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Soziale Arbeit in der Prostitution. Problemlagen und Umgang

Titel: Soziale Arbeit in der Prostitution. Problemlagen und Umgang

Hausarbeit , 2021 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Malin Gnoth (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Trotz fortschreitender Professionalisierung und Aneignung von Handlungsfeldern kann die Soziale Arbeit ihrem Anspruch nach Unterstützung marginalisierter Gruppen im Bereich der Prostitution nicht gerecht werden. Zu gering ist die bisherige Datenlage, und sowohl im Fachdiskurs, als auch in der Forschung findet Prostitution als Feld potenzieller HilfeempfängerInnen kaum Beachtung.

Dabei kann hier angesichts der unterschiedlich auftretenden Problemfelder von einem hohen Bedarf ausgegangen werden,, den zu decken Soziale Arbeit imstande sein muss. Prostitution unterliegt einer gesellschaftlichen Tabuisierung, die ihre AkteurInnen als von hegemonialen Normalitätsvorstellungen abweichend konzipiert und somit in einen Randbereich verdrängt. Ihre Lebenswelt ist häufig geprägt von moralischen Bewertungen, Stigmatisierung und sozialer Diskriminierung woraus unweigerlich eine Benachteiligung erwächst.

Soziale Arbeit soll hier an der „Schnittstelle zwischen Marginalisierung und Inklusion“ agieren und das Interesse der Klientel im öffentlichen Diskurs vertreten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Zwischen Freiwilligkeit und Zwang

3. Rechtliche Rahmungen

4. Problemlagen

4.1 Hürden bei Ausstieg

4.2 Heterogenität im Klientenfeld

4.3 Gesamtgesellschaftliche Problemlagen

5. Professioneller Umgang

5.1 Berufliche Haltungen

5.2 Grundsätze der Beratung

5.2.1 Kompetenzen

5.2.2 Angebote der Beratung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der Prostitution. Das Hauptziel besteht darin, Prostitution als relevantes Handlungsfeld für die Soziale Arbeit zu etablieren, indem die heterogenen Lebens- und Bedürfnislagen der AkteurInnen analysiert und die Notwendigkeit professioneller Unterstützung unter Berücksichtigung rechtlicher und struktureller Rahmenbedingungen verdeutlicht wird.

  • Konstruktion von Prostitution als soziales Problem
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen
  • Untersuchung multifunktionaler Problemlagen bei SexarbeiterInnen
  • Professionelle Haltungen und Beratungsansätze in der Sozialen Arbeit
  • Herausforderungen beim Ausstieg aus der Prostitution

Auszug aus dem Buch

2.1 Zwischen Freiwilligkeit und Zwang

Vor dem Hintergrund der vorfindbaren Risiken für Prostituierte wird das Spannungsfeld zwischen selbstbestimmtem Handeln und auferlegtem Zwang sichtbar. Nicht zuletzt durch überwiegend viktimisierende, einseitige mediale Repräsentation bleibt undifferenziert, ob und inwiefern Freiwilligkeit der Betroffenen eine Rolle spielt (vgl. Kähler 2015, S.195). Deshalb erscheint es an dieser Stelle unerlässlich, den Diskurs über die Frage, ob Prostitution per se „Zwangs- und Ausbeutungsverhältnisse“ (Tünte/Apitzsch/Shire 2017, S.845) zugrunde liegen, kurz zu beleuchten.

Katharina Kähler zufolge deutet sich trotz etablierter Gesetzesnormen zwangsläufig eine „Grauzone verschiedener Lebenswelten“ (Kähler 2015, S.196) an, innerhalb derer die Balance zwischen Freiwilligkeit und Unfreiwilligkeit ständigen Schwankungen unterliegt (vgl. ebd.). Faktisch bewegen sich die meisten in der Prostitution Tätigen in einer „schwierigen sozialen Interaktion“ (Wege 2016, S.91), bei der der eigene Körper als Tauschgut eingesetzt wird. Dabei kann klar zu bedenken gegeben werden, dass dem menschlichen Körper ein intrinsischer Wert beizumessen ist (vgl. ebd.) und er zudem eng mit der Persönlichkeit eines Individuums zusammenhängt (vgl. ebd.). Indem ein/e Prostituierte/r Körperlichkeit als Gut in einem Tauschgeschäft geltend macht, vollzieht sich eine Unterordnung unter die Bedürfnisse Anderer (vgl. ebd.). Formen von Gewalt, Traumatisierungen und eine Manifestation von Geschlechterungleichheiten durch sexuelle Ausbeutung können die Folge sein (vgl. Tünte/Apitzsch/Shire 2017, S.849).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit einer stärkeren Auseinandersetzung der Sozialen Arbeit mit dem Feld der Prostitution und formuliert die zentrale These der Heterogenität der Zielgruppe.

2. Begriffsbestimmung: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Sexarbeit, Prostitution und Zwangsprostitution unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen ökonomischen und sozialen Dimensionen.

2.1 Zwischen Freiwilligkeit und Zwang: Dieser Abschnitt beleuchtet das Spannungsfeld zwischen selbstbestimmtem Handeln und externem Zwang im Prostitutionsmilieu.

3. Rechtliche Rahmungen: Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Entwicklungen in Deutschland, insbesondere das Prostitutionsgesetz und das Prostitutionsschutzgesetz, sowie deren widersprüchliche Auswirkungen auf die Zielgruppe.

4. Problemlagen: Hier werden die multifunktionalen Belastungen der Prostituierten, wie gesundheitliche Risiken, Armut und soziale Stigmatisierung, detailliert dargelegt.

4.1 Hürden bei Ausstieg: Dieses Kapitel identifiziert die strukturellen und persönlichen Barrieren, die einen Ausstieg aus der Prostitution erschweren.

4.2 Heterogenität im Klientenfeld: Es wird verdeutlicht, dass die Vielfalt an Motivlagen und Lebensbiographien einen differenzierten Ansatz in der Sozialen Arbeit erfordert.

4.3 Gesamtgesellschaftliche Problemlagen: Hier wird die Rolle der gesellschaftlichen Tabuisierung und der fehlenden gesellschaftspolitischen Anerkennung des Themas als soziales Problem thematisiert.

5. Professioneller Umgang: Das Kapitel beschreibt, wie Soziale Arbeit auf systemische Veränderungen reagiert und ihr Handeln an professionellen sowie ethischen Standards ausrichtet.

5.1 Berufliche Haltungen: Es werden verschiedene Typisierungen beruflicher Haltungen gegenüber der Prostitution innerhalb der Sozialen Arbeit gegenübergestellt.

5.2 Grundsätze der Beratung: Dieser Abschnitt erläutert die methodischen Prinzipien wie Subjektorientierung und Empowerment in der Beratung von Prostituierten.

5.2.1 Kompetenzen: Hier werden die Anforderungen an das professionelle Personal, insbesondere in Bezug auf Empathie und Flexibilität, definiert.

5.2.2 Angebote der Beratung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die praktischen Interventionsformen wie Case-Management und Krisenintervention.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Prostituierte als AdressatInnen der Sozialen Arbeit konsequent wahrzunehmen und politische Rahmenbedingungen zu verbessern.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Prostitution, Sexarbeit, Empowerment, Zwangsprostitution, Prostitutionsschutzgesetz, Soziale Ausgrenzung, Beratung, Klientenfeld, Lebensweltorientierung, Hilfsangebote, Menschenrechte, Stigmatisierung, Heterogenität, Ausstieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der Prostitution und untersucht, wie betroffene Personen in ihrer komplexen Lebenssituation unterstützt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen, die multifunktionalen Problemlagen der SexarbeiterInnen, die verschiedenen Beratungsansätze und die berufsethischen Haltungen innerhalb der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das Feld der Prostitution für die Soziale Arbeit zu erschließen und die Notwendigkeit für professionelle, bedürfnisorientierte Interventionsstrategien aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachdiskursen und Forschungsergebnissen zu Prostitution und Sozialer Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Begriffsbestimmungen, die rechtliche Situation in Deutschland, spezifische Problemlagen der Klientel, Hürden beim Ausstieg sowie methodische Ansätze und Haltungen professioneller SozialarbeiterInnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Soziale Arbeit, Prostitution, Empowerment, Menschenrechte, Stigmatisierung und Lebensweltorientierung.

Welcher Widerspruch wird im Hinblick auf das Prostitutionsschutzgesetz hervorgehoben?

Die Arbeit thematisiert den klaren Widerspruch zwischen der offiziellen Absicht der Stärkung des Selbstbestimmungsrechts und der tatsächlichen staatlichen Kontrolle über den Gesundheitszustand der Prostituierten.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Sozialen Arbeit beim Ausstieg?

Die Autorin betont, dass Soziale Arbeit eine essenzielle Rolle bei der Mobilisierung von Ressourcen und dem Aufbau von Vertrauen spielt, um die Handlungsfähigkeit der Betroffenen zu stärken, merkt jedoch an, dass strukturelle Hürden diesen Prozess erschweren.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Arbeit in der Prostitution. Problemlagen und Umgang
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Erziehungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Malin Gnoth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1030469
ISBN (eBook)
9783346434739
ISBN (Buch)
9783346434746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit Prostitution
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malin Gnoth (Autor:in), 2021, Soziale Arbeit in der Prostitution. Problemlagen und Umgang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030469
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Leseprobe aus  16  Seiten
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