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Die Konstruktion postfeministischer Blickperspektive in Phoebe Waller-Bridges "Fleabag"

Titel: Die Konstruktion postfeministischer Blickperspektive in Phoebe Waller-Bridges "Fleabag"

Hausarbeit , 2021 , 36 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: B.A. Teresa Steiner (Autor:in)

Filmwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit untersucht die formalen Konventionen des ,weiblichen Blicks’, um die symbolische Dimension des »Blickes« und seine Inszenierung in den visuellen Medien und den Geschlechterperspektiven zu hinterfragen: Was wird von wem wie gesehen?
Wie unterscheidet sich der ,weibliche Blick’ vom ,männlichen’ und welche formalen Elemente definieren seine visuelle Sprache? Wie bestimmen Kameraführung, Kadrierung, Blickachsen etc. die visuelle Wahrnehmung des Publikums? Warum und für wen wird ein Blick geschlechtlich konstruiert? Wessen Ideologien verkörpern sich in solchen Blickkonstruktionen und was ändert dies an unserer Erfahrung als Zuseher*in?

Vorwiegend von einem emanzipatorischen Erkenntnisinteresse geleitet, möchte ich anhand film-theoretischer Essays von Laura Mulvey und Kaja Silverman, der Psychoanalyse von Jacques Lacan sowie der soziologischen Phänomenologie von Jean-Paul Sartre das Konzept des Blickes erläutern, und dabei die Begriffe des "female gaze" und "female pleasure" in den Vordergrund stellen. Mein emanzipatorisches Erkenntnisinteresse bildet sich gewissermaßen aus einem Dilemma zwischen eigener ,Schaulust’ und einer kritisch-feministischen Positionierung gegenüber dem Gesehenen heraus.

Die anschließende Analyse der Serie "Fleabag" von Phoebe Waller-Bridge und der darin enthaltenen Blickkonstruktion werden meine These unterstützen, dass Blicke und narrative Techniken, wie das Brechen der Vierten Wand und die Adressierung des Publikums, die übliche (passive) Beziehung zwischen Dargestellten und Betrachter*in verändern und eine neue Art der Empathie für den "screen surrogate" schaffen. Abschließend veranschaulicht das Fazit die Herausforderungen wie die Chancen, denen der "female gaze" als Blickkonzept gegenübersteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der »Blick«. Eine Begriffsklärung.

2. Privileg Blick

2.1. Der ,männliche Blick’ nach Laura Mulvey

2.2. ‚Männliche Schaulust’ und ihre politische (Aus)nutzung

2.3. ‘Is the Gaze Male?’ Bewusste Blickführung und Bildproduktion

2.4. Der ,weibliche Blick’. Was ist der Female Gaze ?

3. Die Phänomenologie des »Blicks«

3.1. Das ‚Blickregime’ nach Kaja Silverman

3.2. Identifikation durch spectatorial pleasure

4. Blickkonstruktion und female gaze in Phoebe Waller-Bridges Fleabag

4.1. Die Frau: Fleabag

4.2. A Feminist's Gaze? Der Blick nach Postfeminismus in Fleabag

4.3. Female Pleasure. Zeitgenössische Inszenierung weiblicher Sexualität

4.4. Die Blickbeziehung zwischen Fleabag und Betrachter*in

4.5. Empathie und Maskerade als spectatorial pleasure. Fleabags Beziehung zur Kamera selbst

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die formalen Konventionen des „weiblichen Blicks“ und hinterfragt die symbolische Dimension des Blicks sowie dessen Inszenierung in visuellen Medien. Im Zentrum steht die Analyse der Serie Fleabag von Phoebe Waller-Bridge, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, wie narrative Techniken und Blickkonstruktionen die passive Beziehung zwischen Dargestellten und Betrachter*in verändern und eine neue Form der Empathie schaffen.

  • Analyse des „männlichen Blicks“ (male gaze) nach Laura Mulvey.
  • Untersuchung der Phänomenologie des Blicks anhand von Kaja Silverman und Jean-Paul Sartre.
  • Konstruktion und Bedeutung des „weiblichen Blicks“ (female gaze) in zeitgenössischen Medien.
  • Die Rolle von Humor, Melancholie und Postfeminismus in der Charakterzeichnung von Fleabag.
  • Die Brechung der Vierten Wand als emanzipatorisches Blickinstrument.

Auszug aus dem Buch

4.4. Die Blickbeziehung zwischen Fleabag und Betrachter*in

Im Wesentlichen ist das Fernsehen ein visuelles Medium, in welchem die Blickrichtung einseitig zu verlaufen scheint: Vom Auge des*r Zusehenden auf den Bildschirm, was ihm*ihr eine gewisse Illusion von Macht über die dargestellten Objekte verleiht, da jene im projizierten Bild feststecken. Doch, kann das Bild als das ,Andere’ den »Blick« auf die Zusehenden zurückwerfen, indem das Gesehene die Erwartungen des Publikums bestätigt (oder bricht). Sobald sich das Publikum über jene Macht des Bildes bewusst wird, kann sich das Machtverhältnis also umkehren, da nun das Bild als das ,Andere’ reflektiert. Der »Blick« erweist sich dadurch als Macht und Unterwerfung gleichermaßen. Sehen wir uns diese Theorie anhand von Fleabag an. Ob aus dem Augenwinkel, mit direktem Zwinkern oder konfrontalen Blickkontakt − Fleabag lädt mit einer Geste in ihre intimsten und ehrlichsten Gedanken ein, und behält dabei die narrative Allmacht. Andere Charaktere hören ihren inneren Monolog nicht, denn er ist für das Publikum und nur für das Publikum. Während der male gaze posiert, dass Frauen sich weigern, Blickkontakt mit dem (männlichen) Betrachter herzustellen, ist die Blickbeziehung zwischen Fleabag und ihren Zusehern der bemerkenswerteste Aspekt der Serie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der »Blick«. Eine Begriffsklärung.: Dieses Kapitel definiert den Begriff des „Blicks“ in den Medien- und Kulturwissenschaften und grenzt verschiedene Konzepte voneinander ab, um die Machtverhältnisse in der visuellen Kommunikation zu beleuchten.

2. Privileg Blick: Hier wird die Theorie des „männlichen Blicks“ nach Laura Mulvey erläutert, welche Frauen als passive Objekte für ein männliches Zielpublikum konstruiert.

3. Die Phänomenologie des »Blicks«: Dieses Kapitel vertieft die theoretische Auseinandersetzung mit dem Blickregime nach Kaja Silverman und der psychoanalytischen Bedeutung von Identifikation und spectatorial pleasure.

4. Blickkonstruktion und female gaze in Phoebe Waller-Bridges Fleabag: Der Hauptteil analysiert die Serie Fleabag, ihre innovative Nutzung von Blickachsen, die Brechung der Vierten Wand und wie sie den „weiblichen Blick“ zur Schaffung von Empathie und Kontrolle einsetzt.

Schlüsselwörter

Female Gaze, Male Gaze, Fleabag, Phoebe Waller-Bridge, Filmtheorie, Blickkonstruktion, Postfeminismus, Spectatorial Pleasure, Vierte Wand, Identifikation, visuelles Vergnügen, Narration, Medienwissenschaft, Machtdynamiken, Bildproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Konstruktion des „weiblichen Blicks“ (female gaze) in visuellen Medien, am konkreten Beispiel der Serie Fleabag.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die feministische Filmtheorie, die psychoanalytische Phänomenologie des Sehens sowie die Untersuchung von Machtverhältnissen in der visuellen Bildproduktion.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie formale Blickkonventionen in Fleabag die Beziehung zwischen dem Dargestellten und dem Publikum verändern und ob dies eine neue, weibliche Form der Empathie erzeugt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch filmwissenschaftliche Essays (Mulvey, Silverman) sowie eine textimmanente Analyse der Serie Fleabag unter Berücksichtigung von Kameraperspektiven und narrativen Techniken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkrete Umsetzung des female gaze in Fleabag, insbesondere durch das Brechen der Vierten Wand, die direkte Adressierung des Publikums und die Emanzipation von traditionellen Objektivierungsmustern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie „female gaze“, „male gaze“, „spectatorial pleasure“ und „postfeministische Ironie“ definiert.

Warum ist die Serie Fleabag ein besonderes Fallbeispiel für den „weiblichen Blick“?

Weil sie durch das direkte Ansehen der Kamera und das Teilen intimer Gedanken die Machtdynamik zwischen Zuschauer und Protagonistin umkehrt und die Zuschauenden zu Komplizen macht.

Was bedeutet das „Brechen der Vierten Wand“ in diesem Kontext?

Es dient als strategisches Mittel, um eine direkte Beziehung zum Publikum aufzubauen und Fleabags Kontrolle über ihre eigene Geschichte und deren Wahrnehmung zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Konstruktion postfeministischer Blickperspektive in Phoebe Waller-Bridges "Fleabag"
Hochschule
Muthesius Kunsthochschule Kiel  (Institut für Kunst-, Design und Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Klassische Filmphilosophie
Note
1.0
Autor
B.A. Teresa Steiner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
36
Katalognummer
V1026502
ISBN (eBook)
9783346428677
ISBN (Buch)
9783346428684
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blick Blickperspektive Gaze Male Gaze Female Gaze Intersektionalität Film Fernsehen Fleabag Weiblich Geschlechterperspektive Medienwissenschaft Serie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Teresa Steiner (Autor:in), 2021, Die Konstruktion postfeministischer Blickperspektive in Phoebe Waller-Bridges "Fleabag", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026502
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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