Vor dem Hintergrund des immer noch unterschätzten Risikos des Verlusts der Arbeitskraft auf Seite der Kunden einerseits und der scharfen Haftung des Versicherungsmaklers andererseits, soll die Absicherung der Arbeitskraft als Teilaspekt der Absicherung von biometrischen Risiken aus Praxissicht beleuchtet werden. Weitreichende Veränderungen am Versicherungsmarkt, sei es durch staatliche Regulierung, sei es durch Produktgestaltung der Produktgeber oder durch ständig wachsende Kundenbedürfnisse erschweren gerade bei der Absicherung von Lebensrisiken die Beratung durch einen Versicherungsmakler und stellen ihn vor neue Haftungsrisiken. Gerade im komplexen Bereich der Berufsunfähigkeit lauern hier besondere Gefahren.
Die vorliegende Arbeit soll dem Versicherungsmakler die Bedeutung, Wirkungsweise und wichtige Eckpfeiler einer Lösungskonzeption zur Absicherung des Arbeitskraftverlusts, insbesondere im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung, an die Hand geben, die er in seine tägliche Arbeit einfließen lassen kann, um typischen Haftungsfallen zu entgehen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Problemstellung der Arbeit
1.1. Einschätzung des Risikos Berufsunfähigkeit
1.1.1. Situationsanalyse
1.1.2. Das Problem der Unterschätzung
1.2. Beratung durch einen Versicherungsmakler
1.2.1. Stellung des Versicherungsmaklers
1.2.2. Der Maklerauftrag
1.2.3. Pflichtenkatalog des Versicherungsmaklers
1.2.4. Beratungsgrundlage des Versicherungsmaklers
1.2.5. Das Problem der Haftung
1.3. Fazit
2. Ziel der Arbeit
3. Eingrenzung des Themas
3.1. Arbeitskraftverlust als Teilaspekt der biometrischen Risiken
3.2. Bedarf und Konzeption als Teilaspekt des Beratungsprozesses
3.3. Berufsunfähigkeitsversicherung nur Teillösung
3.4. Fazit
4. Vorgehen
II. Bedarfssituation als Beratungsansatz
1. Wert der Arbeitskraft
2. Verlust der Arbeitskraft
2.1. Abhängigkeit vom Beruf
2.2. Abhängigkeit vom Alter
3. Gesetzliche Absicherung
3.1. Erwerbsminderungsrente
3.1.1. Leistungspflicht
3.1.2. Höhe der Absicherung
3.1.3. Fazit
3.2. Berufsgenossenschaften
3.3. Krankentagegeld
3.4. Grundsicherung
4. Fazit
III. Lösungen der Versicherungswirtschaft
1. Begriffsbestimmungen
1.1. Arbeitsunfähigkeit
1.2. Invalidität
1.3. Berufsunfähigkeit
1.4. Erwerbsminderung
1.5. Erwerbsunfähigkeit
1.6. Fazit
2. Private Krankentagegeldversicherung
3. Berufsunfähigkeitsversicherung
4. Dread-Disease-Versicherung
5. Erwerbsunfähigkeitsversicherung
6. Private Unfallversicherung
7. Funktionale Invaliditätsabsicherung
8. Grundfähigkeitenversicherung
9. Zusammenfassung
IV. Lösungskonzeption: BU
1. Beratungshilfen
1.1. Technische Beratungsunterstützung
1.2. Sonstige Beratungsunterstützung
1.3. Fazit
2. Persönliche Merkmale (Stufe 1)
2.1. Das Eintrittsalter
2.1.1. Allgemeines
2.1.2. Praxishinweise
2.2. Der Beruf
2.2.1. Allgemeines
2.2.2. Praxishinweise
2.3. Der Gesundheitszustand
2.3.1. Allgemeines
2.3.2. Praxishinweise
2.4. Hobbys
2.4.1. Allgemeines
2.4.2. Praxishinweise
2.5. Fazit
3. Vertragsgestaltung (Stufe 2)
3.1. Rentenhöhe
3.1.1. Allgemeines
3.1.2. Praxishinweise
3.2. Versicherungsform
3.2.1. BUZ
3.2.2. SBU
3.2.3. Praxishinweise
3.3. Dynamik
3.3.1. Allgemeines
3.3.2. Praxishinweise
3.4. Nachversicherungsgarantie
3.4.1. Allgemeines
3.4.2. Praxishinweise
3.5. Überschussbeteiligung
3.5.1. Sofortrabatt
3.5.2. Bonusrente
3.5.3. Verzinsliche Ansammlung
3.5.4. Fondsanlage
3.5.5. Praxishinweise
3.6. Versicherungs- und Leistungsdauer
3.6.1. Allgemeines
3.6.2. Praxishinweise
3.7. Pauschal- und Staffelregelung
3.7.1. Allgemeines
3.7.2. Praxishinweise
3.8. Kalkulation
3.8.1. Durchschnittskalkulation
3.8.2. Technisch einjährige Kalkulation
3.8.3. Sonderfall: Startertarife
3.8.4. Praxishinweise
3.9. Fazit
4. Prüfung der Versicherungsbedingungen (Stufe 3)
4.1. Verzicht auf abstrakte Verweisung
4.2. Verzicht auf Beitragsanpassungen
4.3. Verzicht auf Rücktrittsrechts
4.4. Keine Meldefristen
4.5. Rückwirkende Anerkennung
4.6. Beitragsstundung während Leistungsprüfung
4.7. Prognosezeitraum
4.8. Weitere Kriterien
4.9. Zusammenfassung
5. Exkurs: Übergang KTG auf BU
6. Fazit
V. Zusammenfassung und Kritik
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Absicherung der Arbeitskraft durch Versicherungsmakler, beleuchtet dabei die Herausforderungen im Beratungsprozess sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und entwickelt eine praxisorientierte Lösungskonzeption zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.
- Analyse des Risikos Berufsunfähigkeit aus Kundensicht
- Darstellung der umfangreichen Pflichten und Haftungsrisiken des Versicherungsmaklers
- Kritische Beleuchtung staatlicher Absicherungsleistungen
- Entwicklung einer dreistufigen Lösungskonzeption zur Absicherung
- Bewertung verschiedener Produktlösungen der Versicherungswirtschaft
Auszug aus dem Buch
1.2.2. Der Maklerauftrag
Grundlage der Tätigkeit eines Versicherungsmaklers ist der zwischen ihm und dem Auftraggeber geschlossene Maklerauftrag, ein zivilrechtlicher Vertrag, welcher ein Dauerschuldverhältnis begründet. Im Wesentlichen können zwei Ausgestaltungsvarianten des Maklerauftrags unterschieden werden:
Zum einen der häufig in der Praxis verwendete Maklerauftrag, welcher die Wahrung der Interessen des Kunden in all seinen Versicherungsangelegenheiten umfasst. Hierbei spricht man dann vom „ganzheitlichen Beratungsansatz“. Die Formulierung ganzheitlicher Beratungsansatz beinhaltet den sehr hohen Anspruch des Versicherungsmaklers, dass der Aufbau des Vermögens und die Absicherung von Risiken nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern innerhalb einer weitläufigen Sichtweise einander ergänzend und ineinander übergreifend gesehen werden müssen. Ziel der ganzheitlichen Beratung ist es somit, den „Kunden nicht nur kurzfristig eine Versicherung zu verkaufen, sondern sie langfristig durch überzeugende Lösungen für die verschiedensten Bedürfnisse an den Makler zu binden.“ Kritisch ist hierzu ist anzumerken, dass der gesamte Bereich des ganzheitlichen Ansatzes ein extrem umfassendes und nicht leicht definierbares Aufgabenfeld für den Versicherungsmakler darstellt und mit einem extrem hohen Haftungsrisiko verbunden ist.
Die zweite Möglichkeit der Ausgestaltung ist das so genannte Spezialmandat. Das Spezialmandat erstreckt sich im Gegensatz zum ganzheitlichen Ansatz nur anlassbezogen auf einen einzelnen Versicherungsvertrag, ein Bündel von Versicherungsverträgen oder auf bestimmte Risiken oder Risikoausschnitte. Hierbei ist die Zuordnung der Aufgaben eindeutig und das Haftungsrisiko geringer.
Auf weitere Einzelheiten in diesem aus rechtlicher Sicht sehr bedeutendem Themengebiet kann im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung der privaten Vorsorge zur Absicherung der Arbeitskraft und skizziert die daraus resultierenden Pflichten und Haftungsrisiken für Versicherungsmakler.
II. Bedarfssituation als Beratungsansatz: Dieses Kapitel ermittelt den Wert der menschlichen Arbeitskraft und verdeutlicht die Unzulänglichkeit gesetzlicher Absicherungen bei einem Arbeitskraftverlust.
III. Lösungen der Versicherungswirtschaft: Hier werden zentrale Begriffe definiert und verschiedene private Versicherungsprodukte zur Absicherung des Arbeitskraftverlusts vorgestellt und bewertet.
IV. Lösungskonzeption: BU: Dieses zentrale Kapitel entwickelt eine dreistufige Lösungskonzeption, die von der Erfassung persönlicher Merkmale über die Vertragsgestaltung bis hin zur Prüfung der Versicherungsbedingungen reicht.
V. Zusammenfassung und Kritik: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und übt Kritik an der aktuellen Marktsituation und der eingeschränkten Zugänglichkeit von Berufsunfähigkeitsversicherungen für bestimmte Gruppen.
Schlüsselwörter
Arbeitskraftverlust, Berufsunfähigkeit, Versicherungsmakler, Haftung, Beratungsprozess, Erwerbsminderungsrente, Vorsorgelücke, Vertragsgestaltung, Versicherungsbedingungen, Maklerauftrag, Biometrische Risiken, Private Vorsorge, Risikoabsicherung, Versicherungsvermittlung, Rentenhöhe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit und die Rolle des Versicherungsmaklers in diesem komplexen Prozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Risikoanalyse, die rechtlichen Pflichten des Maklers, die Grenzen staatlicher Absicherung sowie die Konzeption privater Versicherungslösungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, Versicherungsmaklern eine strukturierte Lösungskonzeption an die Hand zu geben, um Kunden bedarfsgerecht abzusichern und typische Haftungsfallen zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Analyse, die auf Fachliteratur, aktueller Rechtsprechung und Versicherungsbedingungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedarfssituation, eine Marktanalyse der verfügbaren Versicherungsprodukte sowie eine detaillierte, dreistufige Konzeption zur Vertragsgestaltung für die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Berufsunfähigkeit, Versicherungsmakler, Haftungsrisiko, Bedarfssituation und Lösungskonzeption.
Warum wird der Versicherungsmakler als "Sachwalter" bezeichnet?
Der Makler wird als treuhänderischer Interessenvertreter des Kunden gesehen, was mit weitreichenden Aufklärungs- und Beratungspflichten verbunden ist.
Welche Problematik besteht beim Übergang von Krankentagegeld zu BU-Rente?
Da Krankenversicherer und BU-Versicherer unterschiedliche Kriterien und Definitionen für die Leistungsprüfung anwenden, kann es zu gefährlichen Versorgungslücken kommen.
Warum ist die Wahl des Prognosezeitraums in der BU-Versicherung so wichtig?
Ein Prognosezeitraum von sechs Monaten verhindert meist Streitigkeiten zwischen verschiedenen Versicherungsträgern bei der Leistungserbringung.
- Quote paper
- Christian Schreier (Author), 2013, Absicherung des Verlustes der Arbeitskraft durch einen Versicherungsmakler unter besonderer Berücksichtigung der Berufsunfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026951