In der Arbeit soll am Beispiel der London Riots 2011 und dem Umgang mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen dort bzw. in ganz England sich der Frage angenähert werden, inwiefern die Soziale Arbeit als Profession in England ihrem eigenen Anspruch gerecht wird oder gerecht werden kann.
Zu diesem Zweck ist es unerlässlich, die Geschehnisse im August 2011 zu kontextualisieren. In Kapitel 2 liegt der Fokus auf der Zeit von Margaret Thatcher als Premierministerin von 1979 bis 1990 und ihrer politischen Philosophie bzw. Ideologie. Kapitel 3 widmet sich der Entstehung und weiteren Entwicklung der Sozialen Arbeit in England. Kapitel 4 schließlich beschäftigt sich intensiv mit dem Ablauf der Riots, initialen Reaktionen von verschiedenen Seiten, einer Ursachenforschung und einem sozialpolitischen Interventionsprogramm, das eigens wegen der Riots geschaffen wurde. Kapitel 5 enthält zu guter Letzt das Fazit mit der Beantwortung der Forschungsfrage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Thatcherism und sein Vermächtnis
3 Soziale Arbeit in England
3.1 Geschichtliche Entwicklung hin zur Sozialen Arbeit
3.2 Soziale Arbeit in der jüngsten Vergangenheit
3.3 Allgemeines
4 Die London riots 2011
4.1 Geschehnisse
4.2 Reaktionen
4.3 Ursachenforschung
4.3.1 In der Politik
4.3.2 In ihren eigenen Worten
4.3.3 In sozialarbeiterischen Kreisen
4.4 Maßnahmen exemplarisch am Troubled Families Programme
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund der Londoner Unruhen im Jahr 2011, inwieweit die Soziale Arbeit in England ihrem professionellen Anspruch gerecht wird, soziale Gerechtigkeit zu fördern und Menschen zu ermächtigen, während sie gleichzeitig in einem zunehmend neoliberalen und staatlich reglementierten Umfeld agiert.
- Historische Einordnung des neoliberalen Regierungsprogramms unter Margaret Thatcher
- Entwicklung und aktueller Stand der Sozialen Arbeit in England
- Analyse der London riots 2011 als Ausdruck gesellschaftlicher Spannungen
- Kritische Auseinandersetzung mit dem staatlichen Troubled Families Programme
- Vergleich des professionellen Selbstverständnisses der Sozialen Arbeit mit den realen Arbeitsbedingungen
Auszug aus dem Buch
4.3.2 In ihren eigenen Worten
Die Stimmen der Menschen, die die riots hautnah vor Ort (mit)erlebten oder sich an ihnen beteiligten, wurden von der Politik völlig außer Acht gelassen. Dies sollte von unterschiedlichen Organisationen, die die Ursachen aufklären wollten, nachgeholt werden. Ein eigens für diesen Zweck vom Guardian und der London School of Economics (LSE) zusammengestelltes Forschungsteam führte ab Oktober 2011 in einer federführenden ersten Studie qualitative Interviews mit 270 Menschen aus sechs englischen Städten durch, in denen sie in die riots involviert waren.
Neben der Erschießung Mark Duggans als konkreten Auslöser für die riots tauchten immer wieder die Begriffe Ungerechtigkeit und soziale Ungleichheit auf. Die interviewten Menschen im Alter von 13 bis 57 Jahren begründeten ihre Teilnahme an den riots so mit der hohen Arbeitslosigkeit, Perspektiv- und Ausweglosigkeit, der Sparpolitik der Regierung und dem damit einhergehenden Wegfall von Leistungen für Kinder und Jugendliche und einem problematischen Umgang der Polizei mit der lokalen Bevölkerung, welcher sich in einer Ausnutzung der polizeilichen Macht (stop and searches), Unnahbarkeit und Unfehlbarkeit ausdrückt. Strukturelle Bedingungen können also, gegensätzlich zur Ansicht des Staates, sehr wohl als Ursprung betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der London riots 2011 ein und stellt die Forschungsfrage nach dem professionellen Anspruch der Sozialen Arbeit in England in diesem Kontext.
2 Der Thatcherism und sein Vermächtnis: Dieses Kapitel beleuchtet die Ära Margaret Thatcher, deren neoliberale Philosophie den Wohlfahrtsstaat grundlegend veränderte und langfristige soziale sowie ökonomische Ungleichheiten schuf.
3 Soziale Arbeit in England: Es wird die geschichtliche Entwicklung der Sozialen Arbeit sowie deren aktuelle Situation im Spannungsfeld zwischen professionellem Anspruch und politischer Kontrolle aufgezeigt.
4 Die London riots 2011: Das Kapitel analysiert den Ablauf, die gesellschaftlichen und politischen Reaktionen sowie die Ursachen der Unruhen und untersucht kritisch staatliche Interventionsmaßnahmen.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass eine menschliche Soziale Arbeit unter der Unterwerfung einer neoliberalen Politik kaum gelingen kann.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, London riots 2011, Thatcherism, Neoliberalismus, Troubled Families Programme, Armut, soziale Ungerechtigkeit, Marginalisierung, Profession, Wohlfahrtsstaat, Empowerment, England, Jugendkriminalität, Sozialpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis der Sozialen Arbeit in England zu ihrem professionellen Anspruch der Förderung sozialer Gerechtigkeit und Emanzipation im Kontext der Londoner Unruhen von 2011.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Auswirkungen der neoliberalen Ära unter Thatcher, die Rolle der Sozialen Arbeit in England und die gesellschaftlichen Hintergründe der riots 2011.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu erörtern, inwiefern die Profession Soziale Arbeit in England ihrem eigenen Anspruch gerecht werden kann, wenn sie gleichzeitig in staatliche Kontrollstrukturen eingebunden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literatur- und Dokumentenanalyse basiert, um das Spannungsfeld zwischen professioneller Theorie und staatlicher Praxis zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der historische Kontext (Thatcherismus), die Entwicklung der Sozialen Arbeit, der Ablauf und die Ursachen der London riots 2011 sowie die staatliche Reaktion in Form des Troubled Families Programme kritisch analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit ist maßgeblich durch die Begriffe Soziale Arbeit, Thatcherismus, soziale Ungleichheit, riots, Neoliberalismus und das Troubled Families Programme geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Sozialarbeiter während der riots?
Die Autorin stellt fest, dass Sozialarbeiter zwar teilweise Kritik an der Regierung übten, jedoch durch ihre institutionelle Einbindung und das vorherrschende System in ihren Handlungsoptionen stark eingeschränkt waren.
Welche Kritik wird konkret am Troubled Families Programme geübt?
Das Programm wird als stigmatisierend gegenüber armen Familien kritisiert, da es Armut individualisiert und moralisiert, anstatt strukturelle Probleme anzugehen.
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- Stefanie Weigel (Author), 2019, Die London Riots 2011 und Soziale Arbeit in England als Profession, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031135