Diese Projektarbeit widmet sich der japanischen Arbeitskultur, ob sie ihrem Ruf gerecht wird und vor allem wie sich diese auf den Menschen auswirkt. Dabei wird zunächst die japanische Kultur beleuchtet, um ein bestmögliches Bild des Menschen und dessen Verhalten zu erhalten. Als nächstes wird die Wirtschaftlichkeit Japans aufgezeigt, um Schlüsse auf die Relevanz der Arbeit zu ziehen. Danach beschäftiget sie sich mit dem konkreten Arbeiten in Japan. Zum Schluss werden die Folgen dieser Arbeit und Arbeitsmoral ausgearbeitet. Die Eingangsfrage soll somit durch die Beleuchtung der direkten Einflüsse der Arbeit beantwortet werden. Zusätzlich werden die Aspekte der Arbeitsmoral und -kultur berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kultur und soziales Verhalten in Japan
2.1 Harmonie
2.2 Die „Elite“
2.3 Streben nach Erfolg
3. Wirtschaft Japans
3.1 Wirtschaftliche Lage
3.2 Lebenserhaltungskosten
3.4 Arbeitslosigkeit
4. Arbeiten in Japan
4.1 Teilzeitjobs
4.2 Vollzeitarbeit
4.3 Arbeitszeiten und Überstunden
4.5 Kultur trifft auf Arbeit
5. Folgen der extremen Arbeit
5.1 Psychische Belastung
5.2 Entwicklung der psychischen Belastungen
5.3 Hikikomori
5.4 Suizid
5.5 Kultureller Selbstmord in Japan
5.6 Karōshi
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die japanische Arbeitskultur und ihre Auswirkungen auf den Menschen, insbesondere im Hinblick auf psychische Belastungen, den immensen Leistungsdruck und dessen schwerwiegende soziale Folgen wie Isolation und Suizidalität.
- Analyse des Einflusses der japanischen Kultur auf die Arbeitsmoral.
- Untersuchung von Leistungsdruck, Bildungs- und Wirtschaftssystem.
- Erörterung der direkten Auswirkungen wie Stress, Burnout und Depressionen.
- Betrachtung gesellschaftlicher Phänomene wie Hikikomori und Karōshi.
Auszug aus dem Buch
5.3 Hikikomori
Eine Methode mit der psychischen Belastung „umzugehen“ ist ihr zu entfliehen. Dieses Phänomen wird in Japan so häufig ausgeführt, dass bereits ein eigener Begriff für diese Art von Meschen besteht: „Hikikomori“ (dt.: sozialer Rückzug), welcher größtenteils von jungen Menschen durchgeführt wird. „Hikikomori are teenagers who refuse contact with the outside world and are hiding within the home and abandoning any social relationship for a long time.“28 Überwiegend tritt dieses Phänomen bei jungen Männern bis 20 Jahren auf. Hikikomori schließen sich ein. Diese gehen nicht zu Schule, Arbeit, Freunden, nicht einmal zur Familie. Sie leben in ihrem Zimmer/Wohnung und verbringen die meiste Zeit in der virtuellen Welt. Reale zwischenmenschliche Kommunikation existiert nicht. All dies tun sie, um dem gesellschaftlichen Druck zu entfliehen.29 Sie sind so stark überfordert von dem Schulsystem und der Berufswelt, sodass ihr einziger Ausweg die vollkommene Isolation ist. Dies ist jedoch kein tatsächlicher Ausweg, sie entfliehen dem Problem lediglich temporär. Ein solches Verhalten deutet auf eine soziale Phobie hin, in welcher „eine exzessive oder irrationale Furcht vor sozialen oder Leistungssituationen“ herrscht.30 Selbstverständlich müsste diese psychische Krankheit bei jedem Hikikomori professionell und im Einzelfall diagnostiziert werden. Doch allein, dass diese Schnittpunkte entstehen, lässt einen weiteren Schluss auf die Auswirkung auf Menschen durch den enormen Druck ziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der japanischen Arbeitskultur ein und erläutert die Forschungsabsicht, die Auswirkungen des hohen Leistungsdrucks auf den Menschen zu beleuchten.
2. Kultur und soziales Verhalten in Japan: Dieses Kapitel erläutert kulturelle Grundlagen wie Harmoniebedürfnis und Leistungsstreben, die als Basis für das gesellschaftliche Verhalten dienen.
3. Wirtschaft Japans: Das Kapitel analysiert die wirtschaftliche Stärke Japans sowie die damit verbundenen hohen Lebenshaltungskosten und den sozialen Druck durch das Stigma der Arbeitslosigkeit.
4. Arbeiten in Japan: Hier werden die Arbeitsbedingungen, von Teilzeitarbeit bis hin zu Überstundenkultur und den Säulen der Vollzeitarbeit, detailliert dargestellt.
5. Folgen der extremen Arbeit: Dieses zentrale Kapitel behandelt die negativen Konsequenzen, darunter psychische Belastungen, Hikikomori, Suizid und das Phänomen Karōshi.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die Arbeitskultur oftmals negative gesundheitliche und soziale Auswirkungen hat.
Schlüsselwörter
Japan, Arbeitskultur, Leistungsdruck, psychische Belastung, Harmonie, Hikikomori, Suizid, Karōshi, Arbeitsmarkt, soziale Phobie, Lebenshaltungskosten, Vollzeitarbeit, Depression, Gesellschaft, Überstunden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der japanischen Arbeitskultur und dem hohen Leistungsdruck, dem die Gesellschaft, von der Schule bis zum Berufsleben, ausgesetzt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt kulturelle Normen, die wirtschaftliche Lage, Arbeitsbedingungen sowie die psychischen und sozialen Folgen, die aus einer extremen Arbeitsmoral resultieren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie die japanische Arbeitsmoral den Einzelnen beeinflusst und welche schwerwiegenden physischen und psychischen Konsequenzen daraus entstehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung statistischer Daten zu Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Japan.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse kultureller Prägungen, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, der tatsächlichen Arbeitsrealität sowie der gesundheitlichen und sozialen Folgen wie Karōshi und Isolation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Japan, Arbeitskultur, Leistungsdruck, psychische Belastung, Hikikomori und Karōshi.
Was bedeutet der Begriff Hikikomori im Kontext der Arbeit?
Es bezeichnet einen Zustand des totalen sozialen Rückzugs, bei dem sich Betroffene aufgrund des gesellschaftlichen Drucks in völlige Isolation begeben.
Was ist mit dem Begriff Karōshi gemeint?
Karōshi beschreibt den Tod durch Überarbeitung, der meist durch körperliche Kollapse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufgrund massiver Überstunden hervorgerufen wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die japanische Arbeitskultur und ihre Auswirkung auf den Menschen. Wirtschaft und Arbeitsmoral, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030063