In der Hausarbeit geht es um die Inszenierung der „Soldatenweihnacht“ im Zweiten Weltkrieg. Insbesondere soll untersucht werden, wie das Bild des Soldaten an Weihnachten in Druckwerken dargestellt wird. Dabei soll es sowohl um Werke gehen, die sich explizit an Soldaten richteten als auch um solche, die die breite Bevölkerung adressierten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Weihnachten im Nationalsozialismus
3 Die Soldatenweihnacht in nationalsozialistischen Druckwerken
3.1 Allgemeines
3.2 Werke für Kinder
3.3 Bücher für Soldaten
3.4 Weihnachtsbücher für Jedermann
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime die sogenannte „Soldatenweihnacht“ während des Zweiten Weltkriegs durch Druckwerke propagandistisch inszenierte. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise durch die Darstellung von Weihnachten an der Front das Bild des Soldaten geprägt und die Moral der Bevölkerung beeinflusst werden sollte.
- Propagandistische Instrumentalisierung des Weihnachtsfestes im Nationalsozialismus
- Unterscheidung der Darstellung in Literatur für Kinder, Soldaten und die breite Öffentlichkeit
- Die Rolle der „Soldatenweihnacht“ zur Legitimierung des Krieges und zur Stärkung der Kampfmoral
- Ersatz christlicher Traditionen durch nationalsozialistische und germanische Deutungsmuster
- Analyse der Diskrepanz zwischen inszenierter Idylle und der kriegerischen Realität
Auszug aus dem Buch
3.3 Bücher für Soldaten
Auch die Soldaten an der Front wurden mit Büchern ausgestattet, die mit Texten, Gedichten, Bildern und Geschichten die Soldatenweihnacht als ein besonderes Erlebnis inszenierten. Beispielhaft dafür sollen im Folgenden nun „Nacht unter Sternen“ und „Soldatenweihnacht“ näher betrachtet werden. Bei „Nacht unter Sternen“ handelte es sich um ein Weihnachtsbuch für deutsche Soldaten in Norwegen und Lappland. In Auftrag gegeben wurde es von der Wehrmachtspropagandagruppe beim Wehrmachtsbefehlshaber Norwegen. Es handelte es sich also um ein Buch, das vorzugsweise Soldaten ansprechen sollte. Darin findet sich vor allem eines, Geschichten und Gedichte, die die Natur idealisieren und gleichzeitig eine friedliche Stimmung vermitteln, wie etwa das Gedicht „Es ist Schnee gefallen“ von Friedrich Bischoff.
Gleichzeitig finden sich zahlreiche Geschichten skandinavischer Autoren wie „Advent im Hochgebirge“ von Gunnar Gunnarsson, „Der Weihnachtsabend der Brötöykinder“ von Lars Hansen dazu kommen verschiedene Eddasprüche. Samuel Koehne beschreibt in seinem Aufsatz „Were the National Socialists a "Völkisch" Party? Paganism, Christianity, and the Nazi Christmas“ den großen Wert, der diesen nordischen Sagen zukam. Diese seien zahlreich in nationalsozialistischem Schriftgut erschienen. Die nordischen Sagen, ersetzen also hier typisch weihnachtliche und vor allem christliche Erzählungen, die in den Soldatenbüchern keine Beachtung finden. So schreibt Utz Maas, dass die germanische Mythologie zu einer Art germanischem Ersatzchristentum umgearbeitet werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Inszenierung der „Soldatenweihnacht“ und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der analysierten Quellen.
2 Weihnachten im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel bettet das Thema in den allgemeinen Kontext der nationalsozialistischen Weihnachtspropaganda ein und beleuchtet die Umdeutung christlicher Traditionen.
3 Die Soldatenweihnacht in nationalsozialistischen Druckwerken: Der Hauptteil analysiert die spezifische Darstellung der Frontweihnacht in unterschiedlichen Zielgruppenmedien, von Kinderbüchern bis hin zu Literatur für die Truppe.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Inszenierung primär der Stimmungsstabilisierung und der Verschleierung der Kriegsrealität diente.
Schlüsselwörter
Soldatenweihnacht, Nationalsozialismus, Propaganda, Kriegsweihnacht, Zweiter Weltkrieg, Literaturanalyse, Idealisierung, Kampfmoral, Weihnachtsbuch, Germanisches Brauchtum, Soldatenbild, Heimatfront, Wintersonnenwende, Ersatzchristentum, Kriegsalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der propagandistischen Darstellung und Inszenierung des Weihnachtsfestes an der Front („Soldatenweihnacht“) in deutschen Druckwerken während des Zweiten Weltkriegs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Instrumentalisierung des Soldatenbildes, die Rolle des Weihnachtsfestes für die Kriegsmoral sowie die Umdeutung religiöser Symbole in eine NS-konforme Ideologie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Regime durch gezielte Literaturvorgaben versuchte, die Realität des Krieges zu verschleiern und eine idealisierte, friedliche Weihnachtsszenerie an der Front zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienhistorische Untersuchung, die schwerpunktmäßig auf der Analyse von zeitgenössischen Quellentexten und einschlägiger Forschungsliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Werken für Kinder, spezieller Frontliteratur für Soldaten sowie Weihnachtsbüchern für die breite Bevölkerung („Jedermann“).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Soldatenweihnacht, Propaganda, Kriegsweihnacht, Idealisierung und nationalsozialistische Ideologie geprägt.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in Kinderbüchern von der für Soldaten?
Während Kinderbücher den Krieg als „tapfere Pflicht“ idealisierten und die Gefahr ausblendeten, mussten Bücher für Soldaten den Schrecken zwar thematisieren, betteten ihn jedoch in ein „Weihnachtswunder“ ein, um die Moral nicht zu gefährden.
Welche Rolle spielt die SS in dieser Untersuchung?
Die Arbeit identifiziert insbesondere Publikationen, die unter der Ägide der SS herausgegeben wurden, als wesentliche Träger der NS-Weihnachtsideologie, insbesondere bei den Weihnachtsbüchern für Jedermann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Die Inszenierung der Soldatenweihnacht. Wie wurde "die Weihnacht im Feld" in den Druckwerken der Nationalsozialisten propagiert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032076