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Ein Leben als Kunstwerk. Thomas Bernhards autobiografisches Kunstprogramm

Título: Ein Leben als Kunstwerk. Thomas Bernhards autobiografisches Kunstprogramm

Trabajo Escrito , 2020 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anne-Catherine Piétriga (Autor)

Literatura - General
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Die Arbeit setzt sich mit den verschiedenen Forschungsansätzen zu Bernhards autobiografischem Werk auseinander und untersucht diese auf ihre rhetorischen Strategien, mit welchen der Bernhard’sche Wahrheitsbegriff im Text umgesetzt wird. Auch inhaltlich wird die Zuverlässigkeit des autobiografischen Erzählers mithilfe der Bernhard Biografie von Manfred Mittermayer überprüft und herausgestellt, welche Wirkung die als unwahr ausgewiesenen Passagen in Bezug auf das Werk haben. Um Bernhards Umgang mit Fakt und Fiktion in einem gattungsübergreifenden Zusammenhang betrachten zu können, wird der Roman Auslöschung. Ein Zerfall (1988) auf ähnliche rhetorische Strategien und den Umgang mit biografischen Informationen untersucht.
Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, dass das Verwirrungsspiel um die Authentizität seiner Geschichten keinesfalls einem schlechten Gedächtnis geschuldet ist, sondern von ihm selbst als „wesentlicher Teil seiner Poetik“ betrachtet wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Thomas Bernhards Autobiografie

1. Das ästhetische Programm der Andeutung

2. „Das ist die Wahrheit.“

III. Ist es ein Roman? Ist es eine Autobiografie?

1. Die Antiautobiografie: Auslöschung

2. Autobiografische Poetik in Auslöschung

IV. Bernhards Kunstprogramm der Wahrheit

1. Multiperspektivisches Erzählen

2. Die Kunst der Verfälschung

3. Die Übertreibungskunst

4. Das Motiv der Selbstrettung durch aktive Entscheidung

V. Das ästhetische Kalkül

VI. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das autobiografische Werk von Thomas Bernhard mit dem Ziel aufzuzeigen, dass die häufige Abweichung von faktischen Gegebenheiten nicht auf ein mangelhaftes Gedächtnis zurückzuführen ist, sondern ein bewusstes rhetorisches und ästhetisches Instrument seiner Poetik darstellt. Dabei wird der Roman Auslöschung. Ein Zerfall in den Vergleich mit einbezogen, um Bernhards gattungsübergreifenden Umgang mit Fakt und Fiktion zu analysieren.

  • Analyse der rhetorischen Strategien in Bernhards Autobiografie
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Autobiografie und Roman
  • Die Rolle der „Kunst der Verfälschung“ und der Übertreibung
  • Das Konzept der „Selbstrettung“ durch aktive Entscheidung
  • Die Auflösung klassischer Gattungsgrenzen im „System Bernhard“

Auszug aus dem Buch

Die Kunst der Verfälschung

[…] ich denke, daß wir uns sehr oft an Einzelheiten, sogenannte Nebensächlichkeiten genau erinnern, wenn wir sie festhalten und in sie eindringen in unserer Betrachtung. Wenn wir uns für diese Nebensächlichkeiten und Einzelheiten zur Verfügung stellen, sie zuerst anschauen, dann durchschauen […]. Auch in der Erinnerung kann uns ein solches Nebensächliches dann deutlich sein […]. Diesen Mechanismus habe ich mir aus dem natürlichen zu einer Kunst gemacht, denke ich, die ich jeden Tag ausübe und ich werde mich in dieser Kunst noch steigern. (Au, S. 617ff.)

Was Murau hier beschreibt, ist im Wesentlichen das poetische Programm in Bernhards Autobiografie. Die Erinnerung an den einzelnen Moment wird nicht einfach nur wiedergegeben, sie wird zur Kunst gemacht, indem sie zur Kunst verfälscht wird. Diese Kunst der Verfälschung ist für beide, den autobiografischen Bernhard sowie für Murau, essenziell für die Darstellung ihrer subjektiven Wahrheit.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Bernhard trotz autobiografischer Ansprüche seine eigene Lebensgeschichte stark stilisiert und fiktionalisiert hat.

II. Thomas Bernhards Autobiografie: Dieses Kapitel erläutert, dass Bernhards Autobiografie keinem klassischen Wahrheitsanspruch folgt, sondern ein ästhetisches Programm der „Andeutung“ und „Annäherung“ verfolgt.

III. Ist es ein Roman? Ist es eine Autobiografie?: Hier wird untersucht, wie Bernhard mit dem Roman Auslöschung die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion durch rhetorische Strategien auflöst.

IV. Bernhards Kunstprogramm der Wahrheit: Dieses Kapitel analysiert zentrale Mittel wie das multiperspektivische Erzählen, die bewusste Verfälschung und die Übertreibung als Instrumente zur Konstruktion einer subjektiven Wahrheit.

V. Das ästhetische Kalkül: Der Abschnitt beleuchtet die Debatte um Bernhards „rhetorischen Skeptizismus“ und die Frage, ob sein Schreiben ein gezielter Plan zur Selbstheroisierung ist.

VI. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass Bernhard in seinem gesamten Werk ein „System“ erschafft, in dem die Kunst selbst wichtiger ist als eine objektive Abbildung der Realität.

Schlüsselwörter

Thomas Bernhard, Autobiografie, Auslöschung, Fiktion, Faktizität, Rhetorik, Verfälschungskunst, Übertreibungskunst, Sprachskepsis, Poetik, Wahrheitsbegriff, Identität, Kunstfigur, Selbstrettung, Ästhetisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Wahrheit und Fiktion in Thomas Bernhards autobiografischen Schriften und vergleicht diese mit seinem Romanwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die rhetorischen Strategien Bernhards, seine Sprachskepsis, das Konzept der „Antiautobiografie“ und die gezielte Verfälschung biografischer Fakten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Bernhards „Verfälschungen“ kein Zufallsprodukt, sondern integraler und wesentlicher Bestandteil seiner bewussten literarischen Poetik sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Textstellen aus Bernhards Autobiografien und seinem Roman Auslöschung mit biografischen Daten und theoretischen Fachdiskursen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des ästhetischen Programms, den Vergleich von Prosa und Autobiografie sowie die Untersuchung von Stilmitteln wie Übertreibung und multiperspektivischem Erzählen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „Kunst der Verfälschung“, „Übertreibungskunst“, „Poetisches Faktizitäts-Paradox“ und der „Möglichkeitsanspruch“ anstelle eines „Wahrheitsanspruchs“.

Inwiefern spielt der Roman „Auslöschung“ eine Rolle für die These?

Der Roman dient als Vergleichsobjekt, um zu zeigen, dass sich Bernhards autobiografische Texte stilistisch kaum von seinem Prosawerk unterscheiden lassen und beide einer ähnlichen „Kunstfigur“-Stilisierung unterliegen.

Wie bewertet die Autorin Bernhards „Selbstheroisierung“?

Die Arbeit hinterfragt die kritische Sichtweise auf Bernhards vermeintliche Selbstheroisierung und argumentiert stattdessen für einen rein künstlerischen Impuls bei der Gestaltung seiner Lebensgeschichte.

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Detalles

Título
Ein Leben als Kunstwerk. Thomas Bernhards autobiografisches Kunstprogramm
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Literaturwissenschaften)
Calificación
1,0
Autor
Anne-Catherine Piétriga (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
21
No. de catálogo
V1024536
ISBN (Ebook)
9783346422231
ISBN (Libro)
9783346422248
Idioma
Alemán
Etiqueta
Thomas Bernhard
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne-Catherine Piétriga (Autor), 2020, Ein Leben als Kunstwerk. Thomas Bernhards autobiografisches Kunstprogramm, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024536
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