In der Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie sich der sexuelle Missbrauch an Kindern auf deren sexuelle Auslebung im Erwachsenenalter auswirkt.
In Deutschland sind nach offiziellen Angaben 10 bis 18 Prozent der Mädchen und 5 bis 7 Prozent der Jungen durch sexuellen Missbrauch betroffen. Jedoch wird von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen und die Zahlen können je nach Definition und Grad des sexuellen Missbrauchs abweichen. Aus mehreren Analysen der Weltgesundheitsorganisation geht hervor, dass 9,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Europa Opfer von sexuellen Missbrauchshandlungen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung (Definition sexuellen Missbrauchs an Kindern)
2 Folgen sexuellen Missbrauchs an Kindern
2.1 Sexuelle Dysfunktion
2.1.1 Sexualtrieb (Libido)
2.1.2 Orgasmusfähigkeit
2.1.3 Masturbation
2.2 Paraphilie
2.2.1 Masochismus
2.2.2 Pädophilie
2.3 Sexuelle Orientierung
2.3.1 Homosexualität
2.3.2 Pädophilie
2.4 Prostitution
3 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, wie sich sexuelle Missbrauchserfahrungen in der Kindheit langfristig auf die sexuelle Auslebung und das sexuelle Verhalten im Erwachsenenalter auswirken können.
- Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und sexuellen Dysfunktionen
- Einfluss von Missbrauchserfahrungen auf die sexuelle Orientierung und Präferenz
- Phänomen der Opfer-Täter-Transition bei pädosexuellem Missbrauch
- Zusammenhang zwischen frühen Missbrauchserfahrungen und Prostitution
- Bedeutung der Sensibilisierung für Fachpersonal zur Erkennung von Langzeitfolgen
Auszug aus dem Buch
2.1 Sexuelle Dysfunktion
Sexueller Missbrauch und Misshandlungen stellen Risikofaktoren für die Entwicklung psychischer Probleme, sexueller Störungen und sexueller Auffälligkeiten dar (Fergusson et al., 2013, S.664-674). Die Effekte sexuellen Missbrauchs auf die sexuelle Entwicklung werden in diversen Studien thematisiert. So gilt sexualisiertes Verhalten bei Kindern als Folge bzw. Indikator von Missbrauchserfahrungen (Görgen et al., 2012, S.10). Zudem belegen klinische Erfahrungen, dass sexuelle Störungen im Erwachsenenalter oft vorkommen, wenn eine den Körper und die Sexualität betreffende Traumatisierung im Kindesalter stattgefunden hat. Das hat zur Folge, dass Sexualität nicht mehr problemlos erlebt werden kann. Die Probleme der Sexualität infolge von sexuellen Missbrauchserfahrungen wirken sich unter Umständen auf wichtige sexuelle Funktionen aus (Egle et al., 2015, S.460).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung (Definition sexuellen Missbrauchs an Kindern): Dieses Kapitel definiert sexuellen Missbrauch als einen Gewaltakt gegen den Willen des Kindes und erläutert die verschiedenen Intensitätsgrade des Missbrauchs.
2 Folgen sexuellen Missbrauchs an Kindern: Hier werden kurz- und langfristige Folgen des Missbrauchs erörtert, wobei der Fokus auf Auswirkungen im Erwachsenenalter liegt.
2.1 Sexuelle Dysfunktion: Dieser Abschnitt beschreibt, wie traumatische Erfahrungen die sexuelle Funktionsfähigkeit, den Sexualtrieb und die Orgasmusfähigkeit beeinträchtigen können.
2.2 Paraphilie: Das Kapitel erläutert Zusammenhänge zwischen Missbrauchserfahrungen und der Entwicklung von Störungen der Sexualpräferenz, insbesondere Masochismus und Pädophilie.
2.3 Sexuelle Orientierung: Hier wird untersucht, ob und inwieweit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit die spätere sexuelle Orientierung, wie Homosexualität, oder die Wahrscheinlichkeit für pädosexuelles Verhalten beeinflussen.
2.4 Prostitution: Dieses Kapitel thematisiert den empirisch belegten Zusammenhang zwischen in der Kindheit erlittenen Missbrauchserfahrungen und einer späteren Tätigkeit in der Prostitution.
3 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer fachlichen Sensibilisierung, um Langzeitfolgen bei Betroffenen frühzeitig zu erkennen und adäquat zu behandeln.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Kindesmisshandlung, sexuelle Dysfunktion, Langzeitfolgen, Sleeper-Effekte, Libido, Orgasmusstörungen, Masturbation, Paraphilie, Masochismus, Pädophilie, sexuelle Orientierung, Homosexualität, Opfer-Täter-Transition, Prostitution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen, die sexuelle Missbrauchserfahrungen in der Kindheit auf die sexuelle Auslebung und das Verhalten der betroffenen Personen im Erwachsenenalter haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf sexuellen Dysfunktionen, Störungen der Sexualpräferenz, Veränderungen der sexuellen Orientierung und dem Zusammenhang zu Prostitution.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wissenschaftlich belegten Langzeitfolgen von sexuellem Kindesmissbrauch auf die Sexualität im Erwachsenenalter aufzuzeigen und Erklärungsansätze für Verhaltensweisen wie den Opfer-Täter-Rollentausch zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf einschlägigen Studien, polizeilichen Statistiken und fachwissenschaftlichen Definitionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche sexuelle Dysfunktionen, Paraphilien, sexuelle Orientierung und Prostitution, wobei jeweils spezifische Folgen und Zusammenhänge diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kindesmissbrauch, sexuelle Funktionsstörungen, Opfer-Täter-Transition, Langzeitfolgen, Pädophilie und traumatische Stresserfahrungen.
Was versteht man unter der "POTT-Hypothese"?
Die pädosexuelle Opfer-Täter-Transitions-Hypothese besagt, dass Missbrauchserfahrungen in der Kindheit das Risiko erhöhen können, im Erwachsenenalter selbst zum Täter pädosexueller Übergriffe zu werden.
Was sind "Sleeper-Effekte"?
Dies sind psychische Belastungen oder Symptome, die erst Jahre nach dem ursprünglichen traumatischen Ereignis (dem Missbrauch) manifest werden, oft ausgelöst durch die erste sexuelle Beziehung oder zunehmende Verstandesreife.
Welche Rolle spielt die Prostitution in der Arbeit?
Die Arbeit untersucht Prostitution als eine mögliche Bewältigungsform (Coping-Mechanismus) oder Folge einer in der Kindheit erlernten sexuellen Zweckmäßigkeit nach Missbrauchserfahrungen.
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- Anonym (Autor), 2020, Sexueller Missbrauch an Kindern. Auswirkung auf die sexuelle Auslebung im Erwachsenenalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032071