Eine französische Regierungserklärung vom 9. Mai 1950, der nach dem damaligen französi-schen Außenminister benannte „Schuman – Plan“, hat die europäische Integration ausgelöst. Der Begriff Integration bezeichnet den fortschreitenden Zusammenschluss von zunächst sechs (Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Italien und die Bundesrepublik Deutschland), jetzt 15 west¬europäischen Staaten zu einer Einheit.
Der Aufbau Europas gehört zu den großen historischen Leistungen des 20. Jahrhunderts. Mit dem Schumanplan verfolgte Frankreich das Ziel, seinen Beziehungen zu Deutschland eine neue und zukunftsweisende Grundlage zu geben.
In diesem seit mehr als fünfzig Jahren währenden Prozess, der von den Grundwerten unserer Zivilisation – Er¬haltung des Friedens, wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt, Achtung der Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit - bestimmt wird, hat Europa Krisen erlebt, aber auch bedeutende Erfolge erzielt. Bedingt durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege sollte das historische Gegeneinander der europäischen Staaten, zunächst für den Bereich von Kohle und Stahl, durch eine Organisation abgelöst werden, die eine gemeinsame politische Aktion im Inneren und nach Außen ermöglicht und die zunächst auf wirtschaftlichem Gebiet unter Be-schränkung der staatlichen Souveränitätsrechte den Angehörigen der Mitgliedsstaaten Freizü-gigkeit und Gleichberechtigung im Gemeinschaftsgebiet gewährleistet, wie dies sonst nur bundesstaatliche Organisationen tun.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
2.1 Gründe für die Entstehung der EU
2.2 Die Gründung der EGKS
3. DIE REFORMEN SEIT GRÜNDUNG DER EGKS
3.1 Die Römischen Verträge
3.2 Der Binnenmarkt
3.3 Die Einheitliche Europäische Akte (EEA)
3.4 Das Schengener Abkommen
3.5 Der Vertrag von Maastricht
3.6 Der Vertrag von Amsterdam
3.7 Der Vertrag von Nizza
3.8 Reformzwänge am Beispiel der EU-Agrarpolitik (1949 – 2002)
3.8.1 Reformen der Agrarwirtschaft (1949 – 1960)
3.8.2 Reformen der Agrarwirtschaft (1960 – 1970/72)
3.8.3 Reformen der Agrarwirtschaft (1972 - 1992)
3.8.4 Die Agenda 2000 (Vertiefung der 92er Reform)
4. AUSBLICK UND SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Darstellung der wichtigsten institutionellen Reformen der Europäischen Union seit der Gründung der EGKS unter besonderer Berücksichtigung der EU-Agrarpolitik.
- Historische Entwicklung der europäischen Integration
- Wichtige Verträge (Römische Verträge, Maastricht, Nizza)
- Reformen des Binnenmarktes und Schengener Abkommen
- Entwicklung und Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
- Herausforderungen der EU-Osterweiterung
Auszug aus dem Buch
3.4 Das Schengener Abkommen
Das 1985 in Schengen (Luxemburg) beschlossene Abkommen über den kontrollfreien Grenzverkehr (Personen und Güter) sowie über eine gemeinsame Sicherheits- und Asylpolitik sieht den schrittweisen Abbau von Kontrollen an den Binnengrenzen der EU-Länder vor. Am 14. Juni 1985 unterzeichneten Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg das Abkommen, das unproblematisches und zügiges Reisen garantieren soll. Auch Spanien und Portugal traten bei. Aber erst am 26. März 1995 wurden die Personenkontrollen zwischen diesen sieben Ländern abgeschafft.
Ebenso sollen die Behandlung von Asylanträgen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei und der Schutz der Außengrenzen gemeinsam geregelt werden. Die Kontrollen an den Binnengrenzen wurden durch innerstaatliche und länderübergreifende Sicherheitsmaßnahmen ersetzt. Die Personenkontrolle an den Außengrenzen wurde verschärft, die polizeiliche Zusammenarbeit durch ein zentralcomputergestütztes Fahndungs- und Informationssystem (Schengener Informationssystem, SIS) erweitert und effektiver gestaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in den Prozess der europäischen Integration und Definition des Reformbegriffs als Ausgangspunkt der Arbeit.
2. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND: Erläuterung der Beweggründe für die Einigung Europas nach den Weltkriegen und die Notwendigkeit der EGKS-Gründung.
3. DIE REFORMEN SEIT GRÜNDUNG DER EGKS: Detaillierte Analyse der zentralen europäischen Verträge und der Agrarpolitik bis zur Agenda 2000.
4. AUSBLICK UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Demokratisierung und Effektivität in der zukünftigen politischen Gestalt der EU.
Schlüsselwörter
Europäische Union, EGKS, Integration, Römische Verträge, Binnenmarkt, Schengener Abkommen, Maastrichter Vertrag, Nizza, Agrarpolitik, Reformpolitik, Europa 92, Agenda 2000, Institutionenreform, Europäisches Parlament, Erweiterung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Prozess der europäischen Einigung und stellt die wichtigsten institutionellen Reformen der EU seit der Gründung der EGKS dar.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die zentralen EU-Verträge, der Binnenmarkt sowie eine ausführliche Betrachtung der EU-Agrarpolitik von 1949 bis 2002.
Was ist das primäre Ziel?
Das Ziel ist die Darstellung der wichtigsten Reformschritte, die Europa zu einer handlungsfähigen und bürgernahen Union führen sollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptiv-analytische Untersuchung, die auf Basis historischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur die Reformprozesse nachzeichnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich chronologisch mit den Meilensteinen der Integration von den Römischen Verträgen bis hin zum Gipfel von Nizza und der Agenda 2000.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Integration, Reformpolitik, Binnenmarkt, Agrarpolitik und institutionelle Weiterentwicklung der EU.
Welche Bedeutung hatte der Mansholt-Plan für die Landwirtschaft?
Der Plan zielte auf eine Verindustrialisierung und Effizienzsteigerung der Landwirtschaft ab, um die Abwanderung zu stoppen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Welches Dilemma wird im Ausblick thematisiert?
Es wird das Dilemma zwischen dem Erhalt der nationalstaatlichen Autonomie und der notwendigen Effektivität auf EU-Ebene erörtert.
Warum war das Schengener Abkommen für die EU wichtig?
Es bildete eine Vorstufe zum europäischen Binnenmarkt, indem es das Ziel eines kontrollfreien Personen- und Güterverkehrs vorantrieb.
- Quote paper
- Thomas Albrecht (Author), 2001, Die Reformen der EU seit Gründung der EGKS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10278