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Versicherungspflicht von Personen in Beschäftigungen gegen Arbeitsentgelt

Eine Untersuchung nach § 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI

Title: Versicherungspflicht von Personen in Beschäftigungen gegen Arbeitsentgelt

Seminar Paper , 2020 , 43 Pages , Grade: 14

Autor:in: Jannis Bantele (Author)

Law - Miscellaneous
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Der jährliche Umsatz der gesetzlichen Rentenversicherung liegt aktuell bei ca. 300 Milliarden Euro, sie ist der finanziell bedeutsamste Zweig der Sozialversicherung. Von rund 44 Millionen Erwerbstätigen sind über 32,5 Millionen, mithin etwa 73%, in ihr gegen Alter, Invalidität und Tod pflichtversichert. Mit mehr als 31 Millionen bilden Personen, die nach § 1 S. 1 Nr. 1 Var. 1 SGB VI infolge Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt pflichtversichert sind, die mit Abstand größte Gruppe. Dieser Versicherungspflichttatbestand wird in der vorliegenden Seminararbeit näher untersucht.

Zunächst wird hierzu die historische Entwicklung der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung überblicksweise dargestellt. Daran anschließend werden Tatbestandsvoraussetzungen und Rechtsfolgen jeweils unter Berücksichtigung der Rspr. detailliert erläutert. Abschließend werden einige verfassungsrechtliche Erwägungen angestellt sowie damit einhergehend Neuerungsbedarf aufgezeigt.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Historische Entwicklung

I. Bismarck´sche Sozialversicherung und Kaiserzeit

1. Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung

2. Reichsversicherungsordnung und Versicherungsgesetz für Angestellte

II. Weimarer Republik und Nationalsozialismus

III. Nachkriegszeit bis heute

C. Versicherungspflicht von gegen Arbeitsentgelt beschäftigten Personen

I. Anspruchsvoraussetzungen

1. Beschäftigung im versicherungs- und beitragsrechtlichen Sinne

2. Arbeitsentgelt

II. Rechtsfolgen

1. Versicherungs- und Beitragspflicht ispo iure

2. Konkurrenzen

D. Verfassungsrechtliche Bewertung

I. Typus der Beschäftigung

II. Schutzbedürftigkeit in der modernen Arbeitswelt

E. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Versicherungspflicht von Personen, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind (§ 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI). Ziel ist es, die historische Entwicklung, die systemimmanente Auslegung des Beschäftigungsbegriffs sowie die verfassungsrechtliche Bewertung unter Berücksichtigung aktueller Herausforderungen in der modernen Arbeitswelt kritisch zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung seit der Kaiserzeit.
  • Anspruchsvoraussetzungen der versicherungsrechtlichen Beschäftigung.
  • Bedeutung von Arbeitsentgelt und das Zufluss- bzw. Entstehungsprinzip.
  • Konkurrenzregeln bei verschiedenen Versicherungspflichttatbeständen.
  • Verfassungsrechtliche Würdigung der Typusbildung und Schutzbedürftigkeit.

Auszug aus dem Buch

(2) Nichtselbständigkeit

Ob die Arbeit nichtselbständig, sprich in persönlicher Abhängigkeit oder demgegenüber selbständig erbracht wird, ist typologisch zu bestimmen. Es existiert keine fest umgrenzte gesetzliche Definition. Vielmehr sind im konkreten Einzelfall alle Umstände zu berücksichtigen, um festzustellen, welche Merkmale des Gesamtbilds überwiegen.

Dass Beschäftigung und Selbständigkeit Gegensätze sind, verdeutlicht der Wortlaut des § 7 I 1 SGB IV, welcher von der Nichtselbständigkeit der Arbeit spricht. Ebenso zeigt dies zum einen die Gegenüberstellung von Arbeitsentgelt in § 14 SGB IV aus einer Beschäftigung und Arbeitseinkommen nach § 15 SGB IV aus selbständiger Tätigkeit sowie zum anderen die Fiktion der Beschäftigung gemäß § 12 II SGB IV für Heimarbeiter, welche selbständig sind und der es andernfalls nicht bedürfte.

Für persönliche Abhängigkeit sprechen laut § 7 I 2 SGB IV eine Tätigkeit nach Weisungen, sowie die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers. Die Weisungsbefugnis bezieht sich grds. auf zeitliche Lage, Ort und Inhalt der Tätigkeit und kann in Grenzfällen etwa von werkvertraglichen Weisungen abzugrenzen sein. Die arbeitsorganisatorische Eingliederung findet ihren Ausdruck in der fremden Vorgabe einer Betriebsordnung; sie ist „institutionalisierte Weisungsunterworfenheit“.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung und definiert den Untersuchungsgegenstand der Versicherungspflicht bei Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt.

B. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel der Rentenversicherung von den Anfängen unter Bismarck bis zur heutigen Zeit nach, wobei die Ausweitung des pflichtversicherten Personenkreises im Vordergrund steht.

C. Versicherungspflicht von gegen Arbeitsentgelt beschäftigten Personen: Hier werden die Tatbestandsvoraussetzungen (Beschäftigung, Arbeitsentgelt) sowie die Rechtsfolgen wie die ipso-jure-Versicherungspflicht detailliert untersucht.

D. Verfassungsrechtliche Bewertung: Der Abschnitt befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Bestimmtheit des Beschäftigungsbegriffs und hinterfragt die traditionelle Gegenüberstellung von schutzbedürftigen Arbeitnehmern und vorgesorgten Selbständigen.

E. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die klassische Sichtweise der sozialen Schutzbedürftigkeit im Lichte der modernen Arbeitswelt einer kontinuierlichen Anpassung bedarf.

Schlüsselwörter

Gesetzliche Rentenversicherung, Versicherungspflicht, Beschäftigung, Arbeitsentgelt, Nichtselbständigkeit, persönliche Abhängigkeit, SGB VI, SGB IV, Sozialschutz, Scheinselbständigkeit, Verfassungsrecht, Bestimmtheitsgebot, Arbeitnehmer, Altersvorsorge, Rentenreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rentenversicherungsrechtliche Versicherungspflicht von Beschäftigten gegen Arbeitsentgelt, insbesondere die Auslegung der zentralen Begriffe im SGB VI und SGB IV.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Rentenversicherung, die Kriterien der persönlichen Abhängigkeit, die Abgrenzung zur Selbständigkeit sowie die verfassungsrechtliche Bewertung dieser Abgrenzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Voraussetzungen für das Eingreifen der Versicherungspflicht (§ 1 S. 1 Nr. 1 SGB VI) wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Eignung der aktuellen dogmatischen Ansätze für die moderne Arbeitswelt zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die historische Entwicklungslinien nachzeichnet, die geltende Gesetzeslage interpretiert und die Rechtsprechung zu den unbestimmten Rechtsbegriffen kritisch würdigt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Tatbestandsvoraussetzungen (Beschäftigung und Arbeitsentgelt), die Darstellung der Rechtsfolgen sowie eine verfassungsrechtliche Bewertung der Typusbildung bei der Beschäftigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Versicherungspflicht, Beschäftigungsbegriff, SGB VI, Nichtselbständigkeit, soziale Schutzbedürftigkeit und Verfassungsrecht.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Beschäftigung" und "Selbständigkeit" eine so große Rolle?

Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie über das Bestehen einer Versicherungspflicht und die damit verbundene Beitragslast sowie den Zugang zu Rentenleistungen bestimmt.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Rechtsprechung bei der Auslegung der Begriffe?

Der Autor steht der neueren Rechtsprechung, die teilweise über das Gesetz hinausgehende Fiktionen zur Aufrechterhaltung der Versicherungspflicht schafft, kritisch gegenüber und mahnt die Einhaltung rechtsstaatlicher Grenzen an.

Welche Herausforderungen sieht der Autor für die heutige Rentenversicherung?

Der Autor sieht durch neue Arbeitsmodelle wie Crowdworking oder Solo-Selbständigkeit einen erhöhten Anpassungsdruck auf die Rentenversicherung, um Versorgungslücken zu vermeiden.

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Details

Title
Versicherungspflicht von Personen in Beschäftigungen gegen Arbeitsentgelt
Subtitle
Eine Untersuchung nach § 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI
College
University of Constance
Course
Schwerpunktbereich Arbeits- und Sozialrecht
Grade
14
Author
Jannis Bantele (Author)
Publication Year
2020
Pages
43
Catalog Number
V1031115
ISBN (eBook)
9783346433855
ISBN (Book)
9783346433862
Language
German
Tags
Seminararbeit Sozialrecht Beschäftigung Gesetzliche Rentenversicherung Versicherungspflicht Arbeitsentgelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannis Bantele (Author), 2020, Versicherungspflicht von Personen in Beschäftigungen gegen Arbeitsentgelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031115
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