Da Stottern und Poltern oft gleichgesetzt werden, stellt sich aus wissenschaftlicher Sicht folgende Frage: ‚Inwieweit können beim Stottern und Poltern im Kindesalter die gleichen Therapie- und Förderansätze genutzt werden?‘.
Zur Beantwortung der Fragestellung ist vorab eine kurze und prägnante Unterscheidung dieser beiden Störungsbilder nötig. Neben der Erklärung, was Stottern und Poltern überhaupt sind, wird weiterhin auf die Ursachen, Symptomatik, Verlauf und Diagnostik eingegangen. Durch die sprachlichen Besonderheiten des Stotterns ist eine Abgrenzung zur altersgemäßen Sprechunflüssigkeit vorzunehmen. Diese Vorabinformationen sind wichtig, um zu verstehen, wie und was am besten therapiert und gefördert werden kann. Der darauffolgende Teil stellt die verschiedenen Therapie- und Förderansätze beider Störungen in den Fokus, um im Anschluss die Forschungsfrage beantworten zu können. Den Abschluss bildet ein Fazit, in welchem die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst werden sollen. Es wird mit einer Vielzahl an Literatur gearbeitet, um einen breiten und differenzierten Überblick über die verschiedenen Gliederungspunkte zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Stottern vs. Poltern
2.1 Was ist ‚Stottern‘ und was ‚Poltern‘ ?
2.2 Ätiologie
2.3 Symptomatik
2.4 Abgrenzung zur altersgemäßen Sprechunflüssigkeit
2.5 Verlauf und Diagnose
3 Therapie- und Förderansätze
3.1 Therapieansätze
3.2 Förderansätze
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Symptomatik sowie Therapie- und Förderansätze von Stottern und Poltern im Kindesalter (bis ca. 12 Jahre) mit dem Ziel, die wissenschaftliche Forschungsfrage zu beantworten, inwieweit bei beiden Störungsbildern identische Ansätze genutzt werden können.
- Grundlagendefinition und Ätiologie von Stottern und Poltern
- Symptomatische Abgrenzung der Störungsbilder voneinander sowie zur altersgemäßen Sprechunflüssigkeit
- Diagnostische Verfahren im Kindesalter
- Vergleichende Analyse therapeutischer Interventionsmöglichkeiten
- Bedeutung der Elternarbeit und präventiver Förderansätze
Auszug aus dem Buch
2.3 Symptomatik
Ganz allgemein gesprochen ist Stottern eine Redeflussstörung und dadurch gekennzeichnet, dass die Unterbrechungen des Redeflusses unwillkürlich stattfinden und nicht zu unterdrücken sind. Diese Pausen sind eine „Folge von Blockierungen beim Versuch der Bildung eines Lautes, einer Silbe oder eines einsilbigen Worts“. Dies bedeutet, dass der Betroffene genau weiß, was er sagen möchte, es aber nicht flüssig kann und dies merkt. Er ist sich seiner Störung demnach durchaus bewusst (Störungsbewusstsein).
Früher unterschied man das klonische und tonische Stottern. Beim klonischen Stottern, wie beispielsweise „di-di-di-die“, seien die Silben- und Lautverdopplungen, sogenannte Iterationen, verkrampft, gepresst, kurz und schnell aufeinanderfolgend. Das tonische Stottern, wie „h- - - -abe“, sei durch gepresste und verkrampfte Laut- und Silbenblockierungen und -dehnungen gekennzeichnet.
Gängiger ist heutzutage allerdings eine Unterscheidung des Stotterns anhand der Kern- und Begleitsymptome. Als „Kernsymptome sind unfreiwillige Blockierungen, Dehnungen von Lauten und Wiederholungen von Lauten und einzelnen Silben“ charakterisiert. Die Begleitsymptome kommen zu den Kernsymptomen hinzu und resultieren aus ihnen. Oft entstehen sie unbewusst, sind individuell verschieden und kommen auf folgenden Ebenen zum Vorschein: Auf der sprachlichen (z.B. Satzabbrüche, Vermeiden gefürchteter Wörter) und vegetativen Ebene (z.B. Schweißausbrüche), im Sozialverhalten (z.B. Abbruch des Blickkontakts), im Sprechverhalten (z.B. Flüstern, Schweigen), in der Motorik (z.B. Kopf-/Armbewegungen) und den Emotionen (z.B. Sprech-/Versagensangst, Selbstabwertung).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet die psychosozialen Belastungen betroffener Kinder und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Therapieansätzen bei Stottern und Poltern.
2 Stottern vs. Poltern: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Differenzierung der beiden Störungsbilder hinsichtlich ihrer Definition, Ätiologie, Symptomatik, Abgrenzung zur normalen Sprachentwicklung sowie diagnostischer Vorgehensweisen.
3 Therapie- und Förderansätze: Der Hauptteil vergleicht verschiedene therapeutische Interventionsmöglichkeiten sowie unterstützende Förderstrategien unter besonderer Berücksichtigung der Einbindung des familiären Umfelds.
4 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass aufgrund der teilweisen Überschneidung der Störungsbilder und möglicher Komorbiditäten auch die Therapie- und Förderansätze synergetisch genutzt werden können, wobei eine individuelle Anpassung an das Kind stets erforderlich bleibt.
Schlüsselwörter
Stottern, Poltern, Redeflussstörung, Kindesalter, Sprachtherapie, Symptomatik, Ätiologie, Diagnose, Elternberatung, Sprechunflüssigkeit, Sprechrestrukturierung, Förderansätze, Logopädie, Kernsymptome, Begleitsymptome
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den zwei Redeflussstörungen Stottern und Poltern bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Der Fokus liegt auf der Symptomdifferenzierung, der diagnostischen Einordnung sowie dem Vergleich therapeutischer und förderpädagogischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit für beide Störungsbilder – Stottern und Poltern – die gleichen Therapie- und Förderkonzepte angewendet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die den aktuellen Forschungsstand und die gängigen klinischen Leitlinien für Redeflussstörungen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Unterscheidung der Störungen sowie eine detaillierte Darstellung der Behandlungsoptionen inklusive der Rolle von Eltern und Lehrkräften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Stottern, Poltern, Redeflussstörungen, Sprachtherapie und kindliche Entwicklung.
Warum ist das Störungsbewusstsein bei der Therapie von Poltern so wichtig?
Da polternde Kinder oft ein fehlendes Störungsbewusstsein aufweisen, ist dessen Aufbau die Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Therapiemotivation zu entwickeln.
Welche Rolle spielen Eltern bei der Behandlung?
Eltern fungieren als wichtigste Bezugspersonen und Sprechvorbilder, die durch eine reflektierte Kommunikation und die Vermeidung von Leistungsdruck maßgeblich zum Therapieerfolg beitragen.
Warum können Stottern und Poltern oft mit denselben Ansätzen therapiert werden?
Da beide Störungen fließend ineinander übergehen können oder gleichzeitig auftreten, haben sich Ansätze der Sprechrestrukturierung für beide Bereiche als nützlich erwiesen.
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- Anonym (Autor), 2021, Stottern und Poltern im Kindesalter. Therapie- und Förderansätze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027455