Geschlecht als gesellschaftliches Unterscheidungsmerkmal wird von West und Zimmermann bereits begrifflich durch den Titel ihres Werkes "Doing Gender" als gesellschaftliche Inszenierung entlarvt und damit aus seiner starren biologisch definierten Dualität gehoben.
Welche Leerstellen dieses Konzept in der Geschlechterforschung zu füllen vermag und ob es möglich ist, Gender nicht zu "tun", wird im Folgenden erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Das Konzept des Doing Gender nach C. West und D. H. Zimmermann
- Sex, Sex Category und Gender
- Doing Gender und die Konstruktion von Geschlecht
- Doing Gender in der Kindheit
- Geschlecht und soziale Strukturen
- Kritik und Leerstellen
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay befasst sich mit dem Konzept des Doing Gender von C. West und D. H. Zimmermann und untersucht die Bedeutung dieses Ansatzes für die Geschlechterforschung. Dabei werden die zentralen Elemente des Konzeptes erläutert, wie die Unterscheidung zwischen Sex, Sex Category und Gender, sowie die performative Natur des Geschlechts als soziales Konstrukt.
- Die Performativität von Geschlecht als soziales Konstrukt
- Die Rolle von Interaktion und Sozialisation bei der Konstruktion von Geschlecht
- Der Einfluss des Doing Gender auf die Geschlechterordnung und soziale Strukturen
- Die Kritik am Konzept des Doing Gender und mögliche Leerstellen
- Die Bedeutung des Doing Gender für das Verständnis von Transsexualität
Zusammenfassung der Kapitel
- Das Konzept des Doing Gender nach C. West und D. H. Zimmermann: Dieser Abschnitt führt das Konzept des Doing Gender ein und erläutert die Unterscheidung zwischen den Kategorien Sex, Sex Category und Gender. Die Autoren argumentieren, dass Geschlecht kein biologisches Merkmal, sondern ein soziales Konstrukt ist, das durch Interaktion und performative Handlungen geschaffen wird.
- Doing Gender und die Konstruktion von Geschlecht: Dieser Abschnitt vertieft die Diskussion über die Konstruktion von Geschlecht und zeigt auf, wie Individuen durch Interaktion ihre Geschlechtlichkeit mitgestalten und gleichzeitig durch gesellschaftliche Normen und Erwartungen beeinflusst werden.
- Doing Gender in der Kindheit: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle von Sozialisation und Erziehung bei der Entwicklung von Geschlechtsidentitäten im Kindesalter. Es wird argumentiert, dass Kinder die binäre Ordnung von Mann und Frau internalisieren und damit die Reproduktion des Essentialismus von Geschlecht beitragen.
- Geschlecht und soziale Strukturen: Dieser Abschnitt untersucht, wie Geschlechterunterschiede in gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse eingebunden sind. Beispiele wie die Hausfrau im Haushalt verdeutlichen, wie traditionelle Rollenbilder die Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit reproduzieren.
- Kritik und Leerstellen: Dieser Abschnitt präsentiert Kritikpunkte am Konzept des Doing Gender und beleuchtet mögliche Leerstellen. Insbesondere wird diskutiert, ob und wie es möglich wäre, Geschlecht nicht zu tun.
Schlüsselwörter
Das Konzept des Doing Gender, Geschlechterforschung, Sex, Sex Category, Gender, Performativität, Interaktion, Sozialisation, Geschlechtliche Identität, Soziale Strukturen, Machtverhältnisse, Essentialismus, Kritik, Leerstellen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff „Doing Gender“?
„Doing Gender“ beschreibt Geschlecht nicht als biologische Eigenschaft, sondern als eine soziale Inszenierung, die permanent in Interaktionen hergestellt und reproduziert wird.
Was ist der Unterschied zwischen Sex, Sex Category und Gender?
Sex bezieht sich auf biologische Merkmale. Sex Category ist die soziale Zuordnung zu einem Geschlecht im Alltag (oft basierend auf äußeren Merkmalen). Gender ist das soziale Handeln und die Bestätigung dieser Zuordnung in Interaktionen.
Wie wird Geschlecht in der Kindheit konstruiert?
Kinder internalisieren durch Sozialisation und Erziehung die binäre Ordnung von Mann und Frau. Sie lernen, sich entsprechend gesellschaftlicher Erwartungen „geschlechtstypisch“ zu verhalten.
Welchen Einfluss hat Doing Gender auf soziale Strukturen?
Durch das „Tun“ von Geschlecht werden traditionelle Rollenbilder und Machtverhältnisse (z. B. die Aufteilung von Hausarbeit) legitimiert und aufrechterhalten.
Ist es möglich, Gender nicht zu „tun“?
Das Konzept legt nahe, dass man sich der geschlechtlichen Zuordnung kaum entziehen kann, da Interaktionspartner Handlungen fast immer im Kontext von Männlichkeit oder Weiblichkeit interpretieren.
Welche Rolle spielt das Konzept für das Verständnis von Transsexualität?
Es verdeutlicht, dass die Identität nicht allein von biologischen Merkmalen abhängt, sondern von der sozialen Anerkennung und der erfolgreichen performativen Darstellung des gewählten Geschlechts.
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- Malin Gnoth (Autor), 2019, Das Konzept des "Doing Gender" nach C. West und D. H. Zimmermann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030475