Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Bernard Williams Gedankenexperimente. Der Körper als Bedingung für die personale Identität?

Titel: Bernard Williams Gedankenexperimente. Der Körper als Bedingung für die personale Identität?

Essay , 2019 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dorothea Winter (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Essay soll anhand Bernard Williams Gedankenexperimente kritisch herausarbeiten, ob und wenn ja welche möglichen philosophischen Erkenntnisse sich aus Williams Position, dass der Körper notwendig für personale Identität ist, gewinnen lassen.

Das Gedankenexperiment des Körpertausches taucht in den Annalen der analytische Philosophie immer wieder dann auf, wenn personale Identitätstheorien – metaphorisch gesprochen – auf Herz und Nieren überprüft werden sollen. So fuhrt bereits John Locke im 17. Jahrhundert das Beispiel an, dass, so das Bewusstsein eines Prinzen in den Körper eines Schusters übertragen wird, doch jedermann auszuschließen vermöge, dass der Schuster dieselbe Person wie der Prinz ist und somit nicht fur die Handlungen des Prinzen verantwortlich gemacht werden kann.

Bernard Williams spinnt dieses Gedankenexperiment in seinem Essay „Das Selbst und die Zukunft“ weiter – mit zahlreichen Modulationen und Variationen, um so die Probleme und Starken möglicher personaler Identitätstheorien aufzuzeigen. Er selbst vertritt die Position, dass der Körper fur personale Identität notwendig, wenn auch nicht hinreichend ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zeigen Bernard Williams Gedankenexperimente, dass der Körper notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für personale Identität ist?

1.1 Einleitung

1.2 Prämissen und Methodik

1.3 Gedankenexperiment (1) Körpertypus

1.3.1 Szenario 1

1.3.2 Szenario 2

1.3.3 Szenario 3

1.4 Gedankenexperiment (2) Angekündigte Folter

1.5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Gedankenexperimente von Bernard Williams die philosophische Frage, ob der menschliche Körper eine notwendige, jedoch nicht hinreichende Bedingung für die personale Identität darstellt.

  • Analyse der Bedeutung von Körper- und Geist-Kontinuität.
  • Kritische Untersuchung von Lockes Identitätsansatz.
  • Einsatz von Gedankenexperimenten (Körpertausch und Folter-Szenarien) zur Intuitionsprüfung.
  • Reflexion über die Rolle von Erinnerungen im Kontext der Identitätsbildung.
  • Beurteilung der Verknüpfung von personaler Identität und physischen Kriterien.

Auszug aus dem Buch

Gedankenexperiment (1) Körpertypus

Versuchsaufbau: Nach dem Versuch erhält eine der beiden Personen 100 000 Euro und die andere wird gefoltert. Nun werden vor dem Versuch Anne und Berta gefragt, was sie sich wünschen: Szenario 1: „Körper 2 bekommt 100 000 Euro und Körper 1 erhält die Folter.“ Berta: „Körper 2 bekommt Folter und Körper 1 100 000 Euro.“ Der Versuchsleiter wählt Annes Vorschlag. Berta wird sich demgemäß beschweren, da Berta nun in Körper 1 steckt und so gefoltert wird plus ihr Vorschlag missachtet wurde und Anne, die sich in Körper 2 befindet, wird sich freuen, dass sie 100 000 Euro bekommt. Konklusion: Anne und Berta scheinen wahrhaftig ihre Körper getauscht zu haben und das auch vorher in ihren Entscheidungen so kalkuliert haben. Den Personen Anne und Berta scheint es egal zu sein, was mit ihrem Körper passiert, vielmehr sorgen sie sich um ihren „Geist“. Dieser Versuch zeigt, dass intuitiv eine psychologische Theorie vertreten wird, ähnlich wie zum einen Locke in seiner personalen Identität-Systematik vorschlägt, oder auch Descartes in seinem Dualismus, indem er Körper von dem Selbst als wirklich verschieden ansieht. Der Leser bildet somit die Intuition aus, dass Annes Empfindungen höchst nachvollziehbar scheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zeigen Bernard Williams Gedankenexperimente, dass der Körper notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für personale Identität ist?: Der Einleitungsteil führt in die philosophische Fragestellung ein und bettet die Untersuchung in den Kontext der analytischen Philosophie und der Identitätstheorien ein.

1.1 Einleitung: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt und das Ziel definiert, die philosophischen Intuitionen hinter der personalen Identität mittels Williams' Methodik zu hinterfragen.

1.2 Prämissen und Methodik: In diesem Abschnitt werden die philosophischen Voraussetzungen für die Gedankenexperimente dargelegt, insbesondere das Verständnis von Person und die Bedingungen für einen erfolgreichen Körpertausch.

1.3 Gedankenexperiment (1) Körpertypus: Dieser Teil analysiert das erste Gedankenexperiment durch verschiedene Szenarien, um die Bedeutung von physischer versus psychologischer Identität zu untersuchen.

1.3.1 Szenario 1: Untersucht die Wahlmöglichkeiten der Versuchspersonen und zeigt, wie sich die Intuition auf den „Geist“ statt auf den Körper richtet.

1.3.2 Szenario 2: Beleuchtet die Konsequenzen, wenn die Personen vor dem Versuch nicht mit einem Körpertausch rechnen, was die Bindung der Identität an den Körper unterstreicht.

1.3.3 Szenario 3: Schließt die Untersuchung des ersten Gedankenexperiments ab und führt zur Problematisierung rein psychologischer Identitätskriterien.

1.4 Gedankenexperiment (2) Angekündigte Folter: Hier wird durch das Folter-Szenario und die Stufen der Gedächtnisverluste untersucht, ob eine rein psychologische Theorie der Identität plausibel bleibt.

1.5 Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass eine Reduktion auf geistige Kontinuität problematisch ist und die physische Komponente für eine stabile Identitätsbestimmung unverzichtbar bleibt.

Schlüsselwörter

Personale Identität, Bernard Williams, Körpertausch, Gedankenexperiment, Locke, Psychologische Theorie, Geist, Körper, Kontinuität, Analytische Philosophie, Identitätskriterium, Erinnerung, Physisches Kriterium, Selbst, Dualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht kritisch die Identitätstheorien von Bernard Williams und analysiert, inwieweit der menschliche Körper als notwendige Bedingung für das Fortbestehen einer Person angesehen werden muss.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die personale Identität, die Unterscheidung zwischen psychologischer Kontinuität und physischer Präsenz sowie die erkenntnistheoretische Prüfung dieser Begriffe durch Gedankenexperimente.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass weder eine rein psychologische noch eine rein körperliche Sichtweise ausreicht, um personale Identität vollständig zu erklären, und die Notwendigkeit des Körpers als Bedingung hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der analytischen Philosophie angewandt, wobei die Analyse von Gedankenexperimenten (wie dem Körpertausch oder angekündigter Folter) genutzt wird, um philosophische Intuitionen und Prämissen zu testen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zwei spezifische Gedankenexperimente (Körpertausch und Folter-Szenarien) detailliert analysiert, um die Stärken und Schwächen psychologischer Identitätstheorien (ähnlich denen von Locke) aufzuzeigen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie personale Identität, psychologische Kontinuität, Körperkriterium und Identitätskriterien beschreiben.

Wie verhält sich das Körper-Szenario zum Geist-Aspekt?

Das Szenario zeigt, dass Versuchspersonen intuitiv dazu neigen, ihren Geist als ihr eigentliches Selbst zu betrachten, was jedoch im Verlauf der Untersuchung durch logische Probleme und Inkonsistenzen bei der Identitätsbestimmung in Frage gestellt wird.

Warum ist das Folter-Experiment für die Argumentation wichtig?

Es dient dazu, die psychologische Theorie an ihre Grenzen zu bringen, indem es zeigt, dass bei drohendem Schmerz die physische Kontinuität wieder an Relevanz gewinnt, selbst wenn das Gedächtnis manipuliert wird.

Welche Rolle spielt Locke im Kontext der Arbeit?

Locke dient als Referenzpunkt für die psychologische Kontinuitätstheorie, die Williams kritisch untersucht und durch seine Experimente als unzureichend für eine ganzheitliche Identitätstheorie entlarvt.

Zu welchem Schluss kommt der Autor?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die personale Identität nicht ohne die physische Verankerung im Körper gedacht werden kann, auch wenn dies allein nicht hinreichend ist.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bernard Williams Gedankenexperimente. Der Körper als Bedingung für die personale Identität?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Person und personale Identität
Note
1,3
Autor
Dorothea Winter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
5
Katalognummer
V1025339
ISBN (eBook)
9783346438072
ISBN (Buch)
9783346438089
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BernardWilliams personaleIdentität EssayWilliams DorotheaWinter Personenstatus Personphilosophie Selbst Gedankenexperiment
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dorothea Winter (Autor:in), 2019, Bernard Williams Gedankenexperimente. Der Körper als Bedingung für die personale Identität?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025339
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  5  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum