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Marcus Tullius Cicero und die Entstehung des Herrscherkults um Julius Caesar

Titel: Marcus Tullius Cicero und die Entstehung des Herrscherkults um Julius Caesar

Seminararbeit , 2021 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Fritz Grosch (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht die von Marcus Tullius Cicero überlieferten Quellen bezüglich eines Herrscherkultes um Julius Caesar.

Die Arbeit stellt die Frage, ob durch die Quellen Ciceros ein Rückschluss darauf zu ziehen ist, ob sich, insbesondere während Caesars Lebzeiten bereits ein solcher Herrscherkult um seine Person herausbilden konnte und inwiefern Cicero persönlich dazu stand. Sie beschäftigt sich mit dem Herrscherkult um Julius Caesar, der gegen Ende seiner Herrschaft umfangreiche und über das damals bekannte Maß hinausgehende Ehren erhalten hatte. So war Caesar bereits zu Lebzeiten zum dictator perpetuus und pontifex maximus ernannt worden, zudem wurden Feste für ihn abgehalten, Statuen errichtet und schlussendlich sollte sogar der fünfte Monat Quinctilis in Iuli umbenannt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. EINLEITUNG

B. ALLGEMEINER STAND DER FORSCHUNG ZUR „VERGOTTUNG“ CAESARS

C. EINFLUSS DES HELLENISTISCHEN HERRSCHERKULTES AUF CICERO UND ZEITGENOSSEN

D. CICERO UND DER HERRSCHERKULT UM CAESAR

1. Benutzung der Bezeichnung divus Iulius

2. Zeremoniell der Caesarverehrung und Errichtung einer Kultstätte

3. Bildnis und Kultstatue

4. Ausgestaltung des Divinierungsbeschlusses und acta Caesaris

5. Äußerungen zur Abhaltung der supplicationes für Caesar

6. Bezug zu Octavian

E. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis des Marcus Tullius Cicero zum Herrscherkult um Julius Caesar. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie Cicero als Verteidiger der römischen Republik die posthume Vergöttlichung Caesars sowie deren bereits zu Lebzeiten einsetzende Verehrungsformen in seinen öffentlichen und privaten Schriften bewertete.

  • Analyse von Ciceros Haltung zum Herrscherkult unter besonderer Berücksichtigung der Unterscheidung zwischen lebenden und verstorbenen Personen.
  • Untersuchung der Differenz zwischen Ciceros öffentlicher Rhetorik und seinen privaten Briefen zur Caesarverehrung.
  • Einfluss des hellenistischen Herrscherkultes auf die römische politische Kultur und Ciceros theoretisches Fundament.
  • Rolle der acta Caesaris und der politischen Instrumentalisierung religiöser Verehrungsformen durch Zeitgenossen wie M. Antonius und Octavian.

Auszug aus dem Buch

D. Cicero und der Herrscherkult um Caesar

Zunächst ist festzustellen, dass Cicero in öffentlichen wie auch in privaten Schriften divus beziehungsweise divinus stets als Auszeichnungsattribut einer Lobpreisung für eine hohe Leistung benutzte. So komme kein großer Mann ohne die Lobpreisung des Göttlichen in ihm aus. In diesem Zusammenhang lässt sich auch deus nachweisen. Die Ansätze einer solchen Lobpreisung bei Cicero ist in dieser Arbeit schon weiter oben beschrieben worden und auch der Kultname divus Iulius für Caesar ist durch Cicero belegt. In der entscheiden den Stelle aus der zweiten philippischen Rede, die für die (öffentlichen) Beurteilungen des Caesarkultes durch Cicero entscheiden ist, wird dieser Begriff bereits verwendet. Wie weiter unten dargestellt, muss der Kultname bereits gängig gewesen sein, ansonsten wäre die an schließende Nennung der Einsetzung M. Antonius als flamen nicht verständlich, denn für diese Einsetzung muss bereits ein Kult vorhanden gewesen sein. Ohne einen solchen Kult wäre die Diskussion um die Einsetzung eines flamen ohne Sinn.

In einer weiteren Stelle berichtet Cicero in objektiver Weise über die Lobpreisungen und Verehrung Caesars durch das Volk. So beschreibt Cicero wie Caesar 49 v. Chr., nach dem Überschreiten des Rubikon, auf dem Heimweg in den Städten Italiens als Gott beziehungs weise gottgleich empfangen wurde. Den Menschen wirft Cicero vor, dass sie sich Caesar „verkaufen“ würden, beschreibt die Geschehnisse auch hier mit einem negativen Unterton.

Zusammenfassung der Kapitel

A. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das Thema des Herrscherkultes um Caesar vor und umreißt die zentrale Fragestellung zur Vergöttlichung Caesars sowie Ciceros Rolle als kritischer Beobachter.

B. ALLGEMEINER STAND DER FORSCHUNG ZUR „VERGOTTUNG“ CAESARS: Dieses Kapitel erörtert die römische Einstellung zur göttlichen Verehrung von Menschen vor und während Caesars Zeit und beleuchtet die Spannungen zwischen hellenistischen Einflüssen und traditionellen römischen Werten.

C. EINFLUSS DES HELLENISTISCHEN HERRSCHERKULTES AUF CICERO UND ZEITGENOSSEN: Hier wird der philosophische Hintergrund Ciceros analysiert, der die Möglichkeit einer Apotheose zwar theoretisch kennt, jedoch streng zwischen lebenden Menschen und verstorbenen Heroen unterscheidet.

D. CICERO UND DER HERRSCHERKULT UM CAESAR: Dieser Hauptteil untersucht detailliert Ciceros spezifische Aussagen zu den verschiedenen Formen der Caesarverehrung, wie Titulaturen, Kultstätten, sakralen Beschlüssen und den Handlungen von Antonius und Octavian.

1. Benutzung der Bezeichnung divus Iulius: Analyse von Ciceros Verwendung der Titel divus und divinus zur Charakterisierung von Caesars politischer Rolle und der damit verbundenen Notwendigkeit eines Kultes.

2. Zeremoniell der Caesarverehrung und Errichtung einer Kultstätte: Untersuchung der bei Cicero genannten sakralen Elemente wie pulvinar, simulacrum und flamen, die über das römische Normalmaß hinausgingen.

3. Bildnis und Kultstatue: Behandlung von Ciceros Kritik an den öffentlichen Prozessionen und der Aufstellung von Caesars Statuen in sakralen Zusammenhängen.

4. Ausgestaltung des Divinierungsbeschlusses und acta Caesaris: Darstellung von Ciceros ablehnender Haltung gegenüber der manipulativen Art der rechtlichen Verankerung von Caesars Beschlüssen.

5. Äußerungen zur Abhaltung der supplicationes für Caesar: Erörterung von Ciceros Empörung über die Vermischung von Totenfeiern mit offiziellen Dankfesten zu Ehren Caesars.

6. Bezug zu Octavian: Analyse von Ciceros Kritik an Octavians politischer Instrumentalisierung von Caesars Ehren im Streit mit M. Antonius.

E. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Cicero die übersteigerte Verehrung Caesars als Anmaßung bewertete, die die Trennung von göttlicher und weltlicher Sphäre verletzte.

Schlüsselwörter

Marcus Tullius Cicero, Julius Caesar, Herrscherkult, Divinisierung, Vergottung, Apotheose, Römische Republik, Acta Caesaris, divus Iulius, M. Antonius, Octavian, supplicationes, Kultstatue, Kaiserkult, Staatsphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die kritische Haltung von Marcus Tullius Cicero gegenüber der Entstehung des Herrscherkultes um Julius Caesar in der späten römischen Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die römische Apotheose-Praxis, die philosophischen Vorstellungen Ciceros zur Vergöttlichung, die Instrumentalisierung von Caesars Ehren nach seinem Tod sowie die politischen Machtkämpfe zwischen Cicero, M. Antonius und Octavian.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt danach, wie Cicero als republikanisch gesinnter Politiker die posthume Vergöttlichung Caesars und die damit verbundenen Kultformen in seinen Werken beurteilte und welche Differenzen zwischen seinen öffentlichen und privaten Äußerungen bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine philologische Quellenanalyse, indem er Ciceros öffentliche Reden (insbesondere die Philippika) sowie seine erhaltenen privaten Briefe an Atticus und Freunde systematisch auf Äußerungen zum Herrscherkult hin untersucht und mit zeitgenössischen Forschungsmeinungen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Erscheinungsformen des Kultes, darunter die Verwendung von Titeln wie divus Iulius, die sakrale Bedeutung von Kultbildnissen, die Kontroverse um die Einsetzung eines Flamen sowie die Kritik an den acta Caesaris und den supplicationes für einen Verstorbenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Marcus Tullius Cicero, Julius Caesar, Herrscherkult, Divinisierung, Acta Caesaris, Apotheose und Römische Republik.

Warum betont Cicero in seinen Schriften so stark den Unterschied zwischen lebenden und toten Personen?

Nach Cicero ist die Apotheose eines Menschen an den Dienst an der Gemeinschaft gebunden und erfolgt erst nach dem Tod. Die Vergöttlichung eines Lebenden widersprach seinem Verständnis der römischen Staatsphilosophie und der republikanischen Ordnung.

Welche Rolle spielten die "acta Caesaris" bei der Auseinandersetzung zwischen Cicero und M. Antonius?

Cicero warf Antonius vor, die acta Caesaris willkürlich auszulegen und zu verfälschen, um eigene politische Ziele zu verfolgen. Für Cicero war die Garantie der acta ein Mittel, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, während sie für Antonius ein Instrument zur Festigung der eigenen Macht darstellte.

Wie bewertete Cicero das Verhalten von Octavian in Bezug auf den Caesar-Kult?

Cicero empfand Octavians Inszenierung als Verteidiger der acta Caesaris und seine demonstrative Verehrung von Caesars Statuen als dreist und politisch gefährlich, da er fürchtete, Octavian strebe eine eigene tyrannische Herrschaft nach dem Vorbild seines Adoptivvaters an.

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Details

Titel
Marcus Tullius Cicero und die Entstehung des Herrscherkults um Julius Caesar
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Antiker Herrscherkult
Note
1,7
Autor
Fritz Grosch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1030172
ISBN (eBook)
9783346443823
ISBN (Buch)
9783346443830
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herrscherkult Rom Cicero Caesar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fritz Grosch (Autor:in), 2021, Marcus Tullius Cicero und die Entstehung des Herrscherkults um Julius Caesar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030172
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