Diese Arbeit beschäftigt sich mit der documenta. Ich werde versuchen ihre Historie, ihre Retrospektive zu veranschaulichen. Meine Vorgehensweise wird sein, dass ich jede der bislang vierzehn Ausstellungen in einzelnen Kapiteln in ihren Grundzügen erläutere und beschreibe. Begleiten wird mich dabei die Frage, ob und inwieweit die documenta einem zeitgenössischen Kanon unterliegt. Wobei es nur ein Versuch bleiben kann, sich einer umfassenden Antwort auf diese Frage zu nähern. Die Grenzen eines Kanons sind sehr ungenau. Ist es denn nicht sogar die Natur einer Kunstschau kanonisiert zu sein? Walter Grasskamp schreibt in seinem Essay „Modell documenta oder wie wird Kunstgeschichte gemacht“, dass kein Kunstwerk sich selber zum Erfolg bringt. Außerdem schreibt er „Kein Mensch entscheidet schließlich, was er tut, allein nach Gründen, selbst Immanuel Kant soll seine Schrullen gehabt haben.“
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Literaturbericht
III. Retrospektive der documenta - Zeitgenössischer Kanon?
i. documenta (1955)
ii. II. documenta (1959)
iii. documenta III (1964)
iv. 4. documenta (1968)
v. documenta 5 (1972)
vi. documenta 6 (1977)
vii. documenta 7 (1982)
viii. documenta 8 (1987)
ix. documenta IX (1992)
x. documenta X (1997)
xi. documenta 11 (2002)
xii. documenta 12 (2007)
xiii. dOCUMENTA (13) (2012)
xiv. documenta 14 (2017)
III. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Geschichte der documenta-Ausstellungen in Kassel, um kritisch zu hinterfragen, inwieweit diese Reihe einen zeitgenössischen Kanon etabliert oder maßgeblich beeinflusst hat.
- Historische Entwicklung der documenta seit 1955
- Analyse des Kanonbegriffs im Kontext zeitgenössischer Kunst
- Einfluss der künstlerischen Leitungen auf die Programmatik
- Darstellung und Bedeutung der jeweiligen Ausstellungen für den Kunstbetrieb
- Wandel von Auswahlprozessen und kuratorischen Konzepten
Auszug aus dem Buch
i. documenta (1955)
Die erste documenta fand zehn Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem Untergang des nationalsozialistischen Regimes im Jahr 1955 im Fridericianum in der Kasseler Innenstadt statt. Sie trug den Titel „documenta. Kunst des 20. Jahrhunderts. Internationale Ausstellung“. Der Begründer der documenta war der Maler, Architekt und Designer Arnold Bode. Manfred Schneckenburger beschreibt ihn als „Ausstellungsdesigner, Akademieprofessor in Kassel, Initiator, Visionär, Regisseur, Architekt der documenta bis 1968 [...]“.
Zunächst gründet Bode mit einigen gleichgesinnten Freund*innen einen Verein, den man „Abendländische Kunst des 20. Jahrhunderts e.V.“ genannt hat. Die Idee Arnold Bodes war eine Überblicksveranstaltung zu konzipieren, die Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts, welche für die Verantwortlichen als bedeutend angesehen wurden, an einem Ort versammelt. Man meinte natürlich damit die Kunst aus Zentraleuropa von einigen wenigen weißen überwiegend männlichen Künstler*innen. Damit sollte den Deutschen nicht nur die Kunst Europas gezeigt werden, der sie im Zuge der nationalsozialistischen Diktatur keinen Zugang hatten, es sollten auch diejenigen Künstler*innen rehabilitiert werden, die nur wenige Jahre zuvor als „entartet“ gegolten hatten. Es sollte also versucht werden, an die kulturellen und künstlerischen Traditionen der Moderne, die vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland aufblühten, wieder anzuknüpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die documenta-Historie zu untersuchen und die Frage nach der Kanonisierung in dieser Ausstellungsreihe zu reflektieren.
II. Literaturbericht: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die einschlägige Fachliteratur und die kritischen Quellen, die das Verständnis der documenta als Institution prägen.
III. Retrospektive der documenta - Zeitgenössischer Kanon?: In diesem Hauptteil werden alle bisherigen documenta-Ausstellungen chronologisch und detailliert in ihren jeweiligen kuratorischen Schwerpunkten und gesellschaftlichen Kontexten beschrieben.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die documenta zwar nie frei von einem Kanon war, sich aber in ihrem Umgang mit Strukturen und Auswahlprozessen über die Jahrzehnte gewandelt hat.
IV. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
V. Anhang: Abbildungen: Dokumentation ausgewählter Exponate und Installationen aus verschiedenen documenta-Ausstellungen.
Schlüsselwörter
documenta, Kunstgeschichte, Kanon, Ausstellung, Kassel, Zeitgenössische Kunst, Kuratierung, Moderne, Nachkriegsgeschichte, Kunstbetrieb, Arnold Bode, Institution, Avantgarde, Kunstpolitik, Ausstellungsdesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Geschichte der documenta in Kassel und untersucht, ob und wie diese Ausstellungsreihe einen zeitgenössischen Kanon der Kunst bildet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Ausstellung, der Einfluss verschiedener künstlerischer Leitungen, die kuratorische Programmatik und die Frage der Kanonbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Historie der documenta aufzuarbeiten und kritisch zu hinterfragen, inwieweit sie als Institution einen zeitgenössischen Kanon konstruiert oder tradiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer retrospektiven Analyse und einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur sowie der jeweiligen Ausstellungskataloge und kuratorischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte, kapitelweise Untersuchung aller documenta-Ausstellungen von 1955 bis 2017, wobei jeweils die spezifischen Intentionen und Veränderungen beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind documenta, Kanon, Kunstgeschichte, Kuratierung, moderne Kunst, Ausstellungskritik und die institutionelle Entwicklung der documenta.
Wie unterscheidet sich die documenta 5 von ihren Vorgängern?
Die documenta 5 (1972) wird als markante Zäsur beschrieben, da sie sich unter Harald Szeemann bewusst von der traditionellen musealen Programmatik abwandte und einen politisch-kritischen sowie performativen Ansatz wählte.
Welche Rolle spielten die künstlerischen Leiter für die Kanonbildung?
Die künstlerischen Leiter (wie Arnold Bode, Manfred Schneckenburger oder Catherine David) prägten durch ihre individuelle Auswahl der Künstler*innen und die konzeptionelle Ausrichtung der Ausstellungen massiv, was als bedeutende Kunst des jeweiligen Zeitraums wahrgenommen wurde.
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- Domenico Daunheimer (Autor), 2021, documenta - Zeitgenössischer Kanon?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024447