Mit der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, einige Unterschiede im Hinblick auf soziale und politische Verhaltensmuster zwischen der damaligen Generation der 1990er-Jahre zur heutigen Jugend aufzuzeigen.
Nach einem kurzen historischen Überblick über die Entstehung des Jugendbegriffes sowie der Jugend als Lebensphase werden anschließend, unter einer zusammenfassenden Betrachtung am Beispiel der „Sächsischen Längsschnittstudie“, die kontextabhängigen Entwicklungstendenzen vor allem von Jugendlichen in Ostdeutschland aufgezeigt. Weitere Studien wie z. B. die Shell-Jugendstudie, die seit dem Jahr 1972 Aussagen und Vergleiche von west- und ostdeutschen Jugendlichen untersucht, sollen ebenfalls in die Betrachtung mit einbezogen werden. Abschließend werden anhand der DJI-Jugendsurvey-Studie Parallelen zur Jugend der Jahrtausendwende gezogen, um jeweilige Tendenzen und Entwicklungen darstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Jugendphase und Jugendkulturen
2.1. Zur Entstehung der Jugendphase
2.2. Jugendkulturen
3 Die Jugend vor und nach der politischen Wende
3. 1. Studien zu den Jugendkulturen
3.2. Jugend zur Wendezeit
4 Jugendkulturen zur Jahrtausendwende
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Wandel von Jugendkulturen in Ostdeutschland unter Berücksichtigung historischer und politischer Transformationsprozesse. Das zentrale Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sozialverhalten sowie in den Wertevorstellungen der Jugendgenerationen seit der politischen Wende bis zur Jahrtausendwende aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung des Jugendbegriffs
- Einfluss gesellschaftlicher Umbrüche auf die Jugendphase
- Vergleichende Analyse mittels Shell-Studien und Sächsischer Längsschnittstudie
- Soziale und politische Bewältigungsstrategien ostdeutscher Jugendlicher
- Wandel von der "Generation Wende" zur "pragmatischen Jugend"
Auszug aus dem Buch
3.2. Jugend zur Wendezeit
Im Gegensatz zur damaligen BRD herrschte in der DDR eine Vereinheitlichung vom Bildungs- und Konsumsystem, allerdings war der Einfluss auf die Jugendlichen nicht nur von außen durch diese staatlichen Institutionen geprägt wurden. Der Wunsch nach gemeinschaftlichem Zusammenhalt und Anerkennung, sowie die Abgrenzung zu den Erwachsenen, förderte die verstärkte Ausbildung zahlreicher Gruppierungen, wie z. B. der Neonazismus- Bewegung. Die Unzufriedenheit und Frustration der Jugendlichen, die vor allem auch aufgrund von finanziellen Problemen begleitet wurde, lösten zahlreiche Konflikte, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen, vor allem auf ausländische Mitmenschen aus. Das Bild einer zur Gewalt bereiten Jugend wurde von Sturzbecher et al. in der Studie „Jugend in Brandenburg“ betrachtet. Das Bundesland Brandenburg stellte aufgrund seiner geringen Einwohnerdichte ein erhöhtes Risiko für die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen dar. Die daraus resultierenden persönlichen Einschränkungen, als auch die Frustrationen über die politische Gesamtentwicklung trugen maßgeblich zu einer pessimistischen Sicht der Zukunft bei.
Ein Großteil der Jugendlichen, die weder berufliche, noch soziale Perspektiven in ihrer Heimat sehen konnten, entschied sich für die Migration aus Ostdeutschland in die sogenannten „alten Bundesländer“ bzw. ins westliche Ausland.
Dabei darf auch nicht vergessen werden, auf die Bedeutung von urbaner und sozialer Herkunft hinzuweisen. So gab es Unterschiede zwischen den Jugendlichen, die vorwiegend in der Stadt aufgewachsen sind und denen aus ländlichen Regionen. Auch zwischen den einzelnen Bundesländern gab es Unterschiede, so traten z. B. in Sachsen weitaus weniger wirtschaftliche Probleme auf, als vergleichsweise in Mecklenburg Vorpommern. Die Verhältnisse in Ostdeutschland sahen die Jugendlichen insgesamt als durchaus ungerecht an und fühlten sich sozial benachteiligt – an eine mögliche Annäherung bzw. Angleichung von Ost und West konnte man daher Mitte der 1990er Jahre noch nicht sprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Jugend als subjektiv geprägte Lebensphase und beschreibt den Einfluss historischer Zäsuren wie der Wende 1989 auf die Jugendforschung.
2 Jugendphase und Jugendkulturen: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Entstehung der Jugendphase als eigenständiges Lebensalter sowie die soziologische Bedeutung von Jugendkulturen für die Identitätsbildung.
3 Die Jugend vor und nach der politischen Wende: Das Kapitel analysiert die Transformationsprozesse in Ostdeutschland und deren Auswirkungen auf die Lebensperspektiven und das Sozialverhalten der Jugendlichen.
4 Jugendkulturen zur Jahrtausendwende: Hier wird der Wandel hin zu einer pragmatischen Generation beschrieben, die trotz politischer Skepsis eine stärkere individuelle Ausrichtung auf Bildung und Lebensplanung zeigt.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass "die Jugend" keine starre Einheit ist und die Entwicklung der Jugendlichen stark von historischen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen abhängt.
Schlüsselwörter
Jugendkulturen, Ostdeutschland, Politische Wende, Sozialisation, Lebensphase, Sächsische Längsschnittstudie, Shell-Studie, Jugendforschung, Transformation, Wertevorstellungen, Pragmatische Jugend, Identitätsbildung, Generation, Bildungsaufstieg, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel und der Entwicklung von Jugendkulturen in Ostdeutschland in der Zeit nach der politischen Wende 1989 bis hin zur Jahrtausendwende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen der Einfluss von Systemtransformationen auf Jugendliche, die Rolle von Jugendkulturen als Ausdruck von Identität sowie der Vergleich zwischen ost- und westdeutschen Lebenswelten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Verfasserin?
Ziel ist es, die Unterschiede im sozialen und politischen Verhalten der Jugendlichen der 1990er Jahre im Vergleich zur heutigen Generation aufzuzeigen und soziologische Tendenzen verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener empirischer Studien, darunter die Sächsische Längsschnittstudie, die Shell-Jugendstudien und der DJI-Jugendsurvey.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Jugendphase, die spezifische Situation der Jugendlichen in der Wendezeit sowie die pragmatische Neuorientierung der Jugendlichen um die Jahrtausendwende.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind der Wandel von Jugendkulturen, die Transformationserfahrungen in Ostdeutschland, der Einfluss sozialer Herkunft und die Entwicklung einer pragmatischen Lebenshaltung.
Wie wurde der Begriff der Jugend in der DDR-Phase beeinflusst?
Die Jugendphase in der DDR war durch eine staatlich gelenkte Vereinheitlichung von Bildung und Erziehung geprägt, was im starken Kontrast zur leistungsorientierten Arbeitsgesellschaft der BRD stand.
Welche Auswirkungen hatte die Wiedervereinigung auf die Zukunftssicht der Jugend?
Die Wende führte zu schockartigen Veränderungen, die anfangs durch existenzielle Ängste, Unsicherheit und eine pessimistische Zukunftssicht gekennzeichnet waren, ehe sich später eine pragmatische Haltung entwickelte.
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- Manja Rehschuh (Author), 2014, Der Wandel der Jugendkulturen in Ostdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031003