1959)
iii. documenta III (1964)
iv. 4.documenta(1968)
v. documenta5 (1972)
vi. documenta 6 (1977)
vii. documenta7 (1982)
viii. documenta 8 (1987)
ix. documenta IX (1992)
x. documenta X (1997)
xi. documenta 11 (2002)
xii. documenta 12 (2007)
xiii. dOCUMENTA (13)(2012)
xiv. documenta 14 (2017)

III. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

V. Anhang: Abbildungen

I. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der documenta. Ich werde versuchen ihre Historie, ihre Retrospektive zu veranschaulichen. Meine Vorgehensweise wird sein, dass ichjede der bislang vierzehn Ausstellungen in einzelnen Kapiteln in ihren Grundzügen erläutere und beschreibe. Begleiten wird mich dabei die Frage, ob und inwieweit die documenta einem zeitgenössischen Kanon unterliegt. Wobei es nur ein Versuch bleiben kann, sich einer umfassenden Antwort auf diese Frage zu nähern. Die Grenzen eines Kanons sind sehr ungenau. Ist es denn nicht sogar die Natur einer Kunstschau kanonisiert zu sein? Walter Grasskamp schreibt in seinem Essay „Modell documenta oder wie wird Kunstgeschichte gemacht“, dass kein Kunstwerk sich selber zum Erfolg bringt. Außerdem schreibt er „Kein Mensch entscheidet schließlich, was er tut, allein nach Gründen, selbst Immanuel Kant soll seine Schrullen gehabt haben.“.1

Die documenta ist eine Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie findet seit 1955 in einem Intervall von fünf Jahren in Kassel statt. Wobei die zweite documenta einmalig schon nach vier Jahren stattfand.2 Im Jahr 2017 wurde die 14. und bislang letzte documenta sowohl in Kassel als auch zeitgleich in Athen realisiert. Die nächste und 15. Ausgabe der documenta ist für 2022 geplant. Arnold Bode prägte im Ausstellungskatalog der dritten documenta die Bezeichnung „Museum der 100 Tage“.3 Für die einen ist die documenta eine der bedeutendsten Ausstellungen der Gegenwartskunst, andere unterstellen ihr gravierende Einflussnahme auf den nationalen und internationalen Kunst- und Ausstellungsbetrieb.4 An der documenta lässt sich die ästhetisch-politische Geschichte der Bundesrepublik ablesen. Sie entstand aus der Intention, einen Wiedereintritt in die Welt der Moderne zu ermöglichen, als anti­entartete“ Kunstausstellung. Danach wurde sie auch immer wieder zu einem Ort, auf dem es zentrale Aspekte der deutschen Nachkriegsgeschichte, die Spuren des Nationalsozialismus, die Blockbildung des Kalten Kriegs und das Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Gesellschaft künstlerisch darzustellen und zu kommunizieren galt. Aktueller ausgedrückt: Die documenta war und ist der Versuch, die Kunst der Welt an einem oder mehreren Orten zu versammeln und zu erklären, was Kunst über den Zustand derWeltund die aufihrlebenden Gesellschaften aussagen kann. Seit 1972, also seit der fünften documenta, wechselt die künstlerische Leitung nach Ablauf der Ausstellung. Eine Findungskommission, die aus internationalen Fachleuten besteht, trifft die Auswahl. Die Findungskommission wiederum wird zusammengestellt von der documenta GmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die von der Stadt Kassel und dem Land Hessen getragen und finanziert sowie durch die Kulturstiftung des Bundes unterstützt wird. Die documenta GmbH organisiert die Ausstellung seit 60 Jahren. Jede documenta erfindet sich demnach neu und dennoch ist jede auch eine Reaktion auf die vorangegangene. Auf Grund dieser heterogenen Struktur der Ausstellungsreihe gebietet es sich, jeweils einen Einblick in jede einzelne Ausgabe der documenta zu geben, da eine Generalbeurteilung im Hinblick der Untersuchung zu der Frage der Kanonisierung nur schwer bis gar nicht möglich ist.5

II. Literaturbericht

Für den Wissensinput über die documenta und das Verstehen derselben habe ich mich mehrerer Quellen bedient, welche diesbezüglich einschlägig sind. Hierbei hat sich besonders Harald Kimpel hervorgetan, der neben seinem Artikel „Warum gerade Kassel?“ in Band 49 der Zeitschrift „Kunstforum“ mit „documenta. Die Überschau“ ein Überblickswerk zu dieser Ausstellung verfasst hat. In „documenta. Mythos und Wirklichkeit“ versucht Kimpel dagegen, die documenta kritisch zu hinterfragen, indem er sich mit den Strukturen, dem Ort und der Art der Kunstvermittlung der Institution documenta auseinandersetzt. Beteiligte diverser dbcwmewta-Ausstellungen äußern sich ebenfalls zur Geschichte der documenta, so beispielsweise der künstlerische Leiter der sechsten und achten documenta, Manfred Schneckenburger, in seinem Werk „documenta. Idee und Institution“. Der Pressesprecher der dritten documenta, Alfred Nemeczek veröffentlichte neben kürzeren Artikeln in der Zeitschrift „Art“ von 1982 und 1987 auch das Buch „documenta. Wissen 300“ mit einem kurzen, prägnanten Abriss der dbcwmewta-Geschichte. Bei diesen Quellen ist natürlich die Perspektive der Autorenschaft unbedingt zu beachten. Des Weiteren ist Volker Rattemeyers „documenta. Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb“ wichtig, der sich in einer Sammlung von Essays, entstanden während einer Tagung der Kasseler Hochschulwoche, mit dem Einfluss der documenta auf den Kunstmarkt und die allgemeine Wertschätzung der dort gezeigten Werke und Künstlerinnen auseinandersetzt. Sehr interessant für die Thematik dieser Hausarbeit ist Walter Grasskamps Aufsatz „Modell documenta oder wie wird Kunstgeschichte gemacht“ in Band 49 des „Kunstforums“, der sich damit auseinandersetzt, welchen Einfluss die documenta auf die Kunstgeschichtsschreibung ausübt. Selbstverständlich ist der historische Überblick der documenta auf ihrer offiziellen Internetseite unter http://www.documenta.de ebenfalls von großer Bedeutung.

II. Retrospektive der documenta - Zeitgenössischer Kanon?

i. documenta

Die erste documenta fand zehn Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem Untergang des nationalsozialistischen Regimes im Jahr 1955 im Fridericianum in der Kasseler Innenstadt statt. Sie trug den Titel „documenta. Kunst des 20. Jahrhunderts. Internationale Ausstellung“. Der Begründer der documenta war der Maler, Architekt und Designer Arnold Bode. Manfred Schneckenburger beschreibt ihn als „Ausstellungsdesigner, Akademieprofessor in Kassel, Initiator, Visionär, Regisseur, Architekt der documenta bis 1968 [,..]“.6 Zunächst gründet Bode mit einigen gleichgesinnten Freundinnen einen Verein, den man „Abendländische Kunst des 20. Jahrhunderts e.V.“ genannt hat.7 Die Idee Arnold Bodes war eine Überblicksveranstaltung zu konzipieren, die Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts, welche für die Verantwortlichen als bedeutend angesehen wurden, an einem Ort versammelt. Man meinte natürlich damit die Kunst aus Zentraleuropa von einigen wenigen weißen überwiegend männlichen Künstlerinnen. Damit sollte den Deutschen nicht nur die Kunst Europas gezeigt werden, zu der sie im Zuge der nationalsozialistischen Diktatur keinen Zugang hatten, es sollten auch diejenigen Künstlerinnen rehabilitiert werden, die nur wenige Jahre zuvor noch als „entartet“ gegolten hatten.8 Es sollte also versucht werden, an die kulturellen und künstlerischen Traditionen der Moderne, die vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland aufblühten, wieder anzuknüpfen.9 Direkt hinter dem Eingang des Fridericianums wurden die Besucher mit Wilhelm Lehmbrucks Figur "Knieende" (Abb. 1) konfrontiert. Die Skulptur war von den Nazis in der Ausstellung "Entartete Kunst" geächtet worden. Die kunsthistorische Leitung hatte der Kunsthistoriker Werner Haftmann inne. Haftmann war in der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der NSDAP. Dieser hatte erst 1954 sein Buch „Malerei im 20. Jahrhundert“ veröffentlicht, welches den Anspruch für sich reklamierte, die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert aufzuzeigen. Die documenta war für Haftmann nun eine Plattform, auf der er die Thesen seines Buches mit den entsprechenden Kunstwerken bebildern konnte. Im Mittelpunkt stand die abstrakte Kunst, insbesondere die abstrakte Malerei der 1920er und 1930er Jahre.10 So waren einerseits zwar die kommerziellen Hauptströmungen der Avantgarde mit Expressionismus, Futurismus, Konstruktivismus und Kubismus vertreten, aber andererseits fehlten explizit politische, subversive Positionen wie Dada. Gezeigt wurden auch Werke, welche in den Nachkriegsjahren bis zur documenta bereits mehrmals ausgestellt wurden und auch von Künstlerinnen, bei denen es mindestens fragwürdig war, ob sie für einen Gegenentwurf zur nationalsozialistischen Kunstpolitik taugten, wie zum Beispiel Emil Nolde; insbesondere, da Künstlerinnen wie Max Liebermann oder Felix Nussbaum nicht zum Kanon gehörten. Die Ausstellung umfasste 670 Kunstwerke von 143 Künstlern und fünf Künstlerinnen aus sechs Ländern, vornehmlich aus Deutschland, Frankreich und Italien. Im Katalog zu dieser documenta gab es einen Teil, in dem unter anderen Picasso, Braque, Leger und Max Beckmann auf Fotografien in ihren Ateliers zu sehen waren. Diese Darstellungen sollten zur Glorifizierung dieser Künstler beitragen.11 Das Budget betrug 379.000 DM und es kamen 130.000 Besucherinnen.12

ii. II. documenta (1959)

Vier Jahre später nach der ersten fand erneut eine documenta in Kassel statt. Sie trug den Titel „II. documenta '59. Kunst nach 1945. Internationale Ausstellung“ und wurde institutionalisiert, es entstand die documenta GmbH. Diese Rechtsform sollte bis heute die Grundlage für die Durchführung der documenta bleiben. Es ergaben sich fortan auch Veränderungen für die Leitung der Ausstellung. Diese wurde nun vom Aufsichtsrat bestimmt. Bei dieser Ausgabe wurden allerdings erneut Bode und Haftmann für die Leitungsposten ernannt.13 Der Schwerpunkt der Ausstellung war die Kunst nach 1945. Innerhalb des von Haftmann installierten Kanons gab es einen besonderen Fokus auf die abstrakte Nachkriegskunst. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Museum of Modem Art (MoMA), welches bei der Auswahl der amerikanischen Exponate abstrakter Arbeiten beteiligt war. Für Jackson Pollock wurde sogar - ebenso wie für die Künstler Wols, Willi Baumeister und Nicolas de Staël - ein jeweils eigener Raum bespielt. Als Hauptwerk der deutschen Gegenwartskunst hing im Hauptsaal das „Freiburger Bild“ (1956) von Ernst Wilhelm Nay (Abb. 2).14 Sozialistischer Realismus wurde fast gänzlich ausgeschlossen, was man nur als klares politisches Statement verstehen konnte.15 Auf eine Rückschau wird allerdings auch auf der zweiten documenta nicht verzichtet. Unter den Subtiteln „Die Argumente der Kunst des XX. Jahrhunderts“, „Die Lehrmeister der Kunst des XX. Jahrhunderts“ und „Die Wegbereiter der Skulptur des XX. Jahrhunderts“ wurden Werke der Klassischen Moderne subsumiert und gezeigt, die belegen sollten, dass die Kunst sich im 20. Jahrhundert in einer stringenten Abfolge bis in die Gegenwart entwickelt haben soll.16 Ausgestellt wurden 1770 Exponate von 325 Künstlern und elf Künstlerinnen vorwiegend aus Europa und den USA.17 Im Katalog gab es dieses Mal zwar keinen eigenen Teil für die Bildnisse der Künstlerinnen, aber dennoch wurden welche im Katalog verteilt.18 Das Budget belief sich auf 991.000 DM. Es kamen 134.000 Besucherinnen nach Kassel.

iii. documenta III (1964)

Aufgrund interner Unstimmigkeiten fand die dritte documenta nicht wie geplant nach vier, sondern erst nach fünf Jahren statt. Neue Machtfragen stellten sich innerhalb der Trägergesellschaft documenta GmbH, in der nun auch das Land Hessen mitmischte. Der Titel der dritten Ausgabe der Ausstellungsreihe lautete „documenta III. Internationale Ausstellung“. Künstlerischer Leiter war erneut Arnold Bode und zum letzten Mal dabei als konzeptueller Kopf, Werner Haftmann. Bode prägte den Begriff „Museum der 100 Tage“. Beide strebten in diesem Jahr die Beschränkung auf „Qualität“ und „Relevanz“ an.19 Diese documenta stellte die Künstlerin in den Mittelpunkt. Es wurde auf eine stilistische Anordnung, auf die Untersuchung bestimmter Strömungen und Tendenzen der Gegenwartskunst eigentlich verzichtet. Es ging viel mehr um die individuelle Künstlerinpersönlichkeit. Haftmann schreibt im Einführungstext des Ausstellungskatalogs, „dass Kunst das ist, was bedeutende Künstler machen“.20 Zentral präsentiert wurden kommerzielle und bekannte Künstlerinnen der Klassischen Moderne traditioneller Gattungen, wie beispielsweise Max Beckmann, Marc Chagall, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Emil Nolde oder Pablo Picasso. Der Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr wieder auf der abstrakten Kunst und wenig Raum räumte Haftmann dagegen der stark aufflammenden Pop Art ein. Obwohl sich diese documenta insgesamt weniger der zeitgenössischen Kunst widmete als noch fünf Jahre zuvor, hat man in der Sektion „Aspekte '64“ unbekanntere zeitgenössische Künstlerinnen präsentiert.21 Joseph Beuys war zum ersten Mal dabei, wenn auch nicht als Fluxus-Künstler. Insgesamt umfasste die Ausstellung 345 Künstler und acht Künstlerinnen. Bezüglich der Parität war das im Vergleich zur zweiten documenta ein Rückschritt. Das Budget wuchs hingegen auf 1.860.000 DM und die Zahl der Besucherinnen auf200.000.22

iv. 4. documenta (1968)

Die vierte documenta fand im Aufbruchsjahr 1968 statt. Die Organisationsform hatte sich geändert. Ein mehrköpfiger documenta-Rak war verantwortlich für die Auswahl der Künstlerinnen. Das Auswahlverfahren war erstmals weitgehend demokratisch strukturiert. Arnold Bode war Mitglied in allen Arbeitsausschüssen und zum letzten Mal künstlerischer Leiter.23 In den Strudel der lauten politischen Auseinandersetzungen und kontroversen Debatten der Gesellschaft zu jener Zeit geriet auch die documenta. Sie wurde von Protesten begleitet, da sie in den Augen der Protestierenden zu wenig progressiv und kaum politisch-kritisch daherkam. Subversive Kunstrichtungen wie Fluxus, Happening und Aktionskunst fanden auf der Ausstellung keine Berücksichtigung. Auf der Eröffnungskonferenz kippten Wolf Vostell, Jörg Immendorf und andere Künstlerinnen unter Buh-Rufen Honig und Kleingeld auf die Tische und brachten damit ihren Unmut darüber zum Ausdruck. Diese Ausgabe der documenta war letztendlich in der Abwesenheit von Haftmann dennoch sehr zeitgenössisch. Der Schwerpunkt lag auf der amerikanischen Pop Art, wie zum Beispiel Andy Warhols mehrteiligen Arbeit „Marilyn“ (Abb. 3), was auch dem kommerziellen Zeitgeist entsprach. Insgesamt bestimmte die Kunst aus den USA mit 51 Künstlerinnen ungefähr ein Drittel der gesamten Ausstellung. Manfred Schneckenburger spricht sogar von einer „documenta Americana“.24 Joseph Beuys war mit einer Rauminstallation zwar erneut vertreten, dafür aber keine Spur von Gerhard Richter, der schon zu jener Zeit längst am Wirken war. Man bespielte zum ersten Mal auch den öffentlichen Raum. Viel Aufmerksamkeit zog das "5600 Kubikmeter Paket" von Christo und Jeanne-Claude (Abb. 4) auf sich. Dabei handelte es sich um ein 85 Meter hohes zylindrisches, luftgefülltes Paket. Insgesamt wurden Exponate von 146 Künstlern und gerade einmal von vier Künstlerinnen ausgestellt. Es kamen 207.000 Besucher*innen und das Budget betrug2.817.000 DM.25

v. documenta 5 (1972)

Die fünfte documenta fand 1972 statt. Sie trug den Titel „Befragung der Realität - Bildwelten heute“. Künstlerischer Leiter wurde der damalige Direktor der Berner Kunsthalle Harald Szeemann. Szeemann verfolgte einen programmatischen Ansatz. Für Rattemeyer war nun „der vielleicht radikalste Richtungswechsel angesagt“26 und für Schneckenburger war die fünfte documenta die „wichtigste Zäsur in der Geschichte der documenta“.27 Szeemann installierte die documenta als ein politisch-kritisches Ereignis und wandte sich von der traditionellen musealen Programmatik der Ausstellung ab. Die documenta wurde zur Vorreiterin einer Kunst, die sich in einer Spannungsbeziehung zu Gesellschaft und Politik versteht. Dieses Mal gab es Raum für das Progressive; Fluxus- und Happening-Kunst hielten Einzug. Mit der Präsentation für Kunstausstellungen unkonventioneller Medien, wie Werbung, Malerei von psychisch defizitären Menschen, politischen Ikonographien, religiöse und volkskundliche Gegenstände sowie Parteiplakate und dem Performativen, wie Joseph Beuys mit seinem Büro „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“, wurde das Verhältnis zwischen Kunst und Nicht-Kunst und der gesellschaftlichen Realität sowie der politischen Propaganda untersucht.28 Der Katalog zur documenta war nicht als gebundenes Buch konzipiert, sondern viel mehr als ein Ringordner, der von den Besucher*innen individuell ergänzt werden konnte. Der breite und kanonarme Ansatz dieser fünften documenta verursachte heftige Reaktionen der Besucher*innen und einen finanziellen Verlust. Ausgestellt wurden 222 Künstlerinnen. Darunter gab es ca. achtzehn Frauen. Das Budget hatte eine Größenordnung von 3.480.000 DM und es kamen zur fünften documenta 220.000 Besucherinnen.29

[...]


1 Grasskamp, Walter, Model documenta, in: Kunstforum, Band 49, 1982, https://www.kunstforum.de/artikel/modell-documenta/

2 Kimpel, Harald: documenta. Die Überschau, Köln 2002, S.14ff

3 Bode, Arnold, documenta III. Internationale Ausstellung, Katalog: Band 1: Malerei und Skulptur; Band 2: Handzeichnungen; Band 3: Industrial Design, Graphik, Band 1, Kassel/Köln 1964; S.19

4 Kimpel, Harald: documenta. Mythos und Wirklichkeit, Köln 1997, S.761

5 documenta Retrospektive, 1955 - 2017, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

6 Schneckenburger, Manfred, documenta - Idee und Institution. Tendenzen, Konzepte, Materialien, München 1983, S. 10

7 Kimpel, Harald, documenta. Die Überschau, Köln 2002, S. 17

8 Kimpel, Harald, documenta. Die Überschau, Köln 2002, S. 14ff

9 Kimpel, Harald, documenta. Die Überschau, Köln 2002, S. 20

10 Schneckenburger, Manfred, documenta - Idee und Institution. Tendenzen, Konzepte, Materialien, München 1983, S. 14

11 Grasskamp, Walter, Model documenta, in: Kunstforum, Band 49, 1982, https://www.kunstforum.de/artikel/modell-documenta/

12 documenta Retrospektive, documenta 1, 1955, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

13 Kimpel, Harald: documenta. Mythos und Wirklichkeit, Köln 1997, S. 178ff

14 Kimpel, Harald, documenta. Die Überschau, Köln 2002, S. 33ff

15 documenta Retrospektive, documenta 2, 1959, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

16 Kimpel, Harald, documenta. Die Überschau, Köln 2002, S. 31

17 documenta Retrospektive, documenta 2, 1959, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

18 Grasskamp, Walter, Model documenta, in: Kunstforum, Band 49, 1982, https://www.kunstforum.de/artikel/modell-documenta/

19 Manfred Schneckenburger, documenta - Idee und Institution: Tendenzen, Konzepte, Materialien. München 1983,S. 65

20 Haftmann, Werner, documenta III. Internationale Ausstellung. Katalog. Band 1: Malerei und Skulptur; Band 2: Handzeichnungen; Band 3: Industrial Design, Graphik. Kassel/Köln 1964, S. 14

21 Rattemeyer, Volker, documenta - Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb?, Kassel, S.157f

22 documenta Retrospektive, documenta 3, 1964, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

23 documenta Retrospektive, documenta 4, 1968, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

24 Manfred Schneckenburger, documenta - Idee und Institution: Tendenzen, Konzepte, Materialien. München 1983,S. 91

25 documenta Retrospektive, documenta 4, 1968, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

26 Rattemeyer, Volker, documenta - Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb?, Kassel, S.186

27 Manfred Schneckenburger, documenta - Idee und Institution: Tendenzen, Konzepte, Materialien. München 1983,S. 112 documenta Retrospektive, documenta 5, 1972, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021 documenta Retrospektive, documenta 5, 1972, https://www.documenta.de/de/retrospective/, Zugriffsdatum: 01. Februar 2021

28 Rattemeyer, Volker, documenta - Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb?, Kassel, S. 202

29 Rattemeyer, Volker, documenta - Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb?, Kassel, S. 195

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
documenta - Zeitgenössischer Kanon?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Jahr
2021
Seiten
29
Katalognummer
V1024447
ISBN (eBook)
9783346488510
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zeitgenössischer, kanon
Arbeit zitieren
Domenico Daunheimer (Autor:in), 2021, documenta - Zeitgenössischer Kanon?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024447

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