Mit der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die COVID-19-Pandemie die häusliche Gewalt gegenüber Frauen beeinflusst.
Nach den Autoren und Autorinnen einer Studie sollen die Einschränkungen in Folge der COVID-19-Pandemie und die damit verbundene „räumliche Enge“ Einfluss auf die häusliche Gewalt haben. Der „Weiße Ring“, eine Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität in Deutschland, gab 2020 eine Pressemitteilung heraus, in der sowohl durch die „finanziellen Sorgen“ als auch durch die „Zukunftsunsicherheit“ der Anstieg von häuslicher Gewalt vermutet wird.
Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist der Bestand an Kurzarbeitern zu entnehmen. Demnach befanden sich im April 2020 6.006.765 Personen in Kurzarbeit. Das bedeutet, dass aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 die Anzeigen zur Kurzarbeit abrupt gestiegen sind. Durch den Vergleich der Statistik lässt sich diese Annahme belegen, denn im Februar wurden ausschließlich 41.240 Anzeigen getätigt, die Zahl im März betrug anschließend 2.638.662 Anträge
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Inwiefern beeinflusst die COVID-19-Pandemie die häusliche Gewalt gegenüber Frauen?
Begriffsbestimmungen
1.1 Definition Aggression und Gewalt
2 Begünstigende Faktoren der Aggression
2.1 Genetisch bedingte Aggression
2.2 Psychisch bedingte Aggression
3 Statistiken zur häuslichen Gewalt
3.1 Kriminalistische Auswertung
3.2 Studien zur häuslichen Gewalt während COVID-19
3.2.1 Durchgeführte Studie von respondi
3.2.2. Durchgeführte Studie durch Medizinische Hochschule Hannover
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Auftreten häuslicher Gewalt gegenüber Frauen in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die durch die Pandemie verursachten psychosozialen Belastungen, wie räumliche Enge und finanzielle Sorgen, das Gewaltpotenzial in Partnerschaften verstärken.
- Sozialpsychologische Grundlagen von Aggression und Gewalt
- Statistische Analyse der Gewaltentwicklung in Partnerschaften
- Einfluss von Pandemie-begleitenden Faktoren (Kurzarbeit, Heimquarantäne)
- Empirische Erkenntnisse zu Gewalt während der Ausgangsbeschränkungen
- Identifikation von Risikofaktoren und Defiziten in der Hilfsstruktur
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Durchgeführte Studie von respondi
Das Umfrageinstitut respondi führte eine Online-Befragung durch, um die Häufigkeit von Gewalt an Kinder und Frauen festzustellen. Es wurden 3.800 Frauen in Deutschland im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung Deutschlands. Die Online-Befragung wurde im Zeitraum zwischen dem 22. April und 8. Mai 2020 durchgeführt. Sie bildet dementsprechend „den Zeitraum vor der deutschlandweiten Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ab.“ (Steinert & Ebert, 2020). Es wurde unter anderem die sexuelle Gewalt gemessen. Dennoch ist anzunehmen, dass bei einer direkten Befragung eine Dunkelziffer besteht, welche hinsichtlich des Schams und der Stigmatisierung nicht festgestellt werden kann. Um die Dunkelziffer-Problematik zu vermeiden, wurde die häusliche Gewalt anhand einer indirekten Messmethodik, in diesem Fall einem Listenexperiment erfasst. Bei dem besagten Listenexperiment wurden die Fragen zu der erlebten Gewalt indirekt gestellt. Die Studienteilnehmerinnen erhielten eine Auflistung verschiedener Aussagen. Die Teilnehmerinnen müssen demnach angeben, wie viele der Aussagen auf sie zutreffen. Per Zufallsprinzip wurden die Frauen in zwei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe erhielt vier neutrale Aussagen und zusätzlich eine sensible Aussage wie zum Beispiel: „Ich wurde innerhalb des letzten Monats von meinem (Ehe-)Partner zum Geschlechtsverkehr genötigt.“ Die zweite Gruppe erhielt die identischen vier neutralen Aussagen, jedoch keine sensible Aussage. Um die tatsächliche Häufigkeit von häuslicher Gewalt zu erfassen, wurde „die Differenz zwischen den durchschnittlichen Anzahlen zutreffender Antworten […]“ (Steinert & Ebert, 2020) errechnet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik häuslicher Gewalt während der COVID-19-Pandemie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Pandemie auf Gewalt gegen Frauen.
Begriffsbestimmungen: Hier werden die zentralen Begriffe Aggression und Gewalt auf Basis sozialpsychologischer Literatur definiert, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
Begünstigende Faktoren der Aggression: Dieser Abschnitt erläutert sowohl biologische als auch psychologische Ansätze, die aggressives Verhalten erklären und begünstigen können.
Statistiken zur häuslichen Gewalt: Das Kapitel liefert eine Datenbasis zu den Opferzahlen häuslicher Gewalt, unterteilt in kriminalistische Auswertungen und spezifische Studien zur Pandemiezeit.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Pandemie als Stressfaktor das Risiko häuslicher Gewalt erhöht, und betont die Notwendigkeit besserer Hilfsangebote für Betroffene.
Schlüsselwörter
Häusliche Gewalt, COVID-19-Pandemie, Partnerschaftsgewalt, Aggression, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Opferzahlen, psychische Belastung, Heimquarantäne, soziale Isolation, Hilfsangebote, Kriminalstatistik, Frauen, psychische Gewalt, Gewaltpotenzial, Lockdown.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der COVID-19-Pandemie und dem Anstieg häuslicher Gewalt gegenüber Frauen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit beleuchtet die Definition von Aggression, begünstigende Faktoren, aktuelle Kriminalstatistiken sowie spezifische Studien, die während der Pandemie durchgeführt wurden.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit sucht nach einer Antwort auf die Frage, inwiefern die COVID-19-Pandemie und ihre Begleiterscheinungen die häusliche Gewalt gegenüber Frauen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf wissenschaftlichen Theorien zur Aggression sowie auf statistischen Daten und empirischen Studienergebnissen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine quantitative Auswertung der Kriminalstatistik und die Analyse von Umfragedaten zur Gewaltprävalenz während des Lockdowns.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Häusliche Gewalt, Pandemie, Partnerschaftsgewalt, soziale Isolation, Aggressionsmodelle und Hilfssysteme sind zentrale Begriffe dieser Arbeit.
Welche Rolle spielt die finanzielle Situation für das Gewaltpotenzial laut der Studie?
Die Arbeit führt aus, dass Zukunftsunsicherheit und finanzielle Sorgen durch Arbeitsplatzverlust oder Kurzarbeit das Risiko für verbale und physische Gewalt innerhalb von Familien erhöhen.
Warum ist laut der Autorin die Aufklärung über Hilfsangebote so wichtig?
Viele betroffene Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können, oder schämen sich. Deshalb sind niedrigschwellige Ansätze, wie das Codewort „Mask19“ in Apotheken, essenziell.
- Citation du texte
- Lisa Schulz (Auteur), 2021, Häusliche Gewalt gegenüber Frauen während der COVID-19-Pandemie. Ein Überblick über aktuelle Statistiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030343