Musikvideos als Werbespot für Künstler und ihre Platte? Bedeutung und Wandel in der Musikindustrie


Hausarbeit, 2020

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Musikvideo
2.1 Definition
2.2 Arten
2.3 Historischer Abriss

3. Bedeutung Musikvideo für die Musikindustrie
3.1 Geschäftsmodell MTV
3.2 Geschäftsmodell Vevo
3.2.1 Das Internet und Musikindustrie
3.2.2 Evaluation: Vevo vs. Youtube

4 Musikstile und deren Visualisierung im Musikvideo
4.1 Definition Musikstil
4.2 Rock als Musikrichtung
4.2.1 Definition und Entstehung
4.2.2 Strategien der Visualisierung
4.3 Musikstil Pop
4.3.1 Allgemeines
4.3.2 Darstellung im Musikvideo
4.4 Gangsta Rap
4.4.1 Entstehung des Gangsta-Raps in den USA
4.4.2 Deutsche Künstler
4.4.3 Inszenierung von Rapmusik

5 Selbstvermarktung am Beispiel von Vladislav Balovatsky

6 Mehr als nur Werbespot?

7 Fazit und Zukunftsaussicht

III Literaturverzeichnis

II Abbildungverzeichnis

Abb. 1: MTV Logo vorher und nachher

Abb. 2: Chartverlauf: Capital Bra - Nur noch Gucci

1. Einleitung

„Das Musikfernsehen ist tot - es lebe das Musikvideo.“1

Es lässt sich nicht bestreiten, dass die visuelle Darstellung des Auditiven immer wichti­ger für die Musikindustrie wird. Die Grundidee dahinter ist, „Verbindungen zwischen den Sinnesbereichen zu schaffen“.2 Denn diese werden dann besonders intensiv stimu­liert, wenn sich mehrere Sinnen zusammenschließen.3

Das heißt: wenn wir die Musik nicht nur hören, sondern auch sehen können, wird unse­re Aufmerksamkeit leichter eingefangen und länger präsent. Außerdem können wir die­se Erinnerung leichter abrufen und wiedergeben - wenn ein Produkt in unserem Gehirn länger vertreten wird, ist es wahrscheinlicher, diesen wieder zu konsumieren. „Radio, Telefon und Fernsehen regen nicht einfach nur die Sinne an, sondern „erweitern“ den Repräsentanz-Raum jenes Zentralnervensystems“.4 So ist der Kurzfilm als visuelle Dar­stellung der Musik eine Erweiterung der Wahrnehmung dieser. Die Erscheinung des Musikvideos hat sich in den letzten Jahren enorm verändert und mithilfe verschiedenen Medien verbreitet. Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob ein Musikvideo als sol­ches überleben kann und welche Einflüsse sich auf die Zukunft dieser auswirken.

Es wird zunächst der Begriff des Musikvideos erläutert, sowohl in ehemaligen, als auch im heutigen Kontext. Es wird dabei auf die Entstehung eingegangen, sowie auf die ver­schiedene Arten, die sich bis heute als Standard-Formate eingeprägt haben. Danach wird erklärt, was für eine Bedeutung die Musikvideos für der Musikindustrie haben - hier werden die Geschäftsmodelle MTV und Vevo ausführlich präsentiert und deren Entste­hung (und gegebenenfalls Beendigung) aufgezeigt. Auch der Einfluss der größten Vi­deoplatform YouTube ist dieser Arbeit nicht entgangen. Musikstile an sich werden hier ausführlich aufgefasst; inklusive Definition, Entstehung und deren jeweils besonderen Weisen, sich in Musikvideos zu präsentieren. Hierbei wird auf die Musikrichtungen Rock, Pop, und Gangsta Rap eingegangen. In diesem Kapitel wird auch auf die Selbst­vermarktung der Künstler eingegangen, im Kapitel 5 wird diese am Beispiel von einem deutschen Rapper erläutert und genauer aufgezeigt. Kapitel 6 befasst sich mit den Zwe­cken des Musikvideos, da diese in der Öffentlichkeit oft nur als Werbung verstanden werden.

2. Das Musikvideo

Die Wirkungsweise eines Musikvideos lässt sich nicht bestreiten, deshalb werden Mu­sikvideos heutzutage als Kunstwerke angesehen. Eine Milliardenindustrie dreht sich um diese, da sich Videos ideal für die Kommunikation mit Kunden eignen.5 Inwieweit sich die Form und die Ziele verändert haben, wird hier aufgeklärt.

2.1 Definition

Wenn man vom Musikvideo spricht, spricht man von einer filmischen Umsetzung eines Musikstücks, die zeitlich begrenzt (und ungefähr drei Minuten lang) ist.6 Wie im nächs­ten Kapitel erklärt, hat das Musikvideo eine lange Geschichte hinter sich, aber die wich­tigsten Vorgaben sind immer gleich geblieben: es soll für den dazugehörigen Song wer­ben und ungefähr gleich lang wie das Musikstück sein, es wird nach dem Fertigstellen der Musik gemacht und es soll den Bekanntheitsgrad des Stücks und den Künstler stei- gern.7 Der Leitfaden für das visuelle ist das auditive, und nicht andersrum.

2.2 Arten

"Im Musikvideo ist alles erlaubt! Ich muss nicht, wie beim Spielfilm, unbedingt eine Geschichte erzählen. Ich kann einerseits den Künstler in einer Performance- Ebene zeigen oder mit Animationen arbeiten oder aber auch einfach assoziativ Bilder zum Rhythmus des Songs, komponieren."8

Im Prinzip dienen diese filmischen Umsetzungen dem selben Zweck, aber auf den In­halt bezogen sind sie nicht alle gleich. Hierbei unterscheidet man im Allgemeinen zwi­schen drei Arten: Performance Clips, Narrative Clips und Concept Clips.

Bei den Performance Clips werden die Künstler beim „performen“, beziehungsweise Aufführen gezeigt. Dies kann entweder bei einer Live-Aufführung, zum Beispiel bei einem Konzert, oder an diversen Drehorten erfolgen. Drehorte sind entweder real oder am Computer nachbearbeitet. Hierbei steht der Künstler (oder die Künstler, wenn es sich um einer Band handelt) durchgehend und vollkommen im Vordergrund.9

Narrative Clips basieren anderseits auf einer Erzählung (englisch: narrative), wobei der Text des Songs als Grundlage dient. Der Künstler ist entweder selbst der Teil der Ge­schichte oder komplett davon getrennt. Narrative Clips können als Kurzfilme mit einer Botschaft (englisch: message) gesehen werden.10

Bei Concept Clips besteht das Kurzfilmstück aus mehreren, aufeinander folgenden, Bil­dern oder Videos. Diese müssen nicht unbedingt zusammenhängen und es muss keine durchgehende Filmhandlung vorgegeben sein. Die jeweiligen kurzen Episoden können auch nur einzelne Textstellen aufgreifen und ausarbeiten. Es ist auch als Concept Clip zu betrachten, wenn das Video eine Mischung aus Concept und Narrative Clip darstellt.11

2.3 Historischer Abriss

Nach einer Interpretation der Definition des Musikvideos aus dem vorherigen Kapitel können die Anfangszeiten dieser unterschiedlich gesetzt und verstanden werden; je nachdem, ob man im strengeren Sinne die Form meint, die das MTV (Music Television) auf die Welt gebracht hat, oder eine allgemeine Koppelung von Musik mit Bewegtbil- dern12. Es gab dementsprechend mehrere Versuche, die Geschichte des Musikvideos zu beschreiben.13

In dieser Arbeit wird als Anfangspunkt des Musikvideos das Ende des 19. Jahrhunderts (genauer das Jahr 1890) definiert, als Sound Slides (deutsch: Tonfolien) in die Theatersä­le in den USA eingeführt worden sind. „Dabei handelt es sich um von Hand kolorierte Glasplatten, die mithilfe von Scheinwerfern auf eine Leinwand projiziert wurden.“14 Während die Künstler live (deutsch: direkt, sofortig) aufgetreten haben, wurden diese Illustrationen im Hintergrund abgespielt. Die Idee dahinter war, sich das Musikstück leichter merken zu können, da es mit einer visuellen Darstellung verknüpft wird.

Als nächster Meilenstein in der Entstehung des Musikvideos werden Soundies verstan­den. Diese waren kurze (dreiminütige) Filme, deren Musikgrundlage populäre Lieder (englisch: Songs) der Zeit waren. Soundies erlebten in den USA ihre kurze Blütezeit in den 1940er Jahren, nachdem Mills Novelty Company eine Filmmaschine auf den Markt gebracht hat, die diese abgespielt hat. Ein Nutzer bekam für zehn Cent acht Lieder vor­gespielt, wobei er die Reihenfolge nicht beeinflussen konnte. Die Ton- und Bildqualität waren in der Ausführung schlecht, und es mangelte an Innovativität. 1947 wurde die Produktion eingestellt.15

Nach über zehn Jahren Stille wurde in Frankreich eine Weiterentwicklung von Soundies auf den Markt gebracht. Scopitones, die 1959 entwickelt wurden, boten technische Ver­besserungen in Ton und Bild. Sie hatten einen großen Erfolg in Frankreich und verbrei­teten sich somit problemlos in weiteren Ländern.16

Die ersten Musikvideos, wie man sie heute kennt, basieren auf sogennanten Promos (deutsch: Werbespot). Die Definition von einer Promo bleibt identisch der von einem Musikvideo (siehe 2.1 .). Promos dienten den Werbezwecken und sollten, so wie die heutigen Musikvideos, den Bekanntheitsgrad des Stücks und den Künstler steigern. Ein wesentlicher Unterschied zum heutigen Clip besteht darin, dass die Videos von den Künstlern selbst produziert wurden und einen Eindruck für die Plattenfirma machen sollten. Das Budget war meistens sehr niedrig und die Qualität der Videos hat dement­sprechend darunter gelitten. Die Dreharbeit hat sich für einen Künstler erst gelohnt, wenn die Plattenfirma entschied, ihn unter Vertrag zu nehmen und (unter anderem) Kos­ten zurückzuerstatten. Heutzutage gibt die Plattenfirma die Produktion des Videos in Auftrag und stellt einen Budget zur Verfügung, mit dem Künstler arbeiten können.17

3. Bedeutung Musikvideo für die Musikindustrie

Musikvideos sind weder als Filmkunst noch als eigenständiges Produkt erkannt. Den­noch sind Musikvideos eine Mischung aus verschiedenen Kunstrichtungen. In erster Linie dienen Musikvideos als ein Marketing-Instrument zur Verkaufsförderungen des Albums und der Single. Wichtige Aufgabe ist auch der Imageaufbau des Künstlers; gibt es im Lied keinen Gesang, treten Künstler oft persönlich in Erscheinung, also Künstler oder die Band sind im Fokus. Musikvideos werden in der Regel von einer Plattenfirma in Auftrag gegeben. Künstler werden im Nachhinein, je nach Vertragslage, an den Pro­duktionskosten beteiligt. Musikvideos sind für Plattenfirmen ein Mittel um eigene Ver­kaufszahlen und Umsätze zu steigern. Die Musikindustrie ist andererseits aufgrund des Fehlens eigener Kompetenz im Bereich „Musikvideoherstellung“ und aufgrund der Tat­sache, dass sie oft nur kleine Budgets zu bieten hat, darauf angewiesen, den ausführen­den Filmproduzenten und Regisseuren viele gestalterische Freiheiten einzuräumen, die einige Musikvideos schon zu echten Gesamtkunstwerken haben werden lassen.18

In menschlicher Natur ist es, dass Töne und visuelle Eindrücke in unserem Kopf ver­bunden werden. Daher werden Musikvideos synästhesiert: die visuellen Elemente eines Musikclips werden an die musikalischen angepasst, Ton und Bild passieren synchron zu einander.19

3.1 Geschäftsmodell MTV

Wenn man irgendwo die Abkürzung MTV sieht oder hört, denkt man sofort an die Mu­sik und Videos. Die Abkürzung steht für "Music Television“ und ist der bekannteste un­ter den Musiksendern. MTV hat schon knapp 40 Jahre Geschichte und hat eine neue Ära in Musikvideo und Musikindustrie erschaffen. Die Stars wie Madonna und Michae- le Jackson haben ihre ersten Schritte in Musik mit dem Musiksender angefangen. MTV hat allerdings nicht nur einen neuen Start für Musikindustrie erschaffen, sondern auch neue Trends (deutsch: Richtung, Tendenz) und Lifestyle (deutsch: Lebensstil) entwi­ckelt. Das war aber kein Zufallsprodukt, sondern ein strategisch gut gedachter Marke- ting-Instrument.20

Michael Nesmith und John Lock haben MTV ins Leben gerufen. Nesmith war in Austra­lien auf einer Platentourist und ist dort auf Top-40-Format aufmerksam geworden. Das war eine Chartshow, welche die 40 besten Plätze im Musikwettbewerb bot. Besonders gut hat es ihm gefallen, dass man nicht mehr von Live-Shows abhängt und dass die Künstler oder Bands viel besser in die Szene gesetzt werden können. Nach dem Rück­kehr produzierte Nesmith eine Testsendung. Dies war eine 30-minütige Chartsendung, die sehr dem australischen Top-40 ähnelte. Er zeigte Testvideo und Videomaterial dem John Lack, damals dem zweiten Mann bei Warner AMEX Satellite Entertainment Com­pany (WASEC). Die Idee hat dem Lack gut gefallen und er beauftragte einige Episoden auf Nickelodeon. Nach einem großen Erfolg gab der Lack 50 Episoden in Auftrag und kaufte schließlich die gesamte Konzern und den Namen. 1979 hatte American Express die Hälfte der Anteile von Warner Cable übernommen. Das Ziel war es, das Satelliten­fernsehen so viel wie möglich zur verbreiten. Um aber die Vielfalt und Mehrwert für die Kunden zu schaffen, mussten neue Kanäle erschaffen werden. Zuerst war ein Filmfor­mat auf dem Kindersender Nickelodeon, aber Lack hat an einen dritten Sender gedacht, der interessanter und anders sein sollte und dessen Hauptrichtung Musik sein sollte.21

Nachdem Plattenfirmen Ende der 1970er Jahre rücklaufende Verkaufszahlen hatten, musste man einen neuen Vermarktungskonzept erfinden. Zu diesem Zeitpunkt war die Musikindustrie sehr geschwächt. Man konnte sich nicht mehr an Verkauf von CDs und Tonträgern verlassen, da diese kein sicheres Geschäft mehr waren. Die Einnahmen stei­gerten sich nicht mehr und die Branche brauchte ein neues Mittel für Werbung. Im Lau­fe der Zeit ist jedem klar geworden, dass die Musikvideos Retter von angeschlagenen Musikindustrie waren, im Gegensatz zur teueren Radio- und Liveauftritten.22

Deswegen schlug Lack die Idee eines 24-stündigen Musikkanals vor. Nach positiver Rückmeldung von dem Vorstand im Jahr 1981 war es schon klar, dass dies die Geburts­stunde vom MTV war. Die Realisierung vom Musiksender ging sehr schnell. Robert Pittman (Radiounternehmer) hat auch sehr große Rolle in der Entwicklung des Senders gespielt. Schon paar Monate vor dem Start MTV arbeitete er mit der Methode Markt- und Meinungsforschung und hat er das Programm nach Geschmack von Zuschauer nach und nach entwickelt. Als erster Name war TV-M geplant, aber dieser Name war für Ma­chern Emotionslos.23

Und endlich ging MTV am 1. August auf Sendung. Das erste Video war Video killed the radio Star von den Buggles. Dadurch dass nur 800.000 Haushalte MTV sehen konnten, war der Sender am Anfang nicht sonderlich erfolgreich. Es gab nur 13 Werbepartner und nur 168 Musikvideos. In der Anfangszeit herrschte beim MTV Chaos: Reihenfolgen der Moderationen waren durcheinander und Tonausfälle haben manchmal den komplet­ten Programm ruiniert. Trotzdem baute MTV nach und nach ihr Konzept und errichtete immer mehr Zuschauer.24

An dieser Stelle muss man auch erwähnen, dass die ersten Video Jockeys (deutsch: Mu­sikvideo-Ansager) beim MTV erfunden, beziehungsweise geplant wurden. MTV hat an­gefangen mit „Musik Tag und Nacht“ Prinzip, aber im Laufe der Zeit hat sich durch neue Medien und Technologien vieles verändert. Dass MTV ein neues Fernsehenkonzept entwickelt hat, ist keine Frage. Mit Geburt von Internet musste aber MTV ihre führende Position abgeben und Programmen ändern. Heutzutage ist MTV ein Jugendfreizeitsen­der geworden, welches im Angebot viele Reality-Shows, Film-Zeichentricks und Talk­Shows hat. Im Februar 2010 hat MTV das M welche für "Musik" stand aus dem Logo rausgenommen und am 1. Juli 2011 ein neues Logo veröffentlicht (siehe Abb. 1).25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: MTV Logo vorher und nachher (Quelle: designtagebuch.de 2010, o.S).

3.2 Geschäftsmodell Vevo

Vevo steht für „Video Evolution“ (deutsch: Videoentwicklung) und ist ein Onlinedienst für Musikvideos und Unterhaltung. Die Eigentümern sind Sony Music Entertainment, Universal Music Group und der Abu Dhabi Media Company. Auch Google hat hier ei­nen Anteil. Vevos Geburtsstunde ist der 8. Dezember 2009. Schon im Januar 2016 um­fasste Vevo 45.000 Musikvideos.26

Vevo finanziert sich durch Werbepartnern. Dieser Onlinedienstler hat am Anfang Videos nur mit zensierten Inhalten zur Verfügung gestellt, um Werbepartner an seiner Seite zu gewinnen und zu behalten. Seit 2011 sind auf Vevo sowohl zensierte als auch unzensier­te Videoclips zu finden. Die Verbreitung von Videos findet über YouTube und der Web­seite des Dienstes vevo.com statt. Diese war Anfang 2014 unter anderem in den Län­dern USA, Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Neuseeland, Spanien, Deutschland, Polen und Großbritannien verfügbar.27

Fast 4 Jahre nach der Geburt von Vevo, war dieser Anbieter in Deutschland nicht ver­fügbar. Nach Angaben von Vevo im November 2010 war das Hindernis dafür GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführung-und mechanische Vervielfältigungsrechte). Es hat keine Vertragseinigung stattgefunden.28 Nach einer langen Diskussion gab Vevo am 2. September bekannt, dass GEMA für Deutschland grünes Licht gegeben hat und somit war Vevo ab dem 01. Oktober 2013 auch für deutsche Nutzer verfügbar.29

Die Nutzer konnten allerdings nur über die Webseite, Apps und Google auf den Inhalt zugreifen, bis zu einer Einigung von GEMA und YouTube im November 2016.30

3.2.1 Das Internet und Musikindustrie

Früher konnte man das Radio als ein Massenmedium der Musikindustrie bezeichnen. Die Konsumenten haben das Lied im Radio gehört und anschließend die entsprechende CD oder Schallplatte gekauft. Die Beziehung zwischen dem Konsumenten und dem Produkt war anders.31

Über 20 Jahren dauerte das Phänomen MTV. Alle waren begeistert.Endlich gab es einer Plattform in Form Musiksender ,wo Musik mit visuellen Musikvideo funktionieren könnte.Grosse Plattenfirmen haben damals in Musikvideos Viel Geld invitiert ,aber auch von große Umsätze profitiert.Doch zu Beginn 21. Jahrhunderts zwingt zunehmen­de Digitalisierung das Musiksendermarkt neue zu umdenken.32

Als Internet als neues Medium geboren war, hatte die Musikindustrie mit Schwierigkei­ten zu kämpfen. Es wurde endlich möglich, mit einem Klick das Lieblingsmusikstück herunterzuladen. Die Kassetten und CDs sind zum MP3 verwandelt. In dem Beginn der 2000er Jahre haben immer mehr private Haushalte Internet benutzt. Es ist möglich ge­worden, größere Datenmengen zu komprimieren und mit anderen zu teilen. Raubkopien von Kassetten und CDs haben nicht so großes Problem für die Musikindustrie darge­stellt. Aber die Piraterie von MP3s ist eine große Herausforderung für die Musikindus­trie geworden.33

3.2.2 Evaluation: Vevo vs. Youtube

In der 2000er Jahren hat YouTube es uns ermöglicht, Videos alle Art und Weise, private Clips oder Musikclips, online zu stellen. Man konnte mit nur einem Klick Massen von Zuschauer gewinnen und die Darsteller der Videos sind unabhängig von Plattenfirmen, Labels oder Sender geworden. Vielen von Konsumenten ist es wahrscheinlich aufgefal­len, dass wenn man auf YouTube nach einem Video sucht und "play" klickt, das Logo von Vevo automatisch erscheint. Daher kennen auch viele der Internet Benutzer das On­linedienst. Vevo hat einen Vertriebsvertrag mit YouTube abgeschlossen und dadurch funktioniert alles sehr einfach und ohne Komplikationen. Nötige Aufmerksamkeit hat Vevo allerdings auf YouTube bekommen. Aus diesem Grund wirft das Onlinediest das Handtuch und will die Partnerschaft mit YouTube auf eine andere Art und Weise haben. Vevo hat eigene Plattformen und Apps eingestellt und wird zukünftig nur Musikrechte vermarkten. Vevo bleibt im Hintergrund. Durch einen neuen Lizenzvertrag darf YouTube Videos direkt an die Werbetreibenden verkaufen und der komplette Musikkatalog bleibt auch YouTube überlassen. So hat natürlich YouTube einen größeren Einfluss auf dem Musikmarkt, aber das Ziel des Onlinedienstes Vevo ist es künftig mit anderen Plattfor­men zu kooperieren.34

4. Musikstile und deren Visualisierung im Musikvideo

Gewisse bildliche und musikalische Unterschiede lassen sich oft aus verschiedenen Mu­sikrichtungen ableiten. Im Folgendem wird erklärt, was unter Musikrichtung (auch Mu­sikstil) zu verstehen ist. Außerdem werden verschiedene Genres (auch Stil, Gattung, Art35 ) erwähnt und erläutert, sowie deren Auswirkungen auf die Musikclips.

4.1 Definition Musikstil

Um Musikstil definieren zu können, muss man verstehen, was ein Genre bedeutet. Un­ter Genre ist eine Kunstrichtung im allgemeinen Sinne gemeint.36 Es ist eine Klassifika­tion, mit der verschiedene Ausprägungen von Kunst nach dem räumlichen und zeitli-

[...]


1 Siniawski 2018, o.S.

2 Haverkamp 2003, S.1.

3 Vgl. Doubali 2020, o.S.

4 Wolschner 2013, o.S.

5 Vgl. Cruz [o.J.], o.S.

6 Vgl. Wikipedia 2003, o.S.

7 Vgl. Lernhelfer 2010, o.S.

8 Rudi Dolezal 2011, Filmproduzent und Regisseur

9 Vgl. Rösel 1998, S.11.

10 Vgl. Schneider 2011, o.S.

11 Vgl. ebd.

12 Vgl. Keazor/Wübbena/Mania 2011, S. 18.

13 Vgl. Lilkendey 2017, S. 33.

14 Lipphardt 2016, S.3.

15 Vgl. Almind 1991, S.41.

16 Vgl. Kaczmarek 2012, o.S.

17 Vgl. ebd.

18 Vgl. Schmidt 1999, S. 116.

19 Vgl. Lipphardt 2016, S.16,18 .

20 Vgl. Kuni 2010, S.5.

21 Melzer .2011], o.S.

22 Vgl. Schmidt./Neumann-Braun/Autenrieth 1999, S. 94.

23 Vgl. Schmidt./Neumann-Braun/Autenrieth 1999, S. 101.

24 Vgl. ebd.

25 Schaffrinna 2010 , o,S.

26 Vgl. Learmonth 2010, o.S.

27 Vgl. Buskirk 2010 o.S.

28 Vgl. Rungg 2011 o.S.

29 Vgl. Rungg 2013 o.S.

30 Vgl. Arnovski 2016, o.S.

31 Vgl. Lipphardt 2016, S. 7,8.

32 Jacobs 2016, S. 9.

33 Vgl. ebd.

34 Vgl. Kurz 2018 o.S.

35 Vgl. musicFLX [o.J.], o.S.

36 Vgl. wortbedeutung.info [o.J.], o.S

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Musikvideos als Werbespot für Künstler und ihre Platte? Bedeutung und Wandel in der Musikindustrie
Hochschule
Hochschule Fresenius München
Note
1,0
Autoren
Jahr
2020
Seiten
29
Katalognummer
V1027267
ISBN (eBook)
9783346434388
ISBN (Buch)
9783346434395
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikvideo, Werbespot, Pop, Rap, Rock
Arbeit zitieren
Tena Valenta (Autor)Diana Birznieks (Autor), 2020, Musikvideos als Werbespot für Künstler und ihre Platte? Bedeutung und Wandel in der Musikindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027267

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