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Die Rolle der Traumdeutung bei Foucault am Beispiel von Artemidor und Freud

Titre: Die Rolle der Traumdeutung bei Foucault am Beispiel von Artemidor und Freud

Dossier / Travail de Séminaire , 2020 , 13 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philosophie - Divers
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In seinen vier Bänden zu Sexualität und Wahrheit untersucht Michel Foucault die antiken und mittelalterlichen Diskurse, die die Sexualität problematisiert und als wissenschaftlichen Erkenntnisbereich konstituiert haben. Entgegen den meisten Theoretikern lehnt Foucault die Repressionshypothese ab. Diese geht davon aus, dass die Sexualität durch die Kirche und die viktorianische Sittenstrenge unterdrückt wurde, und in der Gegenwart einer Befreiung bedarf.

In der Antike war die Sexualität nach Foucault an kein institutionelles, soziales oder juristisches System gebunden.
Dass es sich dabei bei der Sexualität um keinen Einzelfall handelt, möchte diese Arbeit am Beispiel der Traumdeutung versuchen zu zeigen. Dafür soll zunächst die diskursive Entwicklung der Sexualität bei Foucault im groben nachgezeichnet werden, und anschließend ein Vergleich mit der Entwicklung der Traumdeutung gezogen werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Sexualität und Wahrheit

III Die Texte der Traumdeutung

IV Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die diskursive Entwicklung der Sexualität bei Michel Foucault und setzt diese in einen direkten Vergleich mit der historischen sowie psychologischen Entwicklung der Traumdeutung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Verhältnis des Subjekts zum eigenen Wissen und Selbst durch externe Instanzen und institutionelle Systeme transformiert hat.

  • Foucaults Analyse der Sexualitätsdispositive
  • Vergleich der antiken Traumdeutung (Artemidor) mit der modernen Psychoanalyse (Freud)
  • Die Rolle der Macht bei der Deutung des Unbewussten
  • Historischer Wandel der Subjektivierung
  • Die Institutionalisierung der moralischen und psychologischen Normierung

Auszug aus dem Buch

II Sexualität und Wahrheit

Für Foucault gibt es seit der Antike vier konstante Erfahrungsachsen, anhand denen Sexualität problematisiert wurde: Die Beziehung zum Körper, die Beziehung zum anderen Geschlecht, die Beziehung zum eigenen Geschlecht und die Beziehung zur Wahrheit (Foucault, 1987). Er zeigt, dass Praktiken wie monogame Treue, Keuschheit und homosexuelle Verhältnisse historische Konstanten sind, an denen sich lediglich die Subjektivierungsweisen³ verändert haben. Die Veränderung sieht Foucault bei einer Ästhetik der Existenz, die sich in Richtung einer Hermeneutik des Begehrens verschoben hat. Während erste auf Selbstbeherrschung und aktiver Freiheit beruht, setzt die zweite auf formelle Prinzipien im Gebrauch der Lüste, ihre Begrenzung und Hierarchisierung – jedoch nie einer Unterdrückung.

In der Antike betraf die Problematisierung der Lüste eine quantitative Abstufung. Nicht bestimmte Formen der Praktik wurden problematisiert, sondern Maßlosigkeit und Passivität. Die Sexualität war noch kein eigenes diskursives Feld, sondern mit anderen Bereichen, wie Ernährung eng verwoben. Foucault nennt drei Bedingungen für die sexuelle Tätigkeit, die aber nicht in Form von Verboten, sondern von Handlungsvorschlägen tradiert wurden. So galt das Bedürfnis selbst nicht als negativ, solange man dabei niemandem schadet, es wurde lediglich empfohlen, bestimmte Zeitpunkte und Altersangaben zu erfüllen. Außerdem wurde Männern, die einen höheren Rang in der Polis anstrebten nahegelegt, sich zu mäßigen, denn nur wer sich selbst regiere, könne auch andere regieren (Foucault, 1989a).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung führt in Foucaults vierbändiges Werk zur Geschichte der Sexualität ein und legt die Forschungsabsicht dar, diese Erkenntnisse auf das Feld der Traumdeutung zu übertragen.

II Sexualität und Wahrheit: Dieses Kapitel analysiert die historische Verschiebung in der Problematisierung von Sexualität von der Antike bis zum Christentum und die damit verbundenen Subjektivierungsprozesse.

III Die Texte der Traumdeutung: Hier wird der Kontrast zwischen der antiken Traumdeutung bei Artemidor und der modernen psychoanalytischen Interpretation bei Freud hinsichtlich Machtstrukturen und Deutungshoheit untersucht.

IV Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie das Subjekt in modernen Wissenssystemen durch externe Instanzen und hermeneutische Deutungsmacht zunehmend fremdbestimmt wird.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Sexualität und Wahrheit, Traumdeutung, Artemidor, Sigmund Freud, Psychoanalyse, Subjektivierung, Macht, Wissenssysteme, Hermeneutik, Historizität, Diskurse, Moral, Institutionen, Begehren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sexualität und Wahrheit in den Werken von Michel Foucault und überträgt diese Analyse auf die historische Entwicklung der Traumdeutung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Diskurstheorie Foucaults, der historische Wandel der Selbstbeziehung, die Entwicklung der Traumdeutung sowie die Rolle von Institutionen bei der Normierung menschlichen Verhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Individuum historisch durch externe Instanzen dazu gebracht wurde, das eigene Wissen und Begehren zu hinterfragen und sich einer Deutungsmacht zu unterwerfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Methode von Foucault, um Texte der Antike und der Moderne vergleichend gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Foucaults Analyse der Erfahrungsachsen der Sexualität und der Vergleich zwischen Artemidors Traumdeutung und Freuds Psychoanalyse detailliert ausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Foucault, Sexualitätsdispositiv, Traumdeutung, Subjektivierung und Deutungsmacht definiert.

Wie unterscheidet sich laut Arbeit die antike Traumdeutung von der psychoanalytischen?

Während die antike Traumdeutung eher ein Handbuch für den Alltag war und keine tiefe, verborgene Bedeutung forderte, transformiert die Psychoanalyse den Traum in ein Objekt, das eine geheime, pathologische oder unterbewusste Wahrheit birgt, die nur der Analytiker interpretieren kann.

Welche Bedeutung kommt der "externen Instanz" bei Foucault zu?

Die externe Instanz fungiert als machtvolle Instanz – sei es die Kirche oder der heutige Therapeut –, die den Menschen dazu zwingt, sein Innerstes preiszugeben und damit sein Selbstbild zu kontrollieren und zu korrigieren.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der Traumdeutung bei Foucault am Beispiel von Artemidor und Freud
Université
University of Frankfurt (Main)
Note
2,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
13
N° de catalogue
V1027478
ISBN (ebook)
9783346431851
ISBN (Livre)
9783346431868
Langue
allemand
mots-clé
rolle traumdeutung foucault beispiel artemidor freud
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2020, Die Rolle der Traumdeutung bei Foucault am Beispiel von Artemidor und Freud, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027478
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Extrait de  13  pages
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