Regeln und Arbeitsabläufe im Management mittels Taylorismus

Analyse des Textes "Managementlehre und Taylorismus" von Alfred Kieser aus dem Jahr 2006


Exzerpt, 2016

5 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Leibniz Universität Hannover

Institut für Soziologie

Wintersemester 2016/17

Wahlpflichtbereich A / Themenmodul: Arbeit, Organisation und Sozialstaat II (AOS2)

Seminar: Theoriewerkstatt: Regeln in Organisationen

Autor: Sergio Merz

Datum:01.11.2016

Exzerpt

Basistext: Kieser (2006): Taylorismus, S. 104-120.

1) Auf welches Problem oder auf welche Frage gibt der vorliegende Text eine Antwort?

Der vorliegende Text „Managementlehre und Taylorismus“ gibt eine Antwort zu folgender Problem: Wie man eine Rationalisierung im Management, besonders im Bereich der Arbeitsorganisation vorantreibt? Anhand des wissenschaftlichen Experiments hat Taylor eine passende Methode gefunden um Arbeitsabläufe zu optimieren. „Taylor ersetzte, und darin liegt seine innovatorische Leistung, universelle Organisationsprinzipien zum Teil durch die Vorgabe einer Methode. Die Lösungsmethode mit der Taylor einfache Organisationsprinzipien zum Teil ersetzte, war das Experiment. Am Problem der Auswahl des optimalen Werkzeugs lässt sich der Einsatz des wissenschaftlichen Experiments anschaulich darstellen“ (Kieser 2006: 104). Es wird im empirischen Experiment eine passende Variable (Entlohnungssystem, Werkzeug) gesucht und Anhand dieser Variable wird es anschließend getestet. „Ist das optimale Werkzeug und dann der optimale Bewegungsablauf bestimmt, wird mit dem Lohn experimentiert. Um einen Parameter zu optimieren, müssen jeweils die anderen konstant gehalten werden“ (Kieser 2006: 106).

2) Fassen Sie klar und strukturiert zusammen, was die Kernaussage des Textes ist. Welche Kernthesen lassen sich bestimmen?

- Die Kernaussagen des Textes beziehen sich auf Taylorismus: „Taylor, der Begründer des Scientific Management, brachte das „wissenschaftliche Experiment“ , (... in die Managementlehre ein und verhalf ihr damit zu einer dramatischen Steigerung ihrer Lösungsmächtigkeit. Weber hat den Prozess der Rationalisierung beschrieben, den Taylor im Bereich der Arbeitsorganisation vorangetrieben hat“ (Kieser 2006: 104).
- „Die Voraussetzungen für eine Rezeption des Taylorismus waren nach der Jahrhundertwende in allen Industrienationen günstig. Der technische Fortschritt bei den Maschinen hatte den potentiellen Ausstoß an Zwischenprodukten in den einzelnen Fertigungsabschnitten dramatisch erhöht und ließ das Fehlen einer effizienten Arbeitsorganisation schmerzlich hervortreten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einwandernden Arbeitskräfte vorwiegend aus Osteuropa kamen und nur eine geringe Qualifikation mitbrachten. Die Organisation der menschlichen Arbeit wurde zum Engpaßfaktor der Produktivitätssteigerung“ (Kieser 2006: 112).
- „Einige der Aufgaben, die bisher die Meister zu verrichten hatten, sollten ins Arbeitsbüro verlagert werden“ (Kieser 2006: 109). Die Betriebsleitung muss mehr Verantwortung für die Organisation des Arbeitsprozesses übernehmen, dem trägt sie Rechnung indem sie Arbeitsbüros einrichtet und mit spezialisierten Funktionsmeistern versieht. Die Arbeitsbüros sind verantwortlich für die sorgfältige Auswahl, Anleitung und Schulung der Arbeiter.

Die Grundsätze des Taylorismus:

Trennung von Körperlicher und Kognitiver Arbeit.

Entwicklung einer Wissenschaft (Zeit- und Bewegungsstudien): Die Zeit und Bewegungsstudie, ermöglichen eine empirische Analyse des Arbeitsablaufs in einer Organisation. „Zeitstudien wurden nicht nur auf qualifizierte Arbeiter wie das Maschinendreher angewendet, sondern auch auf sehr einfache“ (Kieser 2006: 108).

Outsourcing von Aufgaben: Die Aufgabe des Managements – „ist es die große Masse des traditionellen Wissens, welches in der Vergangenheit in den Köpfen der Arbeiter, in ihrer Geschicklichkeit und Fertigkeit lag und welches sie sich durch jahrelange Erfahrung erworben haben, systematisch zu sammeln“ (Kieser 2006: 107).

„Jegliche Leitungs- und Überlegungsarbeit und das dazu gehörige Schreibwerk soll in einem der Werkstatt direkt anzugliedernden Arbeitsbüro vereinigt werden“ (Kieser 2006: 109).

Die Versöhnung zwischen Arbeitern und Management. Zielsetzung des Taylors war: „die Aufhebung der Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Unternehmer mussten nur die Herrschaft über den Produktionsprozess in die Hände der rationalen und am öffentlichem Wohl orientierten scientific managers, der Ingenieure, legen, die unbestechlich auf der Basis ihres Wissens die optimale Lösung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – für die ganze Gesellschaft – berechnen würden“ (Kieser 2006: 112).

Weiterentwicklung des Taylorismus: „Scientific Management wurde universitätsfähig. Aus ihm sollten sich die moderne Arbeitswissenschaft, das moderne Fertigungsingenieurwesen und Operation Research entwickeln“ (Kieser 2006: 114). Deren Weiterentwicklung gebilligte die Entstehung von neuen Systemen und Optimierungsmethoden in der Produktion: Lean Produktion, Null-Fehler-Prinzip, Kanban-Prinzip (Just-in-Time-Prinzip), Gruppenarbeit (strukturkonservative Gruppenarbeit).

Verhalten der Organisationsmitglieder nach Taylor (Merkle 1980: 291f.):

1. Der Mensch ist von Natur aus faul und nur auf sein Vergnügen bedacht.
2. Glück erreicht der Mensch nur durch Konsum.
3. Deshalb ist es zur Arbeit nur durch finanzielle Anreize zu motivieren.

Zur Organisation:

„Die Effizienz von Organisationen wird erhöht durch weites gehende Arbeitsteilung, Ersatz von Erfahrungswissen durch Scientific Management-Wissen, Ersatz der persönlichen Steuerung und Kontrolle durch unpersönliche Steuerung in Form von Arbeitsrichtlinien und Plänen“ (Merkle 1980: 288).

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Regeln und Arbeitsabläufe im Management mittels Taylorismus
Untertitel
Analyse des Textes "Managementlehre und Taylorismus" von Alfred Kieser aus dem Jahr 2006
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Theoriewerkstatt: Regeln in Organisationen
Note
2.0
Autor
Jahr
2016
Seiten
5
Katalognummer
V1030723
ISBN (eBook)
9783346476531
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Taylorismus, Managementlehre
Arbeit zitieren
Sergio Merz (Autor:in), 2016, Regeln und Arbeitsabläufe im Management mittels Taylorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030723

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