Diese Bachelor Thesis untersucht die Fragestellung, ob und wie Kryptowährungen als Investmentklasse in ein Investmentportfolio passen und wie eine dazugehörige Investmentstrategie aussehen kann. Es werden dafür zuerst Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie definiert, Archetypen klassifiziert und die Portfoliotheorie nach Markowitz beschrieben. Zur modellhaften Anwendung werden 5 Haupt-Portfolios gebildet und nach definierten Kriterien modifiziert, sodass insgesamt 22 Portfolios entstehen. Diese werden anhand der Sharpe Ratio, der erwarteten Rendite, der Varianz und der Asset-Allokation mit einem Basis-Portfolio ohne Kryptowährungen verglichen. Da keine seriöse Prognose für die Renditeerwartung von Kryptowährung getroffen werden kann, werden 4 verschiedene Annahmen für die erwartete Rendite der Kryptowährungen getroffen.
Zusätzlich werden Interviews mit Experten aus dem Investmentbereich geführt um herauszufinden ob die erarbeitete Investmentstrategie praktische Relevanz hat und ob die Experten, die daraus resultierende Empfehlung bestätigen können oder anderer Meinung sind. Ein konservativer Anleger, der nach dem Minimum Varianz Portfolio investiert, sollte je nach Renditeerwartung an Kryptowährungen einen Anteil von 0% bis 0,22% in seinem Portfolio haben und nach der Sharpe Ratio einen Anteil von 0% bis 2,35%. Nach der Korrelationsanalyse haben Kryptowährungen eine sehr geringe Korrelation zu den traditionellen und alternativen Investmentklassen, was auf ein gutes Diversifikationspotential schließen lässt. Im Vergleich zwischen dem Diversifizieren nach Archetypen im Kryptowährungs-Bereich oder dem Setzen auf einen Kryptowährungs-Index wie den CRIX ist ersteres sinnvoller. Ein risikoaffiner Anleger, dessen Basis seines Portfolios alternative Investments bilden und der eine hohe Renditeerwartung an Kryptowährungen hat, sollte als passende Ergänzung einen Anteil von 1,24% bis 2,13% in sein Portfolio legen. Die Ergebnisse werden von den Meinungen der Experten bestätigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Kryptowährung als neue und potentielle Investmentklasse
1.2 Ziel und Methodik der Arbeit
2. Kryptowährungen und Token
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Blockchain Technologie
2.3 Abgrenzung/ Klassifizierung/ Kategorien
2.3.1 Digitale Währungs-Token
2.3.2 Utility Token
2.3.3 Asset-backed-Token
2.3.4 Security-/Equity-Token
2.3.5 Der tokenisierte Kryptowährungen Indexfond
3. Portfoliomanagement- theoretische Grundlagen
3.1 Der Privatanleger/- Investor in Deutschland
3.2 Portfoliotheorie nach Markowitz
3.3 Portfoliobildung
3.4 Performance Kennzahlen
3.4.1. Sharpe Ratio
3.4.2. Minimum Varianz Portfolio (MVP)
4. Portfoliobestandteile
4.1 Kryptowährungen
4.1.1 Digitale Währung
4.1.2 Utility Token
4.1.3 Asset-Backed Token
4.1.4 Equity Token
4.1.5 CRYPTO20 (C20) / CRIX
4.2 Indizes
5. Aktueller Forschungsstand und Anwendungsbereich
6. Portfoliobildung
7. Analyse und Darstellung der Portfolio Ergebnisse
7.1 Basis-Portfolio (P1)
7.2 Krypto-Portfolio (P2)
7.3 Basis-Krypto-Portfolio (P3)
7.4 Indizes-Portfolio (P4)
7.5 Alternative Investments-Portfolio (P5)
7.6 Vergleich der Sharpe Ratio Ergebnisse
7.7 Vergleich der Minimum Varianz Portfolio Ergebnisse
8. Experteninterviews
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit analysiert die Eignung und Implementierung von Kryptowährungen als neue Assetklasse in einem privaten Investmentportfolio. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung der Portfoliotheorie nach Markowitz zu prüfen, ob Kryptowährungen eine sinnvolle Diversifikationsmöglichkeit darstellen und wie eine optimierte Anlagestrategie für unterschiedliche Risikoneigungen gestaltet sein könnte.
- Analyse der Eignung von Kryptowährungen im Rahmen der Portfoliotheorie
- Klassifizierung und Differenzierung verschiedener Krypto-Token-Archetypen
- Empirische Simulation und Vergleich verschiedener Portfolio-Modelle (Basis, Krypto, Indizes, Alternative)
- Risiko-Rendite-Bewertung mittels Sharpe Ratio und Minimum-Varianz-Modell
- Validierung der Ergebnisse durch Experteninterviews mit Branchenvertretern
Auszug aus dem Buch
1.1 Kryptowährung als neue und potentielle Investmentklasse
“Jeder dritte Deutsche zieht Kryptowährungen als Geldanlage in Betracht.“ (Rehkopf 2018) Das ergab die Postbank Digitalstudie 2018, als eine Stichprobe von 3.100 Deutschen, die befragt wurden (vgl. Rehkopf 2018).
Kryptowährungsanlagen wie Bitcoin, Ethereum und viele weitere erreichten 2017 ein Allzeithoch und somit weltweite Aufmerksamkeit. Die Gesamtmarktkapitalisierung erreichte nach extremen Phasen der Volatilität im Januar 2018 ihren Höhepunkt was zu weltweiter medialer Präsenz führte (vgl. Capgemini 2018). Nachdem die bekannteste Kryptowährung „Bitcoin“ 2017 den Boom auslöste, kamen weitere Kryptowährungen (über 1.500) unterschiedlichster Art auf den Markt, von denen einige im Jahr 2017 ein Kursplus von über 10.000% verbuchten (vgl. Jasch 2018). Das Interesse an Kryptowährungen als neue Investmentklasse stieg weiter an und betraf nicht mehr nur die großen Coins. Doch trotz der breiten Auswahl an verschiedenen Kryptowährungen kaufte die überwiegende Mehrheit der Investoren im Kryptowährungsmarkt Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ethereum Classic (vgl. Cointelegraph 2017). Jedoch sind die Hemmnisse für den Privatanleger immer noch hoch. Neben dem Verständnis der neuen Blockchain-Technologie, der Vielfältigkeit der Unternehmens-Konzeptionen, die hinter den Kryptowährungen stehen, sind vor allem auch die fehlenden validierten Bewertungsmethoden die eine Struktur in die hohe Volatilität bringen sollten, ein Hemmnis für viele die sich für ein Investment in Kryptowährungen interessieren (vgl. Richter 2017). Noch ist nicht deutlich anhand welcher Kriterien Kryptowährungen bewertet werden sollen, da bisher auch noch kein bewiesenes zuverlässiges Modell für die Bewertung von Kryptowährungen existiert, was die Akzeptanz als mögliche neue Investmentklasse zusätzlich noch erschwert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Kryptowährungen, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit.
2. Kryptowährungen und Token: Definition der Grundlagen, der Blockchain-Technologie sowie Klassifizierung verschiedener Token-Archetypen.
3. Portfoliomanagement- theoretische Grundlagen: Erläuterung der Portfoliotheorie nach Markowitz sowie der Performancekennzahlen Sharpe Ratio und Minimum-Varianz-Portfolio.
4. Portfoliobestandteile: Detaillierte Auswahl und Beschreibung der in der Analyse verwendeten Kryptowährungen und Indizes.
5. Aktueller Forschungsstand und Anwendungsbereich: Diskussion über die Datenverfügbarkeit und Bewertungsherausforderungen von Krypto-Assets.
6. Portfoliobildung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Erstellung der fünf Haupt-Portfolios.
7. Analyse und Darstellung der Portfolio Ergebnisse: Quantitative Auswertung und Vergleich der verschiedenen Portfolios basierend auf Rendite, Risiko und Korrelation.
8. Experteninterviews: Zusammenfassung der qualitativen Expertenmeinungen aus dem Finanzbereich zur Anlagestrategie in Kryptowährungen.
9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.
Schlüsselwörter
Kryptowährungen, CRIX, Portfoliooptimierung, Portfolioallokation, Sharpe Ratio, Minimum Varianz Portfolio, Experteninterviews, Blockchain, Diversifikation, Renditeerwartung, Volatilität, Asset-Backed-Token, Utility Token, Investmentstrategie, Privatanleger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Kryptowährungen als neue Anlageklasse in ein Investmentportfolio für Privatanleger integriert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Portfoliotheorie nach Markowitz, die Klassifizierung von Token-Typen sowie die praktische Durchführung von Asset-Allokations-Simulationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, wie eine Investmentstrategie in Kryptowährungen aussehen kann und ob diese als Beimischung zur Diversifikation in einem klassischen Portfolio sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Portfoliooptimierung auf Basis historischer Daten durchgeführt, ergänzt durch eine qualitative Expertenbefragung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Portfoliomanagements, die Selektion der Portfoliobestandteile sowie die detaillierte Analyse der P1- bis P5-Portfoliomodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Portfoliooptimierung, Sharpe Ratio, Kryptowährungen, CRIX, Volatilität und Diversifikation.
Warum spielt die Korrelation eine so große Rolle für die Ergebnisse?
Die geringe Korrelation der Kryptowährungen zu traditionellen Assetklassen ist der entscheidende Faktor, warum sie trotz hoher Volatilität als Diversifikationsinstrument in Betracht gezogen werden.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich des Anteils von Kryptowährungen?
Die Analysen zeigen, dass für konservative Anleger nur ein sehr geringer Anteil (ca. 0,22%) bis maximal 2,5% in Krypto-Assets für ein optimiertes Risiko-Rendite-Profil empfehlenswert ist.
- Citar trabajo
- Daniel Reger (Autor), 2018, Anlagestrategische Analyse von Kryptowährungen als Investmentklasse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031251