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Anmerkungen zu John Lockes Konzeption personaler Identität und dem Zirkularitätseinwand

Título: Anmerkungen zu John Lockes Konzeption personaler Identität und dem Zirkularitätseinwand

Ensayo , 2019 , 6 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Dorothea Winter (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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In diesem Essay soll zunächst in einem ersten Schritt „Identität“ bei John Locke allgemein definitorisch festgelegt werden, bevor in einem zweiten Schritt die Identität von Lebewesen, im Besonderen des Menschen und anschließend die Identität einer Einzelperson erörtert wird. Basierend auf Lockes Konzeption der personalen Identität soll in einem dritten Schritt abschließend die Frage erörtert werden, ob dessen Idee der personalen Identität zirkulär ist.

Man denke sich folgende Situation: Ein Mensch steht vor dem Jüngsten Gericht und wird für Taten verurteilt, die er nicht getan hat bzw. an die er sich nicht erinnern kann. Angesichts der in der Bibel behaupteten Allmächtigkeit und Allwissenheit Gottes wäre ein solcher Irrtum ausgeschlossen.

Doch wie sieht das hienieden aus: Wann kann einer Person von weltlichen – und damit nicht unfehlbaren – Richtern die Verantwortung für Handlungen zugeschrieben werden, an die sich die angeklagte Person nicht entsinnen vermag und daher unschuldig wähnt?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Locke’s Verständnis von Identität

2.1 Identität von Lebewesen

3. Die Idee der Person und das Bewusstsein

4. Kritik und Zirkularitätseinwand

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht John Lockes Theorie der personalen Identität, mit dem Ziel zu klären, inwiefern das Bewusstsein und das Gedächtnis die diachrone Identität einer Person konstituieren und ob diese Konzeption logisch zirkulär ist.

  • Empiristische Grundlagen des Identitätsbegriffs bei Locke
  • Differenzierung zwischen den Begriffen "Mensch" und "Person"
  • Die Rolle des zeitlich ausgedehnten Bewusstseins und der Erinnerung
  • Kritische Analyse durch den Zirkularitätseinwand (u.a. nach Joseph Butler)
  • Implikationen für die moralische und juristische Verantwortlichkeit

Auszug aus dem Buch

Die Idee der Person und das Bewusstsein

Als Gegensatz zu der Idee „Mensch“ fasst Locke die Idee „Person“ auf. Zu beachten ist hierbei, dass Locke mit Ideen keine ideae innatae a priori meint. Vielmehr sind für ihn einfache Ideen Material der Erkenntnis, deren Ursprung auf Erfahrung basiert. Eine Person ist laut Lockes Definition „ein denkendes, verständiges Wesen, das Vernunft und Überlegung besitzt und sich selbst als sich selbst betrachten kann.“10 Anders formuliert: Notwendige Bedingungen für das Personsein sind für Locke Vernunft und Bewusstsein – und das sowohl sich selbst, als auch der Zeit in der man existiert gegenüber. Die Identität der Person ist für Locke dabei nicht wie die Identität der Substanz vorgegeben, sondern besteht nur vermittels der Konstitution durch Bewusstsein, der Einheit von Gedanken und Handlungen. Denn als Bewusstsein ist sich die Person in unmittelbarer Selbstgewissheit präsent.

Aus dem Gesagten folgt also: Für Locke tritt zum Bewusstsein die Fähigkeit des Menschen hinzu, sich selbst zu begreifen, sprich zu wissen, dass man eine gewisse Person mit einer spezifischen kontinuierlichen Lebensgeschichte und distinkten charakterlichen Eigenschaften ist und auch zu früheren Zeitpunkten diese Person war, also dass man trotz raumzeitlicher Änderung und Wandlungen in einem bestimmten Sinn derselbe ist. Unter dem zeitlich-rückwärts ausgedehnten Bewusstsein ist es demnach das Gedächtnis, genauer die Fähigkeit zur Erinnerung an die personale Vergangenheit, durch welche die Verknüpfung verschiedener, zeitlich auseinander liegender Ereignisse, und damit die Zuschreibung von Vergangenem zu einer gegenwärtigen Person, möglich wird. Im Umkehrschluss lässt sich logischerweise dies pointiert wie folgt festhalten: Personale Identität endet für Locke dort, wo Erinnerung endet. Identität ist also nicht gleich Identität – denn den Kriterien für die Identität des Menschen bzw. für die Identität der Person liegen unterschiedliche Persistenzbedingungen zugrunde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der personalen Identität und Vorstellung der Fragestellung im Kontext von John Lockes Philosophie.

2. Locke’s Verständnis von Identität: Darstellung der allgemeinen Identitätsdefinition Lockes, basierend auf der Existenz eines Dings an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.

2.1 Identität von Lebewesen: Erläuterung der Unterscheidung zwischen Masse und Materie bei Lebewesen, wobei die Teilnahme an einem gemeinsamen Leben das Kriterium bildet.

3. Die Idee der Person und das Bewusstsein: Definition der Person als denkendes Wesen und Erläuterung der Rolle von Bewusstsein und Gedächtnis für die diachrone Identität.

4. Kritik und Zirkularitätseinwand: Diskussion der zeitgenössischen und philosophischen Kritik an Lockes Theorie, insbesondere durch Joseph Butler bezüglich der logischen Zirkularität.

5. Fazit: Abschließende Bewertung der Plausibilität von Lockes Modell und Einordnung der juristischen sowie erkenntnistheoretischen Konsequenzen.

Schlüsselwörter

John Locke, Personale Identität, Bewusstsein, Gedächtnis, Zirkularitätseinwand, Joseph Butler, Empirismus, Diachrone Identität, Selbstgewissheit, Persistenzbedingungen, Mensch, Identität, Philosophie, Erkenntnistheorie, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert John Lockes einflussreiche Konzeption der personalen Identität und deren kritische Hinterfragung im Hinblick auf logische Konsistenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Unterscheidung zwischen Mensch und Person, die Rolle des Gedächtnisses sowie der Zirkularitätseinwand gegen empiristische Identitätstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erörterung, wie Identität über die Zeit konstituiert wird und ob Lockes Theorie der personalen Identität zirkulär angelegt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophisch-analytische Methode angewandt, die Lockes Primärtext mit zeitgenössischer und späterer Kritik verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lockes Identitätsbegriff, die Definition der Person über das Bewusstsein und die detaillierte Auseinandersetzung mit der Kritik von Philosophen wie Joseph Butler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Personale Identität, John Locke, Bewusstsein, Gedächtnis und Zirkularitätseinwand definieren.

Inwiefern unterscheidet Locke zwischen "Mensch" und "Person"?

Der "Mensch" definiert sich über die organische Einheit und den biologischen Gattungsbegriff, während die "Person" ein denkendes Wesen ist, das sich seiner selbst bewusst ist.

Wie lässt sich die Zirkularität bei Locke begründen?

Kritiker wie Butler argumentieren, dass das Bewusstsein bereits eine identische Person voraussetzt, die es eigentlich erst durch das Gedächtnis konstituieren sollte, was zu einem logischen Zirkelschluss führt.

Was bedeutet das Beispiel mit dem Papagei?

Das Beispiel verdeutlicht, dass die Gattung (Mensch oder Papagei) unabhängig vom Bewusstsein bestehen bleibt, während das Personsein spezifische intellektuelle Vermögen wie Sprache und Selbstreflexion erfordert.

Wie geht die Autorin mit dem juristischen Aspekt um?

Sie weist darauf hin, dass Lockes Theorie zwar psychologisch plausibel ist, aber in der juristischen Praxis, etwa bei der Zurechnung von Taten an die Person, erhebliche Probleme hinsichtlich der Beweisbarkeit von Erinnerungen aufwirft.

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Detalles

Título
Anmerkungen zu John Lockes Konzeption personaler Identität und dem Zirkularitätseinwand
Universidad
LMU Munich  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft)
Curso
Person und personale Identität
Calificación
1,7
Autor
Dorothea Winter (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
6
No. de catálogo
V1025346
ISBN (Ebook)
9783346444363
Idioma
Alemán
Etiqueta
personaleIdentität Locke Zirkularitätseinwand JohnLocke Liberalismus Empirismus DorotheaWinter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dorothea Winter (Autor), 2019, Anmerkungen zu John Lockes Konzeption personaler Identität und dem Zirkularitätseinwand, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025346
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