Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu erheben, inwieweit Konsumenten bereit sind, einen regionalen E-Commerce-Marktplatz einer Sparkasse zu nutzen und die hierüber anfallenden Zahlungen über die eigenen Sparkassenlösungen abzuwickeln. Hierfür wurde eine quantitative Online-Umfrage in der Zielgruppe der E-Commerce-Nutzer durchgeführt. Die erzielten Forschungsergebnisse zeigen, dass Konsumenten bereit sind, regionale Online-Marktplätze einer Sparkasse für ihre online-Einkäufe zu nutzen.
Kurze Lieferwege, Regionalität, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz sind hierbei Kriterien, die für Nutzer wichtig sind. Ferner zeigt die Befragung, dass Konsumenten bei Nutzung eines regionalen Sparkassen-Marktplatzes fremde Paymentanbieter wie beispielsweise Paypal und Klarna einsetzen wollen. Sparkassen können sich dieses Kundenverhalten im Rahmen der PSD2-Regulatorik nutzbar machen, indem bewusst und proaktiv Kooperationen mit anderen Dienstleistern, FinTechs usw. eingegangen werden.
Banken und Sparkassen stehen seit geraumer Zeit vor unterschiedlichen Herausforderungen, die unter anderem auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie steigende regulatorische Anforderungen zurückzuführen sind. Hinzu kommen sogenannte Megatrends (Globalisierung, demografischer Wandel, Digitalisierung), die ebenso massive Einflüsse auf die traditionellen Geschäftsmodelle haben.
Insbesondere die Digitalisierung verändert nachhaltig das Nutzerverhalten, lässt neue innovative Unternehmen als Mitbewerber entstehen und verschärft somit die Konkurrenzsituation für Banken in bis dato nicht vorhandene Dimensionen. Insbesondere das den Banken und Sparkassen traditionell zugeschriebene Zahlungsverkehrsgeschäft wird durch neue Anbieter beeinflusst. Bedingt durch die weltweite Covid-19-Pandemie zeigen sich Wachstumspotenziale im Bereich des E-Commerce, der oftmals durch die Anbieter mit Lösungen des Zahlungsverkehrs verbunden wird, um für Konsumenten Mehrwerte zu generieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Aufbau und Struktur der Bachelorarbeit
2. Theoretischer Kontext
2.1 Definition Digitalisierung
2.1.1 Digitalisierung als Entwicklungsmotor der Wirtschaft
2.2 Problemfelder der Sparkassen
2.3 Kundenverhalten in einer digitalisierten Welt
2.3.1 Covid-19 als Katalysator der Nutzung digitaler Angebote
2.4 Definition Online-Marktplätze sowie digitale Ökosysteme
2.4.1 Digitale Ökosysteme als Geschäftsmodell
2.4.2 Regionaler Online-Marktplatz als Teil des digitalen Ökosystems
2.5 Hypothesen
3. Methodik/Forschungsdesign
3.1 Methode der quantitativen Datenerhebung
3.1.1 Methodik der Fragebogenkonstruktion
3.2 Untersuchungsobjekte
3.3 Untersuchungsdurchführung
3.4 Auswertungsmethodik
3.5 Gestaltungsdesign für die Handlungsempfehlung
4. Forschungsergebnisse
4.1 Auswertung, Aufbereitung und Präsentation der Daten
4.2 Hypothesenüberprüfung
5. Diskussion und Handlungsempfehlungen
5.1 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
5.2 Handlungsempfehlungen für Sparkassen
6. Methodenkritik, Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Konsumenten bereit sind, regionale Online-Marktplätze von Sparkassen zu nutzen und Zahlungen über Sparkassenlösungen abzuwickeln, um Sparkassen als Akteure in digitalen Ökosystemen zu positionieren.
- Digitalisierung als Herausforderung und Chance für Banken
- Einfluss der Covid-19-Pandemie auf das E-Commerce-Verhalten
- Akzeptanz regionaler Online-Marktplätze im Vergleich zu überregionalen Anbietern
- Rolle von Zahlungsdienstleistungen (Payment) in digitalen Geschäftsmodellen
- Strategische Handlungsempfehlungen für Sparkassen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Das Bankensystem in Deutschland gliedert sich grundsätzlich in Universalbanken sowie Spezialbanken, die sich im Umfang der von ihnen angebotenen Dienstleistungen unterscheiden (vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten & Weber 2019, S.27f). Das in Deutschland vorherrschende Universalbankensystem gliedert sich u.a. in Kreditbanken, Landesbanken, Sparkassen sowie Kreditgenossenschaften (vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten & Weber 2019, S.29). Insbesondere Sparkassen, deren Eigentümer öffentlich-rechtliche Träger sind, verstehen es hierbei als ihren Auftrag, Menschen die soziale und wirtschaftliche Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen sowie die Kreditversorgung und die Vermögensbildung der Bevölkerung zu fördern (vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten & Weber 2019, S.35). Neben dem Hauptgeschäft der Kreditvergabe (vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten & Weber 2019, S. 36) lässt sich die Umsetzung des „Sparkassenauftrags“ der Vermögensbildung z.B. am Marktanteil an Einlagen von Privatpersonen in Deutschland ablesen. Dieser liegt im Jahr 2019 bei 37,6% (vgl. Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV) 2020, o.S.). Für Sparkassen ergibt sich hieraus eine zunehmende Problematik, die nachfolgend ausgeführt wird.
Sparkassen befinden sich seit Jahren, u.a. bedingt durch eine anhaltende Niedrigzinsphase, in einem problematischen (Ertrags-) Umfeld, in dem es herausfordernd ist und bleibt, notwendige Strukturbeiträge zu erwirtschaften (vgl. Lister 2018, S.3). Das Zinsniveau ist eine Folge der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und wirkt sich auf die Kreditinstitute u.a. durch rückläufige Erträge aus Zinsüberschuss sowie aus der Anlage des Eigenkapitals aus (vgl. Kirmße 2017, S. 297).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung durch Niedrigzins, Regulatorik und Digitalisierung sowie Definition der Forschungsfragen und Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretischer Kontext: Erarbeitung der theoretischen Grundlagen zu Digitalisierung, Kundenverhalten unter dem Einfluss von Covid-19 und dem Konzept der Online-Marktplätze sowie digitale Ökosysteme.
3. Methodik/Forschungsdesign: Beschreibung des Forschungsdesigns, der quantitativen Datenerhebung mittels Online-Fragebogen und der statistischen Auswertungsmethodik.
4. Forschungsergebnisse: Darstellung und Analyse der Umfrageergebnisse sowie die Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5. Diskussion und Handlungsempfehlungen: Interpretation der Ergebnisse und Ableitung konkreter Empfehlungen für Sparkassen zur strategischen Positionierung in digitalen Ökosystemen.
6. Methodenkritik, Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Untersuchungsmethode, Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Sparkasse, E-Commerce, Zahlungsverkehr, digitale Ökosysteme, Kundenverhalten, Online-Marktplatz, Covid-19, Banken, Finanzdienstleistungen, Regionalität, Nachhaltigkeit, Payment, Online-Handel, Wettbewerbsintensität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Potenzial regionaler Online-Marktplätze als Bestandteil eines digitalen Ökosystems für Sparkassen im Kontext der durch die Covid-19-Pandemie verstärkten Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die digitale Transformation der Bankenbranche, das veränderte Konsumentenverhalten im E-Commerce und die Bedeutung von Zahlungsdienstleistungen (Payment) für die Kundenbindung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu erheben, inwieweit Konsumenten bereit sind, einen regionalen E-Commerce-Marktplatz einer Sparkasse zu nutzen und anfallende Zahlungen über die eigenen Lösungen der Sparkasse (wie Paydirekt) abzuwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Forschungsansatz gewählt, bei dem die Daten mittels eines standardisierten Online-Fragebogens bei der Zielgruppe der E-Commerce-Nutzer erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Kontext über Digitalisierung und Marktplätze, die Beschreibung des Forschungsdesigns sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Digitalisierung, Sparkasse, E-Commerce, Zahlungsverkehr, digitale Ökosysteme und Konsumentenverhalten.
Wie bewerten Konsumenten die Wichtigkeit von Regionalität beim Online-Shopping?
Die Umfrage ergab, dass Aspekte wie Regionalität, Nachhaltigkeit und kurze Lieferwege für einen Großteil der befragten Konsumenten (77%) eine wichtige Rolle spielen.
Wie steht es um die Nutzung der Sparkassen-Lösung "Paydirekt"?
Die Ergebnisse zeigen, dass die Sparkassen-Lösung Paydirekt bei der Mehrheit der Befragten bisher kaum genutzt wird, da diese im Zahlungsverkehr überwiegend fremde Anbieter wie Paypal bevorzugen.
Was ist das Fazit der Arbeit bezüglich digitaler Ökosysteme?
Der Aufbau eines regionalen Online-Marktplatzes stellt für Sparkassen keinen Selbstzweck dar, sondern kann als erster wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem umfassenden, in sich geschlossenen digitalen Ökosystem verstanden werden.
- Quote paper
- Marcel Kollmann (Author), 2021, Regionaler E-Commerce-Marktplatz als Baustein eines digitalen Ökosystems. Sparkassen im Kontext der Covid-19-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026511