Die Ausarbeitung befasst sich mit der psychischen Störung ADHS. Zunächst wird eine Definition der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung dargelegt und die Symptome der Störung näher beschrieben. Darauf aufbauend werden die primären Faktoren der Entstehung einer ADHS näher beleuchtet.
Zunächst werden die genetischen Ursachen thematisiert und darauf aufbauend die neurobiologischen Folgen, die zu den ADHS Symptomatik führen. Des Weiteren werden psychosoziale Risikofaktoren definiert und ihre Beeinflussung der Störung. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Diagnose einer ADHS. Es werden die zwei klassischen Diagnosesysteme ICD-10 und DSM-V vorgestellt und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Klassifikation der ADHS vorgestellt. Im Hauptteil wird die ADHS in den Kontext Schule gesetzt.
Es werden Problematiken innerhalb des Schulalltags vorgestellt und Besonderheiten im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die von einer ADHS betroffen sind. Weiterführend wird die Bedeutung der Einstellung der Lehrperson und die Unterrichtsgestaltung thematisiert. Daran anschließend werden drei pädagogische Interventionen dargestellt, die ADHS Betroffenen und Lehrpersonen den Schulalltag erleichtern sollen und mögliche Hilfestellung bei Problemsituationen bieten. Diese werden zunächst im Detail erklärt und anschließend ihre Effektivität anhand empirischer Studien diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Definition Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
2.1. Symptome
3.Primäre Faktoren der Entstehung von ADHS
3.1. Genetik
3.2. Neurobiologische Ursachen
3.3 Psychosoziale Bedingungen
4. Diagnose
5. ADHS und Schule
5.1. Einstellung der Lehrperson
5.2. Unterrichtsgestaltung
5.3. Verstärkerprogramme
5.4. Auszeitverfahren /Time-Out
5.5.Wenn-Dann-Pläne
6.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die psychische Störung ADHS in ihrer Entstehung und Symptomatik zu beleuchten sowie den Fokus spezifisch auf den schulischen Kontext zu legen, um pädagogische Interventionsmöglichkeiten für Lehrkräfte zu identifizieren.
- Genetische und neurobiologische Grundlagen von ADHS
- Einfluss psychosozialer Faktoren auf die Ausprägung der Störung
- Diagnostische Verfahren und Klassifikationssysteme
- Pädagogische Herausforderungen im Schulalltag
- Wirksame Interventionsmaßnahmen wie Verstärkerprogramme, Auszeitverfahren und Wenn-Dann-Pläne
Auszug aus dem Buch
5.4. Auszeitverfahren /Time-Out
Der Begriff „Time-Out“ oder „Auszeit“ hat seinen Ursprung im Sport. Bei einer Auszeit werden die Mannschaften räumlich voneinander getrennt und das Spiel pausiert. Da Kinder und Jugendliche mit AHDS oftmals durch ihre Hyperaktivität den Unterrichtsfluss beeinträchtigen und das Geschehen in der Klasse ihre Aufmerksamkeit stark beeinträchtigen kann, ist es sinnvoll eine Pause zu schaffen in der sie sich beruhigen können und ihre Impulsivität wieder in den Griff bekommen. Die Bedeutung des Auszeitverfahrens kann als die „Herausnahme des Schülers aus einer potentiell verstärkenden Situation“ (Frölich et al., 2014, S. 117) definiert werden. Bevor eine Auszeit erfolgreich stattfinden kann müssen seitens der Lehrperson zunächst einige Überlegungen erfolgen und die Auszeit gut geplant werden. Als erstes muss klar definiert werden in welchen Situationen eine Auszeit für die SuS sinnvoll ist und in welchen sie eher kontraproduktiv sein kann (Frölich et al., 2014). Durch das Herausnehmen aus dem Unterricht und dem sozialen Gefüge der Klasse können sich weitere Wissenslücken aufbauen und die SuS könnten sich noch stärker sozial Ausgegrenzt fühlen als zuvor (Frölich et al., 2014). Deshalb ist es von großer Bedeutung sparsam mit dem Auszeitverfahren umzugehen und dies nicht einfach als Möglichkeit zu sehen den Störenfried kurzzeitig loszuwerden, denn genau dies könnte zu vermehrter Spannung und noch größeren Schwierigkeiten führen, oder von dem Schüler als willkommene Maßnahme gesehen werden, dem anstrengenden Unterricht zu entgehen (Frölich et al., 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ADHS ein, umreißt die wissenschaftliche Vorgehensweise und den Aufbau der Arbeit vom theoretischen Hintergrund bis hin zu den praktischen schulischen Interventionsmöglichkeiten.
2. Definition Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Dieses Kapitel definiert ADHS als psychiatrische Diagnose und erläutert die Kernsymptome Aufmerksamkeitsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität.
3.Primäre Faktoren der Entstehung von ADHS: Es werden die genetischen, neurobiologischen sowie psychosozialen Ursachen analysiert, die zur Ausprägung der Störung beitragen.
4. Diagnose: Hier werden die diagnostischen Kriterien der klassischen Systeme ICD-10 und DSM-V sowie die Herausforderungen bei der Diagnose im Kindesalter dargestellt.
5. ADHS und Schule: Dieses Kapitel behandelt die schulischen Auswirkungen der Störung, rechtliche Rahmenbedingungen wie den Nachteilsausgleich sowie pädagogische Interventionsansätze.
6.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die vorgestellten pädagogischen Methoden hinsichtlich ihrer Eignung für den schulischen Alltag.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Schule, Unterrichtsgestaltung, Nachteilsausgleich, Pädagogische Intervention, Wenn-Dann-Pläne, Auszeitverfahren, Verstärkerprogramme, Selbstregulation, Komorbidität, Diagnose, Schulleistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Störung ADHS, ihrer Entstehung, Diagnose und insbesondere mit den Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten im Kontext der Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen (Ursachen, Symptome), diagnostische Standards sowie konkrete pädagogische Maßnahmen wie Nachteilsausgleiche und Trainingsprogramme für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch geeignete Strukturen und Interventionen Schülerinnen und Schüler mit ADHS in ihrem Lernprozess unterstützen und den Schulalltag für alle Beteiligten konstruktiv gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Klassifikationssysteme sowie der Analyse empirischer Studien zur Effektivität pädagogischer Interventionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Rolle der Lehrperson, der Unterrichtsgestaltung, spezifischen Programmen zur Verhaltensregulierung (Verstärker, Wenn-Dann-Pläne) und dem Umgang mit der Auszeit-Methodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen ADHS, Unterrichtsgestaltung, Inklusion, pädagogische Interventionen und Selbstregulation.
Wie definiert das Buch den Nachteilsausgleich für betroffene Schüler?
Der Nachteilsausgleich wird als notwendige Anpassung der Leistungsbewertung verstanden, um Schüler trotz Funktionsbeeinträchtigungen fair beurteilen zu können, wobei konkrete Maßnahmen wie mündliche Prüfungen oder Hilfsmittel genannt werden.
Welche Rolle spielt die Einstellung der Lehrperson bei ADHS?
Eine proaktive und fachlich fundierte Einstellung der Lehrkraft ist entscheidend, um den Schüler nicht einseitig als Störenfried wahrzunehmen, sondern eine inklusive Lernumgebung zu schaffen.
- Quote paper
- Bonita Sandvoss (Author), 2018, Die psychische Störung ADHS und ihre Folgen für den Unterricht. Entstehung, Symptome und Problematiken in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027397