Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Kauf bestimmter Produkte für biologisch produzierte. Dabei ist dieser Trend nicht nur national in Deutschland zu beobachten. Der Konsum von Bio-Produkten steigt weltweit. Zahlreiche Studien haben sich bereits damit beschäftigt, was diesen Trend auslöst. Übereinstimmend kamen sie zum Schluss, dass die Kaufentscheidung durch persönliche Motive ausgelöst wird. Ein besonderes Augenmerk in dieser Studie wird dabei auf die Determinanten für eine Kaufentscheidung gelegt. Reicht es also aus, dass Produkte eines der vielen Bio-Siegel tragen oder gibt es weitere Gründe? Der Fragebogen dieser Untersuchung besteht aus einem Reaktionstest zur Messung der impliziten Meinung sowie einer Testbatterie. In dieser werden diverse soziodemografische Daten sowie die Kaufhäufigkeit von biologisch und konventionell hergestellten Produkten abgefragt. Zudem werden Zusatzinformationen, die beim Kauf von Produkten als wichtig erscheinen erhoben. An der Studie nahmen insgesamt 115 Personen teil. Davon waren 47 % Frauen, 51 % Männer und 2 % Divers. Durchschnittlich waren die Befragten 30 – 34 Jahre alt. Nach der Auswertung der Daten konnten Korrelationen zwischen der Kaufhäufigkeit von Bio-Produkten dem Umweltbewusstsein der Konsumenten gefunden werden. Ein wichtiger Moderator dieser Ausprägung ist die Regionalität der Produkte. Das spricht dafür, dass das Merkmal Umweltbewusstsein als wichtige Determinante zur Kaufentscheidung betrachtet werden kann. Die implizite Meinung der Konsumenten trägt nicht signifikant zur Kaufentscheidung bei. Ebenfalls wurde eine Korrelation zwischen dem Preis und der Kaufhäufigkeit hergestellt. Hierbei wurde aber festgestellt, dass der Preis mit zunehmender Kaufhäufigkeit immer unbedeutender wird. Für eine weitere Untersuchung empfiehlt sich die zusätzliche Erhebung von Daten zum Gesundheitsverhalten der Probanden sowie der allgemeinen Frage nach Bekanntheitsgrad und Vertrauen in Bio-Siegel.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theorie
1. Was versteht man unter „Bio-Produkten“
1.1 Auf die inneren Werte kommt es an
1.2 Bio-Siegel
2. Warum kaufen Menschen Bio-Produkte?
2.1 Umweltbewusstsein
2.2 Implizite Meinung
2.3 Preis der Produkte
Methodik
1. Untersuchungsdesign
2. Datenerhebung
3. Stichprobe
3.1 Alter
3.2 Geschlecht
3.3 Erwerbstätigkeit
3.4 Einkommen
Ergebnisse
1. Deskriptive Statistik
2. Hypothesenprüfung
H1: Mit steigendem Umweltbewusstsein der Konsumenten steigt auch die Kaufbereitschaft für biologisch produzierte Produkte.
H2: Das Merkmal Herkunft ist ein wichtiger Moderator für das Umweltbewusstsein der Konsumenten
H3: Die implizite Meinung über Bio-Produkte hat keinen Einfluss auf das Kaufverhalten solcher Produkte.
H4: Der Preis der Produkte stellt eine Barriere zum Kauf biologischer Produkte dar.
3. Zusammenfassung
Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und ökonomischen Determinanten, die das Kaufverhalten von Konsumenten bei biologisch produzierten Lebensmitteln beeinflussen, um zu klären, ob die Kennzeichnung mit Bio-Siegeln für eine Kaufentscheidung ausreicht.
- Analyse des Einflusses von Umweltbewusstsein auf die Kaufbereitschaft.
- Untersuchung der Rolle der Regionalität als Moderator für umweltbewusstes Konsumverhalten.
- Messung impliziter Einstellungen gegenüber Bio-Produkten mittels Implizitem Assoziationstest (IAT).
- Evaluation des Preises als Barrierefaktor für den Kauf biologischer Lebensmittel.
Auszug aus dem Buch
2.2 Implizite Meinung
Eine positive Grundeinstellung zu Bio-Produkten ist ein guter Start für die letztendliche Kaufentscheidung. Gemäß der „Theory of Planned Behaviour“ (Azjen, 1985, 1991) nehmen Einstellungen eine Schlüsselrolle bei Verhaltensabsichten ein. Individuen, die z.B. eine positive Grundeinstellung gegenüber der Umwelt haben zeigen dies, indem sie biologische Produkte kaufen oder mehr recyceln (Kahle, 1996). Je vorteilhafter die Einstellungen gegenüber dem Verhalten stehen, desto stärker ist die individuelle Absicht dieses Verhalten zu zeigen.
Einstellungen und Werte entstehen dabei nach Kahle (1996) aufgrund des Lernprozesses und der Erfahrungen des Individuums. Weitere Studien zeigten einen positiven und signifikanten Zusammenhang zwischen den Einstellungen der Verbraucher und den Kaufabsichten (Gifford & Bernard, 2006; Honkanen et al., 2006; Padel & Foster, 2005). In dieser Studie wird die Implizite Meinung gegenüber biologisch produzierten Produkten mittels Impliziten Assoziationstests gemessen (Greenwald et al., 1998). Dies wurde angewandt, da vorherige Studien zeigten, dass das Antwortverhalten in klassischen Fragebögen oft zugunsten des sozial erwünschten Antwortens geht.
Besonders dann, wenn die Probanden einen guten Eindruck hinterlassen möchten, oder soziale Normen erfüllen wollen (King & Bruner, 1999). Bei sensiblen Themen ist das sozial gewünschte Antwortverhalten besonders ausgeprägt (La Trobe & Acott, 2000). Aufgrund der unterschiedlichen Operationalisierungen der tatsächlichen Meinung von Konsumenten zu Bio-Produkten, ist die Studienlage zu diesem Thema uneinig darüber, ob implizite Assoziationen mit einer Produktkategorie tatsächlich das Kaufverhalten beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den rasanten Anstieg des Bio-Marktes und formuliert die Forschungsfrage, ob ökologische Etiketten allein das Kaufverhalten steuern oder weitere Motive eine Rolle spielen.
Theorie: Dieses Kapitel definiert Bio-Produkte sowie relevante Siegel und diskutiert theoretische Ansätze zum Kaufverhalten, wie Umweltbewusstsein, implizite Meinungen und Preissensibilität.
Methodik: Hier wird das quantitative Forschungsdesign beschrieben, inklusive der Nutzung eines Impliziten Assoziationstests (IAT) und eines Online-Fragebogens bei 115 Probanden.
Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Hypothesen, wobei insbesondere der Einfluss von Umweltbewusstsein und Herkunft der Produkte signifikant bestätigt wurde.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Einzelergebnisse mittels einer Multiplen Regression zusammen und verdeutlicht, dass etwa 25% der Varianz durch die untersuchten Faktoren erklärt werden.
Diskussion und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse kritisch, thematisiert die Stichprobenrepräsentativität und schlägt zukünftige Forschungsansätze zum Gesundheitsbewusstsein vor.
Schlüsselwörter
Determinanten, Impliziter Assoziationstest, biologische Produkte, Umweltbewusstsein, Kaufentscheidung, Kaufhäufigkeit, Bio-Siegel, Regionalität, Konsumentenverhalten, Preissensibilität, statistische Analyse, quantitative Studie, Theory of Planned Behaviour.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Seminararbeit untersucht die Determinanten, die Konsumenten dazu bewegen, sich für biologisch produzierte Lebensmittel zu entscheiden, und prüft, ob die reine Kennzeichnung durch Bio-Siegel ausreichend für eine Kaufentscheidung ist.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen sind das Umweltbewusstsein, der Einfluss impliziter Meinungen auf das Kaufverhalten, die Rolle der Herkunft (Regionalität) und der Preis als mögliche Barriere beim Kauf von Bio-Produkten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Motive hinter der Kaufentscheidung für Bio-Lebensmittel zu identifizieren und zu analysieren, ob „Bio“ als Label allein genügt oder ob psychologische Faktoren das tatsächliche Kaufverhalten stärker prägen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Studie nutzt ein quantitatives Forschungsdesign. Dazu wurden Daten mittels eines Online-Fragebogens erhoben, der unter anderem einen Impliziten Assoziationstest (IAT) zur Messung der impliziten Meinung sowie Skalen zur Erfassung des Kaufverhaltens und soziodemografischer Daten umfasste.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen, in dem das Bio-Konzept und psychologische Theorien erläutert werden, sowie einen methodischen Teil und die anschließende Hypothesenprüfung, in der Korrelationen und Moderationseffekte statistisch analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Determinanten, Impliziter Assoziationstest, Kaufhäufigkeit, Umweltbewusstsein und Konsumentenverhalten beschreiben.
Welche Bedeutung hat das Ergebnis zur Herkunft der Produkte?
Die Untersuchung ergab, dass die Herkunft bzw. Regionalität der Produkte ein wichtiger Moderator für das Umweltbewusstsein ist und einen signifikanten Einfluss auf die Kaufhäufigkeit ausübt.
Welchen Stellenwert hat der Preis für die Kaufentscheidung?
Die Studie zeigt eine negative Korrelation zwischen Preis und Kaufhäufigkeit auf, stellt jedoch fest, dass der Preis bei zunehmender Kaufhäufigkeit von Bio-Produkten für die Konsumenten an Bedeutung verliert.
- Citar trabajo
- Dominik Lutz (Autor), 2020, Determinanten zur Kaufentscheidung biologischer Produkte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030804