Geschlecht als gesellschaftliches Unterscheidungsmerkmal wird von West und Zimmermann bereits begrifflich durch den Titel ihres Werkes "Doing Gender" als gesellschaftliche Inszenierung entlarvt und damit aus seiner starren biologisch definierten Dualität gehoben.
Welche Leerstellen dieses Konzept in der Geschlechterforschung zu füllen vermag und ob es möglich ist, Gender nicht zu "tun", wird im Folgenden erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Konzept des Doing Gender nach C. West und D. H. Zimmermann
2. Kategorisierung: sex, sex category und gender
3. Performative Identitätsbildung und Rechenschaftspflicht
4. Sozialisierung und die Rolle der Kindheit
5. Geschlecht als Ordnungssystem und Machtstruktur
6. Reflexion der Forschungsansätze und Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Doing Gender" nach West und Zimmermann, um zu klären, wie Geschlecht als gesellschaftliche Inszenierung durch Interaktion erzeugt wird und ob eine Loslösung von diesen binären Kategorisierungen möglich ist.
- Analyse der Kategorien sex, sex category und gender
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Interaktion und Geschlechtskonstruktion
- Bedeutung von Sozialisierung und kindlicher Identitätsentwicklung
- Reflexion über Machtverhältnisse und soziale Kontrolle durch Geschlechterrollen
Auszug aus dem Buch
Das Konzept des Doing Gender nach C. West und D. H. Zimmermann:
Geschlecht als gesellschaftliches Unterscheidungsmerkmal wird von West und Zimmermann bereits begrifflich durch den Titel ihres Werkes Doing Gender als gesellschaftliche Inszenierung entlarvt und damit aus seiner starren biologisch definierten Dualität gehoben. Welche Leerstellen dieses Konzept in der Geschlechterforschung zu füllen vermag und ob es möglich ist Gender nicht zu tun, wird im Folgenden erläutert werden.
Als Einstieg in den ethnomethodologischen Ansatz dient sicherlich eine begriffliche Unterscheidung, die von den beiden vorgenommen wird und als Ausgangsbasis ihres Konzeptes dient: Zum einen wird die Kategorie sex mit ihrer ursprünglichen Bedeutung unbestreitbarer biologischer Merkmale als Geburtsklassifikation herangezogen. Diese erste Kategorie bildet den Grundbaustein für die noch folgenden Kategorien und erklärt die Vorstellung von einem vorherrschenden und vermeintlich natürlichen Dualismus, der ausgehend von den biologischen Kriterien lediglich Mann und Frau zulässt. Alle weiteren geschlechtlichen Varianten wurden und werden von ihnen als Prototypen abgeleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Konzept des Doing Gender nach C. West und D. H. Zimmermann: Einleitung in die ethnomethodologische Perspektive, die Geschlecht nicht als biologische Gegebenheit, sondern als soziale Inszenierung betrachtet.
2. Kategorisierung: sex, sex category und gender: Detaillierte Differenzierung der drei Grundkategorien, die das Fundament für die soziale Konstruktion von Geschlecht bilden.
3. Performative Identitätsbildung und Rechenschaftspflicht: Erläuterung, wie Individuen durch ihr Verhalten ständig gegenüber anderen Rechenschaft über ihr Geschlecht ablegen und gesellschaftliche Standards reproduzieren.
4. Sozialisierung und die Rolle der Kindheit: Untersuchung des Lernprozesses von Kindern, die durch Erziehung in die binäre Geschlechterordnung eingeführt werden.
5. Geschlecht als Ordnungssystem und Machtstruktur: Analyse, wie Geschlechterrollen dazu dienen, Machtverhältnisse und Arbeitsteilungen in gesellschaftlichen Räumen zu legitimieren.
6. Reflexion der Forschungsansätze und Zusammenfassung: Kritische Würdigung des Konzepts, Einordnung in relationale Theorien und Zusammenführung der Ergebnisse zur Relevanz von Doing Gender.
Schlüsselwörter
Doing Gender, Geschlechterforschung, Ethnomethodologie, sex, gender, sex category, soziale Konstruktion, Performativität, Geschlechtsidentität, Sozialisierung, Machtstruktur, binäre Ordnung, Interaktion, Identitätsbildung, soziale Kontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung des "Doing Gender"-Konzepts von West und Zimmermann und hinterfragt, wie Geschlecht als soziale Aktivität in der täglichen Interaktion hergestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die soziale Konstruktion von Geschlecht, die performative Natur von Identität, die Rolle der Kindheit bei der Sozialisierung sowie die Verbindung von Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Unterscheidung von sex, sex category und gender eine lebenslange, routinierte Wiederholung von Geschlechtszuschreibungen stattfindet, die als ordnungstiftendes Prinzip dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein ethnomethodologischer Ansatz gewählt, der die Bedeutung von interaktionellen Prozessen und die gesellschaftliche Validierung von Kategorien in den Vordergrund stellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des "Doing Gender" analysiert, die Dynamik der Identitätsbildung erläutert und die Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung binärer Geschlechterrollen kritisch reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doing Gender, soziale Konstruktion, Performativität, Interaktion und Geschlechterrollen charakterisiert.
Wie unterscheiden sich sex und gender in diesem Kontext?
Sex bezieht sich auf biologische Merkmale als Geburtsklassifikation, während gender als ein dynamischer, performativer Prozess sozialer Aktivitäten verstanden wird.
Warum ist das Konzept des Doing Gender laut Autor ein Ordnungsprinzip?
Es dient als Komplexität verringerndes Prinzip, da es das gesellschaftliche Zusammenleben durch die Zuordnung zu maskulinen oder weiblichen Kategorien strukturiert und stabilisiert.
- Arbeit zitieren
- Malin Gnoth (Autor:in), 2019, Das Konzept des "Doing Gender" nach C. West und D. H. Zimmermann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030475